Auto Rowdie

Hallo

Ich bin grad sauer. Es geht um ne Sache, die schon ewig zwischen uns steht und ich kann keine Sekunde Verständnis dafür aufbringen.
Gestern Abend hat uns das den Abend versaut. Deswegen bin ich besonders sauer.

Mein Mann lässt sich beim Autofahren von allem möglichen provozieren.
Fährt ein LKW oder Traktor vor ihm, muss der uuuunbedingt überholt werden. Mit 70 eiert er dann im dritten Gang hinter dem "Hindernis" her und sucht nach Lücken im Gegenverkehr.
Auf dem Parkplatz braucht jemand etwas länger, oder parkt halt einfach mal stinknormal aus, da wird geschimpft, was denn alles für Idioten unterwegs seien.
In 100m Entfernung "nimmt" ihm jemand die Vorfahrt, da wird natürlich auch geschimpft.
Jemand blinkt mal nicht - schimpfen.
In der Stadt fährt einer nicht schnell genug von der Ampel los - da muss gehupt und dicht aufgefahren werden.
Auf der Autobahn ist dichter Verkehr, statt einfach hinter einem anderen auto zu bleiben, wechselt er ständig die Spur, schaltet runter und beschleunigt sinnlos um dann wieder abzubremsen.
Wenn ihn ein anderer Autofahrer provoziert, indem er zu dicht auffährt oder unmotiviert abbremst, dann muss er es demjenigen unbedingt zeigen und schimpfen, dass der andere beim Überholvorgang - oh wunder #augen - beschleunigt.

Als mein Mann in den 20gern war hat er wegen dieser Unart mehrere Unfälle gebaut. Er sagt dann, dass er andere den Unfall provoziert habe, aber ich finde, dass man zu jemanden, der offensichtlich Streit sucht, einfach Abstand halten kann. Mich haben Autofahrer auch schon genervt, aber ich halte dann einfach Abstand. Die wollen ja meist nicht dahin, wo ich hin will. Und wenn ein LKW oder Traktor vor mir ist, dann ist das halt so. Ich plane immer Zeitpuffer ein.

Naja. Ich bin da ganz anders als er und halte sein Fahrverhalten stellenweise für rowdiehaft
Was mich aber richtig stört, sind seine moralisierenden Sprüche. Also alle wären rücksichtslos, doof, überfordert usw.
Und dabdi ist er kein bisschen besser. Er schneidet auch andere Fahrer, er zieht auch mal schnell vor jemanden raus, obwohl er hätte warten müssen, er vergisst auch mal das blinken, oder eiert ortsunkundig herum.
Da ist er völlig frei von jeder Selbstkritik, aber die anderen sind alle überfordert, doof und rücksichtslos.

Gestern abend hat er sich von jemandem provozieren lassen und ich hab die Nase voll gehabt und ihn angefahren, was das soll.
Es sollte gestern abend ein schöner abschlussabend für unseren Urlaub werden und er muss sich ein Duell mit nem anderen Autofahrer liefern. Und dann war auch noch ER sauer auf MICH! #aerger
Ich verstehe das nicht, wieso er so an der Realität vorbei denken kann. Er behauptet, alles im Griff gehabt zu haben. Aber bei gefühlt 5m Abstand und 70km/h in der Stadt hat man nix mehr im Griff! Nein. Der Herr konnte das besser einschätzen als ich :-[

Klar, gehört er nicht zu den Extremrowdies. Trotzdem. Ich finde dieses Verhalten extrem abstoßend und habe das auch oft gesagt.

Warum er es trotzdem macht? Ich hätte auch dummer Verhaltensweisen. 🤷‍♀️
Jetzt helft mir mal. Wie gehe ich damit um? Kritik mag er ja nicht hören, aber ich habe Angst und wie ich finde: zu recht.
Er hatte die letzten 10 Jahre keinen Unfall mehr, aber ich glaube, dass das nur Glück war. Irgendwann kommt der Moment, wo der provozierende Autofahrer nicht mehr alles im Griff hat, oder wo mein Mann nicht 100% auf der Höhe ist und dann krachts mal wieder. Ich hab da nur Wut übrig, wenn ich daran denke.

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Mir ist nicht klar, warum du die anderen als provozierende Fahrer bezeichnest #kratz.
Dein Mann verhält sich kindisch und verkehrsgefährdend, reagiert er in anderen Situtationen auch schnell aggressiv, weiß alles besser, ist der einzige, der Ahnung hat?

Eins weiß ich genau, ich würde bei ihm nicht einsteigen, das wäre mir viel zu stressig.

Vielleicht sollte er mal ein Anti-Aggressions-Training absolvieren, aber er wird dich sicher zum Teufel jagen, wenn du das vorschlägst ;-), er sieht sich sicher als einziger, der alles im Griff und den Überblick hat, dabei ist sein Verhalten so lächerlich machohaft-pubertär.

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Hallo Du,
einen Tipp zum Umgang damit habe ich nicht.
Aber so eine Fahrweise kenne ich, mein davongegangener fährt genauso und das ging mir auch richtig auf die Nerven. Ich habe mich regelmäßig darüber geärgert. Vor allem, weil er mit seinem Verhalten immer versucht hat, die anderen zu "erziehen", boah, ging mir das auf die Nerven.... Und so unnötig das ganze.
Ich kann nicht sagen, wie man damit umgehen soll, außer vielleicht nicht mehr mitfahren. Aber, ob das eine Option ist? Keine Ahnung.
Alles Gute für dich und sonnige Grüße 🙂

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Das kenne ich.
Ich tippe auf kleines Ego, dass versucht sich hier aufzupuschen.

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Zugegeben, ich gehöre auch zum Personenkreis mit Autofahrertourette, weil die anderen Verkehrsteilnehmer nun einmal alle von Natur aus zu dumm sind, ihre jeweiligen Verkehrsmittel korrekt zu gebrauchen, außer mir. ;-) Allerdings beschränkt sich meine Auto-Aggressivität wegen diesen ganzen verrückten Nichtskönnern lediglich auf lautstarkes Fluchen, was ich durchaus als Befreiung ansehe zu meinem ansonsten mehr oder weniger durch-impulskontrollierten Wesen und Alltag. Daher das große Aber: Ich gefährde andere Verkehrsteilnehmer, selbst die größten Idioten, nicht. Die kriegen ja nicht mit, dass ich sie schön gesichert vom Lenkrad aus anbrülle, "zensiertzensiert". Und ich neige zwar zu einem zügigen, aber nicht riskanten Fahrstil und ich übe auch Rücksicht und kann meine Impulse zu fluchen auch weitgehend noch besser kontrollieren, wenn jemand mit mir im Auto sitzt.

Dein Mann verhält sich demnach also weder rücksichtsvoll im Straßenverkehr noch dir gegenüber wenn du seine Fahrweise und sein Gehabe ertragen und erdulden musst. Dass er sich jegliche Diskussion um das Thema dann auch verbittet und nicht ansatzweise einsichtsfähig ist, sogar dann nicht, wenn du Ängste (!) äußerst, zeigt einiges darüber wie gleichgültig du ihm sein musst.

Für ihn wäre es eine kleine Änderung, sich mal zusammenzureißen, seiner geliebten Frau und anderen Menschen gegenüber, es wäre nichts, was ihm Schaden zufügen oder ihn in seiner naturgegebenen Freiheit einschränken würde.

Was ich also tun würde? Nix mehr diskutieren. Grenzen setzen. Diese beibehalten. Klare Ansage. Und auch mal eine Ansage darüber, wie er eigentlich zu dir als Partnerin steht. In vermeintlichen Kleinigkeiten verbirgt sich oft größtes Ungemach.

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Hallo,

meine Mutter hat sich auch im Verkehr so benommen. Sie hat sowohl als Beifahrerin und Fahrerin andere Verkehrsteilnehmer regelrecht beschimpft und beleidigt, so dass während der Fahrt kein gescheiter Dialog möglich war.

Wenn ich nicht überholte oder rücksichtvoll handelte, war ich Feige oder würde vor anderen Kuschen. Auch Hinweise, das Ihre Finger-Gesten möglicherweise strafrechtliche Konsequenzen haben könnten, wurden damit beantwortet, ich würde mich vor diesen A*** in die Hose machen.

Sie fühlte sich durch andere regelrecht provoziert, egal ob im Verkehr, Geschäft oder sonst im öffentlichen Raum. Wer nicht so agierte, wie sie es für richtig hielt, wurde beschimpft und beleidigt und ehrlich gesagt war mir das als Begleitung massiv peinlich und ich habe mich geschämt.

Ändern konnte man sie nie ...

Viele Grüße

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Hallo, hast du ihm mal gesagt, dass du Angst um ihn hast? Vielleicht zieht das. Ansonsten würde ich beim nächsten Mal aussteigen und mit dem Taxi heimfahren. Geht natürlich nicht überall.

Sein Verhalten ist kindisch und gefährlich. Niemand hat es im Griff, wenn man schneller fährt und keinen Abstand einhält. Selbst wenn er dann direkt bremst, trägt der Bremsweg dazu bei, dass es zum Unfall kommt. Ich schimpfe auch mal beim Autofahren und zwar über Menschen die auf der Autobahn drängeln.

Sag ihm mal, dass Männer, die so fahren, den Eindruck machen als müssten sie was kompensieren 😉

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Mein Ex war GANZ GENAU GLEICH! Aber sowas von😁 Alles reden hat nicjts nichts gebracht, ich hätte mich genauso mit einer Wand unterhalten können. Eine zeitlang war meine Lösung, dass ICH fahre statt ihm (das hatte er tatsächlich akzeptiert). Aber einmal stieg er doch tatsächlich als Beifahrer aus und wollte einen anderen Autofahrer angreifen, der hatte Frau und Kinder dabei. Der andere hatte ein unglückliches, lang andauerndes Wendemanöver auf einer Straße im Feierabendverkehr gemacht, wobei wir anderen halt alle warten mussten. Mein Ex hat die Scheibe runtergelassen und ihn angeschrien. Der andere hatte ihm dann den Arschlochfinger gezeit🤦‍♀️ und daraufhin ist mein Ex ausgestiegen und wollte ihn aus dem Auto zerren. Frau und Kinder haben vor Angst geschrien.

Auf jeden Fall ab da sind wir nicht mehr zusammen gefahren. Es gab 1-2 Mal ein paar blöde Situationen weil wir nicht zusammen anreisten, aber alle hatten meine Entscheidung verstanden und akzeptiert. Seine besten Freunde, sein Bruder (der hat ihn sogar dafür ausgelacht) und sogar seine Eltern. Nach ein paar Wochen kam er angekrochen, gelobte Besserung und durfte wieder mitfahren. Er hatte sich dann aber auch daran gehalten.

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Nein... also so krass ist mein Mann nicht drauf.
Ich hab ja gesagt, er ist kein extremer Rowdie. Nur soweit dass es nervt. Er gefährdet weder Leben, noch zerrt er irgendwen aus dem Auto.

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Also lt deiner Beschreibung gefährdet er sehr wohl Leben!

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Solche Fahrer sind gefährlich und - sorry - dumm (weil das aggressive Verhalten nix bringt, gefährlich ist und Staus verursacht).

Wie wäre ein (gutes!) Fahrsicherheitstrainig mit Rüttelplatte, verschiedenen Straßenbelegen (zur Simulation von Schnee und nassem Laub) und Wassersprenklern? Anfangs ist eine kurze Theorieeinheit zu Bremsweg, etc.

Ich hab mal sowas gemacht, war richtig toll! Und die großmauligen Herren vom Typ deines Mannes waren sehr kleinlaut, nachdem sie realisiert haben, wie lange der Bremsweg schon bei 50kmh ist und wie sich der noch durch die Reaktionszeit verlängert. In der Realität würden die in der Vorderachse des Vorfahrers stecken und ihn und sich selbst potentiell töten oder schwer verletzen. Da haben wirklich viele dauerhaft was mitgenommen. Der Trainer hat das ganze aber auch mit anschaulichen Beispielen und ganz, ganz deutlichen Worten untermalt

War wirklich toll, man lernt auch wie man korrekt reagiert wenn das Fahrzeug ausbricht etc. Mach dich schlau, welche Anbieter und Trainer wirklich gut sind. Ein früheres Fahrsicherheitstrainig war nämlich richtig mies und hat mir gar nix gebracht.

Und ich habe null Verständnis für Verkehrsrowdies und zeige die auch an, wenn sie riskante Manöver machen (bringt nix weil sie's abstreiten, aber ich hoffe auf Lerneffekte).

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Ich hatte ihm zum 30. Geburtstag eins vom ADAC geschenkt. Da hatte er auch richtig Spaß.

Er ist halt jetzt perfekt, ne..🙄

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Beschimpfen und co: so lange es den Fahrer beruhigt, ok. Dann erweitere ich einfach meinen Wortschatz.

Beschriebene Fahrweise und andere in Gefahr bringen?
Ich steige nicht mehr ein.
Manche meinen mir dann zwar einreden zu wollen, dass ich auf sie angewiesen bin, abhängig sei und ich nicht auf sie verzichten könne. Aber das ist mir dann egal.

Mit Öffis komme ich sehr weit. Taxi geht auch gut.
Für den jeweiligen Fahrer unzumutbar, weil sie selbst nie ihm Leben auf andere angewiesen sein wollen. Schon gar nicht auf Busfahrer und co.
Das ist dann deren Problem.

Wenn sich jemand selbst um den Baum wickelt, muss ich nicht drin sitzen.

Wie ist sein Aggressionsverhalten sonst so im Alltag? "NUR" beim Autofahren oder generell?
Beschimpfungen kann ich überhören. Unkontrollierte selbstüberschätzende Fahrweise nicht. Da trage ich für mich Verantwortung und steige konsequent nicht mehr ein.

Wie wäre es mit einer Patientenverfügung oder der Frage, wie er sich seine Beerdigung vorstellt?

Wie sind Polizeikontrollen bei euch?
Ob ich soweit gehen würde, weiß ich nicht. Mal bei der Polizei fragen, was man bei einem solchen Verhalten tun kann, in wie weit du Mithaftung trägst falls was passiert (weil seine Fahrweise ja bekannt ist), würde ich mich ggf. durchaus informieren.
Vermutlich kann man erst was tun, wenn er sich oder andere in Unfälle verwickelt hat. So lange er ausreizt "so lange ich nicht tot bin, mache ich weiter", wird es schwierig.

Sein Verhalten wirst du nicht ändern können.
Nur deines. Konsequent nicht mehr mitfahren.

Falls er dir dann vorrechnet, dass es teurer ist immer zwei Autos zu nehmen, würde ich ihm vorrechnen, dass zwei Beerdigungen teurer sind als eine.

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Wir sind beide sehr.... lebendige.... charaktäre. Also im Auto ist er ein richtiger Affe, mir gegenüber aber soweit okay und wenns nicht ok ist, dann kriegt er was zu hören - so wie gestern halt.

Na klar ist er einer, der immer alles besser kann. Kann er in vielen Dingen ja auch. Dafür habe ich aber den Satz "Lass mal, ich bin auch erwachsen" gelernt.
Das hilft meistens.
Ich bin auch nicht ohne, was so gewisse Macken angeht....
Mich nervt eben dieses Moralisieren und dass unsere Söhne auch schon auf die "bösen SUV-fahrer" schimpfen. Dabei ist sein Auto auch unnötig groß und mit unnötig hoher Leistung ausgestattet. Aber irgendein Ventil braucht "Mann" ja. Ich hab meinen Garten und meinen Beruf, er eben das Auto.

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Impulsivität im Alltag kenne ich sehr gut. ADHS lässt grüßen und ADSler haben auch so einige zackige Handlugnsweisen drauf.

Was in der Verwandtschaft aber grundsätzlich gilt: Respekt heißt so zu fahren, dass man selbst überlebt und andere auch.

Impulsivität, Macken, schimpfen, eigene Haushaltsunfälle - weil man meint man müsse ja und das sofort .... ist das eine.

Wer andere Personen transportiert oder am Straßenverkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass man andere nicht gefährdet. Bei eigenen Unfällen im, am, ums Haus gilt das gleiche.
Sich selbst in Gefahr bringen, nun ja, blöd....
Sobald andere beteiligt sind, ist es Respekt sich selbst unter Kontrolle zu halten. Da muss das eigene Ego oder das eigene "ich kann doch" auch mal hinten anstehen.

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