Beziehungsprobleme - befürchte Partner entwickelt Depressionen

Hallo,

ich muss nun um Hilfe, Meinungen bitten, da ich gerade nicht so richtig weiter weiß...sorrry sehr langer Text.

Mein Partner und ich sind seit 3,5 Jahren zusammen und hatten immer eine sehr glückliche, harmonische Beziehung, jedenfalls von meiner Seite aus gesehen. Ich liebe ihn sehr und weiß, dass es der Mann ist, mit dem ich mein Leben verbringen möchte.

Wir streiten uns sehr selten, lachen sehr viel miteinander, doch natürlich gibt es auch Dinge, die einem an dem Partner stören. Von meiner Seite aus weniger, ich akzeptiere und liebe ihn so wie er ist.

Jedoch kam es schon häufiger vor, dass mein Freund mehrere Dinge an mir auszusetzen hatte, bzw. seiner Meinung nach sind das Eigenschaften, die eine glückliche Partnerschaft auf Augenhöhe voraussetzen, was genau würde jetzt den Rahmen sprengen aber als Beispiel kann man anbringen, dass ich meine Autofahrangst mehr angehen soll, versuchen soll insgesamt selbstständiger und unabhänigiger zu werden (in Bezug auf Kochen, unangehme Dinge erledigen, mehr Ehrgeiz zeigen, etc.).

Am Anfang haben mich seine Einwände sehr verletzt und tun sie teilweise auch immer noch, aber ich habe versucht an mir zu arbeiten. Versuche öfter mit ihm Autofahren zu üben, habe mir Ziele gesetzt, habe angefangen neue Gerichte auszuprobieren, mache nun regelmäßiger Sport und nehme mehr gemeinsame Angelegenheiten in die Hand.
Es tat ihm auch immer leid, wenn er etwas an mir kritisiert hat, aber er meinte er muss das ansprechen, sonst ist er nicht glücklich und zieht sich immer mehr zurück.
Ich habe das verstanden, auch wenn ich es traurig fand, dass er so oft an mir oder unserer Beziehung zweifelt. Überwiegend haben wir jedoch gute Phasen.

Letzte Woche hatten wir abends wieder ein Gespräch. Ich hatte gemerkt, es ging ihm nicht gut - wie so oft in letzter Zeit - und habe ihn gefragt was los ist.
Er sagte, er weiß nicht wann er das letzte Mal so richtig glücklich war, sich frei gefühlt hat und einfach befreit lachen konnte. Er hat Ängste z.B. weiß er, dass ich nicht zu spät Mutter werden will und auch Ziele wie heirarten etc. habe. Er hat Angst, dass er, wenn ich so weit bin, nicht weiß, ob er dann schon so weit ist und wenn sich das länger hinzieht, dies dann alles verschwendete Jahre für mich gewesen wären. Er meint, er kann so was nicht planen und weiß nicht, wann er bereit ist. Er zweifelt, ob er mir gerecht werden kann, meine Bedürfnisse erfüllen kann.
Er meint er macht sich immer sooo viele Gedanken um alles (schwierige Familienverhältnisse, er muss immer alles regeln für Mutter, Bruder etc.). Die negativen Gedanken drehen sich dann den ganzen Tag in seinem Kopf und es können kleinste Dinge, die ich sage der Auslöser sein. Er kommt da dann nicht mehr raus und seine Laune wird schlecht und er zweifelt.
Er sagt, auch, dass er findet, dass seit wir zusammengezogen sind (vor ca. 1,5 Jahren) sich die Gedanken, Situation verschlimmert hat. Davor hatte man sich gefreut, sich zu sehen und wenn er durch die Wohnung läuft und Bilder sieht, auf denen wir so glücklich waren wünscht er sich, dass es wieder so sein könnte bzw. versucht sich diese schönen Momente vorzuhalten....

Natürlich war das alles sehr emotional, wir mussten beide weinen (was bei ihm wirklich eine Seltenheit ist...er ist der totale Kopfmensch und nicht so emotional). Es tut ihm aber so leid, mich so traurig zu sehen und er gibt mir keine Schuld, er weiß, dass ich mich in den letzten Monaten so stark verbessert habe und gewachsen bin und er fühlt sich deswegen so schuldig für seine Gedanken.
Ich habe ihn gefragt, ob er noch Gefühle für mich hat und er meinte ja, sonst hätte er nicht so reagiert (weinen). Er will mich auch nicht verlieren und er würde es bereuen.

Er hat auch seit langer Zeit (über 1 Jahr) immer wieder Magenschmerzen in der rechten Bauchgegend, eigentlich täglich wie er sagt und mal stärker und mal schwächer. Am Anfang schoben wir es auf eine eventuelle Lactoseintoleranz, die er aber auch noch abklären muss. Irgendwie kann das aber nicht so richtig sein....im Urlaub zB sind diese Schmerzen immer ganz weg und da sind wir auch immer total glücklich miteinander so wie am Anfang. Bei der Darmspiegelung kam auch nichts raus.
Zudem hat er eine Schilddrüsenunterfunktion und müsste eigentlich immer Tabletten nehmen. Ich habe ihn letztens auch zum Arzt verdonnert, damit er wieder (oder eher endlich mal) anfängt, diese Tabletten regelmäßig und täglich zu nehmen.
Ich weiß langsam nicht mehr weiter....er ist seit der kälteren und düsteren Jahreszeit noch schlechter drauf als sonst, hat viele Stimmungsschwankungen. Ich habe das Thema Depression schon mal angesprochen und meinte, dass wenn es nicht besser wird durch die Schilddrüsentabletten, wir unbedingt mal das abklären sollten. Meine Mutter war jahrelang schwer depressiv, meine ganze Kindheit über hat sie starke Antidepressiva genommen, das war eine sehr harte Zeit und ich weiß nicht, ob ich das nochmal durchstehen kann. Sie war teilweise zu antriebslos, um mit mir auf den Spielplatz zu gehen. In diesem Ausmaß ist es bei ihm jetzt natürlich nicht. Ich habe trotzdem Angst.

Ich will ihm so gerne helfen und fühle mich auch total als Versagerin, weil ich es nicht schaffe, dass er glücklich mit mir ist. Es ist auch kein schönes Gefühl, wenn man weiß, dass oft an einem gezweifelt wird und man nicht so angenommen wird wie man ist. Ich bin eigentlich ein total lebensfroher, aufgeweckter und positiver Mensch und versuche ihn irgendwie mitzureißen, aber in den letzten Wochen fällt es mir immer schwerer und ich merke, wie sehr mich das auch runterzieht und belastet. Ich denke mir dann immer, vielleicht bin ich die Ursache für sein Unglück und wenn ich weg wäre, dann hätte er keinen Grund mehr sich so viele Gedanken zu machen, vielleicht wäre er dann wieder glücklich.

Bitte um euren Rat und eure Meinungen......ich musste mir das einfach mal von der Seele schreiben.

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Mein spontaner Gedanke: Dein Freund ist eine Prinzessin auf der Erbse. Dich will er umkrempeln, damit er glücklich wird/bleibt. Dazu will er dich noch verdonnern, um ihn herum zu tanzen, damit es ihm gut geht.
Es ist nicht deine Aufgabe, es zu schaffen, dass er glücklich mit dir ist.
Wo ist denn sein Beitrag zu deinem/eurem Glück?

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Das waren auch meine ersten Gedanken.


@TE Ich gehe aber noch weiter und behaupte, dass er dich nicht wirklich liebt sondern jemanden braucht den er aussaugen kann, Lust und Launen ausleben kann.Dies alles nett verkauft damit er nicht als Arsch da steht weil er nämlich eigentlich ein ganz feiges Würstchen ist.

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Nein, ich denke das wird ihm nicht gerecht.
Er ist wirklich ein toller Mann, der sehr viel für mich getan hat, auf den ich mich verlassen kann und der mich immer unterstützt hat. Wir machen alles 50/50 (zB im Haushalt) und wenn Freunde oder Familie etwas brauchen, ist er immer für sie da und hilft.
Das einzig große Problem ist sein Kopf und seine Gedanken.
Das muss er auf jeden Fall in den Griff bekommen.

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Ihr müsst da mal konkreter werden. Mit diesem wischiwaschi Gerede kommt ihr nicht vorran.
WAS genau sind seine Probleme? Will er diese ändern? WIE will er sie angehen? WAS kannst du dazu beitragen? KANNST du überhaupt was dazu beitragen? (Liegt es überhaupt an dir?)
Benennt mal wirklich ganz konkret die Dinge die problematisch sind, schreibt sie auf wenn es hilft.

Lösungsorientierter denken und nicht mehr so Problemorientiert. Er verrennt sich in negativen Gedanken, okay. Welche sind denn das genau? Er muss lernen, irgendwann einen Punkt zu setzen und dann konstruktiv darüber nachzudenken mit oder ohne deine Hilfe, wie er diese Probleme beheben kann.

Sollte er alleine diesen Antrieb nicht finden, wäre eine Therapie oder Beratung eventuell sinnvoll.
Zieh dir bitte nicht den Schuh an, dass du für all seine Probleme verantwortlich bist.
"Im Urlaub sind wir immer glücklich" - na dann liegt es wohl kaum an dir sondern an vielen anderen alltäglichen Umständen. Er muss der Sache auf den Grund gehen.

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Ja, da hast du wohl recht.
Ich möchte ihn auch nochmal zum Gespräch bitten und mit ihm einen Plan machen, wie wir die Probleme am besten angehen können.
Ich befürchte nur, er kommt alleine ohne Hilfe nicht aus dem negativen Gedankenstrudel raus, weshalb wahrscheinlich der nächste Schritt ein Gang zu Arzt sein wird.

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Hallo JaneDoe,

Die Symptomatik passt zu einer Depression / depressiven Verstimmung.
Da du aber schon schreibst dass er eine SD Unterfunktion hat muss das der erste Ansatzpunkt sein. Je nachdem wie ausgeprägt die Unterfunktion ist können starke Symptome auftreten, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Kopfschmerzen/Schwindel, Ängste, Gereiztheit, depressive Verstimmung etc.
Es ist wichtig dass dein Freund richtig eingestellt wird und seine Tabletten täglich nimmt. Nach ein paar Wochen sollte sich die Symptomatik deutlich verbessern. Falls nicht, weiter abklären lassen.

Aber hör auf dich für ihn zu verbiegen! Du bist nicht dafür verantwortlich ihn glücklich zu machen. Manche Veränderungen sind gut und notwendig, aber sie sollten aus deiner eigenen Motivation entstehen.

Alles Gute🍀

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Hallo Cookie,

ich werde das auf jeden Fall weiter beobachten. Sollte seine Laune / Verhalten in ein paar Wochen nicht besser werden, muss er das auf jeden Fall weiter abklären lassen.
Die Veränderungen sehe ich auch zum größten Teil selbst ein, da ich weiß, dass sie mich stärker machen, aber klar es stimmt, ich darf mich nicht zu sehr verbiegen.

Danke und Gruß

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Ich fürchte ehrlich gesagt, dass ihr beide euch nicht gut tut.

Du solltest mit jemandem zusammen sein, der dich liebt wie du bist. Es ist ok, dass man sich entwickelt und mögliche Schwierigkeiten angeht, aber der Partner ist in erster Linie dazu da, dich zu stützen und zu ermutigen, nicht, dich zu kritisieren und zu verunsichern.

Paartherapie wäre jetzt das einzige, was mir einfällt, um zu gucken, ob ihr es doch miteinander schafft. Ansonsten glaube ich, du könntest in einer Beziehung mit einem anderen Mann viel glücklicher und selbstbewusster sein.

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Bis die Thematik mit seinen negativen Gedanken aufkam, waren wir immer ein super Team. Seine "Kritik"" war meist auch immer nachvollziehbar und hat mich auch weitergebracht.
Aber klar, je mehr davon kommt, desto schwieriger wird es für mich, das zu verstehen. Ich muss auf jeden Fall nochmal mit ihm sprechen, wie wir weiter vorgehen wollen. Er weiß selbst, dass mich das auch unglücklich macht.

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Im Grunde kritisiert er Sachen an dir und sagt, dass er nicht mit dir zusammen bleiben wird, wenn du dich nicht änderst, habe ich das richtig verstanden?

Ich glaube es ist gut, sich gegenseitig zu unterstützen und auch auf Themen hinzuweisen, wo der andere noch daran arbeiten kann. Aber es als Bedingung zu stellen bzw zu sagen, ich kann nicht mit dir zusammen sein, wenn du so bleibst wie du bist, ginge für mich nicht.
Du schreibst selbst, dass du dich abgelehnt fühlst. Das ist verständlich, weil dich dein Freund wirklich nicht annimmt wie du bist.

Konkret: du hast autofahrangst. Sehr viele Menschen haben diese Angst. Ich habe meinen Führerschein erst vor einer Woche gemacht (ich bin 38),habe fast 2 Jahre dafür gebraucht und mein Mann hat mich immer emotional unterstützt. Er hat niemals mich als Person in Frage gestellt, das wäre für mich zutiefst verletzend gewesen. Mein Mann selbst ist völlig angstfrei und ich habe seit Jahren mit Angst zu kämpfen. Er kann das zwar nicht nachvollziehen, aber wie gesagt, würde er deshalb nie von mir verlangen, anders zu sein als die ich bin.

Es tut mir leid für dich, dass du durch deinen Partner das Gefühl bekommst, dass du nicht so geliebt werden kannst, wie du bist. Das ist so ein zutiefst menschlicher Wunsch.

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Am Anfang war wohl die Verliebtheit, weshalb er so ausgelassen war. Ansonsten klingt es nach chronischer Unzufriedenheit von seiner Seite aus.

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Ja, er ist unzufrieden. Mit sich, seinen Gedanken usw. Würde er jedoch in dieser Beziehung keine Chance mehr sehen, hätte er mich verlassen. Das weiß ich zu 100%

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Liebe JaneDoe11,

bei dem Satz "fühle mich auch total als Versagerin, weil ich es nicht schaffe, dass er glücklich mit mir ist." läuteten bei mir die Alarmglocken.
DU sollst es schaffen, damit ER glücklich ist?!? Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Nicht DU FÜR IHN.

Ganz ehrlich:
Viele Passagen Deiner Beschreibung deuten darauf hin, dass Dein Partner mindestens Bindungs-Ambivalent ist. Dieses "ich weiß noch nicht ob ich bereit bin irgendwann" verläuft meiner eigenen Erfahrung nach irgendwann in ein "später vielleicht". Bis es zu spät ist.

Du hast schon Recht: er nimmt Dich nicht an wie Du bist. Es wird ein nie endender Kreislauf mit Vorwürfen und Unzufriedenheit seinerseits.

Mein einziger Rat an Dich: gehe bevor es zu spät ist und hör auf Dich zu verbiegen für jemanden, der Dich nicht zu schätzen weiß!

Jeder Mensch hat einen Partner verdient, der einen selbst so annimmt, wie er ist. Du bist liebenswürdig genau so wie Du bist.

Alles Liebe!!

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Danke für deine Worte.
Ich möchte mich auch nicht verbiegen, meist waren es wirklich "Kritikpunkte", die berechtigt waren und die ich nachvollziehen kann. Ich bin zB Einzelkind, wir hatten immer eine Putzfrau und er hat mir erstmal beibringen müssen richtig zu putzen. Insofern hat er mich in seinen Kritken immer unterstützt, dass ich mich verbessere.
Aber klar, natürlich sind da ja noch mehr Punkte, bei denen ich wünschte, dass er das einfach so akzeptiert. Er sagt, aber er kann diese Dinge nicht akzeptieren, sonst wird er nicht damit glücklich, folglich würde das wahrscheinlich zur Trennung führen.....

Wenn es nicht besser wird, dann wird das wohl auf Kurz über Lang die Folge sein.

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Für mich klingt das so als ob er die Beziehung beenden will, aber es noch nicht Final hinbekommen hat, erst hat er versucht, Dich zu ändern, um zu sehen, ob es was bei ihm bewirkt, das tut es aber nicht.
Er ist nicht glücklich mit Dir, Du bist nicht die Frau seines Lebens und er will gehen, aber schafft den Absprung noch nicht.
Und grundsätzlich, sich für jemanden ändern ist verbiegen, man ändert sich für sich selbst und nicht um jemanden zu gefallen.

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Ich denke, dass er sicher schon öfter darüber nachgedacht hat, ob das mit uns Zukunft hat.
Wohingegen ich nie an ihm gezweifelt habe. Jedenfalls bis die Kritik immer häufiger kam.
Würde er jedoch keine Chance mehr sehen und hätte keine Gefühle für mich, hätte er mich schon verlassen, das weiß ich. Er würde mich da nicht länger hinhalten.

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Das hört sich für mich nicht nach einer Depression an.

Es ließt sich eher so, als wäre er halt nicht so glücklich in der Beziehung und als würdest du ihm nicht vollkommen das bieten können, was er eigentlich braucht. Was er dann anderseits traurig findet, da du es in seinen Augen anders verdient hättest. Weil er deinen Ehrgeiz merkt usw.

Zitat: " Mein Partner und ich sind seit 3,5 Jahren zusammen und hatten immer eine sehr glückliche, harmonische Beziehung, jedenfalls von meiner Seite aus gesehen." Zitatende.

Ihr müsst euch eingestehen dass das recht einseitig ist. Ich glaube, er wünscht sich insgeheim eine andere Form von Partnerschaft / das du anders bist / eine andere Frau. Dann wäre es zeit für eine Trennung oder Veränderung.

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Natürlich bin ich weder Arzt noch Psychologe, aber so richtig nach Depression klingt das für mich nicht. Den Umstand, dass Du Dich sozusagen verantwortlich für sein Glück fühlst, finde ich bedenklich - er muss für sich selbst wissen, ob er Dich einfach so lieben kann wie Du bist und vor allem aufhören, seine Ängste auf Dich zu übertragen.

Mein Mann hat auch depressive Phase (seine eigentliche Erkrankung liegt schon lange zurück, aber die Disposition bleibt). Mit den Jahren ist es mir ganz gut gelungen, mich dann auch abzugrenzen, also weiterhin Dinge zu tun, die gut für mich sind, ihm natürlich zuzuhören, aber eben nicht mich für ihn verantwortlich zu fühlen.

Therapeutische Hilfe muss Dein Mann wirklich wollen, um seiner selbst Willen, möglicherweise kann professionelle Hilfe dazu beitragen, dass er einfach für sich herausfindet, wo er steht und wo er hin möchte.