Ausheulpost ohne Frage und evtl auch ohne Sinn

Ich muss mal ein bisschen jammern, auch wenns in Anbetracht anderer Schicksale hier sicher lächerlich ist...

Mein Mann hat letztes Jahr November, für uns völlig überraschend und über Nacht, Probleme mit seinem Blutdruck bekommen.
Ist aufgewacht mit einem irre starken Herzschlag und nassgeschwitzt.
Nachdem das nicht besser wurde, hat er Hausarzt und Kardiologie abgeklappert.
Dort wurde Bluthochdruck festgestellt, dessen Ursache nicht gefunden werden konnte.

Da er zu exakt diesem Zeitpunkt einen wirklich beschi**enen Jobwechsel hinter sich hatte (1. Firma verlassen wegen Abwerbung, neue Firma nach einem Monat postwendend wieder verlassen und zurück zum alten AG, so schlimm war die 2.) haben wir es teils darauf geschoben.
Obwohl mein Mann (bei sich selbst!) dazu neigt, psychische Probleme als Ursache kleinzureden.

Nun gut, er bekam Medikamente und es wurde besser, nichts mehr zu spüren.
Die Medikamente sollte er nach einem Monat absetzen. Ist so passiert. Danach war alles ok.
Seit einigen Tagen geht es nun wieder los. Und neben dem Schiss, den ich habe, nervt mich auch sein Umgang damit -.-

Dass er gereizt ist und sicher auch Angst hat, kann ich vollkommen verstehen.

Dass er so kategorisch ausschließt, dass die äußeren Umstände da einen großen Anteil dran tragen können oder sogar hauptursächlich sind - es treibt mich in den Wahnsinn!

Und dann liege ich nachts wach und mache mir riesige Sorgen. Klar, Bluthochdruck haben viele Menschen und es muss nichts Schlimmes sein. Aber mein Mann ist 34, relativ aktiv durch seine Wanderei und sein Ehrenamt, lebt vegan....
Das Einzige, das er nicht lassen kann, ist Süßkram. Aber deswegen Bluthochdruck??

Und so liege ich und grübele, was das sein kann, googele und mache mich selbst damit wahnsinnig. :( Ich weiß, das ist eine richtig ungesunde Angewohnheit, aber ich habe schon so viele Menschen verloren, ich bin voller Angst.

Zusätzlich zu der Angst kommt dann noch, dass er so voller Sorge ist, dass er nur noch rumpampt, gereizt und ruhelos ist und keine Geduld mehr aufbringen kann. ICH kann damit umgehen und wiegele auch oft ab, aber unsere Tochter ist (natürlich genau zum passendsten Zeitpunkt) gerade besonders harmoniebedürftig und braucht neben den ersten teenagermäßigen Ausbrüchen extra viel Rückversicherung. Das passt natürlich gerade gar nicht zusammen und da sie eher ein Papakind ist, knirscht es da gewaltig und wir haben ein echt beschissenes Wochenende hinter uns -.-

Weiß auch gar nicht, was ich mir hier erwarte.
Allerhöchstens vielleicht, dass jemand sich mit Bluthochdruck auskennt und damit schon lange und gut lebt :/

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Egentlich sind es zwei Baustellen: Dein Mann der gestresst ist und deine unangemessene Sorge.
Dein Mann soll zum Arzt gehen und den Blutdruck anklären lassen - viele Männer stellen sich mit einem Weg zum Arzt an, als ob sie geschlachtet werden ;-). Sprich mit ihm und schildere auch deine Ängste, gegf, begleite ihn zum Arzt. Mach ihm auch deutlich, dass seine Tochter unter der Situation sicher leidet und Eure Ängste spiegelt.

Was sicher noch zusätzlich stresst, ist wenn Du deinem Mann versuchst sein Leben zu erklären. Er ist erwachsen, wenn er die äußeren Umstände nicht betrachten will, ist dies seine Sache.

Die andere Baustelle sind deine Ängste - die die Situation sicher noch zusätzlich aufladen. Du hast es selbst erkannt: Dr. Google ist nicht hilfreich. Versuche für dich selbst einen Weg zu finden - Achtsamkeitstraining vielleicht oder Entspannungsübungen. Sonst kommst Du schnell in die Rolle der "Schwarzseherin"

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Er war ja wie gesagt mehrfach beim Arzt und es wurde keine Ursache gefunden.
Dann gab es Medikamente und diese haben ja auch geholfen. Natürlich sind Medikamente in dem Fall ja aber kein Problembeseitiger, denn die Ursache ist ja immer noch da.

Und natürlich ist es leicht gesagt, dass man dem Partner nicht sein Leben erklärt. In der Realität, wenn der eigene, eigentlich fitte Mann bei einem normalen Sonntagsausflug aber völlig außer Puste gerät und man selbstverständlich Sorge um ihn bekommt, sieht das dann doch etwas anders aus.

Den Ärztegang scheut er nicht, er hat bereits einen Termin am Donnerstag.

Und ja, Angst hab ich. Google lasse ich aus, ich schwörs :)

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Hallo,

Ich hatte vor 9 Jahren neben der Cholesterin auch noch die Bluthochdruckdiagnose, dazu bekommen gehabt. War damals aber schon älter als Dein Mann.

Ich wollte kategorisch keine Medikamente nehmen, wußte aber, dass wenn es die Ärzte sagen, dass es berechtigt ist. Daher begann ich nach alternativen zu suchen.

Zur Ernährung: Ja, süßes ist leider aus meiner (nicht medizinischen) Sicht schlechter, was Bluthochdruck betrifft, als es Fleisch ist. Zucker hat praktisch keine Nährstoffe außer Kohlenhydrate, während Fleisch, genau so wie ganze pflanzliche Produkte, viele Nährstoffe hat.

Generell würde ich mich, zusätzlich zur ärztlichen Therapie, bezüglich Bluthochdruck und Nährstoffe erkundigen. Wenn Dich ein Buch interessiert: Mikronährstoff Coach vom Verlagshaus der Ärzte.

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Danke dir!

Nachdem es ihm gestern wirklich schei*e ging, vorrangig auch wegen dem Gefühl, unfit zu sein, ist er fest entschlossen, den Spieß umzudrehen und den Süßkram radikal einzuschränken.
Fleisch wird er nicht wieder starten, er holt ganz selten mal "Abschussfleisch" für sich.

Das Buch schaue ich mir gern an!
MMN spielt da auch der Schichtdienst eine große Rolle, aber das ist "natürlich nicht so."....

Hat dir die Ernährungsumstellung denn geholfen? Oder blieb es bei den Medikamenten?

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Hallo, Was ich seit 9 Jahren konsequent mache ist Intervallfasten (von Morgens bis Mittags Nahrungsaufnahme, danach nichts mehr außer Wasser bis zum nächsten Morgen. Getrunken wird nur mehr Wasser, zusätzlich weniger süßes essen. Aber und das sehe ich als Hauptursache, dass jetzt mein Blutdruck wieder normal ist: Ich nehme extrem viele Nährstoffe zu mir. Es haben sich dadurch auch andere gesundheitliche Probleme verbessert, von denen ich nicht nicht einmal dachte, dass es gesundheitliche Probleme sind (Schweinehund, Krampfadern, Fersensporn, Sehschärfe, wiederkehrende Warzen, Zähneknirschen, Migräne, Krämpfe, kleiner werden) Vom Zucker weg kommen ist für mich leider sehr schwer, ich falle immer wieder zurück. Konsequent halte ich mich allerdings ans Wasser trinken. Ansonsten versuche ich statt süßem, Bananen zu essen.

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Nsja also gereizt ist man nicht wegen einem hohen Blutdruck. Das muss dir als erstes bewusst werden. Eher kommt der hohe Blutdruck von zu viel Stress aber auch nicht mit 34 so derart hoch.

Ich würde mich an deiner Stelle eher fragen, warum dein Mann gereizt ist? Ich habe selbst in so einer Ehe gelebt. Das ging am Ende soweit, dass ich jeden Tag nur noch einen Eiertanz veranstaltet hab, dass er sich nicht aufregt, hab mich völlig verloren und meine Kinder haben massiv gelitten.

Ich habe auch tausend Erklärungen gesucht u.a. hoher Blutdruck etc, weil ich die Wahrheit einfach verleugnet habe.

Unsere Ehe war am Ende, er hatte psychisch massive Ptobleme Depression) und hat heimlich sehr viel getrunken. Ich habe davon über Jahre nichts mitbekommen. Mein Exmann ist ein sehr sportlicher, attraktiver Mann mit sehr gutem Job, das würde man nie vermuten...

Ich möchte das deinem Mann nicht unterstellen aber dir vielleicht ein Bewusstsein geben, dass man manchmal die Dinge nicht sieht, weil man sie nicht sehen möchte und die Art eines Menschen vor sich selbst herunter spielt und nicht mehr angemessen bewertet.

Wenn eure Tochter unter seiner Laune leidet, gibt es keine Legitimation und du als gesunde Mutter musst dir diese Verantwortung für dein Kind und dich wieder holen. Ob er depressiv ist, trinkt oder sonst was dahinter steckt, das Verhalten der Angehörigen ist ähnlich. Sie dulden, die entschuldigen, sie helfen und haben Mitleid und schieben die eigene Verantwortung weg,.

Selbst wenn seine Laune daher kommt, weil er Angst hat, ist es ein Fall für den Psychologe. Wenn er sich quer stellt und nicht in der Lage ist sich für sein Kind professionelle Hilfe zu holen, bist du als Mutter gefragt, klare Grenzen zu ziehen.

Wie gesagt wenn Kinder leiden und Partner nachts nicht schlafen, geht es nicht nur um ein bisschen hohen Blutdruck.

Du kannst dir selbst psychologische Hilfe holen, um die Situation besser bewerten zu können.

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Du scheinst deine eigene Geschichte unpassenderweise auf meinen Post zu übertragen...
Hier geht es doch um etwas völlig anderes.

Es tut mir sehr leid, was euch als Familie widerfahren ist, aber das ist doch mit unserer Situation überhaupt nicht zu vergleichen.

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Bluthochdruck hat nicht immer einen erkennbaren Grund, wird dann auch essentielle Hypertonie genannt.
Aber du sagst selber, er hat viel Stress und neigt zu Süßkram, das sind 2 wichtige Punkte, an denen man definitiv arbeiten kann und dann auch sollte.
Die Vererbung wurde nie richtig belegt, aber man konnte oft sehen, wenn es familiär bereits öfter auftrat, dann könnte es eben doch auftreten.
Hypertonie ist dennoch keine unheilbare Krankheit und man kann das in der Regel sehr gut mit Medikamenten behandeln, dann muss er eben noch mal zum Arzt und alles abklären lassen und sich evtl eben noch mal neu einstellen lassen.
Nichts desto trotz ist er ein erwachsener Mann und sollte sich zusammenreißen können, das ist alles kein Grund, Knartsch mit der Tochter zu haben und zusätzlich Stress zu verursachen.

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Danke dir, ehrlich gesagt hatte ich ein wenig auf eine Antwort von dir gehofft :)

Vererbung wissen wir leider nicht, da kein Kontakt zu Teilen der Familie. Kann sicher gut sein.

"Hypertonie ist dennoch keine unheilbare Krankheit und man kann das in der Regel sehr gut mit Medikamenten behandeln, dann muss er eben noch mal zum Arzt und alles abklären lassen und sich evtl eben noch mal neu einstellen lassen."

Ist das dann etwas auf Dauer?

"Nichts desto trotz ist er ein erwachsener Mann und sollte sich zusammenreißen können, das ist alles kein Grund, Knartsch mit der Tochter zu haben und zusätzlich Stress zu verursachen. "

Das weiß er und nach unserem Gespräch gestern ist er ja nun eisern entschlossen, etwas zu ändern. Ich hoffe, dass die Ernährungsumstellung sowie mehr Sport da seinen Teil zu beiträgt :)

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Manche müssen die Medikamente wirklich sehr lange bzw ein Leben lang einnehmen, man kann immer wieder gucken, ob man reduzieren kann oder ob man sie ganz lassen kann, kommt aber jetzt wirklich nicht gehäuft vor.
Wenn man bestimmte Risikofaktoren minimieren kann, braucht man vielleicht auch nur eine minimale Dosis.
Unbehandelt hat ein hoher Druck mehr Risiken für andere schwerwiegendere Erkrankungen. Ich weiß ja nicht, von welchem Druck die Rede ist, aber er sollte sich damit nicht allzuviel Zeit mit den Arztbesuchen lassen.

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Als ich noch im Schichtdienst gearbeitet habe (stressiger Job, viele Wochenenden hintereinander gearbeitet, nebenbei noch studiert, private Schwierigkeiten, unregelmäßige Essenszeiten, Schlafstörungen durch häufige Schichtwechsel), hatte ich (mit Mitte 20) dauerhaft einen Ruhepuls von 135 bis 140 bpm. Habe es kardiologisch abklären lassen - laut Kardiologe war ich gesund. Musste dennoch Medikation einnehmen, um meine Herzfrequenz zu senken, da ich durch die innere Unruhe, den daraus resultierenden Schlafmangel und die psychische Belastung einfach mal zur Ruhe kommen musste. Nach Jobwechsel (Regeldienst) konnte ich das Medikament nach einigen Wochen absetzen. Alle weiteren Belastungen waren dann plötzlich keine große Belastung mehr. Ich denke, dass wenn dein Mann an seine PERSÖNLICHE Belastungsgrenze stößt, wird er sich bestimmt über die Ursuchen Gedanken machen. Aber wahrscheinlich muss es erst soweit kommen, dass er wirklich nicht mehr kann.

Bearbeitet von nursx
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Hallo JaneDoe,

um es mal ganz klar zu sagen, wenn ein Mann Nachts aufwacht (nach einer schweren beruflichen Krise wie du sie beschreibst!), mit irrem Herzschlag und nassgeschwitzt, dann ist es ganz sicher nicht sein Blutdruck die Ursache seiner vordergründig körperlich erscheinenden Krise, sondern dieses Symptom spielt eine Nebenrolle.
Es ist wie das Herzrasen Ausdruck seiner inneren Krise. Nach meiner Meinung ist der Druck im Dampfkesse deines Mannes so stark angestiegen, er musste versuchen, sich einen Weg aus deinem Mann zu bahnen. Was er natürlich nicht geschafft hat. Es ist für mich nur ein Anzeichen, da ist viel mehr im Busch.

Auch die Schilderung deiner Reaktion, dass du Nachts wach liegst und vor Sorgen über deinen Mann vergeht, signalisiert mir: Du ahnst, es geht bei deinem Mann um viel mehr als seinen Blutdruck, du erlaubst es dir im Augenblick aber noch nicht, dir das zuzugeben und dich dem zu stellen.

Du hast Angst vor seiner Wesensveränderung, weil er als Reaktion auf starken Druck und Krisen bislang nach deiner Schilderung mit Gereiztheit, Pampigkeiten und wahrscheinlich latenten Aggressionen dir gegenüber reagiert hat. Das willst du nicht noch einmal erleben.

Ich hoffe, dein Mann findet einen Arzt, der sich seine ganze Geschichte ruhig anhört und der bereit ist, sich auch mit der Psyche und Psychosomatik deines Mannes zu befassen oder deinen Mann zumindest darauf hinzuweisen, denn die Zeit in der Sprechstunde ist zumeist viel zu knapp, um solche Themen auch nur anreißen zu können.

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Scheinbar habe ich mich krass missverständlich ausgedrückt, denn hier werden gerade Thesen aufgestellt und Mutmaßungen, die absolut nicht passen.

Daher werd ich mal ausführlicher, denn ich habe versucht, den text oben schön knapp zu halten.

- Mein Mann ist der krisensichere von uns. Er ist der Ruhepol in der Familie, niemals ungeduldig, auch in Streitsituationen nahezu immer sehr besonnen, reflektiert und darauf bedacht, den Streit zu lösen. Manchmal bin ich da das Gegenteil :D
- bislang gab es nur SEHR wenige Situationen, in denen er mal die Geduld verlor.
- ich liege nachts wach, ja. Nicht, weil mir mein Mann und sein Verhalten so ne furchtbare Angst machen oder weil da gar etwas Ominöses, Großes, sehr viel Schlimmeres unheilschwanend über uns schwebt, sondern weil ich eben ein Schisser bin, wenn es um meine Familie geht. Der teils sehr tragische Verlust engster Angehöriger hat mich da geprägt und ist MEIN Bier. Das Verhalten meines Mannes ist nicht die Ursache für meine Schlaflosigkeit
- bislang hat mein Mann auf starken Druck und Krisen WEDER mit Gereiztheit, Pampigkeiten NOCH mit latenten Aggression reagiert

Ja, er ist die letzten Tage gereizt und ungeduldig gewesen, was GANZ EINFACH nicht mit dem aktuellen Kuschelbedürfnis unserer Tochter zusammengepasst hat.


Ich habe mich scheinbar wirklich nicht deutlich genug ausgedrückt, denn die Mutmaßungen, die hier angestellt werden, sind echt interessant :D

Daher: Was mich am meisten (an ihm) ärgert, ist, dass er so kategorisch ausschließt, dass die Schichtarbeit nunmal langsam ihren Tribut zollt. Er weiß selbst, dass Schichtarbeit auf Dauer ungesund ist und auch, dass Menschen in Shcichtarbeit ekin erhöhtes Risiko für Erkrankungen haben - aber sowas trifft dann doch immer nur auf die anderen zu :)
Er kennt jetzt meine Meinung und ich hoffe, dass der Arzt bei einem Blick auf seinen Pat-Bogen vielleicht auch mal einen Hinweis fallen lässt.

Bearbeitet von JaneDoe
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Er soll mal seine Schilddrüse kontrollieren lassen, insbesondere auf Hashimoto thyreoditis.

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Verstehe total, dass du enttäuscht und frustriert bist! Fühl dich mal gedrückt!

Rede mit deinem Mann. So geht’s nicht weiter! Du bist besorgt. Er selbst auch. Die ganze Familie leidet. Was könnt ihr tun? Was möchte er tun? Wo möchte er Unterstützung, wo seine Ruhe?

Vermutlich braucht ein Gespräch viel Fingerspitzengefühl deinerseits, damit er sich nicht angegriffen fühlt und sofort mauert. Aber ich denke, du schaffst das!! 💪