Unterschiedliche Ansichten zu Corona innerhalb der Partnerschaft

Hallo,

mein Partner und ich sind seit acht Jahren ein paar und ergänzen uns eigentlich ganz gut. Nur bei diesem momentanen Thema gehen unsere Meinungen leider auseinander. Einer von uns glaubt an so genannte Verschwörungstheorien, der andere eher an ein Naturereignis. Ich bemerke, dass wir uns gegenseitig immer mehr belächeln in unseren Ansichten und ein Gespräch schwierig wird, da man ja auch nicht wirklich mehr irgendwas hat, worüber man sprechen kann. Der andere nimmt die eigenen Ansichten ja sowieso nicht ernst. Es kriselt. Wie geht es euch da mit euren Partnern?

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Wir ticken allgemein sehr ähnlich in gesellschaftspolitischer Hinsicht, demzufolge auch was Corona betrifft. Wäre es anders, würden wir unsere Ansichten gegenseitig belächeln und uns gegenseitig nicht ernst nehmen, würde unsere Beziehung nicht funktionieren, dann wäre keine Basis mehr da.

Über manche Meinungsverschiedenheiten, die natürlich wie bei allen Paaren vorkommen, reden wir.
Ich kann mir nur nicht vorstellen, dass sowas nur durch Corona auftaucht, oder ist es jetzt nur nicht mehr egal?

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Versucht den gemeinsamen Nenner zu finden.
Selbst wenn die Theorien warum, weshalb dieses Virus zirkuliert auseinander gehen, relevant für den Alltag ist die IST-Situation. Wie geht man gemeinsam mit den Massnahmen um, wie findet man seine Nischen, seine Lebensfreude im Dschungel des ganzen Endlosthemas.

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Da stelle ich mir die Frage, welche Werte habt ihr gemeinsam? Um ein Leben aufzubauen, müssen ja die wichtigsten Werte zusammenpassen. Das ist bei uns der Fall. Wir haben beide scientific literacy und können dementsprechend sachlich über solche Themen sprechen. Keiner muss den anderen belächeln, denn wir reden ja über Fakten, auch wenn unsere Interpretation von Fakten eventuell manchmal unterschiedlich ist. Damit meine ich nicht, dass einer von uns an alternative Fakten glaubt, aber wir schlussfolgern ja alle aus den Fakten, die wir so kennen und manchmal schlussfolgern wir halt unterschiedlich. Das sprechen wir dann an und es kamen auch schon manchmal hitzige Diskussionen zu Stande. Hitzige fachliche Diskussionen machen uns aber Spaß, da keiner dabei den anderen belächelt, sondern das besser Argument zählt.

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Kann es sein, dass ihr plötzlich nur noch dieses eine Thema habt und man das dann auch auf ander Themen übertragt? Was habt ihr euch denn unterhalten, als es Corona noch nicht gab?. Ich bin da ab und zu auch nicht der Meinung meines Mannes aber wir sparen das Thema aus und schon funktioniert es wieder. Ich finde überall ist das Thema Corona sowieso schon viel zu präsent, da sollte es auch möglich sein in einer Beziehung es nicht zu gross werden zu lassen

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Puh sehr schwierig das Ganze.. war sowas schon vor Corona teilweise oder wirklich erst dadurch?
Einen Partner der stur und zu 100% an Verschwörungstheorien glaubt, könnte ich nicht haben. Wir hatten aber hier vor einigen Monaten eine große Auseinandersetzung diesbezüglich. Sein direkter Arbeitskollege mit dem er bis zu 9 Stunden pro Tag verbringt, kam mit solchen wilden Theorien an und scheint sehr überzeugend gewesen zu sein... zwar jetzt nicht direkte „das Virus gibts nicht“/„kommt ausm labor“ etc aber doch die Richtung.
Wir haben 3 Tage darüber gestritten bis er einsah, dass ich Recht hatte... war kurz wirklich schwierig weil.. sowas geht für mich einfach mal gar nicht und hat mich schon an der (ebenfalls) 8 jährigen Beziehung zweifeln lassen... bin Wissenschaftlerin, er nicht.

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...bin Wissenschaftlicher, er nicht...“ 🤔
Was bedeutet das?

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Dass ich ihm 3 Tage lang Studien vorgelegt und erklärt habe wie man etwas auswertet und woran man erkennt, dass eine Studie gut ist oder nicht. Wie man generell Fakten richtig recherchiert bei der ganzen Menge an Sch... im Internet. Richtiges filtern können viele Laien nicht. Gleich wie ich keinen Code programmieren kann wie er das kann.

So habe ich gott sei dank zu ihm durchdringen können, hätte sonst auch böse enden können weil mit Faktenresistenz kann ich nicht umgehen.

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Mein Partner und ich haben in vielen Lebensbereiche andere Ansichten bzw.bewerten ein und die selbe Sachlage ganz unterschiedlich.
Ich bin ein Mensch der grundsätzlich alle staatliche Maßnahmen und Entscheidungen hinterfragt und mich auch nicht an Dinge halte nur weil sie so gesetzlich vorgeschrieben sind.
So halte ich es auch bei Corona, ich setze nur das um was mir richtig vorkommt.
Ich halte auch nachts nicht an einer roten Ampel wenn niemand kommt.
Mein Partner und ich sprechen gar nicht über diese Dinge, da er da komplett anders denkt.
Er glaubt auch an eine Verschwörung.
Das ist sein gutes Recht und in wachsender Gesellschaft.
Vielleicht sind wir auch irgendwann die Blöden und die anderen hatten Recht.
Es gibt viele Themen wo wir komplett anderer Meinung sind.

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Warum habt ihr keine anderen Themen? Ich weiss was mein Mann von Corona hält, deshalb wird dieses Thema seid über einem Jahr in der Familie nicht angeschnitten, es gibt weit interessantere Themen.

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Wir halten beide nichts von Verschwörungstheorien, deswegen ist es in der Hinsicht entspannt.
Mit einem Partner, der an sowas glaubt, könnte ich auf Dauer auch nicht zusammen sein.
Wir diskutieren über die aktuelle Lage, klar, und sind auch nicht immer einer Meinung, aber der gemeinsame Boden ist da.

Einen Verschwörungstheoretiker gibt's eh in der Familie. Wenn ich wissen will, was die Compact-Chemtrail-Impflüge-DeutschlandistneFirma-Fraktion so denkt, frag ich den.

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Hm, mir ist schon wichtig, dass die wichtigsten Punkte, welche auch ggf nach außen kommuniziert werden, übereinstimmen und eine Basis haben.
Wir sind beide sehr resulut in unseren Meinungen und können diese auch gut vertreten.

Mein Partner ist ansich der gleichen Meinung wie ich, ist halt etwas genervter von den ganzen Regelungen und Beschränkungen und ich halte mich sehr penibel daran. Er hält sich auch dran.. also wir streiten uns nie deshalb.