Traurig sehe meinen Freund zu selten. Was denkt ihr?

Guten Morgen,
ich habe meinen Freund im Dezember 2020 kennengelernt.
Wir treffen uns alle 14 Tage. Er ist dann total toll alles stimmt, wenn wir zusammen sind.
Wir schreiben täglich und telefonieren dazwischen.
Ich möchte ihn mehr sehen er mich noch nicht. Er hat eine schwierige Ehe hinter sich. ( Persönlichkeitsstörung der Frau mit Psychiatrieaufenthalte)
Er hat eine Tochter die bei ihm lebet und alle 14 Tage von Freitag bis Sonntag bei ihrer Mutter ist.
Er sagt das er mich liebt. Sehr sogar. Aber das er mir im Moment nicht mehr geben kann.
Was denkt ihr darüber?

5

Kannst du das mittragen?

Alle zwei Wochen können sehr lang erscheinen,
Alle zwei Wochen können auch kürzer erscheinen. Je nachdem, was man sonst so um die Ohren hat.

Als ich krank war, hatte ich kaum Nerven. Da waren seltene Kontakte super schön und sehr anstrengend. Umso wichtiger, weil ich mich riesig freute. Und dann brauchte ich Erholungszeit. :-(
In guten Zeiten einer Fernbeziehung gab es beides. Zeiten in denen zwei Wochen vergingen wie im Flug, immer Vorfreude, dazwischen Leben. Und Zeiten in denen ich fast die Wände hoch ging, vermissen und co.

Ein Faktor war u.a. mein eigenes Leben. War mir langweilig, zogen sich die zwei Wochen endlos.
Waren Prüfungen, Feste von Freunden etc. staunte ich, wie schnell die zwei Wochen rum waren.

Die Frage ist, wie weit du das Gesamtpaket mittragen kannst.
Nach der Vorgeschichte wird er sich sicher freuen, wenn jemand mit Leichtigkeit und ohne Vorbelastungen bei ihm ist und Freude mitbringt.
Andererseits wird ihn das vermutlich noch lange prägen. Sein Kind auch.
Da wird es u.U. immer wieder Situationen geben, wo sein Kind noch mehr Vorrang hat. Nicht wegen Beziehung vs Kind, sondern weil das Kind und/oder er akut und notwendig Hilfe brauchen.
Auch wenn die Ex die Patientin ist/war. Es prägt (Ex-)Angehörige schon sehr.
Alpträume oder schlimmeres können immer mal wieder auftreten, wo dann ehemalige Betroffene akut Hilfe brauchen.

Dass er sein Kind noch von dir fern hält, kann ich nachvollziehen.
Nach den Erlebnissen braucht das Kind u.U. mehr Schutz , mehr Sicherheit. Dezember 20 ist ja nun auch noch nicht soooo lange her.
Mag sein, dass manche Kinder das besser verkraften. Je nachdem viel viel/intensiv oder indirekt das Kind was mitbekommen hat, braucht es umso mehr Stabilität im Alltag.


Ohne Kind ohne Vorgeschichte würde ich seine Worte anders deuten.
Mit dem Paket klingt es für mich: er liebt dich, er möchte dich nicht aufgeben. Er ist sich dessen bewusst, dass es schwierig ist. Er versucht den Spagat zwischen dir und dem Leben mit Kind (Homeschooling/Kinderbetreuung, evtl. ausfallenden Therapien, Kind mit Vorgeschichte).

Die Frage ist: wieweit kannst du das mittragen?
Nicht nur jetzt. Auch dauerhaft. Wie gut kannst du mit schwereren Paketen umgehen?


Was bräuchte er, um dich öfter sehen zu können?
Kinderbetreuung in Coronazeiten ist noch mal anders, als Kind mal zu einem Freund bringen und selbst Feierabend haben.

1

Wo trefft ihr euch?

Ich denke, dass er noch andere Verpflichtungen hat. Auch wenn es nur die komplizierte Ex ist.
Ich wäre vorsichtig, nicht nur meine Zeit zu verschwenden mit diesem Mann

„Ich liebe dich doch so sehr, aber will dich nur alle 14 Tage sehen“ hat noch nie jemand wirklich so gemeint.

2

Ihr trefft euch wahrscheinlich an dem Wochenende wo seine Tochter nicht da ist , oder?
Ich würde wenn ich jemanden kennenlerne genauso handhaben. Nur treffen, wenn das Kind nicht da ist.

3

Ich auch. Erst wenn es wirklich ernst ist werden die Kinder integriert. Frühestens nach 6 Monaten, ich habe allerdings ein Jahr gewartet. Da war die rosarote Brille definitiv nicht mehr auf der Nase.

4

Ich glaube nicht, dass seine vergangene schwierige Ehe der Grund dafür ist, dass er dich nicht häufiger sehen will.

Es wird eher so sein, dass er dich nicht treffen will, solange seine Tochter bei ihm ist. Seine Priorität liegt bei seiner Tochter - was ja löblich ist. nur ob das für eine neue Partnerin befriedigend ist, ist wieder eine andere Frage.

Und es ist fraglich, wann und ob sich das jemals ändern wird. Einige Männer veranstalten einen regelrechten Eiertanz um ihre Kinder herum, weil sie ein schlechtes Gewissen haben wegen der Trennung von der Mutter. Daran sind schon viele Partnerschaften gescheitert. Andere schaffen den Spagat.

Ich würde ihn fragen, ob die wenigen Treffen daran liegen, dass er seine Tochter abschirmen will, und wenn ja, wie lange er das so handhaben will. 6 Monate sind etwas anderes als 2 Jahre oder "ich weiß noch nicht". und es gibt auch immer die Möglichkeit, mal einen Babysitter zu nehmen zwischendurch.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.