Alkohol

Ihr Lieben,

hier fragen so viele nach wegen des Alkoholkonsums ihres Mannes, dass ich mich jetzt auch frage, ob meiner nicht süchtig ist und ob Handlungsbedarf besteht.

Er trinkt jeden Abend 1-2 Gläser Wein, manchmal werden daraus auch 3. Wenn wir Besuch haben oder zu Besuch sind, können, müssen aber nicht, es auch 5 Gläser werden.

Wenn mal kein Wein zu Hause ist, fährt er extra zum Supermarkt, um welchen zu holen.

Er sagt, dass Wein für ihn Genuss sei. Er kommt aus einem Land, in dem immer (guter) Wein zum Essen getrunken wird. Das gilt als kultiviert.

Haltet ihr ihn für süchtig?

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Die Grenzen sind da so fließend und die Welt der Sucht ist bunt. Ich komme aus einer Familie funktionierender Alkoholiker, die sich selbst nicht für solche halten, weil sie ein normales Arbeitsleben haben, obwohl jeden Abend Flasche Wein pro Person durchgeht. Und die fragen mich natürlich, wo mein verdammtes Problem mit dem Thema ist, liefe doch alles.

Stört dich sein Konsum? Wie reagiert er, wenn du ihn drauf ansprichst? Lenkt er in deine Richtung ein?

Was ich nicht leiden kann, ist, wenn es unter Alkohol zu ner Wesensveränderung kommt und wenn ich merke, dass ich oder andere Alkohol zunehmend als einzige Möglichkeit haben, runterzukommen. Komplett raus bin ich bei Kontrollverlust: lallen, am Tisch einpennen, nicht mehr laufen können... widerlich.

Ungesund ist der Konsum deines Mannes auf jeden Fall und ich denke, er ist wenigstens Gewohnheitstrinker (auf nem echt hohen Niveau). Gebt mal im Promillerechner ein, auf welchen Pegel er allabendlich so kommt. Nicht gut, oder?

Fakt ist aber: Er wird nichts ändern, wenn er nicht will. Ein Anfang wären die von der WHO empfohlenen 2 alkoholfreien Tage die Woche.

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Du sprichst mir so aus der seele, es ist fast gruselig. Dem ist nichts hinzuzufügen!

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Ich finde es schockiernd dass nur 2 alkoholfreie Tage die Woche empfohlen werden. Ich fände es eher umgehkehrt sinnvoll, nur an max. 2 Tagen Alkohol

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Hey!

Wenn er jeden Tag 1-3 Gläser ohne besonderen Anlass trinkt, mit Besuch bei 5 ist, dann ist es für mich schon eindeutig.
Die WHO zieht die Grenze bei 2 Bieren am Tag, an 5 Tagen pro Woche. Wein dürfte kritischer sein, weil er mehr Alkohol enthält.
Trinkt dein Mann an 2 Tagen pro Woche keinen Alkohol?

Ich fürchte, "Das trinkt man in meinem Land so, so gelte ich als kultiviert." Könnten eben die Aussagen eines Süchtigen sein.
Ich glaube kaum, dass alle Menschen so viel trinken.
Ganz oft kenne ich es, dass sich eine Gruppe von Menschen zusammenrottet und diesen Umgang mit Alkohol pflegt, oft mit der Aussage "machen x, y und z genau so!" , wenn Kritik von außen kommt. So ist natürlich jegliches Gespräch von vorneherein zum Scheitern verurteilt.

Du solltest dir überlegen, wo die Grenze für dich ist. Ist es für dich ok, ihn jeden Abend mit der Pulle zu sehen? Oder wirst du dabei wahnsinnig, weil er die Gesundheit mit dieser Menge auf Dauer schädigt?
Ich meine, wenn jemand einen Sommer lang so viel trinkt, reicht es beim ein oder anderen zur Abhängigkeit.. Aber Süchtige beschränken ihren Konsum nicht auf den Sommer, sondern ohne Entzug bis zum verfrühten Lebensende.

Liebe Grüße
Schoko

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<< Wenn mal kein Wein zu Hause ist, fährt er extra zum Supermarkt >>

Das ist ein klarer Beweis, dass er süchtig ist.

2 bis 5 Viertelliter täglich sind sicher ungesund. Der Körper gewöhnt sich daran, sodass dein Mann funktioniert. Trotzdem wird er vom Alkohol geschädigt und früher sterben.

Ich würde mit so einem Menschen keine Partnerschaft eingehen.

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Genau das war mein Gedanke. Fährt extra in den Supermarkt, um Wein zu kaufen, wenn keiner mehr da ist. Den nervösen, schwitzigen Typen mit glasigen Augen und rotem Gesicht neben der Flasche auf dem dreckigen Supermarkt-Band, der sich über die langsame, Kleingeld suchende Oma an der Kasse ärgert, stelle ich mir nicht sehr kultiviert vor.

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Ja, er ist süchtig.

Meine Meinung zu Süchtigen (egal welche Sucht): max. lockere Bekanntschaft, niemals im engen Freundeskreis und als Partner schon gar nicht.

Solange er keine Wesensveränderung hat, dich anbrüllt, cholerisch ist, und es dich nicht stört, musst du natürlich selber wissen, was du tust.

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Ja, das ist besorgniserregend.
Mein Mann und Ich haben vor einigen Jahren ebenfalls jeden Abend Wein getrunken, wenn auch nicht so viel wie dein Mann. Es waren meistens 1-2 Weinschorlen.
Irgendwann war es ebenfalls so weit, dass einer extra Wein einkaufen fuhr wenn keiner da war und da kam ich an den Punkt, wo ich innerlich dachte, das ist zu viel. Also ich hatte selbst einfach das Gefühl, dass sich das nicht mehr richtig anfühlt.
Ich habe dann zu meinem Mann gesagt, dass ich mir jetzt erstmal 1/2 Jahr Alkoholpause selbst verordne. Er hat zunächst nicht mitgezogen aber irgendwie fand er es dann auch komisch, seine Weinschorle allein zu trinken (das muss ich sagen finde ich bei deinem Mann schon extrem krass).

Heute ist es so, dass wir glaube ich einen "normalen" Alkoholkonsum haben wenn man das so nennen kann. Wir trinken höchstens 1-2 Mal im Monat abends unsere 2 Weinschorlen bei einem schönen Spieleabend oder Essen nur zu zweit.

Der Konsum deines Mannes wird seiner Leber zwangsläufig Schaden zufügen. Er sollte seine Werte beim Arzt mal checken lassen...

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Kurz und knapp, ja!

Wenn er extra in den Supermarkt fährt um neuen Wein zu holen, da ja nichts mehr da ist, dann ist das für mich und für viele andere ein eindeutiger Beweis, dass das schon längst eine Sucht ist.
Ein Genuss ist es längst nicht mehr, sondern klipp und klar Sucht.

Wie viele Alkoholiker landen bei uns auf der ITS, die meinen, die würden ja sooo wenig trinken etc, immer ist es einfach nur der Genuss etc pp und die Leber steht vor dem Tod.
Das ist ja das gefährliche an dem Thema, die betroffenen Menschen sehen das selber nie ein und ändern deswegen ja auch nichts, ist doch alles noch immer super in Ordnung.

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Ein Problem ist es bei dieser recht geringen Menge, wenn er nicht verzichten KANN. Wein zum Essen, Bier zu den Muscheln etc. sind Ausreden, das beeindruckt mich jetzt nicht wirklich ;-)
Mein Mann und ich trinken in den Sommermonaten jedes WE (Fr und Sa). Dafür trinken wir von September bis Weihnachten nichts, bzw. nur in absoluten Ausnahmefällen.
Dann von Weihnachten bis Silvester und den "Dry January" zelebrieren wir schon seit über 20 Jahren....dann bis zum Sommer nur zu Geburtstagen o.ä.
Wir fahren damit sehr gut--wenn deinem Mann der Gedanke an einen Abend ohne Wein den Angstschweiß auf die Stirn treibt, dann sollte er sein Trinkverhalten überdenken.

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😁 dein Text könnte von mir sein. Bei uns gibts nur im Sommerurlaub & Weihnachten-Silvester.. Sonst unter dem Jahr nix, ich habe da auch gar keine Lust drauf. Zu Geburtstagen gibt es leckeres, sehr kalorienhaltiges Essen, da pfeiff ich auf Wein und will lieber den Lava-Schokokuchen🙊🤣

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Lava-Schokokuchen #ole#huepf

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Die WHO hat Kriterien, wann der Konsum einer 'natürlichen oder synthetischen' Droge eine Sucht ist. Treffen über den Zeitraum von einem Jahr 3 der folgenden Merkmale zu, spricht man von einer Sucht:
1. Unbezwingbares Verlangen zur Einnahme und Beschaffung des Mittels
2. Tendenz zur Dosissteigerung (Toleranzerhöhung)
3. Psychische und meist auch physische Abhängigkeit von der Wirkung der Droge
4. Schädlichkeit für den Einzelnen und oder die Gesellschaft
5. Verlust der Kontrolle über das eigene Verhalten

Punkt 1 wäre mit der abendlichen Fahrt zum Supermarkt abgehakt, Punkt 3 vermutlich auch (er kann nach einem Glas Rotwein z.B. besser entspannen), aber wenn's dabei bleibt, ist Dein Partner nicht süchtig.

Aber: Studien haben ergeben, dass mehr als 100 Gramm Alkohol pro Woche (5 1/2 Gläser Wein) die Lebenserwartung verkürzen. Wobei ich nicht glaube, dass damit Punkt 4 gemeint ist: Schädlichkeit für den Einzelnen.

Bei mir treffen die Merkmale (1 und 3) allerdings auch auf Kaffee zu. Und Kaffee gilt pharmakologisch ebenfalls als Droge.

Grüsse
BiDi

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Also bei mir treffen alle Kriterien zu was Schokolade anbelangt😊

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Also ich denke so wie Du das beschreibst ist das ein Thema.
Wenn kein Wein im Haus ist - wird er unruhig. Da würde ich dann auch unruhig werden.

Frag ihn doch mal, ob Du für ihn zum Supermarkt fahren sollst Alkohol kaufen - damit er das nicht machen muß - weil Du merkst das er unruhig wird. Wenn er darauf nicht reagiert und die Provokation versteht ---

In irgendeiner Form musst Du ihn darauf ansprechen finde ich. Ich habe selber jemand bei dem das Computerspielen (keine Geldspiel) ein Thema ist - mich stört es nicht sehr - da ich oftmALS aBENDS SEHR MÜDE BIN ABER Es IST ein Thema - allerdings mehr für ihn als für mich, da er sich immer wieder selber im Kreis dreht zwei Wochen Pause macht - dann doch wieder anfängt - und ja... Ich nehme ihn -mag ihn so wie er ist und das ist sein Thema. Ich würde wahrscheinlich anders schreiben wenn ich nicht mitbekommen würde, dass er sich "da in einer Tour" mit sich selber im Kreis dreht und sich aber auch auseiander setzt und damit auch zu mir kommt.

Ich bin auch erst ein paar Tage hier im Forum und wahrscheinlich etwas anders als die meisten hier. Ich würde ihn irgendeiner Form idarauf ansprechen allerdings - weiß nicht wie euer Verhältnis ist - würde ich das schon in Form einer (kleinen) Provokation machen.
Verändert er ssich denn wenn er was getrunken hat in seinem Verhalten zu Dir wenn er dann 2 - 3 Gläser getrunken hat? Entscheidend ist natürlich wie er sich Dir gegenüber verhält - er wird ja wohl (hoffentlich) nicht agressiv -!?
Wiegesagt ist meine Herangehensweise an sowas, da ich mal davon ausgehe, dass Dir was an ihm liegt - sonst wärst Du ja nicht mit ihm zusammen.

Schreibe von mir und bin noch nicht lage in diesem Forum - mir geht dieses Klugelabber (((wie geschrieben: Dir liegt ja wahrscheinlich was an ihm und das ist meine Meinung))) von wegen Alkoholiker und so einen Mann würde ich nicht haben wollen hier etwas auf die Nerven. Der erste Schritt wenn ich bei meinem Partner ein Thema sehe ist für mich jedenfalls das ich ihn darauf anspreche und wenn mir was an ihm liegt dann mache ich das auch so deutlich das er mich hört - wenn er mich versucht abzuwimmeln.
Habe ich auch schon in anderen Beiträge gelesen, dass teilweise nach Ratschläge und Hilfe gefragt wird - dann aber eine völlige Ignoranz kommt wenn man wirklich einen Ratschlag gibt- und an anderer Stelle wenn einer um eine Meinung fragt - gleich die die Lösung presentiert wird - mit der Nahelegung sich zu trennen oder sowas.