Reagiere ich über?

Hallo,
es geht um meinen Partner und seinen Sohn.
In letzter Zeit prahlt mein Partner ständig über seinen Sohn, ich bin schwanger und egal was ich über den Bauchbewohner sage immer ist sein Sohn der Beste.In letzter Zeit ist das so übertrieben ich habe das Gefühl das er sich gar nicht auf unsere Tochter freut.Für mich ist es die erste Schwangerschaft, die Kinderwunschzeit war grauenhaft, hatte eine Fehlgeburt.So nun hat sich mein Freund total verändert,erst hat er jedes mal meinen Bauch gestreichelt, geküsst usw.Und nun habe ich das Gefühl das es für ihn so richtig real wird und er Angst hat das sein Sohn nicht mehr im Mittelpunkt steht.Ich möchte diese Machtkämpfe nicht und sollte es sich nicht ändern wenn die kleine da ist bin ich bereit mich zu trennen.Ich möchte mir dann z.B nicht anhören wenn die Kleine etwas toll gemacht hat oder etwas Besonderes dann nur geredet wird das sein Sohn ja trotzdem besser ist.Der Schönste der Klügste usw.Reagiere ich über?Ich bin nicht eifersüchtig falls das gedacht wird nur ich darf NICHTS über unsere kleine reden sodass das Gespräch sofort auf seinen Sohn gelenkt wird.

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hm, also du hast ja in den kommentaren geschrieben, dass der kleine nur alle zwei wochen bei euch ist. da verstehe ich deinen mann wirklich nicht. wenn er nur so selten da ist, ist es ja gar kein problem, ihm ganz viel aufmerksamkeit zu schenken.
letztlich können wir deine situation natürlich nicht einschätzen. ich würde ihn mal ruhig und nicht vorwurfsvoll drauf ansprechen wie "manchmal habe ich das gefühl, dass du dich anfangs mehr für die schwangerschaft und die kleine interessiert hast, als jetzt. hat sich für dich was geändert? mich macht das immer öfter ziemlich traurig"
ihm dann auch wirklich die chance geben, sich ehrlich zu äußern. vielleicht ist er echt im gefühlschaos, kriegt kalte füße, hat angst um den kleinen, usw.
wenn er bereit ist, da offen drüber zu sprechen und sich dafür zu entschuldigen, dass es dich traurig macht, ist das ja eine basis. ansonsten kann ich mir das auch nur ganz schwierig vorstellen in der beziehung, wenn es so weiter geht.

ich finde übrigens definitiv nicht, dass du übertreibst. du klingst sehr bedacht, ehrlich und einfühlsam. was solltest du auch gegen den kleinen haben, schließlich soll es ja der große bruder eurer tochter werden :-)

alles liebe dir und deiner maus #klee

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Danke für deine Nachricht, endlich jemand der mich versteht.🤣 ich möchte auch keinen Streit anzetteln, deshalb habe ich nichts gesagt und alles runter geschluckt aber so langsam wird mir das zu viel.

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Ihr müsst reden, Liebes. Ihr lauft da sonst in eine unnötige und ggf auch Match entscheidende Situation rein.

Den Sohn kann man als grossen Bruder toll einbinden. Ohne die Kleine schlecht zu reden. Sprich ihn sanft drauf an und sucht gemeinsam nach Lösungen wie sich alle geliebt und keiner zurückgesetzt fühlt.

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Ich finde schon das du etwas übereagierst.

Wir haben vier Kinder und was bei der ersten Schwangerschaft noch neu und aufregend war, wurde beim letzten gar nicht mehr sonderlich erwähnt. Auf beiden Seiten, es war nichts mehr neues oder spannendes.
Genauso ist es für deinen Freund. Für dich ist die Situation völlig neu, er hat es schon mal mitgemacht, nach dazu ist eine Schwangerschaft für die meisten Männer viel abstrakter und schwerer zu fassen als für eine Frau.

Ich verstehe auch nicht so ganz, was an der Aussage er kenne starke Tritte auch von seinem Sohn, so schlimm ist. Kennt er halt nunmal daher schon und es ist auch völlig normal seine Kinder zu vergleichen. Meinst du wir haben unsere 4 Kinder nie miteinander verglichen? Natürlich fielen Sätze wie "X ist aber schon früher gelaufen"..."Bei Y ging die Geburt schneller"..."Z hat besser getrunken"..
Das hat nichts damit zu tun, dass man irgendein Kind mehr liebt als das andere, sondern ein völlig normales verhalten von Eltern mit mehreren Kindern.

Ich verstehe daher nicht so ganz was du erwartest und ich sehe es schon so, dass du jetzt schon eine ungesunde Eifersucht an den Tag legst.

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Er wollte den Bauch gar nicht anfassen als sie so fest getreten hat aber ok das fande ich halt eben doof. Ich möchte nicht als eine eifersüchtige sonst was klingen ich wusste das diese Aussage kommt. Werde das Thema demnächst Zuhause ansprechen was plötzlich los ist:) Danke allen für eure lieben Antworten nun weiß ich das es alles gar nicht so schlimm ist wie ich dachte 😅 denke die Hormone machen ihr übliches und ich übertreibe ein wenig

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Muss noch etwas hinzufügen: wenn ich sage schau mal wie fest sie schon tritt, dann heißt es nur ja das kenne ich von meinem Sohn.Mag ja sein ,aber es ist schon 10 Jahre her und ich finde das total gemein.Wenn man die Hand auf den Bauch legt spüren das die kleinen und man hat so die erste Verbindung.Er hat auch sonst immer gefragt wie geht es der kleinen oder wollte immer wissen wann ich wieder zum Frauenarzt muss.

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Wenn Du fragst, ob Du überreagierst, dann würde ich an dieser Stelle sagen ja.

Ich weiß nicht mehr genau, wann das angefangen hat, dass man alles möglichst umfassend interpretiert, aber als ich das diese Woche auch gemacht habe, sagte mir jemand freundlich, aber verbindlich einen einfachen Satz: Ich meine es so, wie ich es sage. Das gab mir zu denken.

Im konkreten Fall sagt Dein Mann also, dass er Tritte vom Ungeborenen kennt. Das ist -- zugegeben -- jetzt nicht das romantischste, was man an dieser Stelle seiner Frau sagen kann (zumal einer erstgebärenden, könnte man hinzufügen), aber es ist in der Sache ja wohl sehr wahrscheinlich richtig und vielleicht sollte es auch nicht mehr aussagen als das.

Und vielleicht noch etwas aus eigener Erfahrung: Die Ansprüche, die viele Frauen (zumal in der Urbia-Welt) an ihre Männer vor, während und kurz nach der Entbindung haben, sind meiner Meinung etwas überzogen und Lichtjahre von dem entfernt, was noch vor 20 oder 30 oder gar 40 Jahren üblich war (jaja, ich weiß, da war die Welt auch sonst noch anders).

Um vielleicht mal ein Beispiel herauszugreifen: Im größten Teil der Menschheitsgeschichte war ein Tabu, dass der Mann bei der Geburt dabei war; ich hingegen war komplett dabei, ich bin ja nicht von gestern, aber als ich nicht die Nabelschnur durchschneiden wollte, da war meine Frau ein kleines bisschen enttäuscht...

Ich glaube, es hilft, die Erwartungen ein bisschen zu normalisieren. Du hast das Kind im Bauch, Dein Mann hat es nicht, spürt's auch nicht und wenn es ihm wir mir geht, dann ist es ihm auch ein kleines bisschen suspekt, was da passiert (so ähnlich, wie wenn die Frau ungefragt im Detail von ihren Regelschmerzen berichtet, nur schlimmer).

So bald das Kind aber auf der Welt ist, wird er sich in die Kleine verlieben, da wirst Du Dich noch umschauen!

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Hast Du Dir schon mal Gedanken gemacht, dass er das vielleicht macht, seinem Sohn die Angst zu nehmen vor "Konkurrenz" und ihn dazu zu bringen, dass er das Baby nicht als Bedrohung sieht? Er soll doch seine Halbschwester mal lieb haben, oder? Wäre das Euer gemeinsamer Sohn, würdest Du das auch tun und sicher nicht erwarten, dass dein Mann sich um deinen Bauch kümmert und ihn küsst. Sowas kannst Du aber erst wissen, wenn du selbst ein Kind hast. Für deinen Mann ist sein Sohn genauso wichtig wie es Eure Tochter sein wird. Denk da mal drüber nach und gönn dem kleinen Mann doch noch ein paar Monate im Mittelpunkt zu stehen, bevor er seinen Papa nicht mehr für sich allein hat.

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Das Kind wohnt aber nicht bei uns und ist nur jedes zweite Wochenende da.
Er bekommt das doch gar nicht mit

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Ach so. Na vielleicht hat Dein Mann trotzdem da irgendwie innerlich ein schlechtes Gewissen.

Ich hab dasselbe auch gehabt, mein Stiefsohn war auch 10 als ich schwanger wurde, begeistert war er nicht drüber, also der Sohn, hat nix gesagt, aber er war verunsichert und hatte Angst, gerade weil er nur zu Besuch kam und das Kind dann eben hier Zuhause sein würde, viel mehr vom Papa hat dann. Das ist nicht einfach für Scheidungskinder. Seine Mutter hatte auch noch ein Kind bekommen mit ihrem neuen Mann, der Sohn meinte später mal "Alle meine Geschwister hatten ein Zuhause, nur ich gehörte nie richtig irgendwo hin." Das ist echt traurig, also, wenn er eh nur so wenig da ist, dann kann das auch echt sein, dass er an den Besuchstagen mehr vom Papa hat und mehr Lob bekommt usw.! Viele Väter haben da einfach wegen der ungerechten Verteilung (ein Kind hat sie immer, das andere nur so wenig) einfach ein schlechtes Gewissen und wollen an den Besuchstagen was gut machen. Ich würde meinen Mann fragen, ob er sich schlecht fühlt dem Sohn gegenüber und deshalb sich vielleicht nicht so richtig freuen kann gerade.

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Ich denke das kommt wenn das baby auf der Welt ist..
Jetzt ist für ihn natürlich noch sein Sohn im Mittelpunkt. Manche Männer können auch die schwangerschaft der Frau nicht richtig für wahrnehmen. Das wird sich schon ändern wenn das baby da ist, sind halt beide seine kleinen um die er sich kümmern muss.
Ich würde ihn immer mal wieder nett darauf hin weisen das im Bauch auch noch jemand ist und er bald dafür auch Verantwortung trägt.

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Möglich das bei ihm auch einfach nur viele alte Erinnerungen an das erste Baby aufkommen und er darüber vergisst das sich gerade neue Erinnerungen für euch beide bilden. Ich finde du solltest ihn in einem entspannten Moment darauf ansprechen. Sag ruhig das es dich verletzt.

Das kommt schon wieder gut :)

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Als ich das 2. Mal schwanger war, hatte ich gegen Ende immer mehr Angst, ich könnte meine Liebe nicht auf 2 verteilen. Ich fand Nummer 1 so unglaublich süß, das ich zu meinem Mann gesagt habe, das kann niemalsdas 2. Baby toppen. Habbe die ganze Zeit vor lauter Unsicherheit erzählt wie toll, niedlich und wunderbar Nummer 1 doch sei. Zu dem Baby im Bauch hatte ich vor der Geburt keine Beziehung. (War bei 1 und jetzt 3 auch so, zu abstrakt)
Jetzt bei Nummer 3 denk ich auch wieder, die drsten 2 sind zu toll, wennich mal Endpanik bekomme denk ich sogar mal ogott 2 hätten gereicht, wie soll ich das 3. Genauso lieben?
Ich weiß aber von Nummer 2, sobald es auf meinem Bauch liegt, ist die Liebe sofort überwältigend! Das kommt schlagartig nach der Geburt. Schneller als dann bei meinem Mann der erst alle Babys einnpaar Tage kennenlernen musste. Wir lieben beide unsere Kinder und freuen uns aufs 3. Aber es ist immer wieder ein Abenteuer mit tausend Gedanke. Wir reden im Moment oft darüber wie super toll doch die ersten 2 sind. Da nehmen wir uns nix. Wir haben einfach Angst neben der Greude, dass eins nicht genug abbekommt. Vielleicht will dein Mann mal hören, dass du auch für seinen ersten Sohn was übrig hast, dass du diesen auch weiterhin mögen wirst. Mir wäre sowas wichtig und ich würd dir vermutlich auch so lange erzählen wie toll Sohn 1 ist, bis du mir die Angst nimmst, dass Baby 2 ihn verdrängen könnte. Der wird ja auch für immer im Leben sein und soll geliebt werden. Am besten auch ein bisschen von dir. ;)

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Toll beschrieben, genau so ist es auch bei uns gewesen.

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Vielleicht hat er einfach Angst, dass sein Sohn nur noch ignoriert wird, wenn erst eure Tochter da ist. Also dass DU seinen Sohn dann links liegen lässt und sich sein Sohn überflüssig und ungeliebt fühlt.

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Ich kenne das vom meinem Mann auch. Das es so kam war mir aber eigentlich klar, denn schlußendlich hat er schon seine Erfahrungen und auch seine Erinnerungen an sein erstes Kind. Mir wäre im Traum nicht eingefallen, ihm das anzukreiden oder an Trennung zu denken.

Ich gebe zu, in fiesen Momenten fand ich das schräg, im Nachgang waren es aber wohl meine Hormone. Ich bin froh, das ich mich da doch im Griff hatte. Hätte ich das nicht geschafft, dann hätte ich ja klar seine Vergangenheit an den Pranger gestellt. Und schlußendlich haben auch unser Kind und ich davon profitiert, denn nach der Geburt hatte er echt was auf dem Kasten bei Tipps und Ratschlägen. Logisch das nicht alle auch für unser Kind passten, aber es waren grundsätzlich vernünftige Ideen.

Ich musste selber an mir arbeiten und erkennen, das seine Aussagen aber auch überhaupt nichts mit (bzw gegen) uns und unserem Kind zu tun haben. Er kann ja schließlich nichts dafür, das er ein Leben vor mir hatte.
Angesprochen habe ich es, aber erst als für mich klar war, das es mein Problem ist. Ihm war das überhaupt nicht so bewußt. Ich hatte ihn extra gebeten, nur weil ich ein Problem habe, das er sich da jetzt nichts verkneift. Für uns haben wir geklärt, das er beim Thema Kind einfach einen Vorsprung hat. Denn mehr ist es einfach nicht.
Ich bin mir ziemlich sicher, das wenn Partner gemeinsam ein weiteres Kind bekommen, das dann beide so denken. Da geht es aber nach dem Motto: "Och, weißte noch...", das gibt es aber bei euch und allen anderen Paaren mit unterschiedlichem "Kinder-Vorspung" einfach nicht. Alleine, wenn man sich das bewußt macht, dann sieht man alles irgenwie mit anderen Augen.
Es geht doch überhaupt nicht um Machtkämpfe und über Trennung (obwohl das Kind noch nicht mal geboren ist) braucht man nun wirklich nicht nachdenken. Die Frage hätte man vorher mit sich klären müssen: Komme ich damit klar, das mein Partner beim Thema Kind mehr Erfahrung hat, als ich?