Warum wird die Libido neuerdings wie eine Erkältung diskutiert?

Die Libido ist nicht wie eine Erkältung, die man auskurieren kann und schwups, hat man wieder mehr Lust auf Sex. Manchmal schon, meistens nicht.

Unterschiedliche Prozesse steuern die Libido und es ist bekannt, dass vor allem Männer eine sehr hohe Libido haben.

Für Männer ist die Sexualität darüberhinaus auch sehr viel „einfacher“, in dem Sinne, dass sie nichts machen müssen, außer sich in der Vagina reiben, bis sie kommen. Fertig.

Bei Frauen ist das vielfältiger und Vaginaler Sexspaß mit Höhepunkt nicht der Standard, wie es halt bei Männern ist. Als Frau muss man schon sehr viel mehr, ich sag mal, aufwenden, damit es auch Spaß macht und sich hinterher nicht anfühlt, als hätte es sich nicht gelohnt.

Sex ist außerdem eine äußerst körperliche Aktivität, die mit der Psyche verbunden ist.

Worauf ich hinaus will, dass ich das Gefühl habe, immer weniger Menschen verstehen wie die Libido funktioniert und wenig Sex in der Beziehung automatisch bedeuten soll, dass die Beziehung oder Ehe kaputt ist. Es gibt sehr viel mehr Möglichkeiten der Intimitäten als Sex, kuscheln zum Beispiel, sich gut verstehen, zusammen lachen.

Während es für Frauen wie mich normal ist nur alle 2 Wochen Lust zu haben, Monate auch mal gar nicht, dann wieder mehrmals am Tag für eine Woche, finden es andere „normal“ mehrmals 2-4x die Woche Sex zu haben. Für mich Stress pur und dürften wohl eher auf die wenigsten zutreffen sooft miteinander zu schlafen in etwas längeren Beziehungen.

Ich sehe vor allem Frauen im Nachteil und ständigen Konfrontationen ausgesetzt und unter Druck, weil sonst die Beziehung beendet wird, weil es zu wenig Sex ist.

Ist das nicht armselig, wenn alles andere passt, einen Menschen nur deshalb zu verlassen, weil sie eine unterschiedliche Libido haben?

Nachtrag: Zumal Sex immer mehr wie eine Sportart betrieben und beworben wird

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Bearbeitet von PauliausHamburg
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Kann ich nachvollziehen. Ich hab auch nur alle paar Wochen, wenn überhaupt, Lust. Habe dadurch aber automatisch den Gedanken, dass sich mein Mann dadurch früher oder später anderweitig umguckt, daher "mach ich halt mit", wenn er Lust hat. Geht vermutlich recht vielen Frauen so, auch wenn sie es vermutlich nicht zugeben.

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Glaubst du nicht, dass du das diskutieren könntest? Ich weiß nicht, als Mann hätte ich da verständnis, solang ich dann mir ein paar Pornos angucken kann für die Lust Befriedigung.
Gerade nehme ich Medikamente und fühle mich genauso alle paar Wochen lust, deshalb hab ich da jetzt viel mehr Verständnis dafür. ^^

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Bearbeitet von Dawnclaude
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Puhhhh...harte Aussage !

Wenn ich merken würde (was man definitiv tut) ,dass mein Partner es "halt mit macht" ...wäre für mich das Thema sofort durch !

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Wenn man sich regelmäßig im "Liebeslebenforum" aufhält, wird deutlich, dass es sich um ein absolut nicht geschlechtsspezifisches Problem handelt.

Der Anteil an lustlosen Männern, ist ziemlich gleich groß, jedoch reden diese viel weniger darüber als wir Frauen.

Bei deiner Beschreibung von Sexualität im Mann-Frau Vergleich frage ich mich, ob du dich wirklich eingehend mal mit der männlichen Sexualität auseinandergesetzt hast.
So klingt das nämlich nicht.
Ebensowenig ist es bei Frauen pauschal ein riesen Aufwand zum Höhepunkt zu gelangen.

Natürlich gibt es, außer dem Geschlechtsverkehr noch viele weitere Möglichkeiten für Nähe und Intimität zu sorgen.
Dennoch ist Sex für viele Menschen ein essentieller Bestandteil einer Partnerschaft, der nicht nur die reine Sexlust befriedigt, sondern auch viele andere menschliche Bedürfnisse bedient.

Trennungen aufgrund unterschiedlicher Libido mögen für denjenigen mit geringerer Lust armselig erscheinen, für jene mit der größeren aber ist das Leben oft frustrierend und teilweise sogar quälend (s. Forum Liebesleben).

Diesen Menschen Armseligkeit vorzuwerfen, weil sie auf ihre Bedürfnisse achten, ist ebenso übergriffig wie einen Menschen mit geringer Libido zum Sex zu nötigen.

Fazit: dein Beitrag verursacht genauso viel Druck, wie jene welche du kritisierst - nur eben von der anderen Seite.

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"Wenn man sich regelmäßig im "Liebeslebenforum" aufhält, wird deutlich, dass es sich um ein absolut nicht geschlechtsspezifisches Problem handelt."

Der Eindruck ist in diesem Forum nicht aussagekräftig, da hier hauptsächlich Frauen aktiv sind.

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Und abgesehen davon, haben auch Männerprofile weibliche Icons :) man weiß also nicht immer, mit welchem Geschlecht man es zu tun hat.

Ich bin sowieso mittlerweile der Meinung, dass es irgendwie eine (noch halbwegs anonyme, und datenschutzwahrende) Möglichkeit geben sollte, zumindest das Geschlecht hinter dem Profil fakefrei sicherzustellen, wobei manche Männer sich dann sicherlich in das Profil der Frau einloggen. Vor allem aber bei dem, was heute alles erzählt wird im Internet und welche Auswirkungen das mittlerweile auf das echte Leben haben kann, wäre das mal ne Maßnahme.

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Bearbeitet von PauliausHamburg
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Kenne ich so garnicht, empfinde ich auch persönlich ganz anders. Bin aber auch ein sehr körperlicher Mensch, fühle mich wohl in meinem Körper und gehöre zumindest laut Urbia zu den Einhörnern, die gerne auch zum Stressabbau Sex haben bzw. intim sind und sich nicht erst in totale Tiefenentspannung versetzen müssen.

"Ist das nicht armselig, wenn alles andere passt, einen Menschen nur deshalb zu verlassen, weil sie eine unterschiedliche Libido haben?"

Wann ist das denn der Fall? Vielmehr ist es doch so, dass sich eine dauerhafte Schieflage diesbezüglich negativ auf andere Aspekte der Beziehung auswirkt. Dann "passt" eben nicht mehr "alles andere".

Im Übrigen kann ich mich Zarathustra nur anschließen. Shaming vibes, nur aus der anderen "Richtung".

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Bearbeitet von Dankefuerdieblumen
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„…die sich nicht in totale Tiefenentspannung versetzen müssen“

Das brauche ich auch nicht unbedingt und Sex kann durchaus als Stressabbau dienen, allerdings kann man die Libido dadurch nicht zwanghaft herbeiführen. Genau das ist die Fehldenke, die immer häufiger durchgesetzt wird.

Es geht mir auch um die Häufigkeit. Da wird immer mehr so getan, als wäre die Libido so fest-verankert, wie das Hungergefühl oder Trinkgefühl. Trinke ich zu wenig, bekomme ich Durst. Ein täglich automatisch gesteuerter Prozess, der die eigene Existenz sichert. So funktioniert das mit der Libido nicht.

Ich muss dafür erregt sein. Manchmal hat man auch keine Lust auf Körperlichkeiten,
weil man sozusagen jemand anderen bedienen und das alles mit dem eigenen sexuellen Egoismus verbinden muss.

Sex als Stressabbau kann man machen, muss aber aufpassen, dass es nicht krankhaft wird, weil es als Ventil zweckentfremdet wird. Da disconnected man, also entfernt sich von sich selbst.

Zumal Stressabbau auf verschiedenen Wegen klappt, muss nicht immer Sex sein: kuscheln, streicheln, beieinander liegen, unterwegs sein, Sport. Gerade weil Sex auch was sehr intimes ist, ist man noch verletzlicher, wenn man einfach was mitmacht, was man nicht will oder sich unter Druck gesetzt fühlt, weil die Libido ein Eigenleben hat und es nicht steuern kann.

Für mich kann die Häufigkeit von Sex also niemals genauso essenziell sein, wie das menschliche Miteinander (in einer Beziehung). Eher die Qualität, die Sex dann hat.

Edit: Armselig kommt es mir deshalb vor, weil es halt etwas ist, was man selbst nicht steuern kann. Bekommt dann eine primitive Note, weil es nicht an einer Chataktereigenschaft oder so liegt.

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Bearbeitet von PauliausHamburg
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"Armselig kommt es mir deshalb vor, weil es halt etwas ist, was man selbst nicht steuern kann..."

Aber im Gegenzug erwartest du das praktisch von jenem Partner, welcher eine ausgeprägte Libido hat.

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Ich sehe da eher ein ganz anderes Problem :

Die meisten Paare sprechen nicht darüber ,was sie wirklich gut finden ...sondern machen dann halt das Standart 0/8/15 Programm und fertig.

Statt sich hinzusetzen,und zu schauen,was ihnen wirklich gefällt,woran sie wirklich Spass haben ...

Und auch da gibt es dann halt Paare ,die einfach nicht kompatibel sind...und auch dass muss man sich dann halt eingestehen,und Lösungen finden .

Würde man mir z.b nur ewig mit 0/8/15 Sex kommen...japp,...dann hätte ich auch extrem Arbeit zum Höhepunkt zu kommen 😆
Aber da ich eine erwachsene Frau bin,und eine gute Ehe habe, wissen wir, was uns gefällt,was uns "an" macht ...und dann hat es auch für keinen von beiden was mit Arbeit zu tun 😜

Spreche da aus eigener Erfahrung,und auch aus Erfahrung vom Austausch,mit anderen Paaren.

Viele wissen aber auch einfach garnicht was ihnen gefällt ..und das ist noch viel schlimmer 🙈🙈weil wenn man es selbst nicht weiß,woher soll es dann der Partner wissen ? Also ist man wieder bei 0/8/15 und das immer...

(0/8/15 soll hier nicht abwertend gemeint sein, sondern nur als Tatsache,immer das gleiche zu tun. Ist wie ins Kino gehen,und sich immer den selben Film ansehen zu müssen ..wird auf Dauer langweilig und man hat kein Bock mehr )

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Ich fühle mich nicht unter Druck. Mich irritiert es nur immer wieder, wie vehement einige sagen "Hey, wenn die Frau nur dreimal im Jahr will, ist das normal, sei gefälligst verständnisvoll und einfühlsam." und gleichzeitig gegenteilige Bedürfnisse als "Absolut primitiv, mach es dir doch selber, wenn das ernsthaft für dich so wichtig ist. Wie armselig." abtun. Das degradiert Sex auch zu etwas aus der Kategorie "für Neandertaler", so mein Gefühl.

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Sehe ich ähnlich wie du. Sex ist toll und schön und alles, aber nachwievor Nebensache, nicht Hauptbestandteil einer Beziehung.

Blöd ists halt, wenn beide Partner ein grundlegend anderes Bedürfnis nach Sexualität haben.

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Bearbeitet von erdnuesschen
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Es ist menschlich von sich selbst auszugehen. Allerdings ziemlich unreflektiert, die andere Seite als armselig zu beschreiben.
Weder die Art und Weise noch die Häufigkeit ist primitiv und triebgesteuert. Und jemand, der Selbstbefriedigung für gleichwertigen Ersatz hält, tut mir ehrlich gesagt leid.
Sexualität ist soviel mehr, eine so unglaubliche, wunderschöne, intensive Nähe.
Und ich kann jede Trennung deswegen nicht nur nachvollziehen sondern begrüßen zumindest, wenn es nicht von Anfang an so abgesprochen war.
Wenn es um Kuscheln ging, dann gingen auch alle auf die Barrikaden.
Es gibt kein richtig oder falsch, nur passend oder nicht passend... Und wenn nicht, trennt euch und gebt eurem Partner die Chance auf ein erfülltes Leben.

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Du solltest nicht von dir auf andere schliessen.

Und nein, einen ausgeprägten sexuellen Trieb zu haben, kann man nicht über die Selbstbefriedigung entladen, ohne selbst psychisch Schaden zu nehmen auf Dauer.

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Ihr Lieben,

ich musste hier einige Beiträge entfernen, da sich darin angegriffen wurde.

Bitte haltet euch an unsere Regeln.

EDIT: Da der/die TE nicht mehr mitschreiben kann, habe ich den Thread nun stillgelegt.

Viele Grüße
Cleo vom URBIA-Team

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Bearbeitet von urbia-Team