Erdrückt und überwacht

Hallo Ihr Lieben,
Ich führe eine sehr lange Beziehung (fast 18 Jahre, 12 davon verheiratet) und wollte am Anfang das ganze. Nachdem unser erster Sohn zur Welt kam als ich 17 war, musste ich unbedingt heiraten weil es ja zu einer richtigen Familie dazu gehört. Er wollte nie bis ich ihm die Steuerersparnis vorgerechnet habe, drei Wochen später waren wir verheiratet.
Ich habe dieses Perfekte-Familie-Gefühl nach außen gebraucht. Die Realität sah anders aus. Er ist 18 gewesen als unser erstes Kind kam, das erste Mal das er erwachsen gesprochen oder nachgedacht hatte war ganze 10 Jahre später.
Wir haben jetzt 3 eigene Kinder (14,11 und 3,5 Jahre) und ein Pflegekind (mein Bruder mit 15 Jahren), wohnen zur Miete in einem alten Bauernhaus wo er seine eigene kleine Werkstatt mit Hebebühne und allem drum und dran hat.
Jetzt kommen wir zum Problem...
Vor einem knappen Jahr hatte ich mich schonmal von ihm getrennt weil unsere Kinder und ich ihm einfach nur gleichgültig waren und ich die Schnautze voll hatte mit einem Menschen zusammen zu sein der nie genug bekommt (Beispiel: oh toll ein neues Motorrad ohne Mängel... statt sich darüber zu freuen, sucht er nach Dingen die er unbedingt braucht um glücklicher zu sein wie neue Handgriffe, anderen Auspuff und noch so einige Dinge - obwohl das Geld nicht da ist).
Er hat mich über Jahre genau so manipuliert und ich bin in einer schweren Kaufsucht gelandet da ich ihm alles kaufen wollte um ihn glücklich zu machen - allerdings war er nie glücklich, er wollte dann immer noch andere Dinge. Mittlerweile weiß ich das es nicht mein Problem ist, sondern seins.
Nach der Trennung ist er in ein sehr großes Loch gefallen und ich sagte ihm er muss sich endlich helfen lassen. Er hat es irgendwann eingesehen und ging zum Doc. Bekam Antidepressiva und zeigte sich von seiner besten Seite.
Wir konnten nur eine Räumiche Trennung mit Zimmern durchführen (ich im WZ und er im SZ).
Ich habe in dieser Zeit viel mit einem gemeinsamen Freund darüber reden können und eines Morgens, als ich zu unserem Sohn hoch gegangen bin, hat er mein Handy genommen und angefangen zu lesen. Ohne irgendwelche genauen Sachen raus zu lesen ist er völlig ausgerastet und zu seinem Kumpel gefahren um ihm "die Fresse zu polieren". Der Freund war nicht da und so kam er wieder. Nachdem er vorher in eine Glastüre getreten hat und blutete wie ein Tier, habe ich ihn erstmal verarztet (hätte definitiv genäht werden müssen).
Wir haben darüber geredet und er meinte das er mich schon länger beobachtet und schaut wie oft ich online bin.
Es kamen Dinge hinzu das er unbedingt Sex wollte und ich das nicht wollte, er dann meine Freundin angeschrieben hat weil er sie schon immer heiß fand und auch meine Arbeitskollegin nicht schlecht ist. Meine Freundin wollte nichts von ihm und sagte es ihm deutlich.
Dann wurde ich krank und er zeigte sich von seiner besten Seite und kochte mir Tee und nahm mich in den Arm etc. Es stellte sich raus das es Corona war und er wurde auch krank, schlimmer als ich und ich pflegte ihn und die Kinder und dann auch noch seine Oma.
Wir wurden gesund und er zeigte sich von einer lieben Seite - endlich mal den Kindern gegenüber. Wir kamen wieder zusammen. Die Kinder hatten gelitten und er war am Boden zerstört. Ich konnte es nicht mehr ertragen wie er mir gegenüber einen Hass, Wut und Abneigung äußerte. Es war so verletzend und im nächsten Moment weinte er und erzählte mir offen über seine Gefühle und wie er alles ändern möchte.
Jetzt ein knappes Jahr später stehe ich da und weiß nicht weiter. Er erdrückt mich mit seiner "liebe". Ich soll ihm sagen das ich ihn liebe - er macht es schließlich mindestens 20x am Tag. Ich soll ihn kuscheln, küssen und Sex mit ihm haben.
Natürlich mache ich es alles, sonst kommt er wieder auf paranoide Gedanken ich könnte einen anderen haben - ist ja nicht so das ich berufstätig bin, 5 Kinder und viele Termine habe...
Er überprüft regelmäßig heimlich mein Handy und liest meine Nachrichten.
Jetzt hat er am Samstag von mir verlangt das ich keinen Kontakt mehr zu unserem gemeinsamen Freund haben soll. Er möchte das nicht und findet das er mehr mit mir als mit ihm schreibt- sicher hat er mehr im Kopf als nur Freundschaft.
Ich fühle mich erdrückt und sitze fest. Muss mich immer rechtfertigen wo und mit wem ich war und was ich gemacht habe.
Eine Trennung kommt für mich gerade garnicht in denn Sinn da er so sehr darunter gelitten hat, die Kinder sehr leiden unter sowas und wir so hohe Schulden haben und ich mit meinem Gehalt nicht mal die Miete bezahlen kann.
Ich habe irgendwie das Gefühl das noch Gefühle da sind, aber eigentlich bin ich abends nur froh das er kommt um dann vielleicht die Kinder abzunehmen - wobei das eigentlich nur ein Wunschdenken ist.
Vielleicht habt ihr etwas ähnliches durch - was könnte ich machen und ist das eine "normale" Beziehung?

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Hallo,
also ganz ehrlich....
Warum bürdest du dir das auf? Er ist ein erwachsener Mann und wenn er mit einer Trennung nicht klar kommt, ist das sein Problem!!
Lass dir kein schlechtes Gewissen machen,!
Du bist NICHT du seine Gesundheit verantwortlich.
Wem gegenüber du verantwortlich bist, ist die selbst gegenüber und vor allem den Kindern. Was lebst du/ihr ihnen denn in der Beziehung vor? Einen labilen, manipulativen Partner, der sich nicht im griff hat?
Und NEIN eine normale Beziehung ist das nicht.
Ich würde dir empfehlen, zu eine Frauenberatungsstelle zu gehen.
Und ob du wirklich für ihn "Gefühle" hast, oder es sich nur um Pflicht und Angst handelt... Das würde nur Abstand zeigen - aber so würde ich nicht weitermachen. Dazu bist du zu Jung...
Sich dir Hilfe und sperr dein Handy für ihn - goib ihm Kontra, damit er auch mal lernt, das er nicht der Nabel der welt ist!
Nicht immer so kuschen...
Viel Glück!

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du willst dir icht eingestehen,dass es vorbei ist, mehr als heuer halbes Leben miteinander verbracht . Es ist wohl eher Show was ihr da veranstaltet. Du solltest dir einen Job suchen, dass hr die Schuldn auf die Reihe bekommte oder einen Privatkonkurs anstreben

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Ich habe ja einen Job, aber mehr als 20 Stunden schaffe ich mit 4 Kindern, Terminen und Haushalt leider nicht ohne komplett kaputt zu gehen. Eigentlich bin ich wirklich eine starke Persönlichkeit, allerdings fühle ich mich zur Zeit einfach nur schwach und habe Angst vor den ganzen Emotionen und weiß auch garnicht wohin mit mir, er wurde beim letzten Mal schon so böse und hat mir klar gemacht das er dieses Haus sicher nicht verlässt, aber wohin soll ich mit 4 Kindern 🤷‍♀️

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Ich hab mich auch sowas von schwach und gebrechlich gefühlt. Im Leben hätte ich mich zu der Zeit nicht getrennt.
Doch er hatte dann die Trennung ausgesprochen.
Ich hatte so viel Stärke und willenskraft. Alles verlief super.
Jetzt ist es fast ein Jahr her und ich fühle mich besser denn je. Besser als jemals in der Beziehung.

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Wenn Du Dich nicht trennen willst, kannst Du Dir eine Paartherapiel vorstellen?
Gleichzeitig musst Du ganz klar auch deinen privaten Raum definieren. Dazu gehört: Dein Handy, dein Konto und deine Freunde. Dieser Artikel zeigt Dir vielleicht, dass Du da nicht alleine bist:
https://dgbs.de/bipolare-stoerung/fuer-angehoerige/zwischen-liebe-und-abgrenzung

Ist dein Mann noch in Therapie und nimmt er Antidepressiva ? Ansonsten klare Ansage - er muss zum Arzt.

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In Therapie war er nie wirklich, er war nur beim Hausarzt und nimmt Antidepressiva, allerdings vergisst er das immer mal wieder

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Sorry, aber wenn du dich nicht trennen willst, braucht man dir auch nichts zu raten. Eure Beziehung. Ihr lebt ohnehin nur noch nebeneinander her, er manipuliert dich, hat ein Aggressionsproblem, zwingt dich zu Sex und Zärtlichkeiten, er kontrolliert dich, ist krankhaft eifersüchtig, schreibt aber gleichzeitig deine Freundinnen und Kolleginnen an, wenn du mal nicht "spurst" und seine körperlichen Bedürfnisse befriedigst, du musst ihm abends quasi ein Tagesprotokoll vorlegen, jeden eigenen Schritt rechtfertigen...

Du schreibst von "Hass, Wut und Abneigung" seinerseits und dem plötzlichen Umschwung ins andere Extrem (vor Liebe erdrückt werden). Das ist alles andere als gesund und "normal".
Das ist doch kein Leben und ich sehe da auch keinerlei Hoffnung mehr, die Beziehung zu retten. Wie hier bereits erwähnt wurde, wäre Privatinsolvenz vermutlich eine Möglichkeit, aber da kenne ich mich viel zuwenig mit der Materie aus. Google wird da als erster Anhaltspunkt aber sicherlich weiterhelfen (und womöglich meldet sich hier auch noch jemand mit mehr Ahnung zu Wort).
Und solange dein Mann sich nicht in Therapie begibt und sich, falls notwendig, medikamentös vernünftig einstellen lässt (ohne die Einnahme zu "vergessen"), wird sich am momentanen Zustand nichts ändern.

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Nein, das ist alles andere als eine "normale" Beziehung. Es ist ein Gefängnis für dich. Zudem fällt mir auf, dass du dir in Sachen Trennungsgedanken sehr viel mehr Gedanken um ihn machst und wie sehr er darunter leiden könnte, als um dich und wieviel Freiheit & Leben du und die Kinder wieder gewinnen könntet.

Ich empfehle dir in dieser Situation, dich einmal ganz ruhig für dich hinzusetzen und eine schlichte Pro- und Contra-Liste zu machen in Sachen eurer Ehe. Du wirst dabei sehr schnell feststellen, dass die Contras gewaltig überwiegen. Was also hält dich dann konkret??

Im nächsten Schritt unbedingt neutrale Beratungsstellen aufsuchen. Zum Einen fällt mir da die Schuldnerberatung ein hinsichtlich des Umgangs mit euren Schulden und zum Anderen eine Frauen- und Familienberatungsstelle. Kontakte bekommst du i.d.R. sehr gut über die Webseiten der Stadt, in der du lebst, über die Caritas oder das DRK. Zu guter letzt denke ich, dass du auch dringend psychologische Unterstützung brauchst, um dich von deinem Mann zu lösen. Du scheinst hier in eine Art Abhängigkeitsfalle geraten zu sein und hast, verständlicherweise, enorme Zukunftsangst. Du kannst dich im allerersten Schritt hierzu an deinen Hausarzt wenden, der dir sicherlich entsprechende Kontakte an die Hand geben wird.

Es gibt für mich nur eine Lösung für dich: Beende dieses beängstigende, unterdrückende, erpresserische Fiasko! Und das schaffst du nur, indem du dir professionellen Rat & Unterstützung von außen suchst. Das wäre der erste Schritt aus dem Weg heraus.

Alles Gute
Deichbrise

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Nein, das ist keine "normale" Beziehung und ich werde nie verstehen, warum manche Menschen ihre wertvolle Lebenszeit mit so einem Scheiß verschwenden.

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Vorab: Ich bin vom Fach. Man kann via Internet nicht diagnostizieren, das ist klar, aber: Das klingt nicht nach einer Depression, sondern nach Borderline-Syndrom. Google es und mach dir ein Bild dazu, und dann schnellstens ab zum Facharzt mit ihm.

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Apropos: Sollte ich recht haben, könnten Antidepressiva das Ganze u.U. verschlimmern. (Antriebssteigerung)

Alles Liebe für dich. 🍀

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Steht bei Borderline nicht die Selbstverletzung und Suizit im Vordergrund?
Natürlich habe ich ihn schon dabei erlebt das er bei einem Streit gegen die Wand boxt (wobei wir selten streiten, dem gehe ich sehr gerne aus dem Weg - müssen die Kinder nicht mitbekommen und hat sich keinen Sinn).
Er wird auch lauter wenn ihm was nicht passt, aber auch das halte ich bzw. Unser Alltag in Grenzen.
Was für mich persönlich ganz schlimm ist, er hat sehr oft erwähnt das sein Leben ohne mich keinen Sinn macht und es nicht lebenswert ist... das setzt mich massiv unter Druck und ich denke mir einfach nur Augen zu und durch bis die Kinder größer und älter sind. Zumindest die zwei Großen in der Ausbildung sind. Ich denke immer das soll doch zu schaffen sein und doch macht es mich irgendwie kaputt. Ich versuche Friede Freude Eierkuchen zu spielen und gehe innerlich kaputt. Ich habe keine Ahnung wie ich das alles überhaupt angehen soll...

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