Unglücklich in der Ehe

Hallo Zusammen,

ich bin mit meinem Mann seit 11 Jahren zusammen, 4 Jahre davon verheiratet.
Wir haben eine 3-jährige Tochter und ich bin schwanger mit unserem 2. Kind.
Kurz nach unserer Hochzeit haben wir ein Haus gekauft.

Die aktuelle Schwangerschaft war nicht geplant, eigentlich war alles perfekt, wie es war. Ich hatte einen guten, neuen Job gefunden, unsere Tochter war langsam aus dem Gröbsten raus und wir hatten beide gelegentlich auch mal wieder Zeit für uns selber.
Wir haben uns aber trotzdem dafür entschieden, das Baby zu bekommen.

Ich habe das Gefühl, dass seitdem alles den Bach runter geht.
Mir geht es emotional total schlecht. Hatte immer schon sehr mit hormonellen Veränderungen zu kämpfen. Zum Beispiel hatte ich extreme Stimmungsschwankungen und depressive Verstimmungen, in der zweiten Zyklushälfte (starkes PMS). Da wusste ich aber immer, dass es in ein paar Tagen vorbei sein wird und mein Mann wusste diesen vorübergehenden Zustand ebenfalls zu händeln.
Jetzt geht es mir in der Schwangerschaft genauso. Nur, dass ich diesmal so schnell noch kein Ende in Sicht habe.
Ich leide da enorm drunter und mein Mann sicher auch, weil ich antriebslos, launisch, weinerlich und vor allem wechselhaft bin.
Zudem habe ich bereits 20 kg zugenommen (26. Ssw), nachdem ich vor der Schwangerschaft ein Jahr lang eine regelrechte Transformation durchlebt habe, in der ich 35 kg abgenommen und mich super gefühlt habe. Beste Zeit meines Lebens, würde ich sagen.
Das zieht mich zusätzlich total runter und ich fühle mich hässlich und als hätte ich versagt.
Außerdem wächst mir der Haushalt regelrecht über den Kopf, weshalb vieles einfach liegen bleibt und ich mich noch mieser fühle.

Mein Mann und ich streiten uns oft und er hat bereits zwei mal gesagt, dass er nur noch wegen der Kinder mit mir zusammen ist und er sich ansonsten längst getrennt hätte.
Solche Äußerungen sind natürlich genau das, was ich gerade brauche (nicht!).
Ich hasse mich selber schon, umso mehr verletzt es mich, dass mein Mann es auch tut.
Ich wünsche mir nichts mehr als einfach gelegentlich in den Arm genommen zu werden. Das würde mir so sehr helfen. Einfach das Gefühl von "Hey, wir schaffen das! Auch wenn es gerade kacke läuft, aber wir bekommen das zusammen hin."
Stattdessen habe ich das Gefühl, dass seine Abneigung mir gegenüber stetig wächst, je mehr ich bei ihm nach Halt suche.

Er äußerst auch ständig, dass er mit der Wohnsituation unzufrieden ist und er ein größeres Grundstück möchte, damit er sich eine Werkstatt darauf bauen kann und er ansonsten nie glücklich wird.
Ich steh dann da und versteh die Welt nicht mehr.
Ich, ich und nochmals ich. So sehe ich ihn aktuell.
Wir sind demnächst Eltern von 2 Kindern, sollten glücklich und dankbar sein, dass wir ein schönes Haus auf dem Land haben und er kommt mit solchen Ego-Äußerungen um die Ecke.

Sicher bin ich aktuell nicht einfach und mein Verhalten bestimmt oft drüber, für Minuten oder vielleicht Stunden, bis die nervigen Stimmungen wieder kippen. Aber anstatt mir mit etwas Liebe und Halt entgegen zu kommen, bestärkt er meine Ängste und unguten Gefühle nur mehr.
Anstatt Halt zu geben, entzieht er ihn dann erst recht.

Natürlich soll er sich nicht einfach jede Laune gefallen lassen und mir klar aufzeigen, wann es reicht.
Aber doch nicht, indem er mich komplett fallen lässt.
Ich war schon so oft Stütze für ihn, früher als wir noch kinderlos waren. Ihm ging es oft mental nicht gut und ich war immer für ihn da, auch wenn es oft schwer war und nichts als Kälte von ihm zurück kam, bis es ihm wieder besser ging.
Seitdem unsere Tochter auf der Welt ist, sind solche Phasen nicht mehr bei ihm vorgekommen.

Wieso ist er jetzt so zu mir? Wo ich genau das Gegenteil bräuchte...

Ich weiß nicht, was ich tun soll. Trennung? Wer will schon mit einem Mann zusammen sein, der einem sagt, dass er nur noch wegen der Kinder bei einem ist...
Oder aushalten, zumindest bis die Schwangerschaft vorbei ist?

Über eure Meinungen wäre ich euch sehr dankbar.

Liebe Grüße und einen schönen Sonntag

1

Hast du mit Frauenarzt, Hebamme usw. mal darüber gesprochen? Depressionen in der Schwangerschaft sind gar nicht so selten und dein Beitrag klingt verdächtig danach.

Ich würde an deiner Stelle die Schwangerschaft und die ersten Monate mit Baby abwarten. Wenn du dann wieder für dich klar denken kannst, erst dann würde ich mit dem Partner ein paar harte Gespräche führen und solche weitreichenden Entscheidungen treffen.

2

Danke für deine Antwort.

Nein, ich habe noch nicht mit meiner Frauenärztin darüber gesprochen.
Und um ehrlich zu sein, würde mir das bei ihr auch sehr schwer fallen. Sie ist eher der Typ "Stellen Sie sich mal nicht so an". Selbst um eine Krankmeldung bei Schmierblutungen im 1. Trimester musste ich bei der Schwangerschaft mit meiner Tochter regelrecht betteln.
Ich glaube sie würde mich nicht für voll nehmen.

Mit meiner Hebamme hatte ich bislang nur das Kennenlerngespräch und soll mich erst wieder in der 28. Ssw melden.

Bearbeitet von Traurig0815
5

Das Gespräch mit der Hebamme wäre dann ja in 2 Wochen.

weiteren Kommentar laden
3

Hallo, da kommt ja einiges zusammen bei dir. Ich möchte dir auch raten, ganz offen mit deinem Frauenarzt und Hebamme darüber zu reden. Bitte nichts verschönen. Nicht dass du auch noch in eine Wochenbettdepression rutscht.

Vielleicht ist dein Mann mit der Situation auch etwas überfordert und nicht ganz glücklich, so wie du - wenn ich das richtig verstanden habe. Ich wünsche euch sehr, und glaube eigentlich auch, dass wenn ihr das Baby im Arm haltet, alle grauen Gedanken und/oder Zweifel verschwunden sind und ihr euch einfach nur verliebt in den kleinen Schnucki.
Aber den Satz den er geäußert hat, macht mir auch etwas Bauchweh. Zum Luftrauslassen ja eigentlich echt zu heftig. Eine Trennung würde ich dir jetzt trotzdem nicht raten. Könnt ihr miteinander reden oder ist die Stimmung immer schlecht?

Edit: Ich lese gerade die Antwort mit deiner Ärztin. Bitte sprich es ruhig trotzdem an, einfach erwähnen und sagen dass dir das viel Kraft raubt. Sie fragt doch bestimmt wie es dir geht, dann nicht einfach "gut" antworten, denn es geht dir nicht gut. Und Depressionen sind etwas ganz anderes als Schmierblutung. Kennt sie denn deine PMS?

Bearbeitet von Anniplus4
4

Er soll nach dem MuSchu Elternzeit nehmen. Lass den Haushalt liegen, bis er ihn macht.

Habt ihr eine Garage? Vielleicht könnte das die Werkstatt werden. Das Auto muss halt dann draußen sein.

Er kann jetzt schon mal eine Vasektomie vornehmen lassen.

6

Sage deiner Hebamme, dass du jetzt schon Hilfe brauchst. Wenn es eine gute ist, wird sie dir da helfen können.
Meine Hebamme meinte einmal, sie mache zu ,80 Prozent psychologische Arbeit. Also die Eltern in ihrem neuen Elterndasein unterstützen. Und nicht so viel Babycare.
Meine hat mir unendlich viel durch alle krisen geholfen. Nach jedem Gespräch hat sich mein Problem gelöst gehabt. Aber ich war auch gnadenlos ehrlich und hab alles rausgelassen; auch Dinge und Gefühle, wofür ich mich sehr geschämt habe.
Wenn dich deine aktuelle Hebamme nicht unterstützen kann, suche dir eine neue.

Vielleicht gibt es in deinem Landkreis auch noch weitere Unterstützung. Informiere dich und hole dir und euch Hilfe.

Noch ein anderes Thema. Wollte dein Mann das zweite Kind auch, nachdem es ungeplant war? Hinter seinem Verhalten kann irgendwas tiefliegendes versteckt sein, was ihr bearbeiten könnt. Danach ist es vielleicht wieder besser und die liebe Zeigt sich wieder.

9

Da würde ich aber eher zu einem psychologischen Psychotherapeuten raten.
Ich glaube bei einer echten Depression kann die Hebamme das gar nicht auffangen, auch vom Umfang der Gespräche

11

Natürlich ist ein anraten einer Therapie das sinnvollste. Jedoch sind Plätze rar und man muss bekanntermaßen oft monatelang raten. Daher würde ich auch erstmal andere Stellen kontaktieren, wenn man sich dem öffnet, ist schon viel abgefangen. Mit den Stellen kann man ja immer noch weiter schauen, was es für schnelle Hilfen gibt.

weitere Kommentare laden
8

Bitte tu was! Meine Frauenärztin meinte damals unbedingt Anti Depressiva einnehmen, denn wenn man in der Schwangerschaft Depressionen hat ( ihrer Erfahrung nach) kann es einen nach der Geburt hormonell komplett umhauen und man rutscht noch weiter rein. Bespreche das mit dem Frauenarzt, er soll dir was verschreiben ( wenn eine Depression vorliegt natürlich), gleichzeitig würde ich aber schon mal einen Therapeuten suchen, wenn du da nach der Geburt jemandem zum reden hast ist das auch Gold wert.
Drücke dir die Daumen

Bearbeitet von Inaktiv
10

Ahja. Du brauchst übrigens keine Überweisung dafür. Schau einfach im Internet nach Psychotherapeuten in deiner Umgebung, dann kannst du da anrufen und dich auf die Warteliste setzen lassen oder womöglich hat ja der ein oder andere auch sofort Kapazität. Die Krankenkasse bezahlt das. 5 Sitzungen sind erstmal eh nur zum Kennenlernen. Es ist also wirklich unkompliziert

13

Hast du ihm denn gesagt, was du brauchst? Was sagt er dann?

Setzt zusammen und erarbeitet, wie ihr die Phase durch stehen könnt und wer aktuell was braucht.

Er hat vielleicht aktuell einfach nicht die Kraft, dich zu stützen. Er hat sicher Job, Kind, ebenfalls Haushalt, evtl Zukunftsängste, ist unsicher wegen Kind 2… und dazu deine Launen, vielleicht nicht nachvollziehbar, Unsicherheit, wie er dir helfen kann.

Ein Gespräch mit Hebamme oder Fä halte ich auch für sinnvoll. Letztlich musst du deine psychische Gesundheit nämlich selbst in die Hand nehmen, er kann es nicht. Und dir kann man sicher helfen, dazu bedarf es aber einen Profi!

Alles Gute für euch. Ihr könnt es sicher gemeinsam schaffen. Mit Hilfe :)

15

Ich finde es toll, dass du so reflektiert und ehrlich bist. Ein Tabuthema in der ss nicht glücklich zu sein, aber wahrscheinlich recht häufig. Dein Mann hat das, nehme ich an, im Affekt gesagt. Mach den ersten Schritt, nimm du ihn in den Arm, sag, dass ihr das zusammen schafft und er seine Werkstatt bekommt. Egal wo. Ich denke, die steht für seine Angst. Und dann entspannt er sich vielleicht...Alles Liebe. Ich finde dich sehr authentisch und sympathisch....