Kann das funktionieren? Wie eine Basis schaffen?

Hi Ihr,
brauche mal Eure Hilfe. Ich (50) habe einen echt netten und liebenswürdigen Mann kennengelernt. Ich habe eine Tochter (12), er hat keine Kinder, ist aber sehr kinderlieb.
Leider wohnen wir eine Stunde (mit dem Auto) auseinander, ich kann mich räumlich in den nächsten Jahren nicht verändern und er auch nicht.
Bei aller Verliebtheit frage ich mich, ob das überhaupt Sinn macht? Wie sollen wir so ein Leben gemeinsam gestalten, wie es strukturieren? Kann da überhaupt die nötige Nähe entstehen?
Wir arbeiten beide recht viel, ich habe wie gesagt auch noch das Kind - wie sollen oder können wir da eine solide Partnerschaft aufbauen? Ich hatte immer den Wunsch, wieder mit einem Mann zusammen zu leben. Tja, dumm gelaufen, oder?
Danke für Eure Meinungen/Erfahrungen

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Die ersten Jahre unserer Beziehung haben wir zwischen 40km und 450km getrennt gelebt. Haben uns nur am Wochenende oder gar nur 1 im Monat gesehen. Nach 5 Jahren sind wir dann gemeinsam in eine Stadt gezogen. Und sind nun über 11 Jahre ein paar, Eltern und bald auch Eheleute. Also ja ist machbar denn:
Wenn man etwas wirklich will, dann schafft man das auch.

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Finde ich gar nicht problematisch. Deine Tochter ist doch bald in wenigen Jahren so groß, dass sie mal über Nacht alleine sein kann. Und kindfreie Wochenenden werdet ihr doch auch haben, oder?

Und irgendwann sind die Kinder aus dem Haus und ihr zieht zusammen, auf der Hälfte der Strecke oder so.

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Ich kann deine Sorgen verstehen, da die optimalen Voraussetzungen für das Zusammenleben nicht am Anfang gegeben ist und sich auch nicht in der unmittelbaren Zukunft ändern wird.

Jedoch habe ich das Gefühl, dass eine Stunde Fahrzeit dafür noch machbar ist. Du sagst, ihr arbeitet beide recht viel. Abends seid ihr beide vielleicht schon müde und es bleibt nicht viel Zeit. Darüber hinaus hast du eine Tochter, mit der du sicher alleine auch Zeit verbringen möchtest.

Vielleicht lässt sich die Wochen so strukturieren, dass du unter der Woche mit der Tochter verbringst, ein Wochenende bei ihm, ein Wochenende er bei dir und dann ein Wochenende separat. So könnt ihr austesten, wie gut ihr miteinander auskommt und du hast noch genug Zeit für deine Tochter.

Das ist erstmal nicht das Zusammenleben, wie du es dir in den Gedanken vorstellst, jedoch halte ich das für ein gutes Modell auszuprobieren, ob der Mann und die Beziehung es wert sind den Schritt des Zusammenlebens zu wagen. Mit Kind zieht man doch eher seltener um als alleine.

Wenn die Beziehung klappt und die Gefühle weiterhin stark sind, dann ist das Zusammenleben vielleicht gar nicht mehr ein großer Schritt. Wie mein Vorposter schon geschrieben hat, vielleicht findet sich eine gemeinsame Wohnung auf dem halben Weg oder es eröffnen sich neue karrieretechnische Möglichkeiten.

Wenn die Gefühlen stimmen, verlagern sich auch Prioritäten im Leben.

Wünsche euch alles gute und hoffe, ihr findet eine gute Lösung.

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Hallo Lillith!

Da sehe ich jetzt kein großes Problem. Mein Mann und ich haben das erste Jahr lang eine Fernbeziehung über 2 Stunden Flugzeit geführt. Haben uns demnach extrem selten gesehen, aber dafür war es dann umso intensiver.

Es kann also durchaus funktionieren, auch wenn man sich nicht ständig sieht.

Inzwischen sind wir verheiratet und haben eine kleine Tochter, leben auch nun gemeinsam, was aber eher dem Lockdown geschuldet ist. Gewünscht war eine andere Wunschheimat, aber glücklich sind wir trotzdem 😁

Solange ihr euch trotzdem nah seid und gut kommunizieren könnt, kann es definitiv funktionieren. Wenn ihr jedoch mehr nebeneinander her lebt, dann wird es schnell schwierig.

Ich wünsche euch alles Gute!

Liebe Grüße,
Uschi

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Am Anfang dachte ich, dass wir super reden können - jetzt weiß ich manchmal am Telefon nicht, was ich erzählen soll.
Worüber habt Ihr denn so geredet? Oder welche Gemeinsamkeiten habt Ihr?

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Da wir uns an der Kunsthochschule kennengelernt haben, war schon mal ein gemeinsames Hobby vorhanden, darüber ließ sich immer reden.

Ansonsten haben wir eben sehr viel vom Tag erzählt. Wenn man so weit von einander weg ist, muss man anders Nähe schaffen. Uns war es immer wichtig, dass wir wissen, was der andere so vor hat am Tag, ob er sich verabredet hat, wie die Arbeit war usw. Dann hat man das Gefühl, trotzdem am Leben des anderen teilzuhaben.

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Als ich meinen Mann kennenlernte, wohnte er in NRW, ich in M-V, dazwischen lagen etwa 700km, also etwa 6h Fahrzeit mit dem Auto.

Das haben wir sechs Jahre durchgehalten, bis wir zusammenzogen, weil zumindest ich örtlich gebunden war. Machbar ist es also durchaus, man muss halt viel Vertrauen mitbringen, eine Möglichkeit finden, miteinander adäquat zu kommunizieren und Dinge zu unternehmen. Bei 1h Autofahrt sind ja sicher öfters Treffen möglich, nicht nur 2x im Jahr. Außerdem muss man es wirklich wollen, sonst scheitert es, bevor es überhaupt begonnen hat.

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Ich bin ehrlich gesagt ein Fan davon, wenn einen zu Anfang der Beziehung noch ein paar Kilometer trennen und man sich seltener sieht - keine Ahnung warum, mir gefällt das :-D Außerdem sollte man eh nicht zuuuuu schnell zusammenziehen m. M. n., erst recht nicht wenn ein Kind involviert ist.

Ich finde eine Stunde Autofahrt nicht zu weit, das kann man doch 1-2mal pro Woche fahren. Deine Tochter ist nicht mehr soooo klein, außerdem hast du evtl. regelmäßig kindfreie Wochenenden!?

Ich würde es probieren.

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Hallo.

Als meine Mutter ihren derzeitigen Partner kennen gelernt hat war ich 16 und die Schwester 13.
Er lebte 350km weg von uns.
Jedes 2 WE und seine Urlaube verbrachte er bei uns,nachdem ich 18 war ist meine Mutter dann auch mal öfter zu ihm.
Sie haben viel telefoniert. Manchmal zusammen dabei Filme geschaut und so Sachen. Da waren sie aber natürlich nicht Nonstop am reden. Übers Internet Brettspiele gespielt und so Sachen.
Nach 6 Jahren Fernbeziehung ist sie dann nachdem wir beide ausgezogen sind zu ihm gezogen und sie sind bis heute glücklich zusammen.
Es geht also,sogar bei deutlich mehr Entfernung.

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Wir haben bzw hatten auch eine Stunde Autofahrt zwischen uns und wenn ich nicht über längere Zeit am Stück zu ihm gekonnt hätte, wären wir heute kein Paar.
Für mich wäre das nichts, wenn man sich nur alle 2-4 Wochen am Wochenende sehen kann oder so.

Überleg dir also gut, ob du das kannst und weiterhin Zeit in den Mann investieren möchtest.

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Ich lebe seit über einem Jahrzehnt eine Wochenendbeziehung - ja, man kann Nähe aufbauen und das kann alles funktionieren. Mich ließen meine Eltern mit 12 Jahren auch schon locker übers Wochenende alleine, das würde ich dann eventuell auch winfach mal probieren.