Wer ist noch mit einem Choleriker verheiratet?

Hallo,

Ich würde gerne wissen, wer von euch noch mit einem Choleriker verheiratet ist.
Mein Mann war schon immer recht aufbrausend. Ich dachte, ich komme damit zurecht. Ich hatte einen cholerischen Chef und das war kein Problem.
Sobald mein Mann zu Hause ist, liegt Ärger in der Luft. Er ist grundsätzlich gereizt, motzt über seine Arbeit und alles mögliche. Er ist direkt unwahrscheinlich laut und brüllt herum. Wir haben 3 Kinder im Übrigen.
Oftmals würde ich ihn am liebsten raus schmeißen. Die Tatsache, dass ich dann mit extrem wenig Geld da sitze, hält mich davon ab. Da kann sich nun ereifern, wer möchte. Wer 3 Kinder und keinerlei Familie hat, aushelfen könnte, weiß, wovon ich rede. Und die, die Superkräfte haben und trotz 3 Kindern Vollzeit arbeiten alleine sind, sind wohl die Ausnahme...

Jedenfalls würde ich mir einen ruhigen Mann wünschen. Von meinem Ex-Freund hörte ich nie ein böses, lautes Wort. Und auch andere kommen mir nicht vorstellen als wären sie so.

Ich gehe auf die 40 zu und es nervt mich immer mehr. Wir sind übrigens 13 Jahre zusammen, 10 verheiratet. Ich hab so die Nase voll, ihr könnt es euch nicht vorstellen.

Er regt sich permanent über Job und Kinder und alles mögliche auf. Vor 3 Jahren hatte er einen lebensbedrohlichen Zwischenfall. Wie durch ein Wunder wurde er gerettet und ansatzweise jeder würde nur noch strahlend durch die Welt laufen, noch da zu sein und seine Kinder zu haben. Aber es ist nicht erst seitdem. Er war ja vorher schon so cholerisch.

Was tun?

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Hast Du nur ansatzweise eine Vorstellung, wie sehr Deine Kinder unter einem brüllenden cholerischen Vater leiden?
Ich hatte so eine Mutter - und nein, geliebt habe ich sie nicht, respektiert auch nicht.
Überleg Dir gut, was Du da machst - bzw. zulässt.
Von Liebe lese ich auch nichts.
Ich weiß sehr wohl, dass alleinerziehend mit 3 Kindern schwer ist, ich war es mit 2 Kindern und einem Berg Schulden und ohne die geringste Hilfe. Aber meinen Kindern wollte ich diesen Mann damals nicht mehr antun und habe mich durchgebissen, der zweite Mann war dann das genaue Gegenteil.
Erkundige Dich, wie Du dastehst alleine - und sag ihm, dass Du Dich trennen willst. Sollte er Dich noch lieben, müsste er wissen, was zu tun ist. Wenn nicht.....tja.....
Du hast noch vielleicht 40 brüllende Jahre und 3 Kinder mit psychischen Schäden vor Dir. Wirklich echt vertretbar?
LG Moni

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Ich würde ihm empfehlen, nach Feierabend und bevor er zu Hause ist, 10 Minuten barfuß über eine Wiese zu laufen oder einen waldspaziergang zu machen. Dabei kann man sehr gut runterfahren und die Dinge hinter sich lassen.

Alles Gute für dich 🙂

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Da kannst du wenig tun. Du könntest ihm Vorschlagen, dass therapeutisch zu bearbeiten, aber ich würde Geld darauf wetten, dass er keinerlei Problembewusstsein hat und das ablehnen wird.

Ansonsten bleibt nur aushalten bis zumindest die Kinder älter sind (und du wieder problemlos Vollzeit arbeiten kannst) oder Trennung. Ich fände ja ne Trennung besser, denn ich kann mir kaum vorstellen, dass deinen Kindern so eine Atmosphäre besonders gut tut.
Wenn es, wie mir scheint, nur am finanziellen scheitert, könntest du dich ja mal von einem Anwalt beraten lassen, wie viel Unterhalt dir für die Kinder und eventuell dich selbst nach einer Trennung zustehen würde und überlegen, ob es damit nicht vielleicht machbar ist.

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Hallo,
ich finde es irgendwie sehr traurig, was Du schreibst.
"Ich dachte, ich komme damit zurecht. Ich hatte einen cholerischen Chef und das war kein Problem."
Du redest aber hier über Deinen Lebenspartner und nicht über Deinen Chef! Obwohl man das Gefühl bekommt, daß Du jetzt halt auch einen cholerischen Chef zuhause hast #gruebel....
Kein Wort darüber, ob Ihr Euch liebt.
Sehr bedrückend, daß direkt Ärger in der Luft liegt, wenn er heimkommt, das klingt nicht nach einem gemütlichen Zuhause für Eure Kinder. Bin selbst so aufgewachsen und knabbere bis heute daran.
Ich finde den Vorschlag einer Vorschreiberin gut, daß Du Dich einfach mal beraten läßt, wie eine alternative Zukunft für Deine Kinder und Dich aussehen könnte.
Alles Gute! tatzel #klee

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Lasse ihn hier mitlesen. Vielleicht begreift er dann, was er mit seinem Verhalten anrichtet.

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Wenn ich dich richtig verstanden habe, hat nicht er sich verändert, sondern du kommst zunehmend mit seinem Verhalten nicht mehr klar, das er von Anfang an gezeigt hat.

Es liegt auf der Hand, dass derartig langjährig gefestigtes Verhalten sich schwer ändern lässt.

Eine andere Userin hat es schon angemerkt: Du schreibst nichts von Liebe, von schönen Zeiten und für mich hört es sich sogar so an, als wärst du weg, wenn das nicht praktische und finanzielle Probleme zur Folge hätte.

Wir wissen auch nicht, was du unternommen hast, um ihn zu einem Umdenken zu bewegen. Weiß er, dass es bei dir 5 Minuten vor 12 ist? Ist es ihm gleichgültig, dass er das familiäre Leben vergiftet? Ich würde von ihm verlangen, therapeutisch begleitet an sich zu arbeiten und sonst die Reißleine ziehen, gleich, welche Nachteil auf dich zukommen. Kinder sollten nicht lernen, dass so ein Familienleben aussieht, dass Männer so mit ihrer Familie umgehen. Mensch.... drei Kinder und finanzielle Abhängigkeit... warum?

Ich kenne wie eine andere Teilnehmerin hier ebenfalls einen brüllenden Elternteil aus meiner Kindheit und kann mich noch gut daran erinnern, wie ich als Kind gezittert und mir die Ohren zugehalten habe, wenn es wieder so weit war. Ich weiß nicht, wie es deinen Kindern damit geht, wie sehr sie darunter leiden oder so abgestumpft sind, dass sie das als normal empfinden.

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"Wer ist noch mit einem Choleriker verheiratet? "

Meine damalige Nachbarin. Sie ist dann mit Mitte 60 an Krebs gestroben, er kurz danach am Herzinfarkt. Sein Sohn hatte psych. Probleme, die Tochter... keine Ahnung ob die auch einen weg hatte...

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Das kann ich sowas von verstehen, denn mir geht es genauso. Ich habe auch so einen Ehemann. Und ich habe vieles versucht, um ihm die Augen zu öffnen. Alles ohne Erfolg. Ich habe auch keine Kraft mehr. Jedenfalls ihn zu ändern oder auch nur auf Besserung zu hoffen.
Tipps kann ich Dir deshalb leider keine geben. Ich denke, die Leute, die so schreiben, das würden sie sich nicht bieten lassen usw. die wissen gar nicht, in welcher Lage man sich da befindet als Frau.

Bei uns geht das ein paar Wochen gut, bis mein Mann wieder ausflippt, rumschreit. Wegen Kleinigkeiten, wo man eigentlich kein Wort verlieren müsste.

Die einzige Möglichkeit (falls man bleiben möchte, aus welchen Gründen auch immer) ist für mich: Stärke Dein Selbstbewusstsein, sorge für Freude in deinem Herzen und tue Dir selbst Gutes. So mache ich es jetzt.

Wenn mein Mann laut wird hau ich ab. Ich schließe mich im Bad ein und warte bis sein Wutanfall vorüber ist. Weil bei ihm nützt es nichts, sich zu erklären oder zu rechtfertigen, dann wird er nur noch lauter.
Später dann kann man mit ihm reden, jedoch fruchtet es nicht wirklich.

Wenn er "normal" ist in den Wochen dazwischen, denke ich, wie schön doch alles ist und dann ist sofort die Stimme da: Der nächste Anfall kommt bestimmt.

Und der kommt ja auch. Leider. Ich habe die Idee, dass mein Mann ADHS hat. Das haben sie im Kindesalter bei ihm diagnostiziert, aber nicht behandelt.
Denn ihm ist alles schnell zuviel, er regt sich dann sofort auf, wird ungerecht usw.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles Liebe und viel Kraft. Aber ändern wird er sich nicht, entweder du lernst damit umzugehen oder eben nicht.

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Vielleicht kannst du die Lage ja näher erläutern, damit man es versteht. Würde mich wirklich interessieren.

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Mein Mitgefühl hält sich in Grenzen, wenn ich lese, dass du bewusst mit einem Choleriker Kinder bekommen hast.
Du hattest die Hoffnung ihn zu ertragen, weil der Chef ja auch einer war. Hast du irgendwann auch mal daran gedacht wie es für Kinder mit einem cholerischen Vater ist?
Die sind ihm hilflos ausgeliefert. Einen Job kann ich wechseln, aber den Vater als Minderjähriger?
Dann schreibst du, dass er jeden Tag seineen Launen freien Lauf lässt.
Dann willst du mit ihm zusammen bleiben wegen dem Geld? Die Kinder sind egal?
Mit 3 Kindern Vollzeit zu arbeiten, sodass man davon auch leben kann, ist sicher nicht einfach. Da hast du recht. Aber du hast dich selbst in diese Situation manövriert.
Ich finde dein Problem total hausgemacht.
Trennen willst du dich eh nicht, also bleibt ja nur noch dem Mann auf den Zahn fühlen oder weiter auszuharren und die Kinder möglichst aus seinen Launen raus zu halten.
Wobei ich der Kinder wegen ein Leben vom Amt vorziehen würde. Zumindest so lange bis das Jüngste im Kindergarten ist.
Dann hast du zwar den Gürtel eng, aber keine schlechte Luft mehr zu Hause.