Haben wir noch eine Chance?

Liebe Urbis,
Ich brauche Euren Rat. Ich habe mich in einen Mann verliebt, vor sechs Monaten, der sich auch in mich sehr schnell und heftig verliebt hat. Es kam seinerseits nach ca. 3 Monaten zu einer Rückzugsphase, die auch mit großen familiären Problemen zu tun hatte, und ich bin irgendwie ziemlich in ein „Hinterherlaufding“ geraten, ohne dass ich es selber direkt bemerkt habe. Ich habe mich später zwar auch immer wieder zurück gezogen, aber er hat sich immer wieder bei mir gemeldet, und sofort bin ich wieder mit wehenden Fahnen auf ihn zugegangen.
Er hat mir nun gestern morgen gesagt, nachdem ich gesagt habe, dass ich jetzt endlich Klarheit brauche, dass er mich sehr lieb hat, er aber momentan zu viele Baustellen in seinem Leben hat, und mir daher momentan nicht geben kann, was ich möchte.
Ich muss ausdrücklich sagen, es geht nicht um Sex, wir haben zuletzt Ende Juni miteinander geschlafen und seitdem Kontakt per WA und sehr oft per FaceTime.
Ihr werdet vielleicht sagen, dass sind Spielereien, aber so ist es nicht. Wir sind beide 3x7 alt. Zuerst hatte er Probleme in der Firma, dann wurde seine Mutter sehr schwer krank, sie ist jetzt ein Pflegefall, und vorgestern hat sich sein Vater bei einem Sturz das Genick gebrochen. Ganz furchtbar.
Ich verstehe natürlich, wie schwer es momentan für ihn ist. Aber ich glaube, wären wir nicht in so ein Ungleichgewicht gefallen durch mein ständiges hinterher hechten, dann wären wir jetzt evtl in einer anderen Situation, oder denkt Ihr, das ist naiv von mir?
Ich frage mich, ob es noch eine Chance gibt, wenn ich mich komplett rausnehme? Was denkt Ihr?
Ich krieg ihn nicht aus meinem Herzen, er ist ein gutmütiger und sehr lieber Mensch,
Danke für Eure Meinungen.
Lg, October

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>>>er aber momentan zu viele Baustellen in seinem Leben hat, und mir daher momentan nicht geben kann, was ich möchte.<<<

Diesen Satz habe ich hier schon sehr oft gelesen, bedeutet eigentlich immer: Das wird nichts mehr mit uns.

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Aber warum meldet er sich dann immer wieder und sagt, dass er mich vermisst?

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Das weiß ich nicht. Vielleicht vermisst er zurzeit dein "Hinterherlaufen" für sein Ego oder will dich auf die eine oder andere Art warmhalten.
Wie weil wohnt ihr denn auseinander?

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Sein Vater ist vor 2 Tagen gestorben und du hast ihm gestern gesagt, dass du Klarheit brauchst!?

Soll ich dazu was sagen?? 🙄🙄🙄

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Ein Genickbruch führt nicht zwangsläufig zum Tod.

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Aber in den allermeisten Fällen.

"Eine weitere schwerwiegende Problematik ist der Genickbruch, welcher eine Fraktur des Dens axis darstellt, welcher sich zusammen mit dem Rückenmark im Ring des Atlas befindet."

Man sollte halt Genickbruch nur dann gebrauchen, wenn es sich wirklich um den Bruch eines Teil des Atlas handelt. Hier liegen z. B. Teile des Atemzentrums, Verletzungen führen innerhalb von Sekunden zum Tod.

Frakturen unterhalb von Atlas und Axis sind bei mir keine Genickbrüche mehr, sondern eben Frakturen in den entsprechenden Wirbelkörpern. Daher bin ich von einem Tod des Vaters ausgegangen. Sorry.

Find ich trotzdem unangemessen, dem Freund zwei Tage nach einem schweren Unfall die Pistole auf die Brust zu setzen. Aber jedem das seine.

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Ich muss sagen dass es sich für mich leider trotz der offensichtlich schweren Umstände so anhört als wäre er nicht interessiert daran das mit euch tatsächlich weiter auszubauen.

Ich bin eher der Meinung dass man gerade in solchen Lebenslagen froh ist, Aufmunterung, Ablenkung, Spaß und Unterstützung von einem Partner zu haben. Vielleicht mag eine Beziehung nicht immer von Beginn an super vertraut sein aber jeder der schon einmal richtig verliebt war kennt das Gefühl nicht genug von dem andern bekommen zu wollen.

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Wir waren total verliebt. Wir haben beide gesagt, sowas haben wir noch nicht erlebt.

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Kommt mir sehr bekannt vor. Echte, tiefe Gefühle beidseitig. Und trotzdem zog er sich zurück und kehrte zurück zur Ex. Ich hab's dann beendet, weil er anfing, zweigleisig zu fahren (mir die Zukunft zu versprechen und mit ihr die Gegenwart zu leben). Nee, wenn's nicht sein soll, dann ist es so. Wünsch ihm alles Gute und zieh dich zurück.

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Fraglich ob das mit der kranken Familie so stimmt. Diese Ausreden und "andere Baustellen" werden gerne als "es passt nicht" benutzt. Oder kennst du seine Familie und hast z. B. die pflegebedürftige Mutter schon kennengelernt?
Du kannst ihm ja anbieten seine Familie zu besuchen. Wenn er ablehnend reagiert, weißt Du was Sache ist.

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Doch, es stimmt, ich habe seine Familie kennen gelernt und wir haben ja immer wieder Kontakt. Ich habe auch zu seinem Bruder Kontakt. Beide Eltern sind von heute auf morgen Pflegefälle

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Wenn ich jemanden wirklich liebe, dann möchte ich ihn in schweren Zeiten als Stütze bei mir haben.
Von liebe kann man nach der Zeit aber eh noch nicht sprechen.

Ich würde einen Haken dran machen und ihn überall blockieren.

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Seit drei Monaten nicht mehr gesehen trotz angeblicher akuter Verliebtheit? Nur via Handy? Nicht mal eine Stunde Zeit in der Woche um dich zu sehen aber Zeit zum Schreiben und face time? Gerade in der schwierigen familiären Situation wäre man doch froh jemanden an der Seite zu haben. Nicht aber dein Freund. Ich weiß nur von mir, wenn man mit Ausreden anfängt um sich nicht sehen zu müssen, ist das schon Anfang vom Ende. Ich hatte auch oft viel zu viel Verständnis für alles und habe zurückgesteckt, gebracht hat es mir nichts. Wäre ich heute in solcher Situation mit einem Mann, hätte ich klar gesagt, dass mir das alles nichts Halbes und nichts Ganzes ist. Wenn sich sich seine Lage mal ändert, kann er sich wieder bei melden. Ich kann aber nicht garantieren dass ich noch Interesse habe und alles Gute wünschen. Und dazu stehen

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Es gibt zwei Möglichkeiten: entweder man will mit jemandem zusammen sein, dann ist man es auch.
Oder man will es nicht, dann ist man es auch nicht.

Um es auf den Punkt zu bringen:
Letzteres ist bei euch der Fall. Die Gründe spielen dabei jetzt doch erstmal gar keine Rolle.
Er sagt dir doch die ganze Zeit schon mit seinen Aktionen, Worten und dem Verhalten: ich will nicht mit dir zusammen sein.

Insofern: ja, zieh dich zurück!
Ob es irgendwann noch eine Chance gibt ist eher fraglich. Ich würde die Geschichte abhaken an deiner Stelle.

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Immer das Gleiche.

Nein, wenn man wirklich ach so verknallt ist, dann hat man keine Ausreden.
Mag ja stimmen mit seiner Familie, aber eine legitime Ausrede keine Partnerschaft einzugehen ist es nicht. Wenn er es als solche benutzt, dann hat er einfach kein Bock auf was Festes.

Sonst würden mit dem zunehmender Alter der Eltern ganz schön viele Beziehungen in die Brüche gehen.

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Aus eigener Erfahrung sehe ich die Situation etwas anders als die anderen hier.

Ich hatte einen Mann kennen gelernt. Er hatte sich sehr schnell sehr doll in mich verliebt. Durch sein starkes Interesse an mir und seinen Bemühungen um mich verliebte ich mich auch in ihn. Diese unbeschwerte Verliebtheitsphase ging so zwei Monate (mit regelmäßigen Treffen), aber es ging wirklich um Gefühle und nicht um Sex, bis dann meine Autoimmunerkrankung erneut ausbrach, ein heftiger Schub, der lange anhielt und unter dem ich sehr litt. Weil wir uns noch nicht so lange und so gut kannten und ich nicht so schnell total vertraue, wollte ihm nicht so ausführlich von meiner Autoimmunerkrankung, ihren Folgen und den Belastungen, denen ich dadurch ausgesetzt war/bin, erzählen und stieß ihn von mir weg. Sagte ihm, dass ich ihn total mag, aber ihm gerade keine Partnerin sein kann (nicht, nicht sein will, sondern nicht kann!) und dass mein Leben und ich selbst gerade total schwierig sind.

Zunächst ließ er sich dadurch nicht abschrecken, er wusste einfach nicht, was diese Autoimmunerkrankung und ihre Folgen bedeutete und er bemühte sich sehr weiter. Aber ich schaffte es in dieser Phase einfach nicht mehr, ihn nah an mich heran zu lassen, meine Baustellen waren zu groß und ich war innerlich total zerrissen zwischen meinen Gefühlen zu ihm und meinen Gedanken "Ich mag ihn so sehr, ich will ihn und ich will nicht, dass er bald wieder aus meinem Leben verschwindet!" und "Es geht gerade einfach nicht, ich kann ihm gerade nicht das geben, was er braucht. Es ist eine zu große Belastung für den Anfang einer Beziehung. Es geht leider einfach nicht!"

Obwohl ich ihn wollte, habe ich ihn durch mein Verhalten und meine Zweifel dann immer mehr von mir weggetrieben.

Aus uns wurde leider nichts Ernsthaftes mehr. Aber ein toller Mann ist er dennoch. Bin auch immer noch traurig darüber, dass ich gesundheitlich in diese Lage gekommen bin. Ich hätte gern eine echte Chance gehabt, es mit ihm zu versuchen. Aber aus meinem Blickwinkel, mit meinen Problemen, hatte ich die nicht. Aber beurteilen kann das nur derjenige, der sich gerade in so einer verzweifelten, belastenden Situation befindet.

Ich kann ihn verstehen. Sein Fokus, seine gesamte Energie liegen gerade, verständlicherweise, bei seiner Familie. Er kann sich nicht ausreichend auf dich konzentrieren und man will einen neuen Partner einfach nicht mit großen Problemen belasten. Man weiß ja auch nicht, wie lange seine schwierige Lebensphase anhält. Das weiß er ja selbst auch nicht. Er muss ja erstmal damit zurecht kommen, dass jetzt familiär alles total anders ist.

Aus meiner Erfahrung würde ich sagen: Versuch seinen Rückzug nicht persönlich zu nehmen. Er hat gerade einfach große Baustellen, die ihn fordern. Aber lauf ihm auch nicht mehr hinterher. Dadurch machst du dich für ihn nicht attraktiver.

Teile ihm mit, dass du es sehr schade findest, und gern für ihn da gewesen wärst aber es akzeptierst, dass er gerade nicht kann. Und dann zieh dich bitte zurück und schau auf dich. Denn es macht auch für euch beide keinen Sinn, wenn es sich dann in ein Hin und Her, in ein Drama, entwickelt, weil ihr beide nicht loslassen wollt, aber es miteinander gerade auch nicht klappt. Das sorgt nur für unnötige Verletzungen auf beiden Seiten und wäre einfach mega anstrengend für euch beide. So war es dann nämlich in meiner Situation und das tat uns beiden nicht gut.

Vielleicht meldet er sich ja nochmal, wenn sich sein Leben wieder etwas beruhigt haben sollte. Aber eine Garantie gibt es dafür natürlich nicht.

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Wenn man so ein Drama braucht.

Du hättest ihm auch einfach ehrlich sagen können was Sache ist und ihn entscheiden lassen können. Ich bin mir sicher wenn er ein toller Mann und verliebt war, wäre es kein Ding gewesen. Dann hättet ihr es versuchen können, wie es läuft. So wäre eure Chance sicher größer gewesen, als wenn du ihn ständig wegstößt und er sich weiter bemüht…

Ich werde nie verstehen warum man es nicht wenigstens versucht aus Angst jemanden zu verlieren, den man sonst eh verliert.

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Das sagt sich so leicht, wenn man noch nie in so einer schwierigen Situation war. Und nein, GEBRAUCHT habe ich so ein Drama ganz sicher nicht in dieser Situation. Aber Drama ist nicht immer bewusste Entscheidung.

Wenn du so eine Zerrissenheit und Verzweiflung nicht kennst, kannst du es nicht beurteilen. Im Übrigen weißt du ja nichts über die Intensität und Folgen meiner Erkrankung und es hatte schon seine Gründe, dass ich ihm, gerade zu Beginn dieses Kontakts nicht alles darüber erzählen konnte und wollte.