Schwiegermutterkonflikt - alles runterschlucken oder auf Konfrontation gehen?

Hallo zusammen,

ich brauche mal eine Einschätzung. Mir steht ein dreitägiger Besuch meiner Schwiegermutter bevor, was mein Stresslevel jetzt schon in die Höhe treibt. Wir haben ein ziemlich schlechtes Verhältnis. Trotzdem ist sie nun mal die Mutter meines Partners und die Oma der Kinder und hat damit das Recht, hier zu Besuch zu kommen.

Leider kam es in der Vergangenheit schon vielfach zu Grenzüberschreitungen und unangemessenem Verhalten. Wir hatten z.B. schon Durchwühlen sowohl von sämtlichen Schränken und Schubladen (unter dem Vorwand 2 verloren gegangene Säckchen des von ihr befüllten Adventskalenders zu suchen) als auch unseres Abfalls/ Altpapiers, Waschen meiner Unterwäsche (ich hatte sie explizit gebeten das zu lassen) incl. Aufstapeln der gewaschenen Slips auf dem Frühstückstisch mit entsprechend süffisantem Grinsen etc. Es ist also durchaus eher anstrengend. Teils kommt es auch zu verbalen Ausfälligkeiten gegenüber den Kindern so in die Richtung "vielleicht gehört dir mal ordentlich der Hintern versohlt damit du besser spurst" oder anblöcken eines völlig übermüdeten Kleinkinds, es solle jetzt sofort aufhören zu heulen. Sie erzieht an Freunden meines Sohnes herum die zu Besuch sind, will die Kinder zwingen ihre Teller leerzuessen obwohl sie weiß dass es diese Regel bei uns nicht gibt etc. etc.

Mein Partner steht in all diesen Situationen zu 100 % auf der Seite seiner Mutter. Für ihn ist Mutti die Größte und er lässt keinerlei Kritik an ihr gelten. Das ist eine Art "Familienkrankheit", seine Geschwister sind genauso. Sie wurden ziemlich autoritär erzogen und es wurde kein Widerspruch gegen die Eltern geduldet, vielleicht liegt es daran.

Wenn ich Kontra gebe oder meine Schwiegermutter darauf hinweise, dass ich ihre "Aktionen" nicht angemessen finde und sie das lassen soll führt das jedes Mal dazu, dass die Stimmung total vergiftet ist. Mein Partner und seine Mutter verbünden sich gegen mich, ich bin die blöde undankbare Zicke und (mindestens) für den Rest des Tages herrscht dicke Luft. Ich bin deshalb bei den letzten Besuchen dazu übergegangen, des lieben Frieden willens alles zu schlucken und meine Klappe zu halten, ich habe lediglich teilweise mit den Kindern den Raum verlassen wenn sie diese zu sehr angegangen ist. Eigentlich bin ich ein Freund klarer Worte und jemand der Konflikte offen anspricht. Andererseits führt das in dem Fall zu nichts, meine SM ist völlig resistent gegen jede Kritik (sie meint es ja nur gut...) und wir sehen uns nur so 5-6 mal im Jahr.

Wie seht ihr das? Kontra geben oder den Mund halten und es für den zum Glück begrenzten Zeitraum einfach aushalten? Wo verläuft in solchen Situationen eure Schmerzgrenze?

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Meine Schmerzgrenze wäre der Partner, der zu 100% auf der Seite seiner Mutter steht.
Wenn du den behalten willst, wirst du wohl kuschen müssen.
Ich würde einen Partner, der es in Ordnung fände, mich und unsere Kinder so zu behandeln, nicht lieben können.

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Hallo erstmal,

es stellen sich mir jegliche Nackenhaare auf beim Lesen.!

Deine Unterwäsche ist deine Privatsphäre. Intimste Privatsphäre. Ich wüsste nicht was deine Schwiegermutter daran zu hantieren hat.

Deine / eure Kinder sind nicht Ihre ! Ihr seid die Eltern. Ihr entscheidet über deren Erziehung.

Eure Schränke sind ebenfalls privat. Niemand, wirklich niemand, außer ihr selbst, hat etwas in/an euren Schränken verloren.

Deine Schwiegermutter ist grenzüberschreitendend und übergriffig.

Dein Mann sollte hinter dir stehen. Wenn er das nicht tut, zeige auch ihm DEINE Grenzen des guten Willens - nicht nur der Schwiegermutter.
Würde es ihr gefallen würdest du in ihrem Haushalt derart übergriffig werden? Ihre Schränke durchsuchen, ihre Schlüppi's waschen und auf dem Tisch stapeln, etc....
Sollten alle Argumente nicht gehört werden würde ich, aber da kann ich auch nur für mich sprechen, den Kontakt erstmal radikal unterbrechen.
Dein Mann kann seine Mutter auch alleine besuchen, sollte er das wollen.

Also NEIN! DEFINITIV nicht schlucken! Es ist DEIN Zuhause und dort bestimmst Du die Regeln.

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Hi,

ich kenne das von meinem Mann und seiner Mutter und seinem Vater. Egal, wie eklig die zu mir oder unseren Kindern waren, er hat IMMER zu ihnen gehalten. Ich habe jahrelang alles runter geschluckt. Immer war ich die Böse, die alles übertreibt. Es sind teilweise sehr sehr unschöne Sachen passiert.

Ich muss dir aber sagen, dass daran unsere Ehe fast zerbrochen ist. Weil ich irgendwann nicht mehr konnte und den Kontakt abgebrochen habe. Er hat das nicht verstanden. Zuerst ist er immer noch mit den Kindern alleine hin. Das hat sich dann aber gelegt, weil sie gegen mich gehetzt haben. Jedes Mal kam er nach Hause und war dann bösartig mir gegenüber. Irgendwann hat ihm das selbst gestunken.

Inzwischen habe ich wirklich keinerlei Kontakt mehr zu ihnen, die Kinder wollen auch nicht mehr. Er hat noch Kontakt - natürlich - aber nicht mehr besonders viel.

Nur so hat das überhaupt funktioniert. Jetzt läuft es wieder besser zwischen uns. Keine Interventionen und böses Blut schüren mehr von diesen Menschen.

Zu dem was du am Anfang geschrieben hast: diese Menschen haben überhaupt kein in Stein gemeißeltes Recht. Warum kommt sie tagelang zu euch? Kannst du das vielleicht auf einen Tag verkürzen?

Du bist eine erwachsene Frau, lass dich bitte nicht so behandeln.

Wenn sie so dermaßen einer Meinung sind, dann nimm dir die drei Tage frei und schau dass du nicht zu Hause bist. Fahr weg, besuche deine Familie. Soll er sich doch alleine kümmern. Warum sollst du das machen? Mit dem Hintergrund, wie du behandelt wirst. Ein netter freundlicher Besuch wäre doch etwas ganz anderes, aber so?

Es tut mir leid, dass ich so verbittert klinge, aber dieses Thema hat mir 5 Jahre meines Lebens kaputt gemacht. Nur Streit und Tränen. Lass es nicht soweit kommen.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft, ich weiß, das ist eine ganz schwierige Sache.

Viele Grüße

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Hi,
Ferienwohnung/Hotel

Entweder für Dich oder für sie.

Ich würde mir das paar Stunden am Tag an tun, aber bestimmt nicht den ganzen Tag.

Und abschließen, alles was sie nichts angeht, die Zimmer werden abgeschlossen, den Schlüssel trägst du in der Hosentasche.

Und dann den ganzen Tag Programm, jetzt bei Corona, ist da ntürlich kaum ne Möglichkeit, aber sonst, würde ich max. zu den Mahlzeiten im Haus sein, und nach den Abendessen geht es für sie in die Fewo.

Setz Dich durch! Wenn sie mit ihrem Sohn, deinem Mann umgeht, wie mit einem Kleinkind, ist das sein Problem. Aber laß dir, in der eigenen Wohnung, nicht alles gefallen.

Alles Gute

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Und wieder einmal ist dein Mann das größere Problem, als deine Schwiegermutter (die absolut eine Hexe ist!). Wenn er nicht hinter dir steht, ist das ...armeselig.

Ja klar solltest du was sagen. Das muss ja nicht zickig oder bösartig von dir ausgedrückt werden, aber durchaus resolut sein.

Ich an deiner Stelle würde deinem
Mann anbieten für die paar Tage zu einer Freundin oder deine Mutter zu ziehen. Oder am besten ein Hotelzimmer für die Frau organisieren.

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Meine Schmerzgrenze ist beim Verhalten des Partners. Wer unreflektiert immer auf Seite einer Person steht, egal was diese tut oder nicht tut, ist für mich unattraktiv. Da können noch so viele gute Eigenschaften sein. In dem Punkt ist eine Partnerschaft nicht möglich.

Wie sehen eure Kinder das? Wie gehen sie mit den Situationen ihrer Oma um?
Meine hat schon Früh klare Grenzen gezogen. Unsere Absprache ist, dass ich Menschen, die sich ihr gegenüber anteilig mies verhalten, nur noch woanders treffe.
Anteilig mies heißt: es ist noch in einem Maß, durch den es nicht zum Kontaktabbruch kommt; aber schon so, dass es Schutzzonen braucht.
Wer das Kinderzimmer nicht respektiert, kommt nicht in die Wohnung. Kinderzimmer ist Rückzugsort, wenn es ihr zu viel wird.
Früher musste mein Kind mit. Da galt dann aber außerhalb: übertreibt es jemand, dann gehen wir. Dann ist das Treffen beendet. Wobei das auch anders herum galt, wenn mein Kind meinte den Bock raushängen zu lassen oder völlig übermüdet, nichts mehr ging.

In der Wohnung treffen wir nur Menschen, die sich zu benehmen wissen.

Meine Grenze wäre in dem Fall
- sie benimmt sich respektvoll. Kein Wühlen in deinen Sachen (in seinen wäre es mir egal, das müsste er selbst klären), Kinder werden nicht zum Aufessen gezwungen.
- Oder sie wohnt in einer Pension oder Hotel. Gerne auch Ferienwohnung Mutter und Sohn. Du kommst sie dann mit den Kindern besuchen. Dann haben die zwei Hauptpersonen viel Zeit miteinander, können in Ruhe reden. Kinder haben ihre Oma und nebenbei ihr vertrautes Umfeld.

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Vielen Dank Euch allen für euer Feedback! Das hilft mir sehr bei meiner Einschätzung der Situation, ich war zwischenzeitlich schon ganz plemplem und dachte vielleicht bin ich wirklich überempfindlich...

Zum Thema Partner als Teil des Problems: Ja, das sehe ich definitiv auch so dass dieses unreflektierte immer auf der Seite seiner Mutter stehen ein großes Problem ist. Das ist auch einer (nicht der einzige) der Gründe, weshalb es ziemlich kriselt zwischen uns. Es steht demnächst eine Paarberatung an und da wird dieses Thema auf jeden Fall mit auf der Agenda stehen.

Zur Frage nach den Kindern: Die kommen meistens ganz gut klar mit der Oma, hier sind die Konflikte eher punktuell. Schwierig sind oft die Situationen beim Essen, da mache ich aber klare Ansagen was meistens hilft, oder Situationen wenn die Kinder müde/ überdreht sind oder sonstwie „aus der Spur“ laufen. Der Große zieht sich da meistens selbst zurück, die Kleine nehme ich dann aus der Situation und gehe mit ihr in den Garten oder ins Kinderzimmer. Das akzeptiert die SM dann zunächst auch, ihren Unmut lässt sie dann oft nachträglich an mir aus, aber nicht vor dem Kind.

Im Hinblick auf das anstehende Wochenende gab es noch kurzfristig eine glückliche Fügung: Eine befreundete Familie braucht am Samstag dringend Hilfe bei einer größeren Umräumaktion, die kann ich natürlich unmöglich hängen lassen 😉

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K.a.
Wenn ich nicht will, dass meine SM zu Besuch kommt, dann kann mein Partner auch nicht darauf bestehen. Genau so wenig kann ich darauf bestehen, dass meine kommen dürfen, wenn er es nicht will. Dementsprechend, würde ich einfach darauf beharren, dass sie nicht kommt. Ich verstehe auch generell nicht, wieso du , das in Ordnung ist, dass sie kommt wenn sie sich so verhält. Das Verhalten deines Partners, dazu haben ja die anderen schon genug geschrieben, geht gar nicht. Aber ihr habt ja bald die paar Therapie, und dann solltest Du alles ansprechen was dir so einfällt. Ich würde vielleicht falls sie doch kommt, Streiche spielen. Ich würde Sexspielzeug in den Schubladen verstecken in denen sie sowieso nicht zu suchen hat. Ich würde am sexyunterwäsche überall verstecken, warum sollte ich mich schämen dass ich sie habe? Ich würde bewusst provokative Sachen da verstecken, wo ich weiß, dass die Kinder nicht hingucken werden, aber die Oma vielleicht schon. Und sollte sie, da dran gehen, dann würde ich einfach ihre Klamotten durchwühlen, vor ihren Augen. Und sollte sie was dagegen sagen, würde ich sie direkt rausschmeißen. Und nicht zu vergessen, wenn du ihre Sachen durchwühlt, solltest du sie auch kommentieren. Sowas wie: "boah, wie alt ist das denn? Wer trägt denn sowas? Das ist ja wie von einer Uroma! "

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Ich hätte jemanden, der derart unter der Fuchtel seiner Eltern bzw. eines Elternteils steht, dass er sich mit ihm/ihnen sogar gegen den eigenen Partner (und in dem Fall auch indirekt gegen eigene Kinder) verbündet, nicht mal geheiratet, geschweige denn, ein Kind mit ihm in die Welt gesetzt.
Wie hier bereits gesagt wurde gibt es zwei Optionen:

- Du kuschst und schluckst alles runter
- Du trennst dich

Sich um des lieben Friedens Willen mal zusammenzureißen ist eine Sache, aber Muttersöhnchen finde ich absolut unattraktiv und ab nem gewissen Alter wird das mit dem Abnabelungsprozess auch nichts mehr...

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Wer bei mir solche Grenzen überschreitet, sieht die Tür dann von der Außenseite, egal, ob es meine oder seine Mutter wäre.