Ständige Beleidigungen vom Partner

Hallo ihr Lieben,

ich muss mich einfach mal ausheulen. Wie mein Mann momentan mit mir umgeht, ist für mich nur noch schwer zu ertragen. Wir sind schon unser halbes Leben ein Paar und haben einen einjährigen Sohn. Seitdem der Kleine auf der Welt ist, geht es aus meiner Sicht bergab und täglich kommen neue frustrierende Erlebnisse dazu.

Erster Frustpunkt: Der Job. Ich hatte mir gewünscht, dass wir beide uns die Elternzeit fair aufteilen. Ergebnis: Ich war ein Jahr in Elternzeit, mein Mann zwei Monate mit mir zusammen. Sein AG findet es nicht gut, wenn er mehr EZ macht. Ich hatte mir gewünscht, dass wir beide nach der 100 %-EZ Stunden reduzieren, um uns die Betreuung nach der Kita teilen zu können und damit nicht nur einer Zeit für unseren Sohn hat. Ergebnis: Ich war die Einzige, die reduziert hat (auf 30 Std.), trotz Spaß am Job und konkreter Aufstiegschance.

Zweiter Frustpunkt: Kinderbetreuung. Ich kümmere mich zu 95 % um den Kleinen. Ich bringe ihn ins Bett, stehe nachts mit ihm auf, wenn er wieder stundenlang wach ist (jede zweite Nacht), gehe zum Kinderarzt, spiele mit ihm, mache sein Essen... Ich habe seit über einem Jahr keine Nacht nur ansatzweise durchgeschlafen. Mein Mann bringt ihn morgens meistens in die Kita und geht mit ihm zusammen manchmal Samstags Brötchen holen. Das ist nahezu das Einzige, was er alleine mit ihm macht. Alles Bitten ändert daran nichts. Mittlerweile will unser Sohn auch schon gar nicht mehr groß von seinem Papa allein betreut werden und weint, wenn er ihn zum Beispiel aus meinem Sichtfeld bringt. Macht meinem Mann scheinbar nichts aus.

Alles nicht gerade schön. Aber das Schlimmste für mich ist, wie mein Mann mit mir spricht. Ihr könnt euch vorstellen, dass meine Nerven aufgrund der Situation ziemlich blank liegen (Frust, Müdigkeit...). Natürlich bin ich nicht die lustige, immer gut gelaunte, fröhliche Frau-Mutter-Arbeitnehmerin, die nebenbei noch einen erfolgreichen Instagram-Account führt. Aber wie sollte ich das auch sein... Ständig werde ich zusätzlich zu all dem oben genannten beleidigt. Beispiele gefällig?

Kind schreit.
Ich (leicht genervt zu Mann vor dem Fernseher): Ich würde ganz gerne mein Essen zu Ende essen, könntest du dich bitte mal kümmern?
Mann: Oh man, bist du jammerig, du bist echt wie deine Mutter.
(Habe übrigens ein äußerst schlechtes Verhältnis zu meiner Mutter)

Oder:

Mann: Was hast du heute eigentlich gemacht? (Ich hatte einen freien Tag um alles Aufgeschobene zu erledigen)
Ich: Eingekauft, Wäsche gewaschen, alle Weihnachtsgeschenke gekauft (selbst für seine (!) Tanten), das Kind (das sich keine fünf Minuten selbst beschäftigen kann) drei Stunden lang betreut, gekocht und noch ein paar wichtige dienstliche Emails verschickt.
Mann: Ach, du bist schon so ein armes Opfer.
Ich: 🥺
Mann: Wenn dir das alles zu viel wird, lass es eben sein. Die Geschenke hättest du nicht kaufen müssen. Du kaufst sowieso immer sch... Geschenke.

Das waren nur zwei Beispiele von vielen. Ich ertrage es langsam nicht mehr. Später entschuldigt er sich dann meistens, aber ich weiß dann schon, dass es am nächsten Tag genauso weitergeht. Ich würde so gerne mal für ein paar Tage das Weite suchen, aber das ist schwierig. Ich habe weder Verwandte noch enge Freunde hier, muss arbeiten, etc. Wo sollte ich also hin? Es muss doch einen anderen Weg geben, wie ich meinem Mann klar machen kann, wie sehr sein Verhalten mich belastet. Hat irgendjemand eine Idee?

Danke fürs Lesen!

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Puh, das hört sich an als hätte dein Mann komplett den Respekt vor dir verloren. Tut mir leid für dich! Sowas kann meiner Meinung nach nur durch klare Konsequenzen unterbunden werden. Bisher ist er mit dieser Haltung ja trotzdem gut durchs Leben gekommen. Deine Beschwerde juckt ihn scheinbar kaum, genauso wie seine nicht eingehaltenen Versprechen bzgl. der Aufgabenteilung.

Wenn schon räumliche Distanz nicht geht, hast du es mal mit emotionaler Distanz versucht? Also hat sein Verhalten Konsequenzen auf deine Bereitschaft, mit ihm im Alltag zu kooperieren? Ich würde bei dem Spruch mit dem Geschenk zum Beispiel sagen, dass er sich ab jetzt alleine um seinen Kram kümmern kann. Genauso wie um seine Wäsche, sein Essen und natürlich befriedigst du auch seine körperlichen Bedürfnisse eher nicht. Wieso auch? Er behandelt dich schlecht, ihr habt da gerade überhaupt keine gemeinsame Basis.

Vielleicht geht ihm da langsam aber sicher ein Licht auf und er kommt zur Einsicht. Wichtig ist, dass du diese Dinge nicht in Wut machst, sondern sie ihm als natürliche Konsequenz seines Verhaltens kommunizierst. Und dass du hartnäckig bleibst. Er wird vielleicht wütend werden oder weitere Respektlosigkeiten von sich geben, darauf kannst du aber souverän antworten, dass er hier gerade ein ziemlich schlechter Ehemann ist und du unter diesen Bedingungen nicht mitspielst.

Eine Partnerschaft hat ihren Preis: Liebe, Respekt, Rücksichtnahme, Freundlichkeit, Treue... Fehlen diese Dinge aus reiner Respekt- und Lieblosigkeit (ich nehme Krankheiten wie Depressionen usw. mal hier raus, da brauchen Betroffene vor allem Hilfe, keine Konsequenzen), kann der andere Partner sich meiner Meinung nach erstmal zurückziehen, sowohl praktisch als auch emotional. Anders checken es manche leider nicht.

Ich wünsche deinem Mann ganz viel Einsicht und dir einen klaren Kopf bei deinen Entscheidungen und Konsequenzen.

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Das klingt wirklich nicht schön. Aber es gibt immer 2: einen der es macht und einen, der es mit sich machen lässt!

Ich würde für ihn z.B. keine Geschenke kaufen, wenn eh alles scheiße ist. Und ihn mal fragen, was ER eigentlich so getrieben hat tagsüber, abgesehen von der Arbeit. Und auf seine Beleidigungen vermutlich sarkastisch reagieren.

Z.B.: „Du bist ein armes Opfer.“ „Ja, schon. Viel Arbeit und ein unsensibler Ehemann, das hätte ich mir schon anders vorgestellt!“

„Du bist wie deine Mutter.“ „Na, muss dir ja gefallen, du könntest es ja mit mir ändern. Hast aber wohl kein Interesse dran.“

Das ist natürlich nur akut. Langfristig würde ich mich mal (nicht im Streit) abends mit ihm hinsetzen und reden. Fühlt er sich noch wohl in der Beziehung? Ist er so zufrieden? Könnte er sich diesen Zustand noch mehrere Jahrzehnte so vorstellen?

Und sagen: es verletzt mich, wie du mit mir sprichst. Ich bin enttäuscht, dass es nicht so läuft wie abgesprochen (Elternzeit, Care-Arbeit aufteilen usw).

Ich hoffe, ihr könnt das Ruder noch rum reißen!

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"Mann: Was hast du heute eigentlich gemacht? (Ich hatte einen freien Tag um alles Aufgeschobene zu erledigen)"

Meine Antwort wäre: "GENUG ! Jetzt bist DU dran"
Das, was ich gerade mache ihm in die Hand drücken und den Raum verlassen.


Ideen
- Beratungstelle.
Einfach mal ernst genommen werden, reden können, Gedanken sortieren
Gemeinsam überlegen, welche Möglichkeiten es gibt

- nur noch deinen / Sohnes Kram machen. Seinen nicht mehr.
Er möchte essen?
Du warst zu faul neben der Arbeit, dem Sohn

Er vermisst gewaschene Wäsche?
Na, dann kann er ja auch Stunden reduzieren, damit er genug Zeit hat, sich mal selbst darum zu kümmern. Sohn kann ihm ja dabei helfen, damit er es später kann. Guckt er sich das Verhalten des Vaters ab, wird er es als Dauersingle können müssen.

Alternativ: dann kann er schon mal üben für's Singleleben. - Das bald kommt, wenn er nicht zackig Respekt dir gegenüber zeigt. Dauerhaft. Nicht nur als Eintagesfliege.



War er früher auch schon so?
Nur dass es dir ohne Kind mit Job als Ausgleich nicht (so) aufgefallen ist?
Dann werden die Tipps auch nur kurze Phasen sein.

War er früher nicht so?
War er dir gegenüber IMMER respektvoll? Auch bei Streitthemen?
Hat er sich immer an Vesprechen gehalten? Nie leere Worte?
War er zuverlässig?

Was bewegt ihn dazu, jetzt so mit dir umzugehen?

Alte Muster seiner Eltern? (weil er unbewusst glaubt, das müsste so sein / war schon immer so)
Hat sich nicht in die Vaterrolle eingefunden, obwohl er es sich anders gewünscht hätte?
Hat finanzielle Ängste oder andere Ängste mit denen er nicht umgehen kann / glaubt als Mann spricht man nicht darüber / will dich nicht damit belasten?


War er schon immer so, würde ich mir keine großen Hoffnungen mehr machen.
Hat er sich sehr stark verändert, dann würde ich auf ein klares Gespräch bestehen. Karten auf den Tisch: was ist los mit ihm.
Schweigen bringt nichts. Das macht nur wütend. Das senkt die Bereitschaft Verständnis aufzubringen, weil du keine Chance hast ihn/die Situation zu verstehen.

Redet er, kann man Lösungswege neu überdenken, andere Ideen finden etc.

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Hallo.

ICH würde:

a) Die Geschenke alle wieder zurück geben und mir mit dem Geld selber einen Wunsch erfüllen. Sag ihm, er soll seine Tanten eigenständig beschenken, wenn er dies für nötig hält.

b) Mich komplett zurück ziehen. Weder für ihn mitkochen, mitwaschen usw.

c) Bei der nächsten Beleidigung seinerseits mal eine klare Ansage machen und ihm verklickern wie gemein er sich verhält

LG

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Dem gehört ordentlich der Kopf gewaschen, falls es dafür noch nicht zu spät ist.

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Schwierig da wieder rauszufinden. Wenn der Respekt einmal weg ist, warum sollte der sich wiederherstellen? Du bist in der völlig untergebenen Position aus seiner Sicht und hast dich mit deinen Gutmütigkeiten auch selbst zum Esel gemacht. Er ist nicht der Mann der sowas verdient (Geschenke kaufen für seine Verwnadten usw) das merkst du selbst und sicher nicht erst jetzt. Es liegt aber auch klar an dir ihm die Aufgaben einfach direkt zuzuteilen. Das Kind würde ich ihm geben und meins machen, Baden gehen, oder spazieren, einfach machen, es ist genauso sein Kind und er hat sehr wohl eine gewisse Verpflichtung auch daran teilzuhaben an den Aufgaben. Beispiel mit dem Essen, ich hätte ihm das Kind einfach gegeben, keine Diskussion, hinbringen, Ansage und Ende. Nicht diskutieren. Ich kann dir auch den Rat geben mal zu ProFamila zu gehen, die sind echt super nett dort, man ist dort nicht mit zig Leuten irgendwie zusammen, sondern hat einen Termin und hat sofort ein Gefühl vom Willkommen sein und Annahme der Probleme, ich war dort einmal und war ganz begeistert wie toll und nett die Person dort umgegangen ist mit einem. Vor allem sind sie auch neutral, was man selten sonst wo hat, Freunde etc. sind ja auch eher voreingenommen. Mach es einfach mal.

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Hey du,

was dein Partner da veranstaltet ist schon echt hart und das würde ich mir an deiner Stelle nicht gefallen lassen.

Wie die anderen hier schon geschrieben haben, musst du ihm mal sein Verhalten spiegeln und dafür sorgen, dass er sieht, wie viel du tust etc.

Ich sage das jetzt in dem Glauben, dass du schon versucht hast, mit ihm darüber zu sprechen, denn Kommunikation ist das A und O in einer Beziehung.
Wenn nicht, dann setz dich in Ruhe mit ihm zusammen und sprich mit ihm darüber, wie du dich fühlst, wenn er solche Sachen sagt und dass du das Gefühl hast, er würde nicht am Familienleben teilnehmen und dich allein lassen.

Hast du es mit Reden allerdings schon versucht, fürchte ich, dass eher drastische Mittel nötig sind, ihm sein Verhalten zu spiegeln. Das kann allerdings auch den nicht gewünschten Effekt haben, dass er nur sauer wird und nicht reflektiert und es ein unschönes Ende nimmt.
Da ist aber die Frage, ob die Situation so, wie es aktuell läuft, für dich im Zweifelsfall mehrere Jahrzehnte aushältst.

1. Wenn die Geschenke, die du kaufst, so scheiße sind, dann würde ich die, die du für seine Verwandtschaft gekauft hast, wieder zurückgeben - sofern möglich - damit er das selbst macht.
2. Lass ihn seinen scheiß allein machen. Mal schauen, wie lange es dauert, bis er "herumheult"
3. Zu der Sache zu von wegen du wärst wie deine Mutter... Da helfen Konter. "Immerhin bin ich meinem Kind eine Mutter... Das kann man von dir nicht unbedingt sagen." oder auch ein "Wenn du meine Erziehung kritisieren willst, solltest du erst anfangen, dich an der Erziehung Unseres Kindes zu beteiligen" etc.

Alternativ wäre auch eine Paar/Familientherape eine Idee, aber da müsste dein Partner mitziehen... Und dementsprechend einsehen, dass etwas nicht ideal läuft.