Mann unterstützt nicht - Hausgemachtes Problem oder ändern Männer sich plötzlich?

Ich lese hier in den Foren sehr oft von Männern, die ihre Frauen total alleine lassen - die Frau muss irgendwie alles wuppen während der Pascha sein "anstrengendes" Leben führt und daher keine Kraft mehr für Hilfe hat.

Nennt mich naiv, aber da frage ich mich immer ob das wirklich erst nach der Geburt der Kinder so ist oder sich das vorher schon anbahnt? Ich habe zum Glück einen Mann der auch jetzt sehr viel im Haushalt hilft - wir teilen uns die Aufgaben ganz selbstverständlich, ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass er nach der Geburt unseres Kindes plötzlich beschließt gar nichts mehr machen zu wollen.

Daher meinen Frage an die Betroffenen oder nach eurem Stinmungsbild: Ist das Problem von beiden Seiten hausgemacht (daher es war auch schon vorher so und wurde vielleicht nur nicht so wahrgenommen?) oder gibt es Männer die sich nach der Geburt plötzlich total verändert haben?

1

"Im Haushalt hilft"
Der Begriff impliziert schon das ganze Problem. Mein Mann und ich haben einen gemeinsamen Haushalt, wer gerade mehr Erwerbsarbeit macht, macht weniger Haushalt. Wenn wir beide aushäusig viel unterwegs sind, gibts externe (bezahlte) Hilfe. Stundenmäßig ist es ausgeglichen.
Ich bin doch kein Feudel mit Vagina...

2

Ich wollte damit nur ausdrücken das wir beide gleich viel machen, was ja hier bei einigen nicht der Fall zu sein scheint aber du hast natürlich recht - das der Mann ebenso Aufgaben übernimmt sollte die Regel sein und nicht die Ausnahme, beantwortet aber nicht meine eigentliche Frage 😊

12

Doch. Das *ist* die Antwort auf die Frage. Weil das "Helfen" das Grundproblem ist.
Da denkt sich so ein Mann, "warum soll ich ihr ständig bei ihrer Arbeit *helfen*, ich mach meine ja auch allein".
Komischerweise reden auch viele davon, dass bei einem vollzeitberufstätigen kinderlosen Paar der "Mann im Haushalt *hilft*". Und vielleicht macht sie es sogar gern ohne "Hilfe", weil bei einem Paar ohne Kinder, das den ganzen Tag nicht zuhause ist, ja gar nicht so viel zu tun ist.
Der geht halt davon aus, dass das ihre Sache ist. Und wenn sie dann nicht oder teilzeit arbeiten geht, dann sollte sie mit "ihrer" Aufgabe wohl klarkommen. *ironie off*.

Also ja, das ist ein hausgemachtes Problem. Aber nicht, weil man vorher nicht ahnen konnte, ob der Mann nach der Geburt gern unterstützt und hilfsbereit ist, sondern, weil es eine Haltung ist, wessen Job das ist. Wenn man mit einem Mann zusammen ist, der mal "hilft" , dann halte ich es durchaus für möglich, dass er diese "Hilfe" einstellt, weil seine Frau ja jetzt mit Kind weniger arbeiten geht.

weiteren Kommentar laden
3

Ich denke das es oft ein Problem der eigenen Vorstellung ist.

Frauen fragen oft indirekt und Männer brauchen klare ansagen.

Dazu lassen sich viele viel zu viel gefallen.

Mein Mann ist nicht der tolle Hausmann und manches Mal denke ich mir auch hätte ich das lieber alleine gemacht. Aber er soll sich einbringen egal wie.

Es ist ein gemeinsamer Haushalt in dem alle essen, frische Wäsche und Zuwendung wollen.

6

Ich stimme dir zu. Meiner ist grundsätzlich auch sehr faul was Hausarbeit angeht. Von alleine macht er auch nichts ("Ich seh das nicht so wie du, dass es dreckig ist"), aber ich sag ihm dann halt, dass am Tag X hier geputzt wird und dann machen wir das hier auch beide zusammen.

23

Sorry, wenn ich das so direkt sage, das klingt für mich, wie ich über ein Haustier reden würde, nicht über einen Partner auf Augenhöhe.

weitere Kommentare laden
4

Ein Paarhaushalt ist nunmal noch was anderes, als ein Familienhaushalt mit vielleicht 2 Kindern oder mehr. Und es kommt ja auch immer auf die Testpersonen an. Ich könnte mir schon vorstellen, dass Männer sich in der Verliebtheitsphase wirklich anstrengen um ihr zu zeigen, was sie für gutes Beziehungsmaterial sind. Das kann sich genauso ändern, wie alles andere, was sich im Laufe einer Beziehung ändern kann (Aufmerksamkeit, täglicher Sex, ständiges schreiben, usw.)
Mein Mann hat den Haushalt und unseren großen Sohn in meinem zweiten Wochenbett komplett übernommen. Hat mich überrascht, muss ich ehrlich zugeben. Danach teilte es sich wieder mehr nach Arbeitsbelastung. Aber er geht trotzdem einkaufen, kocht immer, kümmert sich ums Auto und natürlich um seine Kinder (ab Haustür, da er eben nur diese Zeit hat mit ihnen). Die Aufgaben verschieben sich ja, wie eingangs erwähnt mit kind nochmals. Aber ja, wenn der Herr schon in der Paarbeziehung rein gar nichts gemacht hat und sich regelrecht hat bedienen lassen, dann glaube ich auch nicht, dass er sich nach der Geburt ändert...

5

Testphase- nicht Testpersonen

7

Ich denke, dass in der Verliebtheitsphase Frauen entweder diese Probleme nicht sehen (wollen) oder nicht ansprechen (wollen). Sie wollen schließlich nicht als 'zicke' bezeichnet werden und sie wollen sich von ihrer besten Seite zeigen.

Als ich mit meinem, jetzt Ehemann, zusammen kam, war er ein ganz frisch eingeschriebener student. Er wohnte noch bei seinen Eltern. Er hat außer Spiegelei und Fertigpizza nie was gekocht. Aufräumen und putzen war nie nötig.

Ich bin älter als er und hatte für ihm sowohl mehr Beziehungen als auch Lebenserfahrung, dadurch dass ich alleine/in WGsb gewohnt hab.
Was kochen angeht, so habe ich ihn direkt an die Hand genommen er musste mir von Anfang an helfen (auch wenn er zugegeben hat, dass es ihm lieber wäre, dass ich das alleine mache) und das hat sich bis heute hingezogen. Ich höre von Freundinnen immer aussagen wie:"wow! er kann so toll kochen" oder mir wird ins Gesicht gesagt, dass er wahrscheinlich der bessere Koch ist und ich sage dann aber klar heraus:"ja, er ist ein toller Koch, ich habe es ihm schließlich beigebracht"
Putzen ist bei uns ein Streitthema. Ich wohnte in einer WG als wir zusammen kamen. Also musste ich nur alle 3 Wochen die WG sauber machen. Natürlich habe ich ihn auch da gezwungen mitzumachen. Er weiß also wie man putzt. Aber ihm fällt es unglaublich schwer den Dreck von sich aus zu sehen oder das es nötig ist zu putzen. Er macht es wenn ich es ihm sage, aber wenn ich nix sage, dann wird nichts gemacht. Egal wie dreckig es ist. Das müssen wir die routine ändern. Daran arbeite ich noch mit ihm.

8

Und nach der Verliebtheitsphase kann es sehr schwer sein den Mann zu ändern.

16

Ja, erstmal eingefahrene Muster bekommt man schwer raus.

9

Hi,
mein Mann macht mit und hat es schon immer getan. Wir sind beide keine superpassionierten Putzteufel, aber wir versinken hier weder im Dreck noch im Chaos. Aber hier verschiebt es sich auch ganz schön schnell, wenn der Alltagshaushalt von mir erledigt ist, weil ich schneller war bzw. Zeit hatte, kommt er von sich aus nicht auf die Idee, sich was anderes vorzuknöpfen. Das muss ich dann schon sagen, was mich wiederum nervt, weil mir das ein Gefühl der Alleinverantwortung für den Laden hier gibt.
Was mich total ankäst ist, dass er so gefeiert wird von unsren Müttern, weil er eben was im HH tut. Das macht schon was mit ihm und manchmal habe ich den Eindruck, dass er schon findet, einen Pokal dafür verdient zu haben🤪 Ich im Gegenzug werde übrigens nicht dafür gefeiert, dass ich gut ausgebildet bin und gleichwertig zur Finanzierung hier beitrage (wobei meine Mama das schon gut findet).
Bei der Versorgung der Kinder hat er aber schon immer seinen Anteil übernommen, da gab’s selten Konflikte. Ich konnte das aber auch gut zulassen.
Ich denke schon, dass das ein hausgemachtes Problem ist. Und ich kann mir vorstellen, dass in den Köpfen immer noch die Idee ist, dass die Frau im Elternjahr ja nichts arbeitet (und später ggf. weniger in TZ), also kann sie den ganzen Kram zu Hause übernehmen. Ich habe mich auch manchmal dabei ertappt, ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn ich hier mal wieder nicht viel auf die Reihe bekommen habe, weil ich es wichtiger fand, mit Kind unterwegs zu sein. Geholfen hat mir die Tatsache, dass ich vom Staat gut dafür bezahlt wurde. Eigentlich war ich davon überzeugt, in ELTERNzeit zu sein und nicht in HAUSHALTSzeit. Und ich könnte mir auch vorstellen, wäre ich eine HHperfektionistin und nicht zur Faulheit neigend (arbeite allerdings auch so gut wie voll), sodass ich immer irgendwie feudelnd anzutreffen wäre, dass selbst ein gewillter Mann wie meiner, sich geschickt hier rausnehmen und mir das Feld überlassen würde.
Und ja, das Thema Carearbeit hatte in meinem Freundinnenkreis immer mal wieder Konfliktpotenzial und das, obwohl wir schon emanzipiert (gut ausgebildet, berufstätig, unabhängig) sind und allesamt Kerle haben, die eigentlich keine Oberpaschas sind.
Das gibt’s noch einiges zu tun....

vlg tina

10

Meiner hat sich tatsächlich kurzfristig geändert gehabt. Allerdings hatten wir auch ein Schreibaby (8 bis 9 Stunden täglich). Er hat mich oft hängen lassen was sonst nie seine Art war. Wir waren aber beide einfach überfordert, müde,gereizt.
Im ersten Jahr hat es sich wieder gebessert,mittlerweile ist unsere Tochter 18 Monate, es tut ihm leid was passiert ist, er ist wieder der alte 😅
Zwischendurch hatte ich mich auch gefragt, was wäre wenn es so geblieben wäre,er war definitiv nicht der Mann den ich geheiratet habe. Ich war allerdings auch nicht mehr die Frau die er geheiratet hat...
Aber Gott sei Dank kam es nicht soweit bis zur Trennung o.ä.,wir hatten 3 klärende Gespräche und sind zur Normalität zurückgekehrt. Wieder mit mehr Rücksicht und Respekt dem Partner gegenüber. Es kam plötzlich die Änderung und verschwand wieder schleichend.

Ich denke prinzipiell,wenn sich alles gravierend ändert und es auch so bleibt, waren die Vorstellungen wie es laufen wird verschieden,es gäbe bestimmt Anhaltspunkte dafür,gerade was Haushalt usw angeht oder die Rollenverteilung. Und wenn man sich alles gefallen lässt,gibt's eben immer jemanden der es ausnutzt,leider.

11

Wir haben bald vier Kinder. Der Haushalt (Aufräumen, Putzen und Wäsche) beansprucht täglich gut zwei Stunden. Dazu kommt noch die Zeit für die Kinderbetreuung und Pflege. Sowie Kochen und größere Ausmistaktionen. Haushalt und Kinder sind also an sich schon ein Fulltimejob.

Ich sehe ein Problem darin, dass das alles Aufgabenbereiche sind die man selbstverständlich macht, aber eben nicht einfach nebenbei. Ich arbeite Teilzeit und mein Mann arbeitet voll und er hat eine sehr fordernde Arbeit mit vielen Überstunden. Ich muss dir ehrlich sagen: Phasenweise ist die Arbeit, die Kinder und der Haushalt schon seeeeeeeeehr viel. Da haben wir echte Probleme für alles ausreichend Kraft und Zeit zu finden. Mir ist es dann wichtiger, dass mein Mann mal eine Radtour mit den Kindern macht, als dass er die Bäder putzt.
Dadurch hat sich bei uns die Rollenverteilung durch die Kinder schon nochmal sehr verändert. Ich mache viel mehr im Haushalt als er.

Was jedoch nicht geht ist, dass er nach der Arbeit nach Hause kommt und einfach frei macht, während ich putze und die Kinder versorge. Das wäre bei uns unvorstellbar. Ich habe einen tollen Mann. Wir wollen beide, dass unsere Kinder glücklich aufwachsen, dass wir beruflich erfolgreich sind, jeder sein Glück findet und der Haushalt zumindest nicht völlig ausartet. Das bedeutet für uns jedoch nicht alles 50:50 zu machen.

13

Meine persönliche Erfahrung zeigt mir, dass sich das nicht pauschalisieren lässt. Mein Mann hatte ein schwerwiegendes psychisches Problem, aufgrund schwieriger Kindheit und so richtig den Boden unter den Füßen weggezogen hat es ihm nach der Geburt unseres zweiten Kindes. Er hat sich immer mehr zurück gezogen und raus genommen und ich hab immer mehr gestemmt. Ich war oft sauer, hab ihm lustlosigkeit und Desinteresse vorgeworfen. Bis wir beide erkannt haben, dass da was nicht stimmt und mehr im Argen ist, als vermutet. Er war psychisch am Ende und ich völlig aufgearbeitet. Rückblickend weiß ich es waren schon Anzeichen da, bevor wir Kinder hatten, aber da ist es noch nicht so aufgefallen, weil ich nur für mich Verantwortung getragen habe.
Inzwischen macht er eine Therapie mit medikamentöser Unterstützung und ist wieder in der Lage, mir ein Partner und unseren Kindern ein Vater zu sein.
Ich erzähle das, weil manchmal einfach mehr dahinter steckt und es sich manchmal lohnt, hinter die Fassaden zu sehen.

14

Hallo

Für mich ist das ein reines Urbia Problem. Im unserem Familien und Freundeskreis gibt es solche Fälle nicht. Da kochen die Väter, holen die Kinder von der Kita, sitzen auf dem Spielplatz etc. Hier bei uns gibt es samstags zwischen 10 und 13 Uhr immer die gleichen Papas. Ich gehe schon nicht mehr mit, denn ich wäre die einzige Frau dort.

Ob es überall 50 zu 50 ist bezweifele ich stark. Aber es gehen hier auch kaum beide Elternteile Vollzeitarbeiten. Jeder macht was so anfällt, keine festen Regeln oder Absprachen.

Ich finde es sind ausgemachte Probleme, die meist schon lange vor den Kind da sind nur nicht so auffallen. Ein Mann der vor der Geburt im Haushalt was gemacht hat, tut es auch danach. Aber meist hat der Mann schon vorher nichts gemacht und plötzlich stört es die Frauen.

Es ist der gemeinsame Haushalt und gemeinsame Kinder. Da gibt es kein helfen, sondern nur gemeinsames schaffen.

LG Morgain