Übertreibe ich?

Hallo, ich muss mir mal was von der Seele schreiben. In der Kurzfassung mein Partner und ich sind seit fast 9 Jahren zusammen. Ziemlich am Anfang und vor ca 4 Jahren hat er mein Vertrauen ziemlich missbraucht. Ich habe ihm verziehen. Wir haben vor knapp 3 Jahren eine wundervolle Tochter bekommen. Nun zum eigentlichen Thema - Heirat. Für mich war immer klar vor dem Kind zu heiraten von daher schiebe ich das Thema gerne in den Hintergrund. Nun äußert er seit kurz nach der Geburt unserer Tochter Hochzeitswünsche aber fragen tut er natürlich nicht. Es kommen immer nur Anspielungen das es irgendwann noch passieren wird. Wenn ich tot bin?? Bei ihm ist es bei vielem so das er was will aber dann nicht den Mumm hat es anzugehen. Nun haben sich heute enge Freunde von uns verlobt und ich habe mich total für die beiden gefreut bis mir unsere Beziehung in den Kopf kam. Ab da war ich nur noch traurig, wütend und enttäuscht weil selbst dieser frisch verlobte Kumpel den Mumm aufgebracht hat unsere Freundin zu fragen obwohl dieser ehr ich nenne es mal gefühlskalt ist.
Nun stelle ich mir die Frage bin ich es ihm einfach nicht wert genug oder spinne ich einfach?

Danke an alle die bis hier hin durchgehalten haben und Sorry für den langen Text.

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Dann mach du ihm doch einen Antrag?

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Leider bin ich in der Hinsicht ehr altmodisch und finde das es Männersache ist und nachdem er mir 2 mal mein Vertrauen schon relativ arg missbraucht hat und auch so ab und an seine egotrips fährt und ich trotz all seiner macken zu ihm stehe fände ich es einfach schön wenn er mir auch mal zeigen würde das er mich als seine Frau an seiner Seite möchte. Zumal er auch ein Problem damit hat das unsere Tochter meinen Namen trägt und ich daran schuld wäre. Dabei hat er ja vor ihr schon sagen wir mal 4-6 Jahre (man muss ja nicht direkt nach 1 oder 2 Jahre heiraten) Zeit gehabt hätte um zu fragen.

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"ich es einfach schön wenn er mir auch mal zeigen würde das er mich als seine Frau an seiner Seite möchte"

Ich würde davon abraten, dass an einer einzigen Geste festzumachen. Wenn du dir bei diesem Fakt so unsicher bist, dass du einen altmodischen Heiratsantrag benötigst, dann stimmt etwas anderes nicht. Du vermisst offenbar die Wertschätzung als Partnerin. Das wird sich dann aber auch nach einem Heiratsantrag oder einer Hochzeit nicht ändern. Die Beziehung geht danach genau so weiter und du wirst vermutlich weiterhin unzufrieden sein.

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Man muss nicht heiraten, damit das Kind den Namen des Vaters bekommt. Allerdings habe ich den Eindruck, das Thema ist auch ein Druckmittel. Alles in allem klingt es eher anstrengend, was ihr da macht. Er missbraucht dein Vertrauen, ist oft ein Egoist. Du hast große Erwartungen die ja doch nicht erfüllt werden. Dieser kurze Umriss, da hofft man nur, euer Alltag ist harmonischer. Ansonsten, wenn es dir so wichtig ist frag du ihn. Es wird dir nichts bringen, wenn dir hier alle zustimmen, dass er endlich mal zu Pötte kommen soll...

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Ließt sich tatsächlich etwas kühl. Unsere Beziehung ist ansonsten tatsächlich sehr harmonisch bis auf die ein oder andere Gewitterwolke wie in jeder gesunden Beziehung. Das unsere Tochter meinen Namen trägt ist kein Druckmittel- er war vor der Geburt damit einverstanden aber im Nachhinein möchte er eben doch lieber das sie bzw wir alle so heißen wie er aber wie gesagt das sind seit mehr als 2 jahren leere Worte.

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Weißt du, mein Mann und ich wären nicht verheiratet, hätte ich nicht gefragt. Und ich habe nicht nur einmal gefragt (er hat nicht nein gesagt, sondern eher ich weiß nicht, es geht so schnell usw.) Ich habe ihn dann gefragt, was sich nach der Heirat ändern sollte, da meinte er, ja nichts, wir sind dann weiter zusammen. Naja und dann haben wir eben geheiratet. Auch bei uns gibt es größere und kleiner Probleme, aber die gebe es mit und ohne Trauschein. Ich kann dich bezüglich der Ehe verstehen, es fühlt sich für mich persönlich enger an und ich bezeichnen meinen Mann einfach gerne als meinen Mann (ja blabla, der Mann gehört mir nicht und ich ihm nicht, bitte keine Diskussion über Semantik), aber deine Ansicht über den Antrag verstehe ich nicht. Wenn ich etwas möchte, frage ich danach.

Btw. Den Standesamttermin zu bekommen (Großstadt) war echt schwierig. Erst nach 3 Monaten und gefühlt 10 genervten Mails bekam ich einen Termin bei einer Beamtin um einen Termin für die Trauung zu bekommen. Und das war noch vor Corona 🙄

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Schwierig, dir hier guten Rat zu geben. Wir können hier leider nicht wissen, was ihn hemmt.

Möglichkeiten:
- Er ist kein entscheidungsfreudiger Mensch
- Er scheut die Kosten und den allgemeinen Aufwand
- Er ist sich nicht sicher, falls ihr öfters Krisen schiebt als Paar/Familie
- Er mag eigentlich gar nie heiraten / ist nicht sein Ding
- Er hat Angst, es dir nicht gerecht zu machen mit dem Antrag
- Er überlegt, sich von dir zu trennen
- ...

LG

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Sprech ihn doch das nächste mal einfach an und frag, wann er denn möchte, oder ob ihr schon mal einen Termin zur Anmeldung machen sollst. Muss das mit TamTam und Trara sein?

Ihr seid 9 Jahre zusammen, habt scheinbar einiges erlebt, habt eine Tochter,…wer weiß was für Dinge im Bett angestellt,…aber ansprechen geht nicht? Werde ich nie verstehen. Was kann passieren?

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Wir sprechen ständig über das Thema und er sagt er weiss schon genau wie er es macht und so weiter. Hat auch schon mehrfach nach ringen geschaut. Bekomme ich Dank Facebook und dem selben Surfer ja dummerweise mit aber wann er sich mal dazu durchringt..... Bleibt ungewiss und ich hab auch keine Lust mehr mit 40 oder so zu heiraten.

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Ich bin ja sehr unromantisch und will nicht mehr heiraten, aber es soll Leute geben, denen der "romantische" Teil wichtig ist, für die eine Hochzeit nicht nur der Vertragsabschluss ist. Da hilft ansprechen nicht weiter, weil das den vermeintlichen Zauber nimmt.

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Hi du,

Oh irgendwie kommt mir das bekannt vor zum Glück waren bei mir keine Kinder im Spiel!
Ich war 14 Jahre mit meinem ex zusammen… wir wollten beide Karriere machen ich wollte aber auch immer heiraten und Kinder! Er hat 2x mein Vertrauen missbraucht das erstemal habe ich auch noch verziehen beim zweiten Mal bin ich gegangen er war zwar traurig aber ich vermute nach wie vor die Gewohnheit weil gekämpft hat er für uns nie! Er hat auch immer Anspielungen auf Hochzeit gemacht der Antrag kam nie! Im Gegenteil 2x Vertrauen missbraucht und ich bin nach 14 Jahren gegangen! Ich war halt nicht die richtige Frau an seiner Seite weil er nur an sich gedacht hat!

Nun bin ich verheiratet habe meine Familie und alles ist schick!

Er ist immer noch nicht verheiratet hat aber nun auch ein Kind (er wollte nie Kinder) er will nur Karriere also soviel dazu! Ich hoffe für dich das es bei dir besser ausgeht als bei mir! Aber ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen zum Glück waren da noch keine Kinder Eigentum etc.. und meine Erfahrung ist leider Männer die so zögern denken innerlich das sie nicht die richtige Partnerin haben! Wie gesagt meine Erfahrung es muss so ja nicht sein! Ich würde das Gespräch suchen

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Einen Rat habe ich nicht, leider. Ich kann Dir nur berichten, dass es hier genau die gleiche Situation ist. Seit 6 Jahren zusammen, eine gemeinsame Tochter. Seit der Geburt vor 6 Monaten kommen ständig Andeutungen auf einen "baldigen" Heiratsantrag - ich glaube jedoch nicht daran, dass dies passiert. Er kennt meine Einstellung, dass ich gerne vor dem Kind geheiratet hätte... Genau wie Du...
Kürzlich hat er mal gemeint, dass er den Antrag im Urlaub geplant hatte, der letztes Jahr aufgrund Corona nicht stattfinden konnte. Ob es stimmt, weiss ich nicht... Vielleicht hat Dein Partner auch etwas im Sinn, dass aktuell (noch) nicht möglich ist. Alles Gute.

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Das Corona im Weg steht hab ich auch schon von meinem gehört aber ob ich das glauben soll. Dann passt das Wetter evtl nicht oder was auch immer. 🤷‍♀️
Ich denke ich sollte einfach nochmal alles überdenken wobei eine Trennung für mich nicht in Frage kommt weil sonst wirklich alles ok ist aber ich muss wohl einen Weg finden damit klar zu kommen wie es ist.

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Wenn ich mal die Meinung eines verheirateten Mannes dazu geben kann: Ich hab meine Frau einfach ohne Tamtam gefragt, ein Abendessen gekocht und wir haben einige Wochen später unsere Trauringe geschmiedet, die wir dann bis zur Hochzeit als Verlobungsringe getragen haben.

Je grösser die Erwartungen seitens der Frau sind, desto schwieriger sind sie zu erfüllen. Und je länger sich das hinzieht mit Andeutungen, Nachfragen usw., desto perfekter und umfangreicher inszeniert muss es dann sein.

Ich würde mich an eurer Stelle fragen, was für euch nun wichtig ist. Eine grosse Inszenierung, um die man im Freundeskreis benieden wird oder Klarheit, was das Thema Hochzeit betrifft, selbst wenn es dann ohne grossen Moment beschlossen wird. Ich würde das Thema offen ansprechen. Je nachdem, wie eure Partnerschaft funktioniert, könnt ihr dann auch gemeinsam beschliessen, dass ihr heiraten werdet und die erste Planung in die Hand nehmen.

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Wenn einer mir gegenüber Heiratswünsche äußert, würde ich das so interpretieren, dass er mich heiraten will. Vielleicht hat eure Freundin das ja so gemacht.

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Hallo,

Mal ganz ehrlich was verändert eine Hochzeit außer die Steuerklasse und ggf. der Nachname? Da ihr schon lange zusammen seid und ein gemeinsames Kind habt, werdet ihr ja alles andere (z. B. Sorgerecht, Patientenvollmachten, Patientenverfügungen, Testament etc.) geregt haben. Wenn nicht ist es allerhöchste Zeit.

Ich bin ehrlich, ich verstehe diesen Hype um Heiratsanträge und Hochzeiten nicht. Entweder man will heiraten oder nicht. Wenn man heiraten will, dann besorgt man die benötigen Papiere und geht zum Standesamt und bestelltdas Aufgebot. Du willst heiraten, dann stelle ihm die Frage oder bitte ihn die Papiere zu beantragen damit das Aufgebot bestellt werden kann. Wir leben im 21. Jahrhundert du bist doch eine Jungfer in Nöten, sondern eine gestandene Frau. Warum werden Erwachsene Frauen wenn es um das Thema Hochzeit geht zu Frauen mit Ansichten aus dem Mittelalter.

Wir haben ganz ohne Druck bei einer Flasche Wein entschieden zu heiraten. In der Nacht von Samstag auf Sonntag entschieden und montags Aufgebot bestellt. Vor dem Standesamt noch schnell per "Stein Papier Schere (bist of 5)" über den Nachnamen entschieden. Der Hochzeit war in einem kleinen feinen Rahmen.

Für mich hat die Hochzeit nichts an meinen Gefühlen zu meinem Mann geändert noch hat sich unsere Beziehung geändert. Das einzige was sich geändert hat ist mein Nachname und meine Steuerklasse. Aber meine Liebe zu ihm oder unser zusammenleben war genau gleich.

Warum willst du denn genau heiraten? Weil alle es machen? Weil man es von euch erwartet? Wegen dem Kleid und der Feier? Ist eine Hochzeit der ultimative Liebensbeweis?

LG Morgain

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KEINE Jungfer in Nöten...

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Runtergebrochen klingt es so, als sei ein Heiratsantrag und die Ehe die Entschädigung dafür, dass du seine Egotrips und Vertrauensmissbräuche erträgst.
Ob das so tolle Voraussetzungen für eine Ehe sind? Warum vist du mit ihm zusammen? Warum ist er mit dir zusammen? Was trägt euch als Paar?

Ich glaube mitnichten, dass du ihm seine Vertrauensbrüche verziehen hast, sonst würdest du sie nicht erwähnen und dein Verzeihen als Grund anführen, warum er jetzt quasi in der moralischen Pflicht ist, über seinen Schatten zu springen und dir einen Antrag zu machen.

Das klingt alles reichlich schräg. Ich würde euch zu ner Paartherapie und nicht zu ner Ehe raten. Repariert doch erst Mal euer Fundament, bevor ihr was Bröseliges betoniert.

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Ganz genau so sehe ich das auch.

Eine Ehe gibt dir keine Garantie, dass er dein Vertrauen nicht mehr missbrauchen wird.
Für mich klingt es so, als würdest du die Hochzeit als Sicherheit brauchen.