Wenn es hart auf hart kommt...

dann lässt mich mein Partner im Stich. Konkret fing das nach der Geburt unseres ersten Kindes an.
Er versprach mir sie abzunehmen, wenn ich nicht mehr kann. Naja konkret gab es bislang nur eine Nacht in der er mich unterstützt hat und das eher Widerwillen mit Gemecker. Ich verlange nicht, dass er unter der Woche, wenn er seinem Job nachgeht, nachts aufzustehen. Es geht mir nur um die Wochenenden! Mausi ist seit Wochen wieder schwer in den Schlaf zu bekommen und wacht ständig auf! Der Mann holt sich dagegen seinen 13 Stunden Schlaf und lässt mich demnach morgens nicht mal ausschlafen. Es wird eher erwartet, dass ich die kleine alleine versorge und Frühstück für alle zubereite und sein Kaffee soll ja bitte auch am Bett stehen. Mittags lege ich mich selten hin, ich bin kein Mittagsschläfer und mir schwirren sowieso zuviele Gedanken im Kopf rum, Haushalt muss erledigt sein etc.
Wenn sein Vater erzählt, dass er nachts für ihn zuständig war, da seine Mutter ihn hätte schreien lassen, hat er nur geschmunzelt und sich bedankt.
Eben hatten wir auch eine Differenz weil er freudestrahlend nachhause kam und ich eben erschöpft bin und nicht superhappy bin, wenn er von seinem verdienten Trinkgeld erzählt. Frage mich, ob er überhaupt versteht, wie ich mich Fühle.
Sorry das musste jetzt mal raus...

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Du bringst ihm Kaffee ans Bett und richtest das Frühstück für ihn? Jedes Wochenende?

Die meisten Probleme sind hausgemacht. Hör auf ihm den Hintern nachzutragen und sag er soll sich gefälligst auch mal um sein Kind kümmern.

Bei uns ist es nämlich eher so dass mein Mann grundsätzlich am we für die Kids zuständig ist. Es sind nicht meine Kinder und mein Haushalt sondern unsere Kinder und unser Haushalt.

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Da gebe ich dir zu 100% Recht. Vor dem baby war es 50/50 bei uns.
Meine Mutter rechtfertigt es damit, dass er körperlich hart arbeitet, aber er führt den Job schon seit der Ausbildung aus, also hat es nichts mit dem Baby zutun! Im Haushalt hat es auch stark nachgelassen, eher muss man ihn bitten dies und jenes zu erledigen. Immerhin erledigt er den Einkauf aber auch da hat er schon oft gemeckert, dass es besser wäre, wenn ich das auch noch mache.

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Ich kenn das meine und seine Eltern sind auch der Meinung er arbeitet so hart und hätte somit das Recht sich auszuruhen. Mir ist es aber egal was die sagen, denn ich muss damit leben.

Er ist selbstständiger Handwerker und arbeitet viel und hart und natürlich halte ich ihm seit Jahren den Rücken frei so gut es geht, aber er beteiligt sich dennoch gern an allem, weil er weiß, dass die Kids, Haushalt und sein Bürokram, den ich mache nicht minder anstrengend sind.

Rede Tacheles. Nur weil du zuhause bist ist es nicht deine Aufgabe alles zu machen

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"Abzunehmen, wenn ich nicht mehr kann" ist ja eine Wischiwaschi-Formulierung.

Hast du ihm mal gesagt, dass du nicht mehr kannst, er habe dir für diesen Fall seine Hilfe versprochen?

Wenn du nicht mehr kannst, solltest du deinen Service einstellen. Dann gibt es kein Frühstück mehr und erst recht keinen Kaffee am Bett. Sonst kannst du ja noch ;)

Liebe Grüße
Schoko

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Hey 👋 ja ich habe ihn daran erinnert und um Hilfe gebeten. Es wurde weiter geschlafen...

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Hm, ist er jemand, der total tief schläft?
Dann solltest du es am Abend zuvor schon ansprechen, dass er in der Nacht mal dran ist. Er kann dann mit dem Wissen ins Bett gehen.
Vielleicht ist es möglich, dass du irgendwo schläfst, wo du davon nichts mitbekommst? In einem anderen Raum?
So kann er sich nicht rausziehen, weil du nicht zur Verfügung stehst.

Ansonsten plane etwas für dich, informiere deinen Mann und geh dahin: zum Sport, einer Freundin oder von mir aus auch in ein Hotel.

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Gerade erst habe ich darüber nachgedacht, wie es wohl wäre "den Dienst einzustellen". Nur rein hypothetisch. Weil ich hier so oft davon lese, das Partner nichts machen. Aber wie will frau dieses Experiment am Kind durchziehen? Das bricht einem ja das Mama Herz die kleinen Schreien und Leiden zu lassen. Also wäre keine Option. Außer für ihn jegliche Dienste einzustellen fällt mir da auch kein Tipp ein. Ich bin da tatsächlich auch mittlerweile eine rigoros, kindische Petze und erzähle meiner Schwiegermutter, mit der ich mich blendend verstehe, wenn ihr Sohn mal über die Stränge schlägt. Sie redet dann mit ihm, aber dauerhaft hilft das nicht. Viele würden das sich als dämlich erachten, aber naja viele kotzen sich halt bei der besten Freundin aus oder hier im Forum. Mir hilft es. Interventionen finde ich auch irgendwie gut... sozialer Druck ist doch für sonst alles gut... warum nicht bei Papas die nichts tun? 🤷‍♀️

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Ohja, das hab ich mir auch schon vorgestellt.(wer nicht?!)
Ich hab meiner Schwimu auch letztes Wochenende von einem gewissen Problem erzählt. Immerhin wollen die jetzt mit ihm darüber reden. Er ahnt noch nichts davon, dass sie herfahren. Er weiß dass wir darüber gesprochen haben, da sie es kurz angeschnitten hatte bei ihm und wollte deshalb die nächsten Wochen nicht hinfahren, weil er unangenehme Gespräche hasst.

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Ich finde auch nicht, dass das dreckige Wäsche waschen ist, sondern sich Hilfe suchen...

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Hallo,

sich nochmal zusammensetzen und sag ihm konkret, dass er z.B. von Samstag auf Sonntag dir das Kleine abnehmen soll. Ansonsten würde ich das Baby einfach neben ihm hinlegen oder mit ins Schlafzimmer nehmen.

LG

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Warum such Frauen in so eine Situation bringen ist mir schleierhaft,der Gute soll die halbe Elternzeit machen und zwar gleich.
Ansonsten ist dir leider nicht zu helfen.

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Du, ich muss dir ehrlich sagen, dass ich das vorher auch verurteilt habe. Ich habe ihn null so eingeschätzt, wir waren anderthalb Jahre zusammen als ich ungeplant schwanger wurde. Bei meiner schweren Geburt war er meine größte Stütze und ich dachte, es geht schon gut los mit seiner Hilfe.
Er denkt jetzt schon, dass es Ärger gibt mit dem Betrieb. Ist ein kleinerer Handwerksbetrieb und die brauchen jede Kraft. Ich finds so schade, dass er es nicht einreicht und meiner Meinung nach, wäre sein Chef da locker was die 2 monatige EZ anbelangt. Als sie auf die Welt kam, war er voller Tatendrang.

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Anderthalb Jahre ist leider nichts, um jemanden kennen zu können. Das liest man hier oft "ich kannte ihn schon anderthalb Jahre, hätte meine Hand dafür ins Feuer gelegt, dass..."
Nein, nicht "schon anderthalb Jahre", sondern "erst".

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Vielleicht helfen dir/euch Verbindlichkeiten. Dann kannst du dich darauf einstellen und bekommst die verdiente und benötigte Entspannung und er weiß, wann er sich zu kümmern hat. Und du könntest ihn darauf festnageln.
Zum Beispiel: Samstags übernimmt er den „Nachtdienst“ oder dienstags und donnerstags bringt er das Kind ins Bett und du hast eine halbe Stunde nur für dich oder oder oder. Lass dir was einfallen, was dir hilft und fordere es ein. Es ist genauso sein Kind!

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Als unsere Kinder klein waren hatten wir folgende Regeln:

- wer in Elternzeit kümmert sich unter der Woche ums Kind
- am Wochenende darf jeder einmal ausschlafen

Elternzeit haben wir uns aufgeteilt. Der Part in der Elternzeit war überwiegend für den Haushalt zuständig, der arbeitende Part hat am Abend die Kinder übernommen und vielleicht noch ein paar Kleinigkeiten im Haushalt.
Was also von Anfang an klar war: es sind UNSERE Kinder. Ich bin nicht Mutti, Hausfrau und Bedienstete. Dadurch kamen wir gar nicht in die Situation kein Verständnis für die Bedürfnisse des anderen zu haben.

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Das klingt total toll 😊

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Ich bin Mann, habe eine 80%-Stelle und habe mich meistens darum gekümmert, wenn nachts etwas war. Meine Frau ist nach sechs Monaten auch 60% arbeiten gegangen. "Unterstützen", "mithelfen" u.ä. machen Schülerpraktikanten. Und selbst die schauen selbst, wo sie ihren Kaffee herkriegen.

Da ich nicht davon ausgehe, dass dein Partner 15h pro Tag Sklavenarbeit verrichtet, wird er vermutlich Freizeit haben, die er mit Zocken, Fernsehen oder sonst etwas ähnlichem verbringt. Dafür hat er ja anscheinend Zeit. Ich würde es nicht akzeptieren, wenn meine Frau sich so verhielte.

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Habt ihr euch mal zusammen gesetzt, seit das Baby da ist?

Zusammen frühstücken - am Tisch und dann darüber reden.
So geht es dir. Das möchtest du von ihm.

Bei meinem Teenagerkind merke ich folgendes:
meckere ich im Affekt, weil sie mal wieder nicht.... dann kommt bei ihr nur Meckern an und ich fühle mich mies.

Rede ich mit ihr in Ruhe und sage ihr, welche Aufgaben mir wichtig sind. Was sie auf jeden FAll erledigen soll, was MIR nicht ganz so wichtig ist, dann kommt das bei ihr an und sie macht es überwiegend. Durchaus auch vor sich hinmeckernd. Aber sie macht es dann und nimmt ernst, dass es mir wichtig ist - und ich es nicht mache, um sie zu ärgern.

Bei früheren Freundinnen war ich oft verunsichert.
Haben sie nebenbei gemeckert, wusste ich nie
- soll ich das jetzt machen?
- oder wollen sie ihrem Ärger nur Luft machen.
Machte ich es , waren sie pikiert, weil ich in IHREN Bereich eingegriffen habe. Machte ich es nicht, hätten sie wollen, dass ich sie unterstütze.

Das war anstrengend.
Im heutigen Umfeld ist es einfacher. Menschen sagen, was ihnen wichtig. Ein "ist schon gut" "nicht nötig" ist auch als solches gemeint. Kein pikiert sein, wenn ich in "ihren" Bereich eingreife. Im Gegenteil. Sie sagen ehrlich, wenn sie es selbst können/machen wollen und ehrlich, wenn sie etwas stört. Und zwar so, dass ich daraufhin handeln kann.

Bei Menschen, die trotz ehrlichem Reden alles übergehen, erwarten und so tun, als wäre alles alleine meine Aufgabe, ziehe ich meine Konsequenzen.
Bei den meisten hilft reden sehr. Deswegen sind sie ja in meinem Umfeld und bleiben es dadurch auch :-)