Wie soll es nur weiter gehen?

Hallo,
ich heiße Alexander (Alex) bin 46 Jahre alt und mit meiner Frau seit 18 Jahren verheiratet. Wir haben zwei Teenager. Irgendwie komme ich nicht mehr mit meiner Situation in meiner Partnerschaft klar. Seit gut zwei Jahren bin ich für meine Frau nur der Hausmeister, Problemlöser und der, der genug Geld beschafft. Es gibt nicht den Hauch von Liebe oder Zuneigung. Nur Vorhaltungen und Kritik. Egal, was ich tue es gibt daran immer etwas zu meckern. Wachsen die Blumen auf dem Balkon dieses Jahr schlecht, liegt es daran wie ich sie eingepflanzt habe. Das ist nicht so ein Spruch, dass wird mir tatsächlich vorgehalten. Zudem ist meine Frau extrem überreitzt. Ständig auf 180, alles ist zuviel. Ja, sie geht Teilzeit arbeiten und ich weiß das dies mit zwei Teenager nicht einfach ist. Sobald ich Zuhause bin, unterstüzte ich sie so viel wie es nur geht, damit sie sich ausruhen kann. Aber leider ist nichts genug. Nur zu gerne spielt sie am Handy, über Stunden am liebsten Tag und Nacht. Koche ich dann oder räume auf, ist natürlich alles falsch. Das Essen schmeckt nicht und das Aufräumen sei nicht notwendig gewesen. Inzwischen merke ich mehr und mehr, dass meine Frau psychische Probleme hat. Ich könnte mir gut so etwas wie einen Bournout vorstellen. Von mir lässt sie sich aber nichts sagen. Wie ihr euch vollstellen könnt, läuft bei uns in Richtung Liebe seit Jahren nichts mehr. Kein kuscheln, kein nix. Jeder Versuch wird direkt geblockt, jede Diskussion totgeschwiegen. Für unsere Kinder macht meine Frau alles was geht. Kauft ihnen was sie möchten. Für mich bleibt nur der Rest, wenn es einen geben würde. Ich vermisse einfach nur noch Zuneigung und Liebe. Einfach mal jemand der mich in den Arm nimmt, einen Kuß oder einen schönen Abend mit Essen und Kerzenschein. Sorry, bin romantisch. Oft denke ich, sie ist froh, wenn ich nicht zuhause bin. Inzwischen nehme ich jede Schicht auf der Arbeit mit die geht. Das hilft uns finanziell und Zuhause wartet ohnehin niemand auf mich.
Ich weiß einfach nicht was ich noch machen soll.

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Ohje, das tut mir leid zu lesen und so sollte kein Mensch behandelt werden. So wie du es schilderst, scheint sie sich ja für die Kinder aufzureiben und all ihren Druck und Stress an dich zu externalisieren. Eine Zeit lang ist das nachvollziehbar und jede Partnerschaft sollte das überstehen (können), aber als Dauerzustand ist das nicht hinnehmbar.

Das Problem scheint mir vor allen Dingen zu sein, dass sie keinen Respekt vor dir hat in Kombination mit einer gestörten Kommunikation. Meine Frage hier an dich wäre also, ob es dir schwer fällt für dich einzutreten und Grenzen zu setzen?
Ich kenne es aus vergangenen Beziehungen, dass ich auch nicht rechtzeitig Grenzen gesetzt und vor allen Dingen durchgesetzt habe.

Das Wichtigste, das ich sehe ist, dass man sich selbst nicht verliert in einer Partnerschaft und jederzeit bereit ist im Zweifelsfall auch wieder mit sich selbst klarzukommen (eingedenk des nachvollziehbaren Schmerzes im Falle einer Trennung). Mit dieser musst du nämlich (und mehr noch: sie) rechnen, wenn du anfängst für dich einzustehen und Grenzen durchzusetzen. Beispielsweise würde ich sie fragen, warum sie nicht die Blumen selbst pflanzt, wenn sie ihr so wie sie wachsen nicht gefallen und sie sich beschweren kann, wenn sie einmal selbst anpackt. Ihr schmeckt dein Essen nicht? Dann soll bitte sie für sich alleine kochen.

Wenn sie allgemein Kommunikationsversuche abblockt, stünden bei mir alle Alarme auf rot, weil das der Garant für das Scheitern jeder zwischenmenschlichen Beziehung ist. Hier kann man es auch nicht tolerieren, dass man sich mal länger als 1-2 Tage anschweigt (was schon hart grenzwertig ist).

Überleg dir, was dir wichtig ist, was du von ihr verlangst und warum dir Respekt zusteht und setz das alles mit Nachdruck durch. Überschreitet sie dann kommunikativ Grenzen, dann musst du das mit Entschlossenheit sanktionieren, was in Konsequenz bedeuten kann, dass du die Scheidung einreichst. Sie muss auf jeden Fall aus ihrer „Komfort-Zone“ des mutmaßlichen Burnouts heraus (zumindest aus der Position dich nicht ernst zu nehmen und dich als Punchingball zu verwenden). Lass nicht mit dir spielen und zeig ihr, dass du es ernst meinst und dass deine Gefühle nicht nur vorhanden, sondern wichtig sind und wenn sie es nicht hinbekommt, dich respektvoll zu behandeln, sie sich gefälligst einen anderen suchen soll, 𝘄𝗲𝗶𝗹 𝗱𝘂 𝗮𝗹𝘀 𝗦𝗰𝗵𝘂𝗵𝗮𝗯𝘁𝗿𝗲𝘁𝗲𝗿 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝘇𝘂𝗿 𝗩𝗲𝗿𝗳ü𝗴𝘂𝗻𝗴 𝘀𝘁𝗲𝗵𝘀𝘁.

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Hi, bin ähnlich alt und seit 3 Jahren alleinerziehend. Die Ex nimmt jedes Konzert mit und ist wieder 18. Ich bin gestresst von den Teenies aber auch glücklich. Mit einer neuen Frau erlebe ich erfüllende Zweisamkeit und jedes 2. WE haben wir auch fast exklusive Paarzeit.


Was will ich dir sagen? Wenn sie nicht mehr will, ist dein Leben nicht zu Ende. Egal wie, es geht weiter.

Bearbeitet von VaterOhneFrau
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Sehr gut! Unterschreibe und unterstütze ich!

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Hi,

manchmal hilft ein krasser Weckruf. Sag ihr das es so nicht weitergehen kann und was sich ändern muss. Das du es als letzte Chance siehst und ansonsten die Ehe Beenden möchtest. So ist es ja auch kein Leben mehr. Manchmal hilft so etwas, und wenn nicht, dann gibt es auch noch ein anderes schönes Leben. Und du hättest es versucht ;-).

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Redet mit einander offen.
Ich bin viel jünger kann es nicht direkt nach vollziehen aber es klingt so als ob

Geh mal zu deine Frau und sag ihr klar das du sie vermisst ihre Liebe und zu Neigung und vielleicht versucht du in euer Schlafzimmer oder sonst wo was schönes zu organisieren oder einfach ihr mal eine Adresse schicken sagen das sie sich hübsch macht und unternehmt etwas.
Bestimmt braucht sie so was auch mal

Es klingt für mich so,
Als ob ihr das auch reicht das du so viel arbeitest vielleicht hat sie ja auch Gefühle dir nicht mehr zu gefallen oder so

Sprechen wenn es nicht mehr hilft muss man eine Lösung finden

Keiner außer euch beiden weiß was da ab geht und mal war in der vergangenheit

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Naja zu Hause warten ja hoffentlich durchaus auch deine Kinder ;) selbst, wenn’s Pubertiere sind, wäre da ständige Abwesenheit deinerseits gar nicht gut!

Trotzdem musst du mal mit deiner Frau reden. Dass du unglücklich bist, verstehe ich sehr gut und das würde ich ihr auch sagen. Nicht unbedingt vorwurfsvoll, aber deutlich schon. Was du dir von einer Beziehung wünschst, dass dir euer Status Quo zu schaffen macht. Ob sie bereit ist, mit dir gemeinsam was zu ändern oder nicht. Und dann kannst du überlegen, was du tun willst.

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Du bist unglücklich. Das darfst du ihr gerne so offen sagen!
In einem ruhigen Moment.
Sag ihr genau das! Was du dir wünschst, nicht was dich stört.
Und dass du bei Ignoranz ihrerseits zu eurem Problem über eine Trennung nachdenkst.

Manchmal ist es wichtig, es auszusprechen, dass du es ernst meinst.
Ihr ist der Ernst der Lage vielleicht gar nicht bewusst..

Ansonsten würden ihr wahrscheinlich Hobbys ganz gut tun. Freunde.
Raus aus dem Alltag. Ablenkung. Aber auch gemeinsame Zeit!

Ich wünsche euch alles Gute 🍀

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Wenn deine Frau einen Burnout hat, dann ist sie vermutlich schlicht nicht in der Lage deine Bedürfnisse bezüglich Nähe und Romantik zu stillen.

Als erstes würde ich wohl versuchen mit ihr zu sprechen, wie du dich so in den Haushalt einbringen kannst, dass es wirklich eine Erleichterung ist. Wenn du beispielweise ausnahmsweise das Ausräumen der Spülmaschine übernimmst, was in 99,9% der Fälle sie macht und du deswegen die Dinge an andere Plätze räumst und sie dann nichts mehr findet, dann hast du ihr keine Arbeit abgenommen, sondern nur neue Probleme geschaffen.

Auch wenn du immer mehr auf der Arbeit bist, kann es für sie mehr Stress bedeuten und für sie ein Zeichen sein, dass du dich weiter von ihr entfremdest.

Nach vielen Jahren der Partnerschaft schleichen sich oft Dinge ein, die vom anderen Partner missverstanden werden. Wenn das Reden miteinander nicht mehr hilft ist oft eine Paartherapie eine gute Möglichkeit an der Beziehung zu arbeiten statt es einfach aufzugeben.

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Das Problem hier ist doch nicht, dass er keine Hausarbeiten übernimmt um sie zu entlasten, weil sie so gestresst ist, sondern dass sie keinen Respekt vor ihm hat und in der Konsequenz auch die Kommunikation malade ist.
Hier hilft es nicht, sie vermeintlich zu entlasten, sondern sie soweit zu aktivieren, dass sie sich professionelle Unterstützung sucht um aus ihrem Loch herauszukommen. Er macht hier, wenn seine Schilderungen so zutreffen, nichts falsch, sie muss sich bewegen.

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Vielen Dank für Eure Antworten.
Ich habe wirklich alles versucht sie darauf anzusprechen, ihr Hilfe anzubieten. Nix, sie wiegelt alles ab.
Und für mich ist sie noch immer meine Traumfrau, zumindestens so wie sie mal war.

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