durch potenziellen Partner in sehr viel reichere "Kreise"

Guten Abend ihr Lieben

Ich brauche Eure Meinung. Seit einigen Wochen bin ich einen Mann am kennenlernen. Wir hatten einige tolle Dates und insgesamt läuft es wirklich gut und wirkt sehr vielversprechend für etwas dauerhaftes (haben auch schon darüber geredet).

Ich bin 33 Jahre alt, habe zwei Kinder (8 & 10 Jahre), wurde also relativ früh Mami. Die Beziehung mit dem Papa meiner Kinder ging ca. 1 Jahr nach der zweiten Geburt in die Brüche. Seither hatte ich keine feste Beziehung mehr und bin alleinerziehend.
Natürlich waren da immer wieder mal Männer, aber nie etwas ernstes. Dies hatte viele verschiedene Gründe.
Oft lag es aber auch an mir, da ich auch einiges "wählerischer" wurde seitdem ich Mama bin und meine Kinder natürlich immer an erster Stelle stehen. Für einen Mann, was ich absolut verstehe, vielleicht auch nicht immer die "beste" Option. :-D

Ich bin gebürtig aus Serbien und mit 7 Jahren nach Deutschland gekommen. Ich würde jetzt nicht sagen, dass wir arm waren, mir fehlte es nie an etwas aber aufs Geld musste immer geschaut werden. Grössere Anschaffungen mussten erspart und gut geplant werden.

Auch jetzt, würde ich mich nicht als arm bezeichnen aber mein Monatsbudget muss schon sinnvoll eingeplant werden. Grössere ungeplante Ausgaben wären ein Problem.
Luxus kenne ich kaum - lege ich aber auch absolut keinen Wert drauf. Geld ist für mich eher nebensächlich.

Nun aber zu diesem Mann den ich gerade kennenlerne. Er ist 34, arbeitet irgendetwas mit Versicherungen (eigene Firma) und stammt aus sehr reichem Elternhaus.
Dementsprechend vermögend ist er auch. Im Verhalten aber absolut normal & überhaupt nicht prahlend oder ähnliches.
An seinem Lebensstil merkt man es aber schon. Er fährt ein sehr teures Auto, lebt in einer grossen Neubau Loftwohnung, trägt teure Markenkleidung, hat diverse teure Uhren etc.

Gibt es hier Leute, die Erfahrungen damit haben, wie man damit umgeht, wenn jemand aus einer "Normalverdiener-Familie" durch Partnerwahl in sehr viel reichere / bekanntere / einflussreichere Familien kommt?
Sei es durch selbstgemachte Erlebnisse, die der Kinder, Geschwister, Freunde usw.

Wie geht man damit um, wenn jemand der einem wichtig ist, sich in ganz anderen Kreisen bewegt?

Ihn selber habe ich darauf noch nicht angesprochen. Er hat auch nie etwas diesbezüglich gesagt. Er kennt mein Leben und scheint sich dessen bewusst zu sein, vielleicht ist es ihm auch einfach egal aber ich mache mir halt meine Gedanken.

Möchte dann in seinem Umfeld bei Familie & Freunden auch nicht als "Golddigger" abgestempelt werden, also quasi als wäre ich nur wegen seinem Geld mit ihm zusammen.

Was würdet ihr tun? Ansprechen? Meine kritischen Gedanken / Sorgen ihm gegenüber äussern?

Danke Euch #herzlich

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Ich finde, dass du das ihm gegenüber auch gar nicht groß thematisieren musst.
Würde er Wert drauf legen, dass du "in seiner Liga spielst", dann hätte er deine Vermögensverhältnisse vorher abgecheckt und dementsprechend entschieden.;-)

Mach dir nicht so viele unnötige Gedanken. Genieße lieber das Hier und Jetzt.

Alles Gute dir!

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Hallo,

Deine Bedenken, "nicht gut genug zu sein" kann ich verstehen.
Aber das dürfte nur in Deinem Kopf so sein.
Er kennt Dich und Deinen Lebensstil und liebt Dich wie Du bist. Mehr will Frau doch nicht :-)

Seine Familie wird Dich bestimmt auch akzeptieren denn letztlich wird ihnen das Glück ihres Sohnes wichtig sein. Und das schafft man nicht allein durch viel Geld.

Insgesamt liest es sich so, dass Ihr glücklich seid.

Ich wünsch Dir alles Gute und dass es noch seeehr lange so bleibt ;-)

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Meine Freundin war ein paar Jahre mit einem Mann verheiratet, der sehr gut situiert war. Sie selbst war AE und hat im Handel gearbeitet und sich durchgeboxt.
Sie hat sich auf seinen Kontostand nie etwas eingebildet. Sie blieb sie selbst. Und genau das denke ich bei dir auch, obwohl ich dich nicht kenne.
Gescheitert ist die Ehe aus anderen Gründen.
Was jemand denken könnte muss dir egal sein. Stell dich nicht selbst infrage, sondern genieße die Zeit.

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Hallo du,

ich kenn das etwas aus eigener Erfahrung. Meinen damaligen Freund hat das nie gestört, dass ich eine arme Studentin aus etwas komplizierten Familienverhältnissen war, aber seine Familie war anfänglich etwas skeptisch, da ich damals doch ein bunter Vogel war (Piercings, rote Haare, Bandshirts) und sie nicht genau wussten, wie sie mich einordnen sollten. Für Familienfeiern hab ich mich trotzdem immer gut angepasst. Irgendwann hab ich rausgefunden, dass sie alle gern Wein trinken. So ist dann das Eis beim ein oder anderen Schwank aus der Jugend auch relativ schnell gebrochen und ich wurde herzlich in die Familie aufgenommen.
Trotzdem hatte ich anfangs schon sehr das Gefühl etwas unter Beobachtung zu stehen. Andererseits hab ichs auch verstanden und hab mir da echt erstmal einen ziemlichen Kopf gemacht, wie ich ihnen gefallen könnte.
Bei meinem Freund wars mir damals als wir uns kennengelernt haben allerdings sehr wichtig, dass ich ihm vermittle, dass wir uns auf einer Ebene begegnen. D.h. immer wenn er im Restaurant für uns beide zahlen wollte, war ich schneller mit dem bezahlen, bis er mich zahlen lassen hat. Auch wenns manchmal finanziell weh getan hat, war mir das für mein Selbstbewusstsein sehr wichtig.
Später in der Beziehung war ich da dann (auch teilweise zwangsweise) etwas entspannter, aber da waren die Verhältnisse auch schon so geklärt, dass ich meinen Teil auch anderweitig betragen konnte.

Letztendlich wirst du vllt. um den ein oder anderen seltsamen Blick nicht drum rum kommen. Aber wenn du Geld gar nicht erst zum Thema werden lässt und du es ernst mit ihm meinst, denke ich, dass die das schon sehen werden. Wenn du unsicher bist, kannst du sonst auch deinen Freund mal fragen, ob er dir Tips geben kann, weil du bei seinen einen guten Eindruck hinterlassen kannst. Ansonsten bleib ganz natürlich, denn wenn eure Beziehung andauert, dann bekommen sie über kurz oder lang eh mit, wie du drauf ist.

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Ich glaube, Euch ist ja beiden bewusst, in welchem finanziellen Rahmen sich der andere bewegt, wenn Ihr Euch aufeinander einlasst.

Ich erinnere mich da an ein "Problem", wie es mir früher ging. Meine ganz große Liebe hatte ich mit 21, als ich noch mitten im Studium war. Er war 30 und hat gearbeitet - und damit wesentlich mehr Geld zur Verfügung gehabt als ich. Es war uns beiden bewusst, ja, aber trotzdem führte es im Alltag zu Problemen. Mal mit Freunden was essen gehen, für ihn kein Problem, für mich schon (zumindest wenn es mehrmals im Monat vorkam). Ein Kurztrip mit Freunden, Urlaubsplanung, grundsätzliche Ansprüche an Ausgaben, Selbstverständlichkeiten, unterschiedliche "Standards". Sein Freundeskreis war oft sogar jenseits der 30, Richtung 40, also 20 Jahre älter als ich und damit in einer ganz anderen finanzlellen Grundsituation. Es ist traurig, aber es war ein Grund, dass die Beziehung nicht gehalten hat - ich habe mich einfach unwohl gefühlt damit...

Das sind jetzt eher "Studentensorgen" gewesen, aber ich sehe die Gefahr, dass es auch im in jedem Alter so sein könnte. Einfach weil Ansprüche an Urlaube, Ausflüge, Wohnungseinrichtung, Auto - alles, was man ggf. gemeinsam anschafft/unternimmt - eventuell auseinanderklaffen könnte. Muss nicht sein, kann aber.

Kennst Du denn seinen Freundeskreis, die Leute mit denen er sich umgibt? Wie sind die so? Eher "hau drauf, Geld spielt keine Rolle" oder eher "unauffällig gut situiert"? Ich denke, das ist noch wichtiger als der Füllstand des Sparkontos.

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Also zunächst einmal finde ich muss man ganz klar "wohlhabend sein" und "rumprotzen" unterscheiden.

Ja, ich kenne sehr reiche Menschen (also wir reden hier nicht von eigenen Firmen, sondern von Firmengruppen mit Holdings etc.). Übermäßig teure Autos, ne Loftwohnung, teure Markenkleidung und divesre teure Uhren für das Privatvergnügen hat davon keiner. Man kann mit denen ganz normal reden, die bewegen sich in ganz normalen "Kreisen".

Was ich sagen möchte, die aufgeführten Eigenschaften haben meiner Meinung nach nicht unbedingt etwas mit "anderen Kreisen" zu tun, auch nicht zwingend damit "wohlhabend" zu sein - sondern ist einfach nur Ausdruck einer gewissen Protzerei bzw. Geltungsdrangs. Nur weil man Geld hat muss man nicht protzige Autos fahren oder teure Uhren tragen.

So eine stumpfe Protzerei fände ich sehr sehr unsympathisch und könnte damit überhaupt nicht umgehen. Was ich sagen möchte und dir hoffentlihc klar wird, das was du beobachtest liegt nicht daran dass er so wohlhabend ist oder in so anderen Kreisen unterwegs ist - es ist sein Charakterzug.

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Durch meinen Ex Mann und auch durch meine Kinder, kenne ich einige sehr wohlhabende Familien, wo eigentlich keiner der Kinder und Enkelkinder mehr arbeiten müssten (trotzdem machen alles Kinder eine Ausbildung und/oder ein Studium). Keiner von denen protzt mit seinem Geld und es wird auch nie über Geld geredet oder was Dinge gekostet haben. Allerdings haben wirklich alle von ihnen ziemlich tolle und große Häuser und auch an der Kleidung sieht man, dass es teure Marken sind. Das alles empfinde ich aber nicht als protzen, sie haben nun einmal das Geld und können einkaufen wo sie möchten und was ihnen gefällt. Ich glaube wenn man soviel Geld hat, dass man selber und auch die Kinder, sowie Enkelkinder nicht mehr arbeiten müssen, dann hat man einen gewissen Standard, das hat dann nichts mit protzen zu tun.

Ich fühle mich in deren Gesellschaft genauso wohl wie in meinem schon lange bestehenden Freundeskreis.

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Hallo!
Ich bin ja der Meinung, dass es solche "Kreise" heutzutage und hierzulande nicht mehr gibt.

"viel reichere / bekanntere / einflussreichere Familien"

Wenn ich das lese, könnte man meinen, du möchtest in eine Patrizierfamilie einheiraten. Solche Standesdünkel würde ich ganz schnell über Bord werfen.

Lass die Beziehung auf dich zukommen und mach dir deswegen bloß keinen Kopf!

Liebe Grüße!

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Hallo,
Mal umgekehrt gefragt ( weil ich den umgekehrten Fall kenne): bist du dir sicher, dass deine Familie und Freunde ihn akzeptieren werden?
Ich komme aus einem relativ vermögenden Elternhaus und hatte mit Anfang 20 einen Bauarbeiter als Freund. Er kam bei meiner Familie und meinen Freunden sehr gut an, war aber auch wirklich intelligent, gebildet und hatte ein gutes Herz. Ich hingegen hatte es schwer bei seinen Freunden. Kann auch an meinem Charakter liegen, ich bin sehr introvertiert und hatte damals schon mit Depressionen zu kämpfen. Auf jeden Fall ist mir/ uns einiges an Neid und Missgunst entgegen geschlagen und es wurde sogar versucht Profit aus den " guten Kontakten" zu schlagen.
Denke ob es Probleme geben könnte oder nicht hängt von vielen Faktoren ab, eurem jeweiligen Lebensstil, dem Freundeskreis und vor allem euren Charakteren.
Auf jeden Fall wünsche ich dir alles Gute, und ich hoffe, alle können euch so sehen und akzeptieren wie ihr seid, ohne den Kontostand des anderen im Kopf zu haben.

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"Möchte dann in seinem Umfeld bei Familie & Freunden auch nicht als "Golddigger" abgestempelt werden, also quasi als wäre ich nur wegen seinem Geld mit ihm zusammen."

Die Gefahr besteht doch nur, wenn du Dich von ihm finanziell unterstützen lässt. Z.B. sofort kündigst und nur noch auf seine Kosten lebst.

Ich würde in der Kennenlernphase einfach darauf achten, dass er bei den Dates nicht immer alles bezahlt und es keine teuren Geschenke gibt. Sonst würde ich mich unwohl fühlen.

Und alles andere, wie z.B. eine gemeinsame Wohnung, teurer Urlaub oder weitere Familienplanung kommen doch erst, wenn du seine Familie und Freunde hoffentlich schon kennengelernt hast. Deren Urteil sollte also von Deiner Persönlichkeit abhängen und nicht davon, wie ihr untereinander das Thema Finanzen regelt.

Mach Dir nicht zu viele Gedanken. Wichtiger ist es doch einen Partner zu finden, den man liebt und mit dem man zusammen sein möchte.