Wir wollen umbauen! Aber ich habe ein paar Sorgen... ­čÖä

Ich br├Ąuchte mal einen Rat. ­čÖł Es ist etwas komplexer, aber vielleicht tummeln sich hier ja Anw├Ąlte/Notare oder ihr ward schonmal in ├Ąhnlicher Lage...

Folgende Situation: Mein Mann und ich (schwanger, 7. Monat) leben aktuell mit im Haus seiner Eltern (wir unten, sie oben). Wir w├╝rden das Haus gerne in den n├Ąchsten 2-3 Jahren umbauen und sanieren, zumindest den unteren Teil, in dem wir aktuell wohnen. Laut Grundbucheintrag geh├Ârt das Haus zu 100% dem Vater meines Mannes. Zudem besteht ein Testament, das mein Mann als Alleinerbe des Hauses vorsieht im Sterbefall - seine Mutter h├Ątte lebenslanges Wohnrecht.
Zum Umbau wurde nun vorgeschlagen, dass meinem Mann vorzeitig 50% des Hauses ├╝berschrieben werden, d.h. er w├╝rde eben zu 50% im Grundbuch stehen.

Jetzt meine wichtige Frage: Es steht f├╝r uns eine Finanzierungssumme von etwa 200.000 Euro im Raum, die wir gemeinsam begleichen w├╝rden (haben ausschlie├člich gemeinsame Konten, es besteht kein Ehevertrag oder sonstiges). Wahrscheinlich w├╝rden wir das Geld sogar von seinen Eltern leihen und ihnen dann vertraglich geregelt zur├╝ckzahlen - d.h. es w├Ąre keine Hypothek ├╝ber die Bank im Spiel (m├Âchte der Vater meines Mannes auch nicht), abgezahlt wird es ja aber trotzdem von unserem gemeinsamen Geld. Da w├╝rde ich mich ehrlich gesagt wohler f├╝hlen, wenn ich ebenso im Grundbuch stehen w├╝rde (Beispiel 25% mein Mann, 25% ich). Denn was passiert sonst im Falle einer Trennung? Ich wei├č, dass ohne Ehevertrag die Zugewinngemeinschaft besteht. Aber in diesem Fall w├Ąre die vorzeitige ├ťbertragung der H├Ąlfte des Grundst├╝cks auf meinen Mann ja eine Art Schenkung im Rahmen seines Erbes. Laut meines Wissens gelten Erbangelegenheiten aber nicht als Zugewinn. Im Prinzip w├╝rde ja nur eine Wertsteigerung der Immobilie z├Ąhlen.
Und angenommen, man investiert nun 200.000 Euro in das Haus und eine Scheidung tritt beispielsweise 15 Jahre sp├Ąter ein - dann ist die investierte Summe doch fast schon wieder abgegolten bzw. ÔÇ×verwohntÔÇť? Es w├Ąre wahrscheinlich illusorisch zu glauben, dass ich in diesem Fall 100.000 Euro zur├╝ck bek├Ąme?
Meine Angst ist, dass ich letztlich mit nichts da stehe. Vom Verm├Âgen her wird dieses Haus mit dem Umbau vorerst der einzige prospektive Besitz sein. Durch Schwangerschaft (m├Âchten 2-3 Kinder), Elternzeit, Kinderbetreuung usw. werde ich zus├Ątzlich nat├╝rlich auch Einbu├čen im Sinne von Gehalt, Rente & co. haben.

Ganz knallhart gefragt: W├╝rdet ihr das Umbauvorhaben ablehnen, wenn keine Grundbucheintragung meiner Person erfolgt? Es ist n├Ąmlich sehr wahrscheinlich, dass der Vater meines Mannes dagegen ist, mich mit in das Grundbuch zu ├╝bernehmen - an meinem Mann liegt das nicht. W├╝rdet ihr mir ggf. zu einer Rechtsberatung raten?

Vielen Dank f├╝r eure Meinungen!

P.S.: Wir haben eine wundersch├Âne Ehe und sind total gl├╝cklich zusammen, dieser Text soll nicht suggerieren, dass irgendwas im Argen ist oder auf der Kippe steht. Das Zusammenleben mit den Schwiegereltern ist grunds├Ątzlich auch kein Problem, die Wohnsituation besteht seit 2 1/2 Jahren (ÔÇ×alles hat seinen PreisÔÇť, es gibt Vor- und Nachteile). Ich wei├č, dass alle meine Fragen irrelevant sind, wenn man sich eh niemals trennt und alles weiterhin harmonisch bleibt, aber ich m├Âchte einfach im Fall der F├Ąlle irgendwie abgesichert sein. Man wei├č nie wie das Leben spielt und f├╝r mich/uns ist die zu investierende Summe extrem viel Geld! Hinzu kommt, dass ich mir auch im gewissen Ma├če Freiheit w├╝nsche. Ich m├Âchte mich nicht gen├Âtigt oder gezwungen f├╝hlen in einer ungl├╝cklichen Ehe oder einem unangenehmen Wohnverh├Ąltnis verharren zu m├╝ssen, nur weil ich sonst nichts mehr h├Ątte. Ich hoffe, ich konnte meine Bedenken gut zum Ausdruck bringen!

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Schwierig. Ich verstehe dich schon, andererseits, wenn Ihr jetzt zur Miete wohnen w├╝rdet, w├╝rdest du dich ja auch an den Wohnkosten beteiligen ohne dass dann am Ende was f├╝r dich dabei rausspringt. Wenn der Vater jetzt nicht einverstanden ist dass du auch im Grundbuch stehst, und du sagst, du beteiligst dich dann auch nicht an den Finanzierungskosten, w├╝rdest du ja quasi erwarten, dass du kostenlos da wohnen kannst, das w├Ąre ja auch irgendwie nicht in Ordnung. Also, so oder so m├╝sstest du ja dich in irgendeiner Weise an den Wohnkosten beteiligen, egal ob das nun in Form einer Miete oder einer Finanzierung w├Ąre.

Anstelle der Eltern w├╝rde ich aus dem Grund auch meinem Sohn das Darlehen geben und keine R├╝ckzahlung fordern, sondern eine Mietzahlung. Da gibt man dem Kind einen anderen Namen, aber das Schwiegerkind kommt dann wenigstens nicht auf die Idee, dass es mit ins Grundbuch will, wenn es sich an der "Miete" beteiligen soll. ;-) Sieh es vielleicht mal so. Ich sehe jedenfalls keinen Anspruch darauf, dass dir vom Elternhaus deines Mannes im Scheidungsfall einen Anteil zusteht, nur weil du dich selbstverst├Ąndlich mit an den entstehenden Wohnkosten beteiligst.

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Aus der Sicht absolut nachvollziehbar, danke f├╝r deine Meinung! Nur w├╝rden wir uns ansonsten alternativ um Eigentum bem├╝hen, also entweder ein Haus kaufen oder eins neu bauen. F├╝r uns kommt eine Mietwohnung oder ein Mietshaus mittelfristig nicht in Frage. Und jetzt gilt es eben auch f├╝r mich abzuw├Ągen, ob es dann nicht besser w├Ąre, es einfach unabh├Ąngig von den Eltern meines Mannes zu gestalten mit Eigentum anderswo. W├╝rde es hier zur Scheidung kommen, w├Ąren die Verh├Ąltnisse klar und wir w├╝rden 50/50 aus der Sache rausgehen. Liebe Gr├╝├če :)

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Ich w├╝rde mich auf alle F├Ąlle von einem Notar beraten lassen.

Mein LG und ich haben auch eine gemeinsame Immobilie. Ich stehe im Grundbuch - er (hat nur minimal finanziell mit beigetragen) steht als "Randvermerk" (wei├č nicht mehr genau, wie das hei├čt) mit drin.

Zudem haben wir im notariellen Vertrag mit eingeschlossen, dass er im Falle einer Trennung mit x % des Verkehrswertes von mir ausbezahlt wird.

LG

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Danke f├╝r deine Erfahrung und den Tipp. Ein notarieller Vertrag klingt f├╝r mich auch nach einer sauberen L├Âsung! Ich werde mich zeitig um eine Beratung bem├╝hen, das habe ich jetzt f├╝r mich/uns entschieden. Eine unabh├Ąngige, neutrale Meinung ist denke ich das Beste in dieser Sache. LG :)

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#pro

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"Und angenommen, man investiert nun 200.000 Euro in das Haus und eine Scheidung tritt beispielsweise 15 Jahre sp├Ąter ein - dann ist die investierte Summe doch fast schon wieder abgegolten bzw. ÔÇ×verwohntÔÇť?"

Nach den 15 Jahren ist nur wichtig was die Immobilie wert ist.

Beispiel: jetzt ist die H├╝tte 200 000 Euro wert, die H├Ąlfte seines Mannes also 100 000. Ihr macht jetzt nichts, In 15 Jahren steigen die Marktpreise zb um.50%, neuer Wert 150 000. Also 50 000 Euro Differenz, davon kriegst du wegen Zugewinn die H├Ąlfte.

Wenn aber durch die Renovierung der Preis seiner H├Ąlfte zb bei 250 000 liegt, dann kriegst du 75 000.

Verwohnt oder so wird da nix.

Es gibt auch andere M├Âglichkeiten das zu regeln. Zb ein schriftlicher Vertrag ohne Grundbuch, oder ein Ehevertrag.

Und ja, ich w├╝rde mich an eurer Stelle beraten lassen!

LG

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Vielen Dank f├╝r deine Erkl├Ąrungen, das war mir so in dem Sinne nicht bewusst. Wir werden uns zeitnah um eine Rechtsberatung oder notarielle Beratung bem├╝hen. LG zur├╝ck :)

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Hey!

Ich w├╝rde darauf bestehen, mit im Grundbuch zu stehen.

Geht es deinen SV denn ├╝berhaupt etwas an, wie ihr den Besitz eintragen lasst?
Das sind doch Angaben, die ihr dem Notar zwecks Eintragung mitteilt.

A) du wirst mit 25%, gleichberechtigt zu deinem Partner, eingetragen.

B) ihr setzt einen Ehevertrag auf, dass du im Falle einer Scheidung mit 100.000 Euro bzw der H├Ąlfte der bisher geleisteten Summe ausgezahlt wirst.

Letzterer ist nat├╝rlich ziemlich teuer- wei├č nicht, ob ich so eine Ausgabe t├Ątigen w├╝rde, nur um gg├╝ einem Mann vom alten Schlag zu kuschen und ihm seinen Willen zu geben.
Vielleicht sollte dieses Krach, wenn er denn ├╝berhaupt entsteht, dir zu denken geben, welchen Stellenwert du in der Familie hast und dass dein Mann eben nicht f├╝r dich einsteht.
Im Zweifel, wenn es dann doch richtig Stress gibt, stehst du alleine auf weiter Flur.. und bist eben eine von denjenigen, die sich hier ans Forum wendet, weil sie neben 100.000 verschenkten Euros auch noch Nachteile in Sachen Rente und Gehalt einzustecken hat, wenn sie sich nun trennt.

├ťberleg dir, ob du da mitmachst.

Liebe Gr├╝├če
Schoko

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>>Geht es deinen SV denn ├╝berhaupt etwas an, wie ihr den Besitz eintragen lasst?<<

Das w├╝rde ich meinen. Immerhin ist es sein Eigentum, welches er seinem Sohn ├╝bertragen m├Âchte.
In meinen Augen ist es auch selbstverst├Ąndlich, dass der Sohn einen h├Âheren Stellenwert innerhalb der Familie hat. L├Ąuft es bl├Âd, ist die Frau in ein paar Jahren weg und sie m├╝ssen sie ausbezahlen, f├╝r gar nichts.

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Ach stimmt.. Es wird ├╝berschrieben, nicht verkauft.

Dann w├╝rde ich darauf pochen, einen Ehevertrag aufzusetzen, in dem die 200.000 bzw dein Anteil von 100.000 Euro festgehalten wird. So machen mein Mann und ich das, weil er das Eigenkapital unserer Immobilie beisteuert. Und da geht es "nur" um 70.000 Euro.

Ansonsten hast du sp├Ąter nichts in der Hand.

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Ich glaube, da musst du dich wirklich anwaltlich beraten lassen, am besten von einem Fachanwalt f├╝r Familienrecht. Es kommt n├Ąmlich darauf an, wie das ÔÇ×DarlehenÔÇť ausgestaltet ist und ob die Abzahlung dann als Zugewinn f├╝r deinen Mann gewertet wird oder f├╝r euch beide. Im letzteren Fall w├Ąrt ihr quitt und du w├╝rdest im Fall einer Trennung nichts bekommen. Es kommt auch darauf an, ob ihr einen Ehevertrag habt. Ihr k├Ânntet auch jetzt noch einen machen und die R├╝ckzahlung f├╝r den Fall der Trennung regeln.

Ab von der juristischen Frage, rate ich dir dringend den Umbau nicht durchzuf├╝hren! Dein Schwiegervater akzeptiert dich jetzt offensichtlich schon nicht als vollwertiges Familienmitglied (er will dich nicht im Grundbuch). Du wei├čt nicht, wie sie sich verhalten, wenn erstmal eure Kinder da sind. Das hat viel zu gro├čes Konfliktpotenzial. Sucht euch etwas anderes.

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Dem Schwiegerkind nicht ohne Not ein Viertel der eigenen Immobilie zu schenken hat in meinen Augen nichts mit "nicht als vollwertiges Familienmitglied sehen" zu tun. Das ist sinnvoll. Was passiert denn im Falle einer Trennung? Im schlimmsten Fall betreibt sie die Zwangsversteigerung und die Eltern sind ihre Altersvorsorge und das Erbe f├╝r ihr Kind los.

Dass sie ihren Anteil am Invest in geeigneter Form erstattet bekommt: Keine Frage! Das geht aber auch deutlich weniger weitreichend, als sie ins Grundbuch aufnehmen zu lassen.

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Stimmt, wie konnte ich das ├╝bersehen. Da ist es doch selbstverst├Ąndlich, dass sie sich f├╝r die Immobilie und damit f├╝r die Altersvorsorge der Schwiegereltern und das Erbe des Mannes verschuldet und ├╝ber Jahrzehnte hinweg ihr Geld reinsteckt. Da hat sie wirklich keinen Anspruch auf Eigentums├╝bertragung, sondern macht das alles Bittesch├Ân umsonst ­čĄŽÔÇŹÔÖÇ´ŞĆ

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Hallo!

Total toll, dass du dir dar├╝ber Gedanken machst, finde ich sehr wichtig. Man wei├č nie was die Zukunft bringt. Ich habe im Bekanntenkreis einen Fall. Haus umgebaut, sie pflegte zuhause die kranke Tante des Mannes. Ging nie arbeiten. Ende vom Lied- er hat sie ├Âfters mit anderen Frauen betrogen. Sie reichte die Scheidung ein. Stand nirgendwo im Grundbuch. Ende vom Lied. Fieser Streit vor Gericht, weil er ihr keinen Cent geben wollte. Obwohl sie zuhause war und 4 gemeinsame Kinder und kranke Tante vom Ehemann pflegte! Jahrzehnte lang.
Jetzt total verstritten und sie bekam nat├╝rlich Recht vor Gericht.
Ich w├╝rde das alles ganz vern├╝nftig kl├Ąren und lass dich da ja nicht klein machen, von niemanden.

LG Gabi

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Huhu Gabi, vielen Dank, dass du deine Erfahrung mit mir geteilt hast. Genau das ist eben meine Sorge! Ich sehe es genau wie du, dass alles vorher komplett gekl├Ąrt sein muss, dass es auch f├╝r alle die fairste L├Âsung geben kann und sich jeder mit der Sache wohl f├╝hlt. Liebe Gr├╝├če :)

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Hey! Wenn du auch eine gr├Â├čere finanzielle Summe investierst, solltest du auch im Grundbuch stehen. W├╝rde es die Option geben, irgendwo ein eigenes Haus zu kaufen? Einerseits kann ich deinen Schwiegervater verstehen, er will kein Risiko f├╝r seinen Sohn, aber andererseits solltest du auch abgesichert sein. Lg

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Ja, die Option w├╝rde bestehen, allerdings w├Ąren die Kosten dann sicherlich beim Zwei-, bis Dreifachen. Hier w├Ąren jedoch nat├╝rlich die Anspr├╝che im Falle einer Trennung dann klar geregelt. Es ist eine schwierige Situation, ich kann meinen SV an sich auch verstehen. Ich hoffe nur, dass wir am Ende einen Kompromiss finden, mit dem jeder gl├╝cklich sein kann. Ansonsten muss man das Projekt eben als gescheitert betrachten und sich selbst um Eigentum bem├╝hen. Irgendwo hat alles seinen Preis... Mir ist nur wichtig, dass es letztlich f├╝r alle fair abl├Ąuft und ich hoffe, dass wir hier noch eine L├Âsung finden. Liebe Gr├╝├če :)

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Rechtsberatung ist hier, glaube ich, nicht gestattet. Daf├╝r solltet ihr einen Anwalt aufsuchen.

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Ich wolle auch in dem Sinne keine fundierte Rechtsberatung, sondern eher Meinungen von anderen und einen Erfahrungsaustausch. Ich h├Ątte vielleicht meinen ersten Satz weglassen sollen, ob sich hier Anw├Ąlte tummeln, das war etwas bl├Âd formuliert. Liebe Gr├╝├če an dich :)

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Vielleicht sprecht ihr vorher auch ├╝ber die Pflege der Schwiegereltern. Wenn Schwiegertochter mit im Haus wohnt und wegen der Kinder ohnehin nur Teilzeit arbeitet, k├Ânnten dahingehend Erwartungen an dich gestellt werden. F├╝r viele ist es selbstverst├Ąndlich.

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Ein wichtiger Punkt, da hast du Recht. Dieses Thema wurde bereits angesprochen und das m├Âchten meine Schwiegereltern selbst ├╝berhaupt nicht. Ob man sich darauf verlassen kann, ist nat├╝rlich die Frage. Aber ich w├╝rde ihnen in der Hinsicht erstmal Glauben schenken. LG :)