Verletzungen verzeihen

Mein Mann und ich sind gerade an einem Punkt, an dem wir beide nicht mehr wissen, ob wir noch zusammen bleiben sollen/können/wollen oder es auf eine Trennung hinaus läuft.
Wir lieben uns egtl, aber es gibt seit 4 Jahren immer mehr Streitpunkte, die wir einfach nicht klären können und daran immer wieder hochfahren.

1. Vor der ersten Schwangerschaft hatten wir gemeinsam beschlossen mit dem Rauchen aufzuhören. Dies habe ich auch durchgezogen und wir haben inzwischen drei Kinder. Als unser erstes Kind ein halbes Jahr alt war, habe ich ihn beim Rauchen erwischt und er hat gebeichtet, dass er nie aufgehört hat und auf der Arbeit, beim Spaziergang mit den Hunden oder wenn ich geschlafen habe weiter geraucht hat. (Natürlich hätte ich gerochen das er geraucht hat, aber er hat immer genervt reagiert als ich ihn drauf angesprochen habe.)
Seitdem raucht er weiterhin auf der Arbeit und wenn die Kinder schlafen. Ich soll das so hinnehmen und wenn es mich stört halt auch wieder anfangen. Ihn hätte es auch nicht gestört wenn ich während der Schwangerschaft geraucht habe. Das ich den Rauchstopp durchgehalten habe, wäre ja allein mein Ding. Jetzt fühle ich mich im Stich gelassen, weil er damals heimlich nicht mitgezogen hat, bin enttäuscht weil er mich belogen hat und es fällt mir schwer jetzt nicht auch wieder zu Rauchen.

2. Er hat ADHS seit seiner Kindheit und zeigt auch heute noch viele Symptome. D.h. er fängt z.b. etwas Zuhause an, aber lässt es dann halbfertig liegen. Auch größere Sachen wie die Terrasse neu Pflastern. Ich renne nun seit einen halben Jahr halb über Steine und halb über Sand. Wenn ich das dann alleine fertig machen will, fühlt er sich auch wieder Übergängen. Er kann sich auch schlecht an Termine und Absprachen halten. Wenn ich ihn dann bitte erst eine Sache fertig zu machen, wird er wütend und findet zig Ausreden, warum dieses oder jenes jetzt warten muss. Allgemein möchte er zeitlich alles so planen und machen wie er möchte, mit der Begründung er wäre ein eigenständiger Mensch und er lässt sich nichts sagen. Dabei möchte ich doch nur, dass ich auch weiß, was so ansteht und nicht ständig spontan umplanen muss. Am liebsten wäre mir, wir würden die Sachen zusammen planen und dann auch zeitnah so durchziehen.

3. Wenn wir Besuch haben, dann räumt er plötzlich alles gründlich auf, plant Unternehmungen, ist gesprächig und hat wieder allgemein viel bessere Laune. Wenn ich Frage warum er so nicht ist, wenn wir keinen Besuch haben, sogar er, dass es normal ist, dass im Alltag nunmal nicht mehr so viele Gesprächsthemen da sind, man etwas festgefahren ist und ich ja oft zu müde bin um was zu unternehmen. Ich hab ihm gesagt, dass das daran liegt, dass ich auch einfach durch die Streitereien, durch das alleine alles planen etc auch einfach oft wirklich zu müde bin. Er meinte dann, dann muss ich mich halt zwingen. Das was ich mache wäre ja meine Entscheidung. Wenn ich Baer nichts mache, dann versinken wir im Chaos. (Was ihn auch nicht stören würde.)

4. Als ich für die letzte Geburt im KH war, hatte ich ihn gebeten keine "neuen" Unternehmungen mit den Kindern zu.machen. ich war traurig, dass wegen Corona die Kinder nicht ins KH dürften und wollte nicht irgendein "erstes Mal" verpassen. Er ist dann Aber mit den Kindern zu einem großen See mit Plattform und Spielplatz gefahren, zu dem ich mit der Familie auch seit langem gerne wollte es aber zeitlich nie gepasst hat. Er hatte spontan halt Lust dazu. Als ich deswegen enttäuscht war, hieß es wieder, er macht das so wie er denkt. Und ich soll mich nicht anstellen.

5. Ich erkenne mich inzwischen selber nicht wieder und fühle mich ständig als "die böse", weil ich ihn gefühlt dauernd an etwas erinnere, ihn bitte dieses oder jenes fertig zu machen oder ihm das mit dem Rauchen, seine Beleidigungen vorhalten.
Oft rutschen ihm dann im Gegenzug Beleidigungen raus, die ihm zwar hinterher leid tun, aber immer wieder Mal vorkommen. Zu.B. "Halts Maul" "Verpiss dich", "Ich weiß nicht warum ich dich überhaupt geheiratet habe" etc. Laut ihm sind das Effektstörungen durch sein ADHS. Wieder in die Therapie will er aber nicht.
Zwei Mal hat er sich auch aggressiv vor mir aufgebaut und mich geschubst, weil ich ihn einfach in Ruhe lassen soll. Er meinte, wenn ich ihn nicht so viel Nerven würde, wäre er nicht so.

Allgemein wären egtl alle Dinge zu klären, wenn ich ihm freie Fahrt lasse und alles so hinnehme. Aber durch die vielen Verletzungen (Beleidigungen, im Stich lassen beim Rauchstopp, Körperliche Aggression) bin ich inzwischen na einen Punkt, an dem ich auch Mal will, das etwas so läuft wie ich es möchte. Er nennt das "Auge um Auge gehabe" und meint in einer Beziehung läuft es eben nicht immer fair und man muss auch Mal verlieren. aber warum soll immer ich diejenige sein die verliert?

Er sagt dann immer nur, wenn es mir nicht passt kann ich mich ja trennen. Und nun weiß ich nicht mehr weiter. Ich bekomm es nicht hin zu verzeihen bzw über bestimmte Dinge hinweg zu sehen und er möchte nicht an einen einzigen Punkt arbeiten.

Ich liebe ihn und zu unseren Kindern ist er sehr liebevoll. Bis auf seine halbfertigen Sachen kümmert er sich auch um Teile des Haushalts. Nach einem langen "Kampf" hatte ich einen Putzplan erstellt, der hilft, was wer wann wo machen kann. Seitdem läuft es wesentlich entspannter für alle.

Der Text war sehr lange und ich denke ich etwas wirr. Tut mir leid, aber ich bin so langsam einfach nur noch müde von den ständigen Streitereien.

Liegt es wirklich an mir? Wie kann ich an meiner Einstellung arbeiten?

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Hallo
Wenn ich das so lese muss ich sagen das ich vor dir schon weggelaufen wäre.

Er hat es nicht geschafft mit dem Rauchen aufzuhören was schade ist aber ok.

Er traute da noch nicht mal die Wahrheit zu sagen.

Zu den unerledigten Dingen, macht sie gemeinsam.

Er hat mit den Kindern was neues gemacht ohne dich, ja und freu dich doch einfach, aber nein du meckerst rum.
Wer weiß wann es wieder passt und nein du musst nicht immer dabei sein.
Ist doch aber schön wenn man sich was erzählen kann.

Du willst die Kontrolle haben und euer Leben bestimmen und ihn auch.

Eine Beziehung sollte doch ein Miteinander sein.

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Er hat nicht die Wahrheit gesagt wegen dem Rauchen gesagt, weil er dann sich dann nicht mehr darin sonnen kann, mit mir aufgehört zu haben! Das erzählt er nämlich jetzt noch jedem aus der Familie und aus dem Freundeskreis und ich soll nicht verraten das er es nicht geschafft hat!

Ich mache meinen Teil der Aufgaben und seinen Teil den er nicht schafft/nicht will/nur halb erledigt. Wenn ich von Anfang an seinen Teil mit ihm zusammen mache, dann macht er nichts allein!

Und er kann mit den Kindern Unternehmen was er will, aber wenn ich mit unserem Jüngsten nur 3 Tage im KH liege und die anderen Kinder vermisse, dann ist es doch Absicht, wenn er in der kurzen Zeit ausgerechnet da hin fährt, wo ich schon lange mit denen hin wollte!

Und ich habe eben null Kontrolle, sondern wir machen alles wie und wann er will und wenn ich mich beschwere gibt es Streit! Es gibt eben kein Miteinander, weil er die Kontrolle will.

Ich wollte wissen, wie ich diesen Zustand der Kinder zuliebe besser ertragen kann.

Aber hauptsache hier konnte mal wieder jemand anonym draufhauen! 😉

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Ich kann euch beide verstehen. Dir gehen die von dir aufgezählten Punkte auf die Nerven und du möchtest, dass die Dinge erledigt werden. Er fühlt sich höchstwahrscheinlich von dir wie eine Mutter gemaßregelt und gestresst. Dadurch auch die Ausbrüche. Es hat so den Anschein, als möchtest du alles kontrollieren und er soll sich so bewegen, wie es dir passt. Du hast das Gefühl, nichts geht vorwärts, alles bleibt halbfertig liegen. Ein Teufelskreis. Ich glaube da helfen nur klare Absprachen. Wer macht was und wann und ansonsten den anderen einfach so lassen, wie man ist. Du wirst ihn nicht ändern können. Du wirst dich nicht ändern können. Du kannst nur versuchen deine Einstellung dazu zu ändern und vielleicht versuchen das zu schätzen, was er macht. Das wäre zumindest für mich der 1.Schritt. Vor allen Dingen den Druck rausnehmen. 😊

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Hallo du Liebe,

im Grunde liebt ihr euch doch aber und wollt zusammen bleiben, wie ich rauslesen kann.
Dann müsst ihr an der Beziehung arbeiten.

Das mit dem Rauchen ist blöd. Leider ist Rauchen eine Sucht, die nur er selbst bezwingen kann. Ich verstehe, dass du enttäuscht bist, aber leider wirst du da nichts ändern können.
Vielleicht versuchst du es auf die Schiene, dass du Angst um ihn hast, langfristig gesehen. Vielleicht hilft das. Vielleicht nicht. Er muss wollen. Ansonsten musst du ihn leider Rauchen lassen, nicht heimlich. Er ist kein Kind, das sich verstecken muss.

Zu der Terrasse: Kommunikation. Nicht, ich will, dass es fertig wird... Sondern: ich will, dass wir das am Samstag zusammen machen. Punkt. So steht ein klarer Tag, klar definiert. Das braucht er bei ADHS meine ich.
Ansonsten lässt du einen Handwerker kommen. Und das wird sich klar kommuniziert.

Ich glaube, was euch fehlt, sind Gespräche. Es hört sich an, als hätte sich viel Wut angestaut. Auge um Auge sollte in einer Beziehung kein Motto sein.
Schafft ihr es, zu reden? Abends, wenn die Kinder im Bett sind? Ganz in Ruhe, mit einen guten Wein?
Dass mal so ein paar grundlegende Dinge aus der Welt geschafft werden. Irgendwas liegt bei euch nämlich im Argen. Du willst zu einem besonderen Spielplatz, er nicht. Du bist nicht da, ohne dich geht er hin. Er scheint ein Problem mit dir zu haben. Ich denke, er ist wütend. Vielleicht fühlt er sich von dir bevormundet - Rauchen, Putzplan - ich weiß nicht, aber das hört sich doch etwas so an, als nimmst du die Zügel in die Hand. Vielleicht stört ihn das mehr, als er zugibt.

Setz dich mit deinem Mann zusammen, rede.
„Ich merke, du bist genervt wenn ich XY. Warum?“
Mach keine Vorwürfe, rede aus der ich-Perspektive, stelle eine Frage. Das Gespräch dazu ergibt sich von allein.

Alles gute!

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Schwierig wird es m.E. dann, wenn ein Partner zu keinerlei Kompromiss bereit ist, keine Verantwortung für eigene Macken übernimmt und sich nicht an Absprachen hält.

Solche Partnerschaften funktionieren nur dann, wenn man sich in allen Punkten einig ist. Und solche Beziehungen gibt es nicht.

Ich hatte so eine Beziehung. Da hieß es im Großen wie im Kleinen: Friss Vogel oder stirb.
Hab ich mir 10 Jahre bieten lassen, weil man(n) mir immer mit dem Argument kam, dass er sich nicht bevormunden lasse, was ich an sich verstehe.

Wenn aber ständig die Freiheit des einen auf Kosten der Freiheit des anderen geht, geht die Augenhöhe flöten und derjenige, der ständig zurücksteckt, wird immer frustrierter, worauf der andere dann mit Aggression reagiert, in unserem Fall ohne sich auch nur des eigenen Beitrags bewusst zu sein.

Ich habe mich irgendwann nicht mehr gesehen, gehört und geliebt gefühlt. Auch dafür fühlt mein Partner sich bis heute nicht verantwortlich. Seiner Meinung nach habe ich das Problem, er habe ja nichts gemacht....

Wenn er meint... er kann jetzt sein Singleleben unbehelligt von mir weiterführen.
Hat lange gedauert, bis ich an dem Punkt war.

Von außen wirken solche Beziehungen übrigens häufig intakt: die Frau ist dann die Meckernde, die ihrem Mann nix gönnt...

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"Schwierig wird es m.E. dann, wenn ein Partner zu keinerlei Kompromiss bereit ist, keine Verantwortung für eigene Macken übernimmt und sich nicht an Absprachen hält."

Genau das ist das, was mich so frustriert. Das "Friss oder Stirb" trifft es ebenso!
Genau mit den Worten habe ich ihm versucht zu erklären wie ich mich fühle. Er meinte dann nur, wenn ich mich so fühle dann ist das halt so. Dann soll ich mich trennen. Hat leider auch zu nichts geführt.

Gespräche sind leider nicht möglich, wenn er sich genervt fühlt fährt er einfach weg. Wenn er wieder kommt und ich das Gespräch suche, fährt er wieder und das so lange, bis ich das "runterschlucken" und er seine Ruhe hat. An Tagen an denen ich nichts sage und wir alles so machen wie er will bzw er macht was er will, ist er lieb, lustig und ich merke wieder, warum wir zusammen sind. Aber sobald wir etwas besprechen müssen oder anderer Meinung sind, geht es los.

Ich sage ehrlich, wenn wir die Kinder und das Haus nicht hätten, wäre ich vermutlich obwohl ich ihn liebe schon gegangen. Denn ich liebe mich auch und merke das ich zu kurz kommen.
Aber da ich unsere Kinder Ma meisten liebe und er für unsere Kinder echt ein super Vater ist , der mit ihnen spielt, tobt, lernt und lacht, kann ich nicht gehen. Ich würde mich schuldig fühlen den Kindern ihren Vater genommen zu haben.
Ich weiß nur bei "Friss oder stirb" nicht, wie ich besser mit den "Fressen" klar kommen kann. Denn wenn ich mich über meine Situation beschwere oder auch nur traurig wirke, fährt er wieder oder droht gleich mit Scheidung.

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Es scheint, als würde er dich emotional erpressen.

Ist er dann kein Vater mehr, wenn du dich trennst?
Manchmal profitieren die Kinder sogar, wenn der Vater nun auch ganz bewusst mehr quality time nimmt.

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"Er sagt dann immer nur, wenn es mir nicht passt kann ich mich ja trennen."

→ Er würde sowas nie sagen, wenn er sich NICHT trennen wollen würde.

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"Zwei Mal hat er sich auch aggressiv vor mir aufgebaut und mich geschubst, weil ich ihn einfach in Ruhe lassen soll."

→ Wenn mein Freund mich beim ersten mal geschubst hätte, wäre ich schon lange weg. Was macht er beim nächsten mal? Dir eine rein hauen? Und dann ist natürlich auch wieder das ADHS schuld.

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Zweimal hat er dich geschubst? Mehr muss ich nicht wissen, um zu sagen: Für mich wäre diese Beziehung beendet. Körperliche Gewalt geht gar nicht und ist ein Grund sofort zu gehen. Es gibt keine aber wirklich gar keine Rechtfertigung dafür. Bisher hat er dich nur geschubst. Beim nächsten Mal schlägt er dann zu, wenn "du nervst"? Was macht er irgendwann mit den Kindern, wenn sie ihn nerven? Bleibst du dann auch noch da? Die Beleidigungen zeigen sein Aggressionsproblem nochmals auf.

Sachen packen und gehen! Für dich und die Kinder.

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Es tut mir leid wenn ich so mit der Tür ins Haus falle, aber dein Mann klingt anstrengend und du klingst ebenfalls sehr anstrengend.

ADHS hat er nicht erst seit gestern, wenn du ihn so genommen hast dann wirst du jetzt wohl nix mehr dagegen machen können. Wenn er nicht in Therapie will, dann finde ich das sehr schade, aber zeigt eigentlich das es ihm damit nicht so schlecht geht wie dir.

Des mit dem Rauchen, also ganz ehrlich. Nur weil er zu schwach war das durchzuhalten, warum sollte dir das jetzt nach 3 Kindern schwerfallen nicht wieder anzufangen. Versteh ich nicht. Beim aufhören kann ich es nachvollziehen, dass es zusammen einfacher geht aber wenn du es gepackt hast dann sei doch froh. Mich würd es auch stören wenn er so stinkt, ein Haufen Geld für kippen ausgibt und seine Gesundheit aufs Spiel setzt aber das hat mir deinem aufhören doch nix zu tun?

Das du ihn angefahren hast, weil er ohne dich was tolles mit den Kids unternommen hat find ich am schlimmsten. Sei doch froh, dass er den Kindern einen tollen Tag gegeben hat und sei doch nicht so egoistisch.

Ich kenne keine Beziehung bei der beide gleich aufgestellt sind und gleich viel putzen, organisieren, planen, einkaufen usw. Mal
Macht sie mehr, mal er, mal mach sie alles, dafür kümmert er sich in der Zeit um die Kids usw. Warum muss alles 50:50 sein?

Das er dich schubst und aggressiv wird ist widerlich. In Betracht auf deine sonstige Beschreibung von ihm frage ich mich auch warum du noch bei ihm bist. Mir tun die Kids leid, in was für ein giftigen Umfeld die aufwachsen müssen, in dem nur beleidigt und gemeckert wird, und es in Streit endet wenn Papa ohne Mama was tolles mit ihnen unternimmt.

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Kein Mensch will 50:50. Ich glaube auch nicht, dass es der TE darum geht. Das Problem ist, dass Partnerschaften, in denen immer einer seinen Turn fährt, ins Ungleichgewicht geraten. Irgendwann erkennt man sich selbst nicht mehr, weil das Nervenkostüm vom ständigen Krötenschlucken so dünn besaitet ist, dass man bei Kleinigkeiten, wo man sich übersehen fühlt, aus der Haut fährt. In den Situationen mag das übertrieben sein, aber wenn der Partner dann immer nocj nicht verstehen will, wie es dazu kommen kann, dann ist man wieder die Doofe, hat wieder die alleinige Verantwortung, ist Schuld am Streit.

Mein Mann ist exzessiver Gesellschaftstrinker, zum Schluss trank er dann auch gerne in eigener Gesellschaft... an Absprachen hat er sich nicht gehalten mit Verweis auf seine Freiheit und darauf, dass er sich nicht bevormunden lässt.
Ich hab's lange geschluckt, weil ich natürlich meinen Partner NICHT in seiner Persönlichkeit einschränken will. Und immer war ich die meckernde Alte, krank im Kopf....

Ich glaube, es gibt in jeder Beziehung gibt es so etwas wie einen ungeschriebenen Beziehungsvertrag. Funktionierenden Paaren gelingt es, über diesen zu sprechen, und beide Partner geben sich Mühe, sich an ihn zu erhalten. Meinem Mann z.B. ist es wichtig, wie die Tassen im Schrank stehen. Finde ich unwichtig, habe aber immer versucht, mich dran zu halten, weil ich mir keinen Zacken aus der Krone breche. Man muss sich als Paar darüber verständigen, welchen Standard an Ordnung man halten möcjte etc. und dann müssen beide ggf. Kompromisse machen.

In meiner Beziehung und ich glaube, bei der TE ist das ähnlich, kann man nichts ansprechen, nichts fordern, ohne dass der andere mit Kündigung der Beziehung droht. Hier fujt man in Konfliktsituationen auch gerne echauffiert weg und verschwand. Das ist massiv manipulatives Verhalten. Verkauft wird dir das als: Wieso? Ich wahre doch nur meine Grenzen? Ist das verboten?

Meine Grenzen waren aber scheißegal.

So funktioniert Beziehung nicht. Man geht vor die Hunde.
Und man hat dabei immer den schwarzen Peter in der Hand.

An die TE:
Ich bib gegangen als ich nicht mehr konnte. Ich fühle mich bis heute schuldig, dass meinem Mann und meinem Kind angetan zu haben. Da es mir aber über die Jahre nie gelungen ist, meine Bedürfnisse und Grenzen im Kleinen deutlich zu machen, war ich gezwungen, den Schritt zu gehen. Ich wäre sonst "erloschen".
Mein Partner vehält sich bis heute wie ein Arsch. Er hat ja nichts gemacht. Er habe mich nie verletzen wollen. Er versteht bis heute nicht, was mein Problem ist.

Und ich bin noch dabei, das aufzudröseln.

Ich bin aber mittlerweile der Meinung, dass ich meinem Bauchgefühl trauen darf: was sich nicht richtig anfühlt, kann nicht richtig sein.

Und meine eigene Nase, die ist ganz blank vom vielen selbsg dran fassen. Ich habe IMMER zunächst geschaut, ob ich übertreibe, zu viel fordere etc...

Ich wünsche dir viel Kraft.

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"Das Problem ist, dass Partnerschaften, in denen immer einer seinen Turn fährt, ins Ungleichgewicht geraten. Irgendwann erkennt man sich selbst nicht mehr, weil das Nervenkostüm vom ständigen Krötenschlucken so dünn besaitet ist, dass man bei Kleinigkeiten, wo man sich übersehen fühlt, aus der Haut fährt. In den Situationen mag das übertrieben sein, aber wenn der Partner dann immer nocj nicht verstehen will, wie es dazu kommen kann, dann ist man wieder die Doofe, hat wieder die alleinige Verantwortung, ist Schuld am Streit."

Genua so empfinde ich es auch. Mir ist auch klar, dass ich bei vielen überreagiere. Aber es hat sich einfach so viel angehäuft, dass ich sehr empfindlich reagieren sobald ich mich Mal wieder übergangen fühle oder denke meine Wünsche werden null berücksichtigt. Deswegen suche ich einen Weg, wie ich in solchen Momenten besser reagieren kann, wie ich besser damit klar komme. Deswegen heißt meine Überschrift auch "Verletzungen verzeihen" und nicht wie viele hier anscheinend lesen "Mein Mann ist ein A... und alleine Schuld".
Wir sind in einer Spirale gefangen. Ich kann was bisher so war nicht vergessen und bin daher schnell enttäuscht/verletzt und mein Mann fühlt sich genervt weil ich nicht vergessen kann/überreagiere und reagiert wieder mit neuen Verletzungen. Wie kommen wir da raus?

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Ihr beide passt nicht zusammen. Er liebt dich offensichtlich nicht.

Zum Vergleich: ich liebe meine Frau und strenge mich an, ihre Wertschätzung zu behalten. Umgekehrt tut sie das auch. Wir sind schon mehr als 40 Jahre zusammen und haben einander noch nie respektlos behandelt.

Die Aussage "wenn es dir nicht passt, kannst du gehen" hat mich vor vielen Jahren dazu veranlasst, die damalige Beziehung zu überdenken und schließlich zu beenden. Ein Mann, der dich liebt, würde so etwas nie sagen.

Wenn du mit diesem Mann zusammen bleibst, wirst du immer unglücklich bleiben.

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Plus verbale Beleidigungen und sogar physische Gewalt kommen zu der provokanten Aussage noch dazu. Selbst wenn die TE in manchen Punkten vielleicht auch anstrengend wirkt, so sollte man sich zu zweit hinsetzen und überlegen wie man an sich arbeiten könnte um bessere Atmosphäre zu Hause zu schaffen so, dass sich alle wohl fühlen. Hier zeigt der Mann keine Bereitschaft irgendwas an sich ändern zu wollen und das ist traurig

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Ich dachte beim Durchlesen ehrlich gesagt: Meine Güte, ist die anstrengend!
Das Rauchen ist seine Sache und wenn er was mit den Kindern unternimmt, dann freue dich.
Es wirkt auf mich, als meckerst Du an jeder Kleinigkeit rum und bist total frustriert und unausgeglichen.
Daran hätte man sicher arbeiten können, da gäbe es sicher Lösungen.

ABER: dass er dich verbal derart beleidigt ( "Halts Maul", "Verpiss Dich", " Ich weiß nicht, warum ich dich überhaupt geheiratet habe") das geht GAR NICHT, das kann er auch nicht mit Affektstörungen rechtfertigen.

Das "sich vor dir aufbauen" und schubsen, also einschüchtern und dann auch noch körperlich werden, wäre der Todesstoß für die Beziehung für mich gewesen.

Weißt du, was ich dem geantwortet hätte?
Ach, du weißt nicht, warum du mich überhaupt geheiratet hast? Ja, wenn ich dich hier so erlebe, dann sind wir uns einig. Ich weiß es auch nicht mehr.
Wenn es mir nicht mehr passt, soll ich mich trennen? Danke! Du- das mache ich! Gut, dass du es sagst.
Und pack mich ja NIE WIEDER an! Sonst zeige ich dich an, mein lieber Ex-Mann.
Und dann hätte ich ihn raus geworfen.

Das hat keine Sinn mit euch. Das kannst nicht aufarbeiten.
Sei ein gutes Vorbild für deine Kinder, lass sie in dieser giftigen Atmosphäre nicht aufwachsen.

LG

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