Alltag kehrt in der Beziehung ein oder was ist los?

Ich bin in letzter Zeit nicht so richtig zufrieden in meiner Beziehung und kann aber nicht richtig greifen, an was es liegt. Daher erhoffe ich mir hier ein paar Meinungen und Anregungen von außen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass uns der Alltag noch so richtig gelingt. Im Urlaub bzw. zu weniger stressigen Zeiten harmonieren wir unglaublich gut. Eigentlich bin ich ein sehr ausgeglichener und zufriedener Mensch,

Ich bin Anfang 30, war nie in einer längeren Beziehung, kam auch gut alleine sein bzw. brauche auch Zeit für mich und meine Interessen, habe eine enge Bindung zu meiner Familie und ein paar gute Freunde. Mein Job ist recht stressfrei, ich hatte wirklich Glück damit und arbeite Vollzeit. Sind hier nur 36 Stunden. Bin spätestens 16 Uhr daheim und genieße auch die Freizeit, die ich dadurch habe. Stress kann ich nicht so gut managen und es gibt sicher belastbarere Menschen als mich. Ich mache gerne Sport oder kann mich auch daheim mal gut beschäftigen mit kreativen Dingen.

Er ist auch Anfang 30, war immer in langen Beziehungen, innerlich sehr sensibel, arbeitet viel und macht Überstunden. Sicherlich ein belastbarer Mensch. Alleine ist er nicht gerne, ist allerdings auch nicht der, der ständig was mit Freunden machen möchte sondern stellt die Partnerbeziehung sehr weit nach oben, möchte sehr viel zusammen machen. Er macht auch gerne Sport, tut das auch nach einem stressigen Arbeitstag noch. Er arbeitet oft 45 Stunden in der Woche. Er ist ein Familienmensch.

Ich bin der Meinung dass auch in einer Beziehung es noch ein ich neben dem wir geben sollte und ein erwachsener Mensch auch seine Angelegenheiten soweit selbst im Griff haben sollte. Klar ist man füreinander da, unterstützt sich in einer Beziehung. Kompromisse machen fällt mir wahrscheinlich auch eher schwer, auch weil ich so lange Single war.

Wir sind seit einem Jahr zusammen und haben von Anfang an sehr viel zusammen gemacht. Eine Weile gab es nur uns zwei, wir waren fast immer zusammen und in einer Wohnung. Inzwischen wohnen wir auch wirklich zusammen. Mir ist eine vernünftige Ernährung recht wichtig und ich habe zu Beginn gedacht, dass ich das auch für uns beide hinbekommen kann. Allerdings habe ich für mich zb am Wochenende vorgekocht und mir hat das die ganze Woche gereicht, natürlich ist das für 2 Personen mehr Aufwand bzw. einfach der ganze Haushalt mehr Aufwand für 2 Personen und meine Power reicht nicht aus, das allein zu machen, das habe ich für mich gemerkt und ihn da am Anfang wahrscheinlich auch zu sehr verwöhnt. Habe auch versucht mit ihm darüber zu reden, so richtig verstehen tut er es nicht. Klar komme ich früher heim, aber in der Zeit möchte ich auch was für mich machen bzw. nur weil ich früher daheim bin möchte ich nicht den Haushalt in der Zeit komplett machen. Haben uns geeinigt dass er ab und zu Essen to go mitbringt und auch mal kocht. Meiner Meinung nach mache ich mehr im Haushalt, auch die ganzen kleinen Dinge die er überhaupt nicht sieht und die jeden Tag anfallen. Putzen teilen wir uns am Wochenende. Ich mache die Wäsche, kaufe ein, koche oft, kümmere mich um Drogerie Einkäufe auch für ihn, organisiere Urlaub, was ich auch gerne mache, aber es ist trotzdem Arbeit bzw. auch überlege, was gibt es zu essen, schreibe den Einkaufszettel. Er ist nicht faul oder so, aber ihm ist glaube ich auch nicht klar wie viel Zeit ich dafür investiere. Und er versteht glaube ich nicht so recht, dass mein Job Pensum für MICH auch viel ist. Er arbeitet doch viel mehr Stunden, aber er hat da eine andere Einstellung und ist belastbarer.

Und ja, ich stehe dazu, nach Feierabend geh ich auch gerne lieber mal meinem Hobby nach oder treffe eine Freundin, als nach Hause zu gehen und zu kochen oder putzen. Auch wenn er nach einem stressigen Tag mal noch was zu essen organisieren muss. Ich halte ihm auch so gut es geht den Rücken frei aber ich muss auch nach mir und meiner Energie schauen, bzw. habe das Gefühl, mich sonst auch irgendwie selber zu verlieren.
Ja, am Anfang habe ich da mehr gemacht, aber auf Dauer schaffe ich das einfach nicht und habe mit ihm auch darüber versucht zu reden, so richtig verstehen kann er es glaube ich nicht. Am Anfang hat er ja zb auch trotz stressigen Tag noch was gekocht bzw. wenn er alleine wäre, müsste er es auch irgendwie hin bekommen. Ich höre mir seine Probleme auch immer an bzw nehme mir Zeit für ihn.

Wenn er das dann so sagt zweifle ich an mir, denke ich mache zu wenig und er bekommt dann letztendlich was er möchte weil ich ein schlechtes Gewissen habe.

Die Kosten für Haushalt, Miete, teilen wir uns.

Ich verstehe ihn einerseits, muss aber auch nach mir schauen. Bin seit Wochen oft müde und weiß nicht richtig warum. Wenn ich ehrlich zu mir bin, bestimmt auch weil ich über das nachdenke was ich hier schreibe. Er hört mir da immer zu und versucht mir zu helfen.

Seiner Meinung nach macht er mehr für mich als ich für ihn. Sicher hat er recht, dass er emotional mehr da ist, ich bin eher der kühlere Typ. Zeitlich mache ich meiner Meinung nach mehr. Er findet, dass ich mehr oder zuerst nach mir schaue und an mich denke und dann an uns als Paar oder ihn. Stimmt in gewisser Weise auch, aber irgendwie bin ich mir selbst doch auch wichtig. Dadurch dass ich oft so müde bin, ist es mit mir sicher auch nicht ganz einfach. Manchmal weiß ich echt nicht ob ich das so will und das spürt er auch unterbewusst.

Er ist ein toller Mann, wir haben ähnliche Interessen und Ziele und ich möchte es schön mit ihm haben. Wir reden von einer gemeinsamen Zukunft aber ein paar Dinge müssen wir vorher regeln.

Am Anfang habe ich mich komplett auf die Beziehung fokussiert aber ich kann das nicht dauerhaft. Und finde es auch wichtig, dass jeder noch was für sich macht.

Bei mir ist sicher auch noch ein Punkt ein gewisses schlechtes Gewissen gegenüber Freunde und Familie, für die ich nicht mehr so viel Zeit habe wie zu Single Zeiten. Ich denke ständig, dass ich die irgendwie vernachlässige. Andererseits will ich zb Urlaub jetzt auch einfach mit dem Partner verbringen oder habe die Zeit nach Feierabend lieber alleine, anstatt eine Freundin zu treffen, da ich abends ja dann den Freund um mich habe.

In letzter Zeit kommt mein Freund oft total gestresst von der Arbeit, bzw dann auch spät, wenn er noch im Sport war und ich versuche dann auch noch für ihn da zu sein. Ihn nervt es dann irgendwie, dass ich schon gemütlich auf der Couch bin. Ich kann ja auch nichts für seinen Job bzw Stress, wenn er etwas ändern möchte, stehe ich da auch hinter ihm aber er will nichts ändern. Er ist dann total müde, kommt heim, sagt nichts, ich frage ihn was los ist, er sagt nichts. Würdet ihr ihn dann einfach in Ruhe lassen? Man kann ja sagen was einen beschäftigt aber dann kann man auch was ändern bzw versuchen eine Lösung zu finden.

Am Anfang ist es meiner Meinung nach eher nach seiner Nase gelaufen und seit ich auch mal meine Meinung sage gibt es Stress. Mich macht es traurig wenn er meint, dass ich mehr für mich mache als für uns bzw. Die Mühe nicht sieht, die ich einbringe. Wenn ich versuche mit ihm darüber zu reden schmollt er schnell bzw kann keine Beispiele sagen.

Ich weiß nicht so recht wie wir da wieder ins Gleichgewicht kommen sollen und freue mich über einen Austausch. Seiner Meinung nach muss der Alltag funktionieren und damit hat er ja auch recht aber doch nicht zu dem Preis dass es funktioniert so lange ich mache wie er möchte und versuche seinen Stress aufzufangen. Ich kann doch nicht immer wenn er heim kommt alles stehen und liegen lassen damit er komplett die Aufmerksamkeit bekommt die er gerne hat.

Ist das einfach Alltag und solche Diskussionen gehören dazu oder wie seht ihr das?

Bearbeitet von Maiblume11
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Ich habe jetzt viel um oft herausgelesen wie wichtig du dir selbst bist, aber das Problem noch nicht verstanden.

- Stört es ihn, wenn er heim kommt und du auf der Couch liegst, dass du mit dem Essen nicht auf ihn gewartet hast?
- Wie oft genau kochst du nun?
- stört es ihn, dass er einmal wöchentlich das Essen mitnehmen soll?
- Wie viel Haushalt machst du denn unter der Woche und wo liegt das Problem? Er beschwert sich, weil es unordentlich aussieht?
- Macht er Probleme, wenn du dich nach der Arbeit mit Freunden triffst?

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Ich koche von Montag bis Donnerstag meistens. Wenn er noch zum Sport geht esse ich solange, weil er dann echt spät heim kommt und das ist auch okay.

Neulich hat er Essen mitgebracht und sich dann aufgeregt, dass ich auf der Couch war obwohl er einen langen Tag hatte und ihm nicht geholfen habe, das Essen auf den Tisch zu stellen. Verstehe ich einerseits, andererseits kann ich auch nichts für seinen langen Tag und ich koche auch meistens, ob ich Lust dazu habe interessiert ja auch niemanden. Aber ist schon ok. Und wenn er ab und zu was zu essen mitbringt finde ich das auch nicht zu viel verlangt. Der Deal ist aber auch, dass ich das unter der Woche mache weil er länger arbeitet. Am Wochenende kann man das meiner Meinung nach durchaus aufteilen.

Es ist nicht unordentlich, aber er sieht glaube ich nicht dass Wäsche machen, Spülmaschine ausräumen, Müll leeren, unser Leben zu organisieren auch Arbeit ist und nicht nur er dann einen langen Tag hatte sondern ich auch. Und es mir abends dann auch reicht.

Ich schaue auch, dass ich meinen Sport unter der Woche mache wenn er arbeiten ist, damit uns dann noch Zeit bleibt. Öfter als 1-2 Abende in der Woche bin ich sowieso nicht alleine unterwegs. Bin da eher der häusliche Typ.

Ich sehe halt irgendwie nicht ein warum er automatisch davon ausgeht, dass ich zu Hause viel mehr mache nur weil ich früher daheim bin und finanziell gleich viel beitragen.

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Ich bin jetzt klüger, aber immer noch nicht ganz schlau. Sagt er denn, dass du zu wenig machst? Also inwiefern geht er automatisch davon aus- wenn die Spülmaschine nicht ein/ausgeräumt ist, macht er dir dann Vorwürfe?

Hast du ihm schon einmal gesagt, dass dir der Haushalt alleine zu viel ist? Versucht es doch mit einer Haushaltsliste und teilt die Aufgaben realistisch auf. Müll kann man zu jederzeit mitnehmen. Geschirr kann man abends noch machen. Wäsche kann jeder seine eigene waschen.

Ich bin aber ehrlich. Jeden Tag 16Uhr daheim zu sein ist schon sehr früh, man hat dadurch wahnsinnig viel Zeit. Den täglichen Haushalt empfinde ich bei zwei Personen auch nicht für besonders viel, überhaupt wenn am Wochenende immer ordentlich aufgeräumt wird. 45 Stunden sind zwar mehr als 36, aber ich kenne ausreichend Menschen mit 50-60 Wochenstunden, die das und noch mehr stemmen. Ihr klingt eigentlich beide etwas wenig belastbar. Im Grunde ist es egal, jeder Mensch ist da anders. Aber in der Konstellation würde ich womöglich keine Kinder bekommen.

Also mein Rat, sprich ihn einfach direkt darauf an. Es ist euer gemeinsamer Haushalt, nicht deiner.

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Natürlich muss man in einer Beziehung in gewisser Weise Kompromisse eingehen, aber wenn die ganze Beziehung nur aus Kompromiss besteht, dann ist das doch kein tolles und entspanntes Leben.

Ich denke nach dem einen Jahr verliert ihr die rosarote Brille und lernt euch erst richtig kennen. Ihr lernt die „wirkliche“ Seite des anderen kennen, und müsst überlegen, ob man damit klar kommt oder eben nicht.

Schön wäre es, wenn es kaum Gründe gibt die einen Kompromiss folgen lassen müssen. Das scheint bei euch ja häufig der Fall zu sein.

Zu Beginn unserer Beziehung (vor 20 Jahren, bin jetzt 40) habe ich wesentlich mehr im
Haushalt gemacht als mein Mann. Ich fand einfach (blödere Arbeitszeiten), dass er das bisschen Freizeit nicht mit Haushalt verbringen soll, sondern lieber mit mir. Das mir Haushalt keinen Spaß macht, ist doch klar. Mir war aber unsere Zeit wichtig. Umgekehrt haben wir Ganze ein paar Jahre später gemacht.

Mir ist Zeit mit meinem Mann furchtbar wichtig. Wichtiger als Zeit für mich, die brauche ich so gar nicht. Mein Mann tickt da ähnlich, nimmt sich aber ab und an Zeiten für seinen Sport. Ich brauche keine Zeit für mich - und er nur die beim Sport.
Mittlerweile sind wir gemeinsam selbständig und arbeiten auch noch dauerhaft zusammen.

Ein Mensch, der viel Zeit für sich bräuchte würde nicht zu mir passen…& umgekehrt. Da gibt es keinen Kompromiss, finde ich.

Wenn dich der Haushalt stört, dann lass ihn doch bis zum Wochenende liegen, oder besorgt euch eine Putzfrau. Bei zwei Leuten fällt doch nicht wirklich was an (wir sind 5). Und ob man für eine Person oder 2 kommt fällt doch auch nicht auf. Es sind ein paar Nudeln mehr im
Topf. Das Argument, dass das für eine Person geklappt hat, für zwei aber nicht, passt nicht.

Auf dauerhaftes diskutieren wer recht hat, unterschiedliche Prioritäten und gegenseitiges aufrechnen hätte ich keine Lust.

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Das ist definitiv Alltag und gibt es bestimmt in vielen Beziehungen, die unter einem Dach wohnen. Abstimmung über wer macht was, was ist ihm oder ihr wichtig, wieviel private Zeit für Hobbies, wer hat welche Wahrnehmung über das, was "fair" ist etc etc etc. In manchen Fällen läuft es ganz reibungslos, in vielen hakt es und man stolpert sich voran und es kann etwas besser werden, perfekt nie. Zusammenleben ist u.U. anstrengender als alleine leben, wo man machen kann, was man will.

Allerdings: Solange grundsätzliche Kommunikationsbereitschaft vorhanden ist, besteht Hoffnung auf Besserung.

Ich für meinen Teil würde wahrscheinlich nie wieder mit jemandem zusammenleben wollen unter einem Dach, hat nie wirklich dauerhaft funktioniert. Es sei denn, die gemeinsame Behausung hätte eine entsprechende Größe mit West- und Ostflügel und man könnte sich auch mal ein paar Tage aus dem Weg gehen. Oder aber, wie es momentan ist, jeder hat sein eigenes Haus und man muss den gemeinsamen Garten durchqueren wen man Lust auf partnerschaftliche Gesellschaft hat.

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Hallo, aus Erfahrung würde ich sagen, deine Gedanken nach einem Jahr wird die Beziehung auf Dauer nicht gut gehen. Er arbeitet ja schon sehr viel und kommt spät nach Haus, da würde ich es auch schon schön finden wenn mein Partner an was zu essen denkt. Wenn du zeitig zu Haus bist, nutze doch die Zeit und mache was für dich, was zu essen machen dauert ja nun nicht ewig. Haushalt am we bei zwei Personen fällt doch nix an wenn jeder seinen Kram immer gleich wegräumt. Am we macht ihr am Vormittag den Haushalt zusammen und habt dennoch den restlichen Tag für euch. Wir sind 4 Personen und da muss täglich ordentlich was gemacht werden, ich arbeite in Schichten somit is da oft Freiraum für Haushalt. Allerdings auch körperlich schwer ( Altenpflegerin ). Meine Frau hat Gleitzeit bringt und holt dafür mehr die Kinder. Kompromisse sind wichtig und man muss den anderen auch verstehen, hochrechnen wer mehr macht, puhhh das geht meist nie gut aus.

Liebe Grüße

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Kann es sein, dass ihr eigentlich unterschiedliche Vorstellungen von einer Paarbeziehung habt und euch Da die erste Phase des Verliebt seins etwas getäuscht hat?

Hinzu kommt, dass ihr einfach unterschiedlich belastbar seid. Das ist total ok. Ich bin ehrlich: einen 45h+ Job würde ich (auch als Single ohne Kinder) nicht mehr packen. Das hatte ich fast 5 Jahre lang und so sehr mir der Job auch Spaß gemacht hat, es war kräftezehrend. Ist doch schön, wenn du für dich eingesehen hast, dass du sowas nicht kannst und willst und einen Job hast, der dich erfüllt statt auszulaugen.
Wenn dein Partner von deinem Job ständig gestresst ist, ist das in erster Linie seine Baustelle, über die er zwar mit dir reden kann, aber ändern muss er alleine daran etwas. Dir Vorwürfe zu machen, dass du bereits auf dem Sofa chillen kannst während er gerade erst nach Hause kommt, ist einfach unfair. Wärst du auf sein Gehalt mit angewiesen und ggf. gar Arbeitslos, Ja….dann fände ich es tatsächlich auch befremdlich, noch mehr Zeit für dich alleine einzufordern und den Haushalt schleifen zu lassen. Aber du bist auch Vollzeit berufstätig, du darfst deine Freizeit gestalten wie du es für richtig und wichtig hältst. Selbstverständlich sollte dein Partner nicht gänzlich aussen vor sein, aber dass du ihm hinterher räumst und alles für ihn Stehen und liegen lässt bzw Freunde und Familie für ihn vernachlässigst, darf/sollte er nicht verlangen.

Ehrlich gesagt wäre ich an deiner Stelle sehr enttäuscht über das Bild, das dein Partner von dir hat. Es klingt bei ihm so durch, als ob du bloß faul seist und deine Restenergie nach dem Job lieber ihm oder dem Haushalt widmen solltest statt deinen hobbies oder Freunden/Familie. Da gibts m.M.n. auch keinen dauerhaften Kompromiss. Euch hat der Alltag eingeholt und die rosarote Brille ist weg. Jetzt müsst ihr schauen, ob ihr den Anderen jeweils mit all seinen Ecken und Kanten akzeptieren und lieben könnt, oder nicht.

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Das stimmt schon, aber kochen, Wäsche, Haushalt für 2 ist in Summer einfach mehr Arbeit. Und ich bin auch grundsätzlich bereit und mache da meiner Meinung nach mehr. Aber lange Arbeitszeiten hin oder her finde ich es nicht zu viel erwartet, wenn er dann zb einmal in der Woche was mitbringt und ich an dem Tag mehr Zeit habe was für mich zu machen. Und wenn man ihn hört komme ich mir da richtig faul vor. 2x für mich alleine kochen und einkaufen, Spülmaschine ist weniger Arbeit.

Ich will ja auch nicht mehr ohne ihn sein. Was stimmt und er unterbewusst sicher irgendwie spürt ist, dass es am Anfang nur uns beide gab und ich mich da voll und ganz auf die Beziehung fixiert habe. Aber natürlich möchte ich langfristig Freunde und Familie nicht komplett vernachlässigen bzw brauche Zeit für mich. Wobei das doch irgendwie auf normal ist, dass sich das mit der Zeit ändert.

Ein bisschen habe ich auch Respekt davor, wichtige Entscheidungen gemeinsam zu treffen und die Zukunft so fix zu planen, das hat so etwas von für immer und das hatte ich noch nie bzw macht mir auch ein bisschen kalte Füße.

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Huhu,

Das hätte ich fast schreiben können, außer das es bei uns umgekehrt ist. Ich bin eher der Familienmensch und mein Freund derjenige der seine Freiheiten braucht. Mein Freund ist auch der kühle von uns beiden und ich mega sensibel.

Also wir wohnen zwar noch nicht zusammen, aber ich stelle mir auch die Fragen wie wird es sein, wenn wir zusammen wohnen?
Bei uns ist es jetzt so, das er trotzdem Abstand braucht, auch wenn ich nur zu Besuch bei ihm bin. Man kann ich nicht immer nur zusammen was machen, wie du schon sagst, es gibt auch noch ein Leben außerhalb der Beziehung. Das musste ich aber erst lernen. Ich glaube das ich unter Trennungsangst leide. Vllt geht es ihm auch so? In meiner vorigen langjährigen Beziehung waren wir auch fast unzertrennlich. Als ich mich dann wegen Betrug getrennt hatte, war ich ziemlich fertig. Und konnte nicht alleine sein. Weil man muss auch mal daran denken, das man sich ziemlich abhängig sonst vom Partner macht, aber was ist wenn der Partner nicht mehr da ist?
Und so wie du sagst mit dem Haushalt, so ging es mir in meiner vorherigen Beziehung, da hab ich den Haushalt auch überwiegend alleine gemacht. Wir hatten eine 95qm auf zwei Etagen. Ich kam nach der Arbeit nach Hause und musste erstmal den Haushalt machenWar nicht so toll. Da muss man auf jeden Fall auch einen Kompromiss finden.
Lange Rede kurzer Sinn, ich kann dir nur den Tipp geben, rede mit deinem Freund, versucht Kompromisse zu finden. Und versuche ihm beizubringen das es auch ein Leben außerhalb der Beziehung gibt, wie Freunde etc.
wie gesagt, mir fällt es auch schwer meinem Partner seine Freiheiten zu lassen, aber ich weiß wenn ich ihm die nicht einräumen würde, würde er sich trennen. Zu recht. Einengungen mag niemand.

Ich wünsche euch beiden auf jeden Fall nur das Beste und das ihr beide einen gemeinsamen Nenner findet ☺️🍀

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Hallo,

ja, das gehört zu einer Beziehung.
Ich finde Du darfst und MUSST sehr wohl dabei Deine Grenzen aufzeigen! Kompromissbereit bist Du ja auch. Von daher sehe ich den Partner auch in der Pflicht, seine Anspruchshaltung runter zu fahren.
Du bist ja weder seine Angestellte noch die Mama, da muss man nicht alles brav erledigen, was der Herr so gerne an Dienstleistungen hätte und meint was ihm dafür von Deiner Freizeit zustehen würde....

Über Finanzen sprechen ist in Beziehungen super schwer. Wir bekommen uns auch noch nach Jahren darüber zT in die Wolle bevor wir dann eine Lösung auskniffeln.

Es geht doch darum, dass jeder in der Beziehung auf der einen Seite seinen Teil beiträgt, auf der anderen Seite den Grenzen des anderen respektiert. Bei den Tätigkeiten die so anfallen wie auch den Finanzen.

Meiner Erfahrung nach sind !Achtung Verallgemeinerung! Männer eher auf Faulkurs in Beziehungen und lassen sich super gerne bedienen. Keine Ahnung ob nur ich und meine Freundinnen solche abbekommen haben, und es andere gibt. Aber wir haben neulich erst festgestellt, dass unsere Männer immer wieder versuchen, uns mit den Alltagsthemen alleine zu lassen. Manchmal sogar auch noch mit so einem kindischen Mürren wie Dein Freund.
Man merkt es ja dann mit der Zeit, meiner bekommt dann immer die selbe Antwort und die Versuche jetzt sind meistens nur Spass um mich zu ärgern.

Zeige deutlich Kante, wenn er Dir wichtig ist, gerne auch mit einem Zwinkern dabei- zb: "Warum hast Du nicht gekocht?" antworten mit "ach mensch ja so ein Mist, der Koch, den ich heute engagiert hatte als ich zum Joggen raus ging, hat plötzlich Migräne bekommen. Können ja gemeinsam kochen/ essen gehen" oder "kannst Du nicht einkaufen" - "nee sorry, ich verlaufe mich dort immer alleine. Wir können ja zusammen hin, dann finden wir gemeinsam die richtigen Sachen"

Wenn er bockt, lass ihn bocken. Das ist kindische Erpressung.
Lass Dich da nicht drauf ein.

Eine für beide Faire Lösung muss her.
Das braucht ein bisschen Reibung und Geduld, Einsicht und Fairness von beiden Seiten.

Viel Erfolg dabei!

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Wenn mein Partner 36h in der Woche arbeiten würde und ich 45h+, dann würde ich auch etwas mehr verlangen.
Wo ist das Problem, dass du das mitgebrachte Essen von Ihm auf Teller verteilst?
Das ist bei uns ganz normal (egal wer früher/später) heim kommt. Da sitzt dann niemand faul auf dem Sofa rum und wartet noch auf die Bedienung.
In der Zeit wo der eine dann das Essen verteil, kann der andere sich mal umziehen, Hände waschen etc pp.

Ich glaube aber tatsächlich, dass es schwierig ist, wenn jemand nach einer 36h Woche ständig so fertig und müde ist, dass nach 16/17Uhr nichts mehr geht.
Ich meine das nicht böse, aber hast du dich beim Arzt mal durchchecken lassen? So eine starke Müdigkeit kann ja auch durch einen körperlichen Mangel zustande kommen.

Mein Mann und ich haben es mittlerweile so gemacht, dass wir uns Kochboxen nach Hause liefern lassen. So muss keiner unter der Woche noch einkaufen und gekocht wir zusammen. Arbeiten beide zwischen 40-50h. Vielleicht wäre das ja auch was für euch?

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Liebe Maiblume,
ich verstehe, was du meinst. Und einige Kommentare:"Du bist früher zu Hause, du müsstest mehr machen." verstehe ich ehrlich gesagt nicht, solange ihr die Kosten 50:50 teilt. Oder hast du ein Putz-Gen, dass uns Frauen ja angeblich in die Wiege gelegt wurde? Du machst den 36h-Job ja vermutlich, weil du deine Belastungsgrenze kennst und auf andere Proritäten setzt. Meine Idee: setzt auch zusammen und schaut, wer was macht. Wenn das Geld vorhanden ist, würde ich trotz 2-Personenhaushalt Dinge outsourcen, so z.B. Festerputzer, Bügelservice, Putzfee fürs Grobe, Steuerberater etc.
Was das kochen angeht: wenn ihr die Lagerungsmöglichkeit habt, würde ich in den nächsten 2-4 Wochen in Dimensionen kochen, dass ihr von jedem Gericht mindestens 3x2 Portionen einfrieren könnt, das entlastet ungemein und macht auch nicht wirklich mehr Arbeit. Gut geeignet sind Suppen aller Art, Gerichte mit viel Sauce. Alternativ vom Bofrostmann einmal die Truhe auffüllen lassen, die Sachen sind zwar nicht ganz billig aber dann ist Reserve vorhanden.
Ich finde, du machst das richtig. Würde dein Freund allein leben, hätte er den Haushalt auch an den Hacken. Habt ihr den gleich Anspruch an Sauberkeit? Falls nein: Kompromisse machen. Was ist wem besonders wichtig? Wo darf es auch mal Abstriche geben?
Alles Gute,
Lexa