Ist mein Denken altmodisch? (Thema Hochzeit)

Hallo da draußen

Nachdem sich meine Gedanken im Kreis drehen und ich sonst momentan niemandem habe, mit dem ich meine Gedanken besprechen möchte, teile ich sie mit euch, in der Hoffnung, vielleicht ein wieder klares Bild zu bekommen.

Ich (36) bin mit meinem Partner (39) nun seit 6 Jahren zusammen. Wir haben zwei wundervolle Kinder. Unsere Beziehung funktioniert - wenn auch mit Höhen und Tiefen aber was ist schon perfekt?! Wir lieben uns, und das zählt!

Ich hätte den Herzenswunsch zu heiraten. Nach außen sichtbar zu machen, dass wir zusammen gehören, eine Familie sind (auch zB durch den gemeinsamen Namen) und so auch vielleicht symbolisch alle "Hintertüren" zu verschließen.
Er hat diesen Wunsch, wie es aussieht, nicht.

Ich habe, vor allem in der 2. Schwangerschaft und die ersten 6 Monate danach, sehr gehofft und gewartet ...... tja
Nachdem es mich immer mehr frustriert und enttäuscht hat, hab ich mich damit abgefunden, dass es eben ist wie es ist - immerhin führen wir doch eine gute und harmonische Beziehung, auch ganz ohne Ring am Finger....

Nun hat er schon mehrfach geäußert, dass er sich noch ein 3. Kind wünscht.
Ja, so ein kleines Wunder hätte auch in meinem Herzen noch gut Platz. Auch wenn mein Wunsch nach einem weiteren Kind, nicht ganz so ausgeprägt ist wie seiner, fühlt sich der Gedanke doch recht schön an!

ABER.......

Ein 3. uneheliches Kind?
Ich weiß, dass dies noch das Denken von Früher ist, in dem man nur "ehrenhaft" war wenn man erst geheiratet und dann Kinder in die Welt gesetzt hat. Unsere Kinder werden geliebt, egal welchen Nachnamen sie tragen!!!!! Ich möchte da bitte überhaupt nichts abwerten!!!!
Aber in mir drängt sich (seit er den Wunsch immer wieder äußert) immer wieder der Gedanke auf - "zum Kinder kriegen gut genug, aber für die Ewigkeit reichts wohl nicht"
Es tut ziemlich weh darüber nachzudenken.

Ich will ihn nicht "überreden" oder "überzeugen".
ich will ihn auch nicht "erpressen" (nur ein 3. Kind wenn du mich heiratest oder so)
Denn er soll mich fragen, wenn er es auch so möchte und sich bereit fühlt.
Dass ich ihm einen Antrag mache ist leider auch keine Option - er hat mir sehr oft gesagt, dass er so etwas niemals haben möchte.

Es wird sich also so bald an meinem Beziehungsstatus nichts ändern.
Vom Gefühl her, möchte ich so aber KEIN weiteres Kind.
Ist das altmodisch? Bin ich engstirnig? Hab ich mich verrannt?

LG und eine gute Nacht

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Naja ob nun 2 oder 3 Kinder außerhalb der Ehe ist wohl auch egal.

Mir persönlich wäre die Ehe hauptsächlich als rechtliche Absicherung wichtig. Ich nehme an dies habt ihr für euch anderweitig rechtssicher bereits geregelt mit Lebensversicherungen und Testament, etc.

Wenn dem so ist, dann sprecht doch einfach nochmal miteinander. Ohne Antrag und brimborium, einfach dein Wunsch zur Ehe und die Gründe dafür und vielleicht findet ihr ja die Einigung in einer kleinen Hochzeit ohne riesen Aufriss. Das ist bei meinem Partner zum Beispiel was er nicht will, eine große Hochzeit wo er im Mittelpunkt steht und lauter Dinge gemacht werden die gar nicht zu ihm passen, nur "weil man es so macht".

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Ich habe irgendwie trotzdem das Gefühl, dass es hier um "heirate mich oder wir bekommen kein drittes Kind" geht. Denn tatsächlich, was macht es für einen Unterschied, ob 2 oder 3 oder 5 Kinder?

Eine Ehe sagt wenig aus über die "Ewigkeit", ich denke eher, dass du eine gewisse Sicherheit für seine Liebe benötigst, und irgendwie hat sich das mit der Hochzeit in deinem Kopf festgesetzt

Mir kommt der Gedanke auf, dass es irgendwas geben könnte, was dich dazu veranlasst, ihm da nicht (mehr) zu trauen. Vielleicht kannst du da Mal ansetzen und dieses Gefühl anders Bearbeiten, als durch den Wunsch eines Antrages.

Ich finde, wenn man mit jemandem Kinder haben möchte, zeigt das mehr von einer gemeinsamen Zukunft als eine Ehe. Für mich persönlich zumindest

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Natürlich heißt eine Ehe nicht automatisch Ewigkeit. Aber eine gewisse rechtliche Absicherung ist es einfach. Ohne Ehe muss man doch alles einzeln regeln. Von der Vorsorgevollmacht bis zum Erbe.

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Muss man die Vorsorgevollmacht nicht auch als verheirateter Mensch treffen? Das wohl ein Irrglaube, dass durch den Ehepartner alles geregelt ist.

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Ich meine nicht, dass du altmodisch bist. Wäre es so, hättest du kaum zwei Kinder bekommen vor einer Heirat.

Bei den ersten beiden hat es dich doch auch nicht gestört, warum also ausgerechnet bei dem dritten?
Aber wie auch immer - Ihr seid seit Jahren zusammen und über die Kinder ohnehin verbunden, mehr als es ein Trauschein könnte - Was hält dich konkret davon ab, einfach mit deinem Partner über deine Wünsche zu reden? Zwei gemeinsame Kinder, aber das geht nicht? Offenbar scheint das bei euch ja sowieso ein Dauerbrenner zu sein, immerhin sagt er "sehr oft", dass ein Antrag von dir nicht kommen soll.

Ich schlage vor, dass du ihm - ganz ohne Antragsgedöns - schlicht sagst, dass du heiraten möchtest. Überraschend kann das für ihn kaum sein und alles ist besser, als in Demutshaltung seines Antrags zu harren.

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Das hat ja auch große rechtliche Auswirkungen. Deswegen würde ich das einfach ganz normal besprechen. Es muss doch auch kein Antrag sein das kann man doch zusammen entscheiden ohne viel Brimborium.

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Hm
Finde dich nicht altmodisch. Ich wollte vor dem 1. Kind verheiratet sein.
Nicht aus dem Grund, was sollen die Leute denken, sonder auch als Absicherung. Witwenrente wenn ihm was passiert. Wenn was schief geht bei der Geburt, dass er Anspruch auf Mitsprache hat. Einfach solche Sachen. Wenn mir was passiert oder ihm was passiert. Vielleicht sprichst du doch noch mal mit ihm. Fragst mal was so seine Bedenken sind und was deine. Ich habs einfach gemacht. Ihn nicht unter Druck gesetzt, aber einfach deutlich gesagt, wie ich es mir vorstelle. Mein Mann hat mich aber erst nach 7 Jahre gefragt, waren vorher auch noch nicht so weit. Err Studium. Ich Ausbildung
Liebe Grüße

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Blöde Frage: Weiß er denn, dass Heiraten dein Herzenswunsch ist? Was sagt er dazu?

Ob ein Kind ehelich geboren wird oder nicht, finde ich total egal - erst recht beim 3. Den Gedanken finde ich tatsächlich schwer nachzuvollziehen.

Was nicht egal ist: Du hast einen Wunsch. Wie steht er dazu und wie geht ihr als Paar damit um? Rede mal mit ihm darüber. Bei zwei oder gar drei Kindern würde ich vermuten, dass es am Trauschein nicht scheitert. Mehr kann man sich doch gar nicht aneinander binden als über gemeinsame Kinder.

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Du musst ihm ja keinen Antrag machen, aber still und leise vor sich hin zu hoffen und zu warten, ja das ist vielleicht etwas altmodisch. Ihr seid gleichberechtigte Partner und wenn dir etwas wichtig ist, solltest du darüber reden. Generell solltet ihr mehr kommunizieren. Wenn er nicht heiraten will, kann er dir ja erklären, warum. Vielleicht denkt er ja schon, dass eure Beziehung "für die Ewigkeit" ist, mag aber das Konstrukt Ehe einfach nicht. Vielleicht ist er sich auch einfach dessen bewusst, dass man nicht in die Zukunft schauen kann, ist aber bereit auch in schwierigen Phasen viel dafür zu tun, dass die Beziehung hält (für mich die wichtigste Komponente der Ehe). Man sollte doch über Unsicherheiten, Werte und Wünsche offen mit dem Partner reden können.

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Doch, ich glaube schon, das du deinen Herzenswunsch als Bedingung für ein 3. Kind durchdrücken möchtest.

Ich schreibe jetzt mal von der anderen Seite....eine Hochzeit, ein Ring am Finger, symbolische Dinge....all das war und ist für mich total unwichtig. Mein Mann wollte mich immer gerne heiraten, der Schelm hat damals meinen Nestbautrieb ausgenutzt;-)....tja, seit dem bin ich verheiratet.

Soll ich dir nach über 10 jahren Ehe was sagen? Es ist mir völlig egal, das Konstrukt Ehe bedeutet mir bis heute nichts. All das, was nach der Trauung passiert ist, das wäre auch ohne Ring genauso gekommen. Mit ihm habe ich vorher eine Familie gegründet, er ist der Mann an meiner Seite und ich die Frau an seiner und das ist bis heute toll. Aber der Ring spielt da überhaupt keine Rolle für mich. Nicht falsch verstehen, ich bereue es nicht, dazu habe ich keinen Grund. Aber es ist bis heute für mich völlig bedeutungslos, nichts was mich länger bei ihm halten würde oder uns mehr verbunden hat. Ich habe meinem Mann nur einen Herzenswunsch erfüllt, so wie er mir auch schon welche erfüllt hat....mehr nicht. Er hat nie damit gerechnet, das ich (wenn ich schon "Ja" sage) seinen Namen annehme...habe ich aber. Es war mehr so ein Gedanke, naja wenn schon...dann ist das jetzt auch egal.

Mei Mann weiß das alles, er kann mich sogar verstehen und findet es bis heute toll, das ich mitgezogen habe. Er sieht das echt locker. Ich kann bis heute nicht wirklich verstehen, warum ihm das so wichtig war....aber egal.

Kannst du damit leben, wenn er dich "nur" heiraten würde, weil es dein Herzenswunsch ist? Gerade weil du ausschließlich emotionale Dinge aufzählst.

Und bevor hier jetzt Steine fliegen und mein Mann bedauert wird. Noch einmal ganz klar und deutlich: Er ist der Mann, mit dem ich gerne gemeinsam alt werden möchte.....ob das klappt, das steht auf einem anderen Blatt. Er bedeutet mir (im Gegensatz zum Ring am Finger) verdammt viel. Er ist der Mann, mit ich eine Familie gegründet habe. Er ist ein toller Vater und Partner. Dasselbe sieht er in mir.
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Das ist bockig. #schein Zwei Kinder gehen, aber drei nicht ist (vorsichtig gesagt & nicht böse gemeint) bekloppt.

Letztlich binden euch die Kinder mehr, als das Ja Wort. Die Ehe kannst du scheiden lassen, die Kinder bleiben euch beiden.

Die Leute die in letzter Zeit in unserem Umfeld heirateten, haben übrigens alle nicht den gleichen Nachnamen.

Habt ihr denn über das Thema schon mal gesprochen? Hast du ihm mal einen Antrag gemacht?

Bearbeitet von witchperfect