Soziale Kontakte pflegen neben der Beziehung

Ich war schon immer ein Mensch der sich gerne alleine beschäftigen kann und auch tatsächlich gerne mal alleine ist oder einfach alleine joggen gehen, ins Fitness oder mal ein Buch lesen.

Natürlich nicht nur, aber ich war auch ewig Single, bis ich 30 war. Habe einen engen Kontakt zu meinen Eltern (geschieden) und meinem Bruder und 2 enge Freundinnen und ansonsten schon auch diverse lose Kontakte mit alten Kollegen, Mit-Azubis und Schulfreundinnen. Das hat auch immer so gepasst, habe nie sehr oft mit egal wem, außer der Familie ausgemacht und das hat aber auch gepasst, ein bisschen Anschluss brauche ich und ich war ja dann zu Hause alleine und hatte Ruhe ;)

Seit ich mit meinem Freund zusammen bin und wir auch zusammen wohnen habe ich das Gefühl und auch oft ein schlechtes Gewissen nicht allem gerecht zu werden. Mein Freund und ich verbringen gerne und viel Zeit miteinander, haben ähnliche Interessen und können viel miteinander anfangen.

Meine Familie sehe ich weiterhin regelmäßig und auch mit den 2 engeren Freundinnen will ich den Kontakt halten. Das ist mir wichtig. Dann kommen ja auch immer mal Termine von seiner Familie/Freundeskreis dazu und ich bin eigentlich bedient was Sozialkontakt angeht. Zeit alleine und für meinen Sport oder Entspannung brauche ich ja auch und die Beziehung braucht Zeit. Außerdem arbeiten wir Vollzeit, Haushalt, mal ein Arzttermin etc.

Ich brauche dann auch wieder Zeit für mich bzw maximal zu zweit um wieder aufzutanken und inzwischen ist ja auch mein Freund zu Hause wenn ich nach einem Treffen mit Freunden heim komme und wir reden noch ein bisschen über den Tag…

Ich habe ein schlechtes Gewissen wenn ich „weniger“ wichtige Kontakte vertrösten muss und ständig sage es ist gerade so viel los aber es wird mir zu viel… Kennt ihr das? Wie würdet ihr damit umgehen?

Eigentlich würden mir die Beziehung, meine Familie und die 2 engen Freundinnen reichen, dazu die Termine die noch von „seiner Seite“. Aber irgendwie will ich die anderen Kontakte auch nicht komplett schleifen lassen.

Und ich kann mir zb auch grundsätzlich Kinder/eigene Familie vorstellen, am meisten Respekt habe ich allerdings tatsächlich davor, dass ich kaum mehr Zeit für mich hätte.

Bearbeitet von Bluete1990
1

Kann ich 1:1 so nachvollziehen, weil ich genau so bin.
Ich kann eine Freundin sehr gut mit einem Hobby verbinden und sehe sie somit jede Woche. Vielleicht magst du mit deinen Bekannten ja eher mal auf ein Fest gehen oder sie mal zum Grillen im Sommer einladen oder irgend ein Event, zu dem du gerne gehst und das dann eben mit ihnen machst?
Ich habe das Glück, dass ich den Freundeskreis meines Partners sehr mag und daher gerne mit zu Treffen gehen - wir gehen meist alle miteinander Essen ein Mal pro Monat.
Meine Me-Time habe ich neben dem Fitness-Studio immer Abends ab 21:00Uhr, denn da geht mein Partner ins Bett und ich kann machen und schauen, was ich will - vielleicht habt ihr eine Wohnsituation, wo du dir auch Rückzug schaffen kannst und das auch so kommunizierst?
Wenn du Kinder möchtest, musst du das vorher ganz klar mit dem Vater der Kinder klären: wer geht wann zum Sport, wer trifft wann und wie oft Freunde und wer hat auch einfach mal ein paar Stunden für sich. Das müsst ihr euch aufteilen. Anders wirst du sonst unglücklich.
Wichtig ist, dass du dir keinen Druck und kein schlechtes Gewissen machst! Bekannte, die dich sehen wollen, können ja auch um ein Date fragen. Tu das, woran du Spaß hast, aber kommuniziere das unbedingt. So wie man sagt "morgen Abend gehe ich auf ein Bier mit Steffi" gibt es eben auch ein "morgen Abend mache ich..."

2

Das versuche ich… dadurch dass ich früher Feierabend habe als er bleibt auch öfter mal Zeit für mich.

Früher bin ich mit der einen Freundin einmal in der Woche in einen Sportkurs, durch ihren Umzug klappt das leider nicht mehr und es ist eher ab und zu essen gehen zb draus geworden… Was dann ja wieder ein „Zusatztermin“ ist…

Die Bekannten fragen durchaus auch von sich aus, und ich vertröste dann. Bzw manche ( zb Kollegin, die in Rente gegangen ist und sich unbedingt treffen will) sage ich auch komplett ab weil ich einfach keine Energie für noch mehr Kontakte habe. Ob die dann beleidigt ist kann ich nicht ändern, ich kann nicht alles machen.

Mein Freund ist auch jemand, und da sind wir dran, der nicht gerne nein sagt. Zb sind wir bei einer Kollegin von ihm beide zum Geburtstag eingeladen, was ja nett ist aber er auch keine Lust hat und es ist einfach nur eine Kollegin, ich hab die einmal getroffen. Warum kann man da nicht absagen, die Zeit und Energie fehlt uns ja auch wieder für Dinge die uns wichtiger wären.

3

Das finde ich aber schade, dass du das so "belastend" siehst. Jedes Treffen ist doch ein Erlebnis, über das man was erzählen kann, bei dem man sich austauscht und bei dem man auch interessantes erfährt. Tipps, tolle, neue Erlebnisse, die der Gegenüber hatte und die einen inspirieren. Auch der Abend mit der Arbeitskollegin kann doch durchaus lustig und erfrischend sein. Wenn du das alles als belastend und negativ empfindest, kannst du dann in dir ergründen, warum? Was hättest du lieber in der Zeit gemacht? Auf was verzichtest du genau, wenn du dich nicht mit Freunden/Bekannten/Kollegen triffst? Das macht auf Dauer einsam. Man kann auch zu zweit einsam sein und dann wird es auch langweilig, weil nichts neues dazu kommt.

weitere Kommentare laden
5

Ich verstehe, was du meinst mit dem schlechten Gewissen. Das musst du aber nicht haben. Ich brauche auch viel zeit für mich und stelle das gerade in letzter Zeit wieder vermehrt fest.

Es gibt nur sehr wenige, ausgewählte Personen, bei denen nach einem Treffen meine Akkus nicht komplett leer sind.
Das bedeutet nicht automatisch, dass ich die anderen Personen nicht mag oder leiden kann - nur, dass mich Treffen eben Kraft kosten. Das ist gar nicht negativ behaftet, die Treffen machen Spaß, sind aber eben dennoch anstrengend.
Ich denke, jemand, der nicht selbst wirklich introvertiert ist, kann das nicht nachempfinden.

Lass dich nicht verändern und grenze dich so ab, wie es für dich richtig ist.
Andersherum solltest du aber auch deinen Partner nicht ändern wollen und ihm das so lassen, wie ER es braucht.
Sollte dir das dauerhaft ein zu extremer Unterschied sein, der eure Beziehung auch belastet, dann ist es leider nicht die richtige Partnerschaft.

Ein schlechtes Gewissen Freunden/Bekannten gegenüber braucht es da nicht. Sei einfach offen und ehrlich. Wer Verständnis hat, wunderbar. Wer nciht, hat eben Pech.