Partner mit Depression geht auf Abstand - Langzeitreise steht bevor

Hallo zusammen,

ich habe momentan folgendes Problem:

Meine Freundin und ich sind seit 2 Jahren zusammen und hatten die meiste Zeit eine sehr glückliche Zeit. Nun ging es ab Mitte letzten Jahres los, dass sie an einer Depression erkrankte, diese wurde noch von keinem Therapeuten bestätigt, doch die Anzeichen und auch die Problematik im Elternhaus, deuten stark darauf hin.
Ich selber leide an keiner Depression und hatte bis vor kurzem auch keinen im Umfeld, der mit dieser Problematik lebte. Aus diesem Grund, war von mir kein richtiges Verständnis für ihren Zustand da. Ein richtiges Gespräch war nie möglich, da es für mich oft nur nach einem schlechten Tag aussah.
Dazu kommt, dass sie Angst hatte mir es zu erzählen, da ich sie vielleicht verlassen könnte.
Sie hatte oft mit Eifersucht zu kämpfen, da ich auch weibliche Freunde habe, so wie sie auch männliche Freunde hat.
Leider konnte sie nie verstehen, dass da nichts laufen wird. Oft war diese Freundschaft auch nur online oder von der Arbeit und ein privates Treffen gab es nie. Geschuldet ist das einem fehltritt von mir am Anfang der Beziehung als ich nach einem Abend mit zu viel Alkohol etwas mit einer anderen hatte. Nach diesem fehltritt wollte ich sie bereits verlassen, da das Vertrauen weg war. Sie wollte es nicht und wir haben es trotzdem probiert, was auch tatsächlich sehr gut lief ein Jahr lang (Verliebtheitsphase?).
Dies war bei ihr oft anders und es kam auch zu treffen mit neuen Leuten, die ich nicht kennenlernen durfte. Was am Ende dafür sorgte, dass ich zunehmend eifersüchtiger wurde.
Am Anfang des Jahres 2022 genossen wir einen schönen Urlaub in Thailand. Dort lief alles super!
Im Anschluss absolvierte ich ein 3 wöchiges Praktikum in Dublin und sie flog in der Zeit auf die Malediven und nach Sri Lanka. Alles lief soweit gut, jeder hatte auch getrennt voneinander Spaß, der Kontakt via WhatsApp und co. lief auch gut.
Nachdem die 3 Wochen um waren und wir uns wieder sahen nahm die Beziehung rückblickend einen komischen Wandel an. Wir machten nach und nach kaum noch was mit anderen und hingen nur noch aufeinander rum Mal bei dem einen Mal bei dem anderen (wir wohnen getrennt). Es war auch immer sehr schön es gab Unternehmungen im Sommer, doch zum Winter hin schlief alles etwas ein. Streit gab es selten, doch leider des Öfteren, wenn wir beide etwas getrunken hatten oder nur ich und sie mich wieder verantwortlich dafür gemacht hat, dass ich was mit meinen weiblichen Freundinnen hätte. Es kochte immer hoch und eine richtige Aussprache gab es nie.
Auf einmal fing sie an vermehrt etwas mit einer neuen Freundesgruppe zu machen in der Hauptsächlich Männer waren, dies lies mich skeptisch werden. Sie redete nur noch von den Treffen und wollte im selben Zuge, dass ich meinen Freundeskreis verlasse auf Grund von schlechtem Einfluss. Dies geschah auch, aber eher durch Interessensveränderungen meinerseits, teilweise ausgelöst durch sie.
Den anderen Freundeskreis durfte ich kennenlernen, eigentlich waren es ganz coole Leute, doch meine Skepsis konnte ich nicht mehr loswerden.
Im September haben wir uns dann entschieden für 4 Monate nach Asien zu reisen, da uns Thailand sehr gut gefallen hat.
Ein paar Monate wurde die Depression wahrscheinlich schlimmer und sie wollte auch einen Therapieplatz finden. Es hätte mir auffallen sollen, dass es ihr nicht gut geht, doch aus der Angst mich zu verlieren kaschierte sie vieles was das Thema anging. Dies leis mich in dem Glauben, dass es doch nicht so schlimm sei.
Ab Oktober fing sie an Sertralin (Antidepressiva) zu nehmen, dies erschien am Anfang auch als sehr gut, doch nach 2 Wochen bemerkte ich, dass ihr verhalten sich verändert. Zuerst dachte ich, dass es gut ist doch nach 2 Monaten war sie wie abgestumpft in allen Belangen. Libidoverlust, kleine Liebesbotschaften vielen weg und weinen, obwohl sie es wollte oder damit gerechnet hatte funktionierte nicht mehr. Sie hat aus dem nix ihren Job gekündigt, der ihr eigentlich sehr viel Spaß bereitet hat und wurde immer unglücklicher mit der Situation
Im November kam es dann noch zu einem sehr heftigen streit, erneut unter Einfluss von Alkohol, bei dem es von beiden Seiten kein Verständnis gab für die Situation des anderen: Ihre Depression, die sie nicht richtig - aber zum Teil versucht hat anzusprechen, meine Eifersucht, ihre Eifersucht und auch das Problem, dass ich das Gefühl hatte durch sie meinen Freundeskreis zu verlieren.
Im Dezember lief es dann wieder relativ gut, alles schien perfekt zu sein. Da ich ein Familenmensch bin und um Weihnachten sehr viel mit der Familie zu tun habe, hatte jeder etwas Zeit für sich. Sie ging feiern am 25.12. und ich war bei der Familie. wir haben uns eine Woche nicht gesehen und es war nicht schlimm. Sie arbeitete dann noch wieder Übergangsweise in ihrem alten Job, da die Firma noch Hilfe brauchte. Dies machte sie sehr glücklich.
Am 25.12. hatte sie dann Kontakt zu einem Mann, der auch an Depressionen leidet (der Ex Freund ihrer Cousine). Sie wollte ihm etwas Mitgefühl zeigen. Die beiden kannten sich bereits, da die Beziehung mit der Cousine 8 Jahre ging. Sie verstanden sich hervorregend! Sie erzählte mir auch davon, doch an Silvester ging dann das eigentliche Drama los.
Wir waren gemeinsam auf einer Feier, die an sich eher wenig aufregend war. Um 2 Uhr fragte sie mich, ob sie noch in den Club fahren kann mit einer Freundin, die sie lange nicht gesehen hat. Ich willigte ein, da die Party fast vorbei war, aber mit fahren wollte ich nicht. Wir hatten an dem Abend beide nix getrunken, da wir einem Streit aus dem Weg gehen wollten. Also fuhr sie los. Zu meiner Überraschung hörte ich kaum noch was von ihr und ein unwohles Gefühl breitete sich aus.
Morgens um 7 Uhr fuhr ich dann zu ihr und ihr Auto war nicht da. Ich bin dann mit dem Ersatzschlüssel rein, doch sie war nicht da.
Alles fühlte sich komisch an, keiner ihrer Freundinnen wusste wo sie ist und von einem Kumpel erfuhr ich, dass mit einem Mann dort war und mein Freund sollte ganz schnell gehen als er "Hallo" sagen wollte.
Sie hatte mich belogen und war mit dem selben da mit dem sie auch am 25.12. etwas zu tun hatte.
Den ganzen Januar war es dann ein hin und her aus Lügen und "Liebe" mir gegenüber. Nach 3 Tagen rückte sie mit der Wahrheit heraus, wie es Silvester eigentlich ablief, ein paar Tage später war sie mit ihm essen und eine Woche darauf war sie bei ihm und hatte mit ihm gekuschelt, zu anderen körperlichen Praktiken kam es wohl nicht. Sie war verliebt in ihn und hängt wahrscheinlich nur noch wegen der Reise an mir hieß es dann. Wir einigten uns darauf, dass wir es nochmal probieren und sie den Kontakt zu ihm lässt, da es bereits seit einer Woche keinen Kontakt mehr zu ihm gab. Sie kam Abend überraschend zu mir, bevor dann alles überkochte.
Am nächsten Tag schrieb ich ihn an und erklärte ihm was los ist. Er wusste von nix und dachte, dass wir seit November getrennt sind.
Nach einer Woche war sie wieder bei ihm, ich erwischte sie dort. Er dachte wir sind nun getrennt, doch zu mir sagte sie, dass sie es gerne noch auf der Reise probieren will.
Einen Kontaktabbruch gab es beidseitig nicht, wir schreiben täglich und haben uns auch einmal wieder gesehen.
Wir schreiben sehr viel und haben uns mittlerweile auch ausgesprochen und alle Themen angesprochen, die auf beiden Seiten verschwiegen/ nicht angesprochen wurden. Es machte sich gerade bei mir wieder Hoffnung breit, da ich sie trotz allem immer noch sehr mag.
So langsam macht sich bei mir aber das Gefühl breit, dass sie alles nur tut, um die Reise nicht alleine machen zu müssen und weil der andere den Kontakt fürs erste abgebrochen hat, da er keine Beziehung will und uns auch nicht im Weg stehen will.
Wenn sie zu Hause ist haben wir viel Kontakt, mit mir treffen will sie sich auch und ihr tut es scheinbar auch Leid wie es lief. Leider werde ich diesen Gedanken nicht los, dass all das nur wegen dieser Reise ist und sie eigentlich schon abgeschlossen hat und mir trotzdem Hoffnung macht.
Ich komme mir vor als würde sie mich hinhalten, auf meine Probleme nicht richtig eingehen, aber ich soll es bei ihren tun. Mein Vertrauen ist leider fast komplett weg. Dafür, dass es ihr eigentlich so schlecht geht, geht sie sehr oft feiern (jedes Wochenende) und trifft sich auch mit vielen männlichen Freunden. Von ihr heißt es, dass dort nichts laufen wird, doch seit der Situation im Januar bin ich da sehr skeptisch.

Die Reise werden wir beide machen, doch meine Frage ist wie viel Zukunft hat ein Neuanfang noch?
Ist ihr verhalten ausgelöst durch ihre Depression und meine Eifersucht, durch sie weiter in die Enge getrieben?
Meint ihr sie will vielleicht wirklich einen Neuanfang wagen, so wie sie es mir erzählt oder bin ich nur noch da, damit sie einen Rückzugsort für den Notfall hat und für die Reise?

Danke für eure Antworten!

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Hey Jan,

"Mein Vertrauen ist leider fast komplett weg." Wieso nur fast?
Ihr habt beide von Anfang an Murks gebaut, eure Beziehung hat kein gescheites Fundament. Nun kommen weitere Belastungen wie deine Eifersucht und ihre Depressionen dazu und alles bricht zusammen.

Eine Beziehung könnte Depressionen stemmen, wenn das Paar eine ordentliche Basis hätte. Das habt ihr aber nicht, leider.

Ich würde mir das Drama sparen und versuchen, aus der Nummer herauszukommen.


Liebe Grüße
Schoko

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Hey Schoko,

das Vertrauen ist nicht ganz weg, da sie sich nie etwas hat zu Schulden kommen lassen, wenn es um andere Männer ging. Des weiteren kam in unseren Gesprächen heraus, dass sie sich zu ihm hingezogen gefühlt hat, da er sie mit der Depression verstand und ein offenes Ohr hatte.

Wir haben drüber gesprochen, ob es möglich ist so ein Fundament zu errichten, da die Sympathie immer noch da ist. Ich habe natürlich die Befürchtung, dass die Reise dafür zu früh stattfindet.
Zur Reise wird es kommen, selbst wenn wir Vorort getrennte Wege gehen müssen und uns nur zu den Flügen treffen. Dennoch glaube ich, dass wir Vorort, befreit von dem Alltag hier, eine gute Zeit haben werden. Auch wenn nur als Freunde.

Danke für deine Antwort!

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Sympatie reicht nicht für eine Beziehung!

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Also ganz ehrlich das Leben ist anstrengend genug. So ein nerviges hin und her on top wer braucht das? Dein Text allein strengt mich schon an.

Wenn du sie gleich zu Beginn der Beziehung - also mitten in der größten Verliebtheitsphase - mit einer anderen betrügst, also da kann ich mir nicht vorstellen, dass es von den Gefühlen her wirklich so weit her ist. Was du von ihr schilderst klingt jetzt auch nicht unbedingt nach großer Liebe also wozu das Ganze?

Es klingt auch nicht danach als würdet ihr euch gegenseitig gut tun - eher im Gegenteil.

Ich würde den Kontakt abbrechen und mit ihr auch keine Reise machen sonst zieht sich das Drama doch nur noch länger.

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Das wird nix mehr. Reise absagen und Beziehung beenden wäre mein Rat.

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Ich glaub, der Zug ist abgefahren. Bedenke, dass eure "Vorgeschichte" auch genug Zündstoff für die bevorstehende Reise liefert. Willst du wirklich riskieren, im schlimmsten Fall vier Monate aufeinanderzusitzen? (Wobei es wahrscheinlich viel eher darauf hinauslaufen würde, dass mindestens einer von euch beiden vorzeitig in den Flieger nach D steigt).
Ich habe selbst immer wieder mit Depressionen zu kämpfen - die alleine sind keinesfalls ein Grund, geschweige denn eine "Entschuldigung" für unmögliches Verhalten. Glaube auch nicht, dass das Sertralin derart schnell angeschlagen hat, typischerweise muss man erstmal auf nen gewissen "Spiegel" kommen und diesen dann halten. Die Verhaltensänderung würde ich eher äußeren Faktoren zuschreiben.
Dass eure Beziehung holprig anfing, naja...hatte ich auch schon, finde ich bis zu nem gewissen Maß auch nicht sooo ungewöhnlich, es ist nun mal nicht jeder vom Start weg das ultraharmonische Traumpaar. Das Problem ist, dass es bei euch so weiterging.
Wie gesagt: An deiner Stelle würde ich die Reise nicht mit ihr zusammen antreten.

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Soviel Drama, Ärger, etc. das wäre mir zu blöde. So sieht keine glückliche, stabile Beziehung aus. Ihr tut euch gegenseitig nicht gut.