Kann man süchtig nach einem Menschen sein?

Hallo!
Ich habe mal eine Frage und auch wenn es sich doof anhört, meine ich es ernst:
Ich habe einen Arbeitskollegen (ja, ich weiß...) Wir haben relativ viel miteinander zu tun, er ist quasi mein Vorgesetzter, wir sind im selben Alter und ich finde ihn auch attraktiv!
Wenn wir miteinander sprechen, lachen wir viel und haben einfach eine positive Grundstimmung. An Tagen, an denen wir viel miteinander geredet haben oder besonders intensiv, hab ich den Rest vom Tag gute Laune und fühle mich echt gut, hübsch, bin selbstbewusst!
Wenn er aber Urlaub hat oder wir uns aus anderen Gründen nicht sehen, bekomme ich regelrecht Entzugserscheinungen! Ich habe schlechte Laune, bin genervt und nörgel rum!

Das Ding ist, ich bin verheiratet und habe Kinder, er ist in einer Beziehung! Eine lange Zeit dachte ich, ich bin verknallt in ihn. Aber irgendwie ist es doch anders! Ich liebe meinen Mann und würde mich auch nicht trennen wollen! Aber ich denke sehr viel an den Kollegen und habe irgendwie das Gefühl, abhängig von bzw. süchtig nach ihm zu sein!

Kann es das geben?

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Klar gibt es das. Menschliche Nähe kann im Gehirn wie Drogen wirken und ist typisch für eine Art erste Verliebtheit.

Wenn du deine Ehe (und die Ehe deines Kollegen) nicht gefährden möchtest, würde ich an deiner Stelle ab sofort Abstand von ihm nehmen. So eine psychische Abhängigkeit ist sinnvoll, wenn sich eine Beziehung anbahnt, aber nicht auf platonischer Ebene.

Wenn mein Partner so bei einer Kollegin empfinden würde, würde ich mich betrogen fühlen. Ich weiß, dass andere das hier ganz anders sehen werden, aber bei mir wäre da die Grenze schon längst erreicht.

Ich hoffe du triffst eine weise Entscheidung, alles Gute!

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Verliebt sein aktiviert die gleichen Hirnregionen sowie Glückshormone, wie bestimmte Drogen. Ein "aussetzten" dieser "Substanz" (in deinem Fall der Kollege) verursacht Enzugserscheinungen.

Du bist verknallt in den Kollegen. Ich nehme an, du möchtest es nicht wahrhaben, da du ja verheiratet bist und deinen Mann liebst, was ja durchaus parallel stattfinden kann (Lieben ist nicht das gleiche wie verliebt sein).

Entweder du nutzt die Energie für deine eigene Beziehung (das kann klappen, geht aber oft nicht auf Dauer, da das Objekt der Begierde immer begehrlicher wird)

Oder (und das rate ich dir eher) du minimierst den Kontakt auf's nötigste. Ich persönlich bin sogar soweit gegangen die Stelle zu wechseln, um das ganze vorzeitig konsequent zu beenden.

LG

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Ich bin vermutlich wieder die einzige die so tickt... 😅

Aber ich hab auch so einen Kollegen. Ok, süchtig würd ich es jetzt nicht nennen. Aber ich merke schon, wie meine Arbeitsmotivation schwindet, wenn ich ein paar Tage nicht mit ihm telefoniert hab 🙈

Wir ticken beruflich exakt gleich, entsprechend können wir uns da halt extrem gut austauschen... Privat quatschen wir auch gern und oft... Sind da aber extrem unterschiedlich eingestellt.

Mein Mann weiß immer schon, wenn ich aus dem Büro komme, ob ich mit ihm telefoniert hab 😅 das sieht man mir wohl deutlich an 🙈 mein Mann findet es super (ja, ehrlich!), dass ich einen Kollegen hab, mit dem mich arbeiten einfach glücklich macht.


Was du dir überlegen solltest...
Gefällt er dir auch privat?
Zieht er dich auch sexuell an?
Gibt es Dinge, die ihr besprecht oder tut, für die du dich vor deinem Mann schämen würdest?
Sprecht ihr über eure Ehepartner? Falls ja, positiv oder negativ?
Sieht er dich als Frau oder Kollegin?

Ich persönlich arbeite einfach unglaublich gerne mit meinem Kollegen. Privat ist er nicht meins (auch wenn wir gern reden), sexuell auch nicht, wir tun und besprechen nichts, was ich meinem Mann nicht hinterher erzählen würde und über unsere Ehepartner sprechen wir ausschließlich positiv, also kein gegenseitiges Ausheulen, Vergleichen oder so. Ich bin für ihn Kollegin auf Augenhöhe. Das macht beiden Parteien einfach Spaß 😊

Hältst du diese Grenzen auch ein?


Mein Mann hatte schließlich auch schon solche Kollegen, von denen er regelrecht geschwärmt hat. Da es aber immer Männer unter sich waren, kommt da ja niemand auf dumme Gedanken 😉 bei gemischten Geschlechtern sieht das leider anders aus, auch wenn Geschlechter für mich auf Arbeit generell nichts verloren haben.

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Hi! Ich mag die Liste, die du da aufgestellt hast :-) Ich habe nämlich auch so einen, zwar nicht Kollegen, sondern anderweitigen Bekannten, dessen Anwesenheit (bzw. auch wenn ich nur eine Nachricht von ihm bekomme) sich sofort positiv auf meine Stimmung auswirkt und zwar auch so, dass es mein Mann sofort merkt...

Jetzt bin ich gerade mal so spontan deine Liste auf mich bezogen durchgegangen und würde da mal behaupten, dass da so einige Grenzen zumindest ein wenig verschwimmen (auch wenn sie definitiv noch nicht überschritten sind)

Zum Schluss schreibst du..."sieht er dich als Frau oder als Kollegin?" ...woran würdest du das denn festmachen? Finde ich auf andere bezogen immer sehr schwer zu beurteilen und mich würde mal interessieren, woran du glaubst, dass sie erkennen kann, ob er in ihr nur die nette Kollegin oder eben doch die interessante Frau sieht?

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Darüber musste ich jetzt erst mal kurz selber nachdenken, woran ich das eigentlich festmache 😅

Aber letztendlich ist es glaube ich hauptsächlich sein Umgang mit den anderen Kollegen. Ich mag ihn schon (deutlich) lieber als die anderen Kollegen. Aber ich quatsche mit den anderen eigentlich trotzdem das selbe Zeug wie mit ihm. Mit ihm zwar viel öfter und viel länger, aber von den Themen her würden wir beide mit den anderen Kollegen das selbe sprechen.

Er benimmt sich auch sonst mit den anderen Kollegen gleich wie mit mir. Ich merke zwar, dass er sich über mich besonders freut, ein besonderes Strahlen ins Gesicht kriegt, wenn ich den Raum betrete, aber letztendlich benimmt er sich mit den Kollegen nicht wirklich anders.

Zum Beispiel nimmt er mich zur Begrüßung kurz in den Arm... Klingt mit Sicherheit erst mal schräg, mit einem Kollegen. Wir sehen uns aber nur alle paar Monate (dank Corona jetzt noch seltener), und auch die Männer untereinander fallen sich dann mal kurz um den Hals.

Ansonsten telefonieren wir nur. Und da quatschen wir, wenn die anderen mit dabei sind, auch die selben Sachen, wie wenn wir "alleine" sind. Also da "schämen" wir uns für unsere Gespräche so wenig, wie ich mich vor meinem Mann dafür nicht schäme...

Also eigentlich behandelt er mich einfach gleich wie die Männer... Ich finde das einfach unglaublich angenehm, nicht auf mein Geschlecht reduziert zu werden 😅

...ok, zu den Jungs ist er manchmal frecher. Zum Beispiel zur Begrüßung, wenn man sich nach Monaten wiedersieht "du siehst immer noch genauso sch**** aus wie letztes mal" 🤣 und dann fallen sie sich um den Hals. Sowas würde er zu mir jetzt nicht sagen... Also ein kleines bisschen mehr Respekt wie gegenüber den Männern ist dann schon noch da 🤣

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Vielen Dank schon mal für eure Antworten und dass ich bis jetzt nicht als Psycho abgestempelt wurde!

Also ich kann und werde die Stelle auf jeden Fall nicht wechseln, da ich lange darauf gewartet habe, dort zu arbeiten! Er wird vermutlich früher oder später woanders hinwechseln, schon allein, weil er mit seiner Freundin eine Wochenend-Beziehung führt! Bei dem Gedanken ihn gar nicht mehr zu sehen wird es mir schon mulmig! Andererseits habe ich auch schon gemerkt, dass es mit meinen "Entzugserscheinungen" tatsächlich nach einer Weile auch besser wird, wenn wir uns gar nicht sehen...

Also, wir sind beide sehr höflich miteinander, deswegen würde ich nicht mal sagen, dass wir miteinander flirten! Meinem Mann erzähle ich trotzdem nicht viel von ihm, da ich da schon ein wenig schlechtes Gewissen habe! Umgekehrt erzählen wir uns auch nicht viel von unseren Partnern und wenn, dann ist es eher neutral würde ich sagen!
Sexuell anziehend, tja, das ist so eine Sache! Ich habe hauptsächlich "ältere" weibliche Kolleginnen und von den wenigen jungen männlichen Kollegen gefällt er mir schon am besten! Aber ehrlich gesagt kann ich mir auch nicht wirklich etwas sexuelles mit ihm vorstellen... Am liebsten wäre mir, er wäre schwul, dann würde ich mir über sowas gar keine Gedanken machen!
Und als was er mich sieht wüsste ich auch nur zu gerne!

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vermutlich gibt dir der kollege irgendein ganz spezielles gefühl, nach dem sich dein unterbewusstsein sehnt :-) das ist doch auch gar nichts schlimmes. solange du ehrlich mit dir selbst bist, finde ich das völlig normal.

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Welcher Faktor fehlt dir denn?
Was löst es bei dir aus?

Ist er der einzige im Kollegenkreis mit dem du gut kannst?
Und fühlst dich an den anderen Tagen "einsam" (weil dann der triste Teil der Arbeit zu Tage tritt)

Ist es seine Art, die einfach Fröhlichkeit in die Runde bringt? Auch andere Mitarbeiter motiviert?

Ist es eher etwas, das dir so vertraut ist und dir einfach gut tut? Etwas, das du sonst zwar irgendwie hast, aber irgendwie unbewusst auch vermisst?


Oft ist es ja umgekehrt. Wenn Person x den Raum betritt, ist die Stimmung dahin.
Manchmal nur bei einem Kollegen.
Manchmal spürt man wie bei der ganzen Abteilung die Stimmung in den Keller sinkt, die Muskeln anpspannen, die Augen sich verhärten. Alle zwar freundlich sind, aber man sofort spürt, dass da was ist.....

Im fröhlichen Fall fällt es eher weniger auf. Man will es ja nicht an einer Person festmachen.
Oder es fällt einem auf, dass man selbst fröhlicher ist bei der Person - im Grunde aber alle darauf reagieren. Was wiederum die eigene Stimmung noch fröhlicher macht.

Wenn er der einzige Faktor ist, dass dir die Arbeit dort gefällt, dann würde ich mal prüfen, was eigentlich die Stimmung trübt. Aufgaben, Kollegen, sonstiges.... lenkt er dich nur davon ab? Dann würde ich was ändern und mich einfach freuen, dass er Licht reinbringt.

Läuft es sonst super und eigentlich würde es dir gut gehen...
dann wäre die Frage, warum er diese Hochs und Tiefs bei dir auslöst.

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Also an der Arbeit liegt es definitiv nicht! Ich mache meine Arbeit sehr gerne, komme eigentlich mit allen Kollegen gut bis sehr gut aus, lege auch wert darauf, meine Arbeit gut zu machen und werde dafür glaube ich auch von vielen geschätzt! Bei ihm lege ich aber noch ein bisschen mehr Wert auf Qualität!

Er ist schon bei allen Mitarbeitern und vor allem Mitarbeiterinnen sehr beliebt, da er sehr höflich und wahnsinnig charmant ist! Als er neu da war ging da eine Welle des Schwärmens und Schmachtens los, die zum Teil schon etwas peinlich war! Das ist inzwischen natürlich abgeebbt und da habe ich mir bis heute auch bewusst nichts anmerken lassen! Ich bin aber auch so ziemlich die einzige, die altersmäßig überhaupt zu ihm passt und habe auch sehr viel mit ihm zu tun! Manchmal habe ich das Gefühl, dass gerade diese Tatsache uns sehr "vorsichtig" bzw. zurückhaltend miteinander umgehen lässt...

Beim drüber nachdenken ist mir aufgefallen, dass ich die "Entzugserscheinungen" tatsächlich eher dann habe, wenn ICH Urlaub habe bzw. wir uns eigentlich sehen könnten, es aber gerade keinen Grund gibt, dass ich zu ihm oder er zu mir kommt! Wenn er Urlaub hat, ist er halt nicht "greifbar", da ist es dann gar nicht so schlimm!

Ich weiß nur, dass ich mich so bisher bei niemandem gefühlt habe!

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Bei mir war es tatsächlich so, dass ich im Urlaub war und echt traurig war, dass ich nicht arbeiten konnte : )))

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Ja hier! Genau das selbe: Arbeitskollege, ich bin verheiratet. Er ist schwul. Ich habe auch mal gedacht, dass ich vielleicht doch ein bisschen verliebt bin, aber so ist es nicht.

Ich mag ihn unheimlich gerne und wenn er da ist und wir zusammen arbeiten ( und auch viel Kontakt haben ), dann habe ich super gute Laune, und bin total motiviert. Wenn er nicht da ist, oder wir uns gerade nicht verstehen ( kommt ganz selten mal vor ), dann bin ich traurig, demotiviert, genervt usw.

Kann dich absolut verstehen : )

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Ja, natürlich!

In den letzten 2 Firmen hatte ich so Herzensmenschen, einmal Männlich, schwul hat sich dann rausgestellt, einmal weiblich.

Die Arbeitstage gingen viel leichter von der Hand. Die Kollegin und ich wurden noch in ein Büro zusammen gesetzt. Nach kürzester Zeit, haben wir einander die angefangen Sätze beendet. Haben über die selben Witze gelacht..............

Und dann habe ich seit 1988 einen guten Kumpel. Wenn er mich zum Abschied drückt, bin ich erholter, als nach 2 Wochen Urlaub.

Wir standen mal 2 Stunden im Lidl an den Kartoffeln, und haben geschwätzt 😂

Ich hätte ihn auch immer genommen, er war aber immer in einer Beziehung, wollte auch mal was von meiner Schwester. ..........weil er Angst vor einem Korb hatte, weil ich doch größer bin, als er ............ da war ich entsetzt, und er bei meiner Beichte auch. Wir haben auch den gleichen Witz und soviel Gemeinsamkeiten...........Tja, so ist das Leben.

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So ging es mir bisher 2 mal. 1 mal - da war ich noch in der Ausbildung. Wir haben uns extrem gut verstanden. Er hat die selben Gefühle in mir ausgelöst wie bei dir. Es war damals wirklich nur gutes Verstehen. Er war einfach mein Lieblingskollege. Wir haben super harmoniert. Beide waren wir glücklich vergeben.

In meinem aktuellen Job habe ich auch so einen Kollegen. Er hat die selben Gefühle ausgelöst. Diese gingen aber mit der Zeit wirklich tiefer. Die körperliche Anziehung kam mit der Zeit dazu. Er war Single und ich irgenwann auch - die fantastische Anziehung und zusammenarbeit ist geblieben. Heute ist er immer noch mein allerliebster Kollege, aber eben nicht nur das. Sondern auch mein Lebenspartner seit mehreren Jahren. Aber auch heute noch. Wenn wir ein gemeinsames Projekt haben, dann läuft das wie Butter. Wir verstehen uns blind und ergänzen uns fachlich perfekt.

Also ja es kann eine Anziehung ohne Liebe geben. Einfach nur ein tolles Kollegenverhältnis, was dir unglaublich gut tut. Es kann aber auch mehr dahinter stehen. Ich denke, dass du es recht einfach rausbekommen kannst. Tut es dir weh, wenn er von seiner Freundin spricht? Stört es dich, dass er eine Partnerin hat. Dann würde ich versuchen auf Abstand zu gehen. Stört dich das gar nicht, dann scheint es wirklich nur ein toller Kollege zu sein. Dann geniesse seine Anwesenheit.