Neid?was ist los mit mir?

Hallo Ihr Lieben,

ich bin immer nur stille Mitleserin, jetzt beschäftigt mich etwas, dass ich schlecht einordnen kann. Bin ich neidisch oder gönne ich meinem Partner gerade seinen " Erfolg" nicht? Warum habe ich solche Gedanken? Eigene Unzufriedenheit?

So nun zum Geschehen. 🤭

Wir (w39 m46) sind seit fast 8 Jahren ein Paar. Er war jetzt ca ein Jahr arbeitslos, das hat uns beiden Nerven gekostet. Das kann natürlich jeden treffen und zudem hatte er starke Beschwerden mit den Bandscheiben und das erschwerte natürlich die Jobsuche ungemein. In dieser Zeit hat er sich nicht wirklich um Arzttermine und Behandlung gekümmert. Das hat mich oft wütend und traurig gemacht. Ich habe sogut wie alles allein gemacht, Arbeiten, Haushalt, Kinder, Einkauf... ich war einfach unglücklich und kaputt.

Jetzt wo das Arbeitslosengeld ausläuft hat er schwuppdiwupp einen Job gefunden und mit dem Rücken klappt es auch. Super.

Jetzt höre ich jeden Tag wie begeistert alle von ihm sind, ständig wird er gelobt wie toll er alles macht...
Ich habe mich anfangs für ihn gefreut und abgenommen hat er auch toll. Ich habe teilweise Gedanken wie: Super das dich alle toll finden weil dort zeigst du dich von deiner besten Seite und macht alles, ja abgenommen hast du weil ich extra für dich koche und einkaufe. Es tut mir leid das ich so denke.

Hier zu Hause macht er aber keine Dinge die mal gemacht werden müssen. Er und mal in den Baumarkt fahren? Pff... Es nervt mich einfach nur noch. Und dann möchte er sein erstes Gehalt aufs Sparkonto tun, hat ja super geklappt mit dem finanziellen das letzte Jahr.

Ich weiß nicht wie ich darüber mit ihm Reden soll ohne das es blöd rüberkommt. Gönne ich ihm das nicht? Oder was denkt ihr? Müsste ich mich nicht freuen für ihn?

Danke fürs lesen und bleibt bitte lieb😊

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Mit Neid hat das nichts zu tun. Sondern mit Ärger, dass du so viel allein geleistet und keine Anerkennung bekommen hast, während er jetzt anscheinend noch Beifall will, dass er zumindest einen Teil deines Pensums, nämlich den der Berufstätigkeit wieder auf die Kette bekommt.

Ich würde es erst mal freundlich versuchen, in Richtung "super, dass es dir wieder so gut geht, da kannst du ja zuhause wieder dies und jenes und in den Baumarkt..." und "ja, mit zwei Gehältern können wir jetzt auch wieder mehr sparen, aber vielleicht müssen wir jetzt auch erst mal xyz, weil es letztes Jahr knapp war"...

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Nein, ich würde das nicht als Neid bezeichnen.

Sondern als vollkommen berechtigte Wut.

Zuhause den Faulpelz mimen, wenn es um das eigene Ego plus Anerkennung gehen abliefern.

Frag mich bitte nicht nach einer ultimativen Lösung dafür. Grundsätzlich würde ich stets allerdings alles dafür tun, dass man sich selbst (!) entlastet und nicht zusätzlich mit einem Faulenzer belastet (!), was auch bedeuten kann, ohne jedwede Diskussion eine Haushaltshilfe zu engagieren - Geld dafür hat er ja jetzt und du bist nicht seine Putzfrau - sowie nicht hingehen und seine Kalenderfunktion zu übernehmen. Dafür gibt es Apps. Mit denen jeder normalintelligente Mensch klar kommen sollte. Hoffe, das war lieb genug.

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Naja, ein wenig sei ihm das Lob ja doch auch gegönnt, oder? Ich gehe mal davon aus, dass die Arbeitslosigkeit gepaart mit Rückenproblemen auch nicht grade die schönste Zeit seines Lebens war.
Nun blüht er wieder auf und bekommt positives Feedback von seiner Umwelt. Das wird ihm sicherlich sehr gut tun und ist natürlich Balsam für die Seele bei so einem Neustart nach einem Jahr "Lebens"-Pause.
Gleichzeitig kann ich dich aber auch sehr gut verstehen. Du hast in der schweren Zeit doppelt so viel geleistet als sowieso schon. Fast alles alleine gewuppt ohne mit der Wimper zu zucken und ohne zu jammern. Hut ab, ich finde das eine riesen Leistung! Und da deine Leistung leider nicht so messbar und offensichtlich ist (neuer Job, Gewichtsabnahme, fitterer Eindruck), erntest du leider das Lob nicht direkt.
Aber sieh es doch mal so: all das Lob, was dein Mann grade einsackt, gilt eigentlich DIR ganz allein. Denn hättest du dich nicht um alles gekümmert, die Ernährung, die Arzttermine, die Kinder, den Haushalt und, und, und... wo wäre er dann heute?! 😉
SEIN Lob ist DEIN Lob.
Natürlich wäre ein Dankeschön mal nett und vielleicht könntest du das ja auch mal ansprechen bei deinem Mann. Vielleicht sagst du es ihm so: dass ihr diese schwere blöde Zeit nun gemeinsam hinter euch gebracht habt und du stolz auf ihn bist. Gleichzeitig hast du den Eindruck, dass gar keiner so richtig gemerkt hat, was du selbst auch alles so geleistet hast und dass du den Eindruck hast, er wäre gar nicht so richtig dankbar für deine Unterstützung und Hilfe in der letzten Zeit. Dass du es zwar gern machst für ihn aber dich dennoch über ein DANKE auch mal freuen würdest.

Das mit dem Geld/Sparkonto: ist das euer gemeinsames Sparkonto?

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Nein, du bist nicht neidisch, sondern sauer und vollkommen zurecht! Du hattest ein Jahr die ganze Verantwortung und Arbeit alleine. Anstatt dass er dir dankbar ist und nun seinen Anteil leistet, sonnt er sich in Anerkennung. Ja, wofür eigentlich? Dafür dass er arbeitet?!? Tut mir leid, aber das ist das normalste der Welt für mich.

Diesem egoistischen eitelen Fatzke würde ich aber helfen! Und zwar nur noch einmal. Dann kann er gehen. Du hast ja nun schließlich ein Jahr alleine geprobt und ohne so einen lethargischen Klotz am Bein wird dir erst recht alles gelingen!