Ich mache alles falsch...

Als stille Mitleserin, möchte ich heute einmal Meinungen von außen..
Kurz zu mir, verheiratet seit 10 Jahren zusammen mit meinen Mann seit 20 Jahren. Unser Sohn ist 4,5 Jahre. Seit der Geburt unseres Sohn hat sich mein Mann verändert. Mein Mann nörgelt ständig an mir rumm. Ich mache aus seiner Sicht nichts richtig. Es vergeht kein Tag an dem er nicht irgendwie etwas an mir aus zusetzen hat.
Funktioniert irgendetwas nicht so wie geplant, ist es meine Schuld..
Es macht mir mittlerweile sehr zu schaffen..
Wir haben auch schon darüber gesprochen, dann zieht er die ganze Situation ins lächerliche oder sagt dann er meint es eh nicht so. Dann gehts ein paar Tage gut, dann fängt er wieder von vorne an. Leider grüble ich dann immer Nachts, ob er nicht doch recht hat...
Es geht eh immer um Kleinigkeiten, zB. Im Auto soll ich auf seinem Handy eine Bluetooth Verbindung zum Auto herstellen. Geht nicht, warum auch immer, natürlich bin ich zu Blöd dafür.. Alles muss man selber machen... Er hats auch nicht zusammen gebracht..
Oder wir packen Kind zusammen, ich packe Tasche ein, ziehe Kind an.. Natürlich wenn etwas fehlt ist es meine Schuld... Habe ich ihn nicht erinnert an einen Termin und er vergisst diesen, meine Schuld. Sage ich ein paar Tage vorher, du der Termin steht an: "Glaubst du ich bin dumm, vergesse ich eh nicht.."
Er glaubt mir auch nichts.. Unsere Straße wird kurz für Bauarbeiten gesperrt, das betrifft auch unseren Parkplatz. Ich sage, an dem und dem Tag müssen wir das Auto umstellen, wegen Bauarbeiten. Dies steht auf einer Tafel angebracht am Hauseingang (Mehrparteienhaus) Glaubt er nicht, da er das Schild übersehen hatte.. glaubt er erst als er selbst davor gestanden ist..
Ich habe momentan echt auch keine Lust auf Körperkontakt, Händchenhalten ist mir schon zu wieder. Mache aber alles mit des Friedens willen..

Gibt es eine Strategie? Ignorieren? ( Fällt mir sehr schwer) Einen blöden Spruch sagen??
Moment bin ich etwas ratlos, ich fühle mich immer schlechter. Muss aber funktionieren und nach außen hin mir nichts anmerken lassen...

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Das ist merkwürdig! Ihr seid seit 20 Jahren zusammen und er fängt plötzlich an, dich ziemlich respektlos zu behandeln? Also, an deiner Stelle würde ich das gar nicht so unter den Teppich kehren, sondern im Gegenteil stark reagieren. Ein klärendes Gespräch wäre dringend notwendig. Sag ihm klipp und klar wie er dich behandelt und dass er das erst tut seit das Kind da ist, und ob er sich irgendwie erklären kann, wie das zusammenhängt!

Und wenn er so patzig reagiert, wenn du ihn erinnern willst, oder wenn es gleich deine Schuld ist, wenn ihr etwas vergesst, dann würde ich das auch mal ein bisschen extra deutlich sagen, z.B. fragen, ob das jetzt deine Verantwortung ist, oder ob er sich selbst drum kümmert, aber dann soll er dir auch nicht sagen, du hättest ihn erinnern sollen. Wenn er sagt, er hätte es sowieso nicht vergessen, dann sag direkt dass du ihn dann in Zukunft nicht mehr drann erinnerst.

Das Problem liegt bei ihm. D.h. er hat ein Problem und lässt es an dir aus. Irgendwie ist er nicht zufrieden, versuche herauszufinden was das ist. Eigentlich sollte er es natürlich herausfinden und was dran machen, statt seine Umgebung dumm anzumachen.

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Zunächst musst du dir natürlich nicht gefallen lassen, ständig als dumm und unfähig bezeichnet zu werden. Ignorieren würde ich das an deiner Stelle nicht. Sondern eine klare Ansage tätigen: "So redest du nicht mit mir!". Und zwar diskussionslos. Es verletzt dich, also zieh Grenzen. Und wenn du Grenzen ziehst, dann auch entsprechende Konsequenzen für den Fall, dass er deine Grenzen weiter überschreitet.

Ansonsten habe ich beim Lesen jedoch das Gefühl, dass ihr beide in einer ungesunden Abwärtsspirale aus gegenseitiger Frustration feststeckt. Dein Mann nörgelt permanent, was ja auch ein Hinweis auf Frust ist, du reagierst mit (innerem) Rückzug (was ich nachvollziehen kann, bitte nicht falsch verstehen, es geht dabei nicht darum, dir die Schuld zuzuweisen), es schaukelt sich hoch, vielleicht empfindet er deinen Rückzug als Liebesentzug und Abweisung. So oder so fehlt es an einem liebevollen und wertschätzenden Umgang und es geht dir bereits schlecht. Wie verläuft eure Kommunikation in ruhigen Momenten? Und gibt es noch sowas wie Innigkeit und Zugewandtheit bei euch beiden? Vielleicht benötigt ihr ein bisschen Unterstützung von außen, um euch wieder näher zu sein.

Ich schreibe das auf der Grundlage, weil ich nicht das Gefühl habe, dass du Trennungsabsichten hast. Nichts desto Trotz möchte ich dir sagen, dass ich mir ein solches ständiges launenhaftes Verhalten nicht lange mit angeschaut hätte. Setz bitte Grenzen - es wird allerhöchste Zeit, da du bereits unter der Situation leidest.

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Wie können die Konsequenzen deiner Meinung nach bei Grenzüberschreitung aussehen?
Ich frage aus persönlichen Interesse, weil mir das auch schwer fällt.

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Hallo

Wie reagierst du bei seinen Bemerkungen? Igelst dich ein oder gibst du kontra? Ich plädiere für kontra geben.

Gibt es noch Gutes an ihm, d.h. lohnt es sich zu streiten oder behandelt er dich (und ihr einander!) sowieso nicht mehr wertschätzend?

Und weshalb, meinst du, ist er so seit der Geburt eures Kindes? Kann es sein, dass du um des Friedens willen den Mund hältst, damit der Familiensegen nicht schief hängt? Wenn ja, würde ich anfangen, mich aufzurichten und smart zurückzuwerfen. Auch mal ihm den Spiegel vorhalten. Checkt er's nicht, dann schaust du weiter.. Aber unbedingt raus aus der stillen Haltung und hau in die Defensive UND Offensive.

LG

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Warum lässt Du sein Generve so nah an Dich ran? Kann es sein, dass Du auch dünnhäutiger geworden bist.?
Dann brauchst dringend mal eine Pause von deinem Mann, dann kann er mal ganz alleine vor sich hingrummeln. Mutter / Kind Kur

Ansonsten teilweise ignorieren, Termin teile ich grundsätzlich schriftlich mit (nachdem immer kam, - hast Du mir nicht gesagt) und ihm richtig die Meinung sagen, bzw. auch mal lächerlich machen.

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Liebe Elephant,

ich kenne Deine Situation sehr gut, ich hab fast die selbe zuhause auch noch leider ein wenig länger als Du #schmoll
Mein Mann ist überfordert in seinem Rollenbild - zumindest sagt er das inzwischen, womit ich wenigstens was anfangen kann. Er versucht im Job 1000% zu geben und zuhause reichts für nichts anderes ausser fürs Nörgeln. Er ist unzufrieden mit so vielem, aber ich habe tatsächlich gelernt es zu ignorieren.
Ich fokussiere auf die schönen Dinge im Leben: ich schaue mir an was ich habe, nicht auf das, was fehlt.
Und ich nehme mir das, was ich gerne hätte. Habe ich Lust auf Nähe gehe ich auf ihn zu und wenn nicht, dann nicht. Er kommt meistens nicht. Nörgelt er rum, lass ich ihn stehen und denke "schade dass er sich den Tag vermiest. Aber es ist seiner. Nicht meiner"

Einziger Wehrmutstropfen: Leider ist das Ignorieren damit verbunden, dass man sich emotional sehr entfernt. Aber man kann so auch leben.

Alles Liebe Dir!

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Das ist traurig!

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Wenn er mit seinem Rollenbild nicht klar kommt, würde ich als Paar genau da ansetzen und nicht mit Ignoranz und Gleichmut darauf reagieren.

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Gut, dass du das angehen möchtest und nicht alles runterschluckst, bis gar nichts mehr geht. Ich fürchte aber, dass keine deiner Ideen hier die richtige Reaktion ist. Ignorierst du es, wird er sein Verhalten ungehindert fortsetzen und du wirst zunehmend zermürbt. Am Ende resignierst du entweder oder dein Frust sucht sich ein anderes Ventil. Ein dummer Spruch lässt die Situation womöglich eskalieren und ihr habt eine unnötige Auseinandersetzung, in der es nicht um den Inhalt geht, weil man sich gegenseitig angreift.

Eine andere Userin hat empfohlen, alles schriftlich zu machen, sie handhabt es so, damit ihr Mann nicths abstreiten kann. Aber ganz ehrlich: Wäre das in deinem Sinn? Ihr führt doch eine Beziehung, da sollte so was nicht nötig sein, vor allem wird so das grundlegende Problem nicht gelöst:
Ob es sich bei euch eingeschlichten hat oder es einen anderen Auslöser gibt - Er behandelt dich respektlos und sucht offenbar einen Blitzableiter für die eigene Unzufriedenheit. Wird so was erst mal zur Gewohnheit, wird es immer selbstverständlicher, den Partner mies zu behandeln, wer weiß, ob er überhaupt noch bewusst wahrnimmt, wie er sich verhält und was das bei dir auslöst.

Daher kann ich dir nur empfehlen, in Ruhe das Gespräch mit ihm zu suchen. Ohne Vorwürfe, also nicht im Stil von "du-bist-immer-ungerecht". Du könntest ihm sinngemäß sagen, dass du den Eindruck hast, dass sich in eurer Beziehung im alltäglichen Umgang was eingeschlichen hat, was dich belastet und du darum bittest, künftig wieder zu einem netteren Umgang zurückzufinden.

Sollte er dich (auch dann) nicht ernst nehmen, würde ich ihm klar machen, dass das dein Ernst ist und es dir dabei nicht gut geht.

Ist ihm das wurscht, weißt du, was die Uhr geschlagen hat, aber das hoffen wir mal nicht.

Alles Gute!

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Wenn es Dir auf Dauer zu schaffen macht, dann ist es Euer *beider* Problem.

Dementsprechend sollte es angesprochen werden, in einer ruhigen Stunde, nicht wenn es akut ist.

Ich würde es dabei mit gewaltfreier Kommunikation versuchen, also nicht mit Vorwürfen kommen nach dem Motto: Warum bist du so? (das führt nur zu einer Abwehrhaltung), sondern beschreiben, wie es Dir bei solchen Konflikten geht.

Auch würde ich versuchen, die Folgen dieser unguten Dynamik darzulegen, wiederum nicht als Vorwurf oder gar Drohung, sondern möglichst sachlich beschreibend, so nach dem Motto: Wenn wir so miteinander streiten, vergeht mir der Lust auf Körperkontakt -- wie können wir das wieder besser hinkriegen?

Das kann aber nur ein Versuch sein. Manchmal empfinden Menschen schon die Thematisierung eines solchen Konflikt als Kritik an ihrer Person und kommen dann in den Kampfmodus, in dem es nur noch ums Überleben, konkret: ums Recht haben geht. Wenn es dazu kommt, kann man diesen Gesprächsversuch getrost einstellen und nur noch auf den nächsten hoffen.

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Diesen Trip ist mein Mann auch mal gefahren, nicht so heftig wie deiner und auch nur kurz, weil ich ihm sehr schnell einen Riegel vorgeschoben habe.

Ich bekomme während einer Autofahrt an SEINEM Handy irgendwas nicht hin? Er soll es selber machen. Außerdem wird mir schlecht, dann soll er halt anhalten und es selbst probieren.

Ich habe bei einem Ausflug etwas vergessen? Dann soll ER halt mitdenken. Ich bin nicht die einzige Verantwortliche in dieser Familie.

Er kriegt seine Termine nicht auf die Reihe? SEIN Problem, ich bin nicht seine Sekretärin und mache ihn ja auch nicht für meine Organisation verantwortlich. Wir sind beide erwachsen und müssen lernen, unsere Terminkalender selbst zu pflegen.

Er kriegt es nicht hin morgens rechtzeitig aufzustehen? Ich bin nicht seine Mutter und werde ihn nur wenige Male wecken. Wenn er sich verspätet, ist es nur die Konsequenz SEINES Verhaltens.

Er beschwert sich, dass es unordentlich ist? Dann darf er gerne mit anpacken, es ist nicht nur mein Haushalt.

Er lässt seine Klamotten überall liegen? Ich räume sie nicht weg und wasche sie auch nicht. Alles, was gewaschen werden muss, gehört in den Wäschekorb und nicht überall in der Wohnung verteilt.

Es gibt noch mehr Beispiele, aber ich höre mal hier auf.

Das alles kommuniziere ich möglichst nicht genervt, sondern sachlich. Wir Frauen dürfen nicht so tun, als wären wir für die Aufgaben der Männer verantwortlich. Wir sind nicht ihre Mütter, sondern Partner. Jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen, schließlich sind wir erwachsen. Du kannst ja mal probehalber von ihm verlangen, dauernd deinen Kram zu erledigen, vielleicht geht ihm dann ein Licht auf.

Also: definiere, was allein seine Verantwortung ist und dann handle dementsprechend. Ohne wenn und aber. Und wenn dir nicht nach Nähe ist, dann sei ehrlich und sag ihm, wieso: „du behandelst mich nicht mit Respekt. So kann ich dir leider keine aufrichtige Nähe geben.“

Jeder normal denkende Mensch sollte diese Zusammenhänge dann auch verstehen und daraus lernen.

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Ein kleiner Reminder für die Zukunft:

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hey!

Sein Verhalten scheint dich sehr zu belasten, also würde ich das als Anlass nehmen, ein Gespräch mit ihm zu führen.
Allerdings ein tiefgehendes Gespräch und kein geflötetes "Schatzi, wäre lieb, wenn du dich änderst. "

Das haben die anderen hier schon geschrieben: Es haben sich Verhaltensweisen eingeschlichen, die dich sehr verletzen und die du nicht akzeptierst.
So würde ich das Gespräch starten und dann drei Situationen auflisten, die du beobachtet hast.
Bagatellisieren und Zerreden würde ich nicht dulden.
Ich habe meinem Partner damals auch gesagt, dass ich so keine Beziehung führen kann und mich ansonsten trennen werde, falls er diese Spitzen nicht einstellt. Es hat gewirkt.

Liebe Grüße
Schoko

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Achso, ein Nachtrag, weil ihr ein kleines Kind habt.
Der Junge lernt von euch nicht nur Sozialverhalten im Allgemeinen, sondern auch, wie man mit dir umzugehen hat.

Ich habe eine Freundin, die 10 Jahre mit einem Narzissten zusammen war. Der machte sie immer fertig und kommandierte sie herum. Die Trennung schaffte sie erst vor einem Jahr und dachte, damit hätte sie es geschafft. Nun hat sie den 6-jährigen Jungen zu Hause, der fröhlich in Papas Fußstapfen tritt. Er wird gegenüber meiner Freundin abwertend, unverschämt und kommandiert sie herum. Es gibt noch ein kleineres Kind, das sich am größeren orientiert und ähnliche Töne anschlägt.

Ich gebe dir daher den Tipp, fix für klare Verhältnisse zu sorgen.