trennung trotz starker gefühle

ich bin relativ frisch getrennt. ansich sind wir uns einig, dass es besser so ist. denn obwohl wir uns so vertraut sind und obwohl wir eine tiefe innere verbundenheit spüren, ist uns doch beiden klar, dass eine partnerschaft uns so nicht glücklich macht. es war eine fernbeziehung und beide haben wir eigenschaften, die den anderen schonmal "nerven" können. ansich ist uns beiden klar, dass wir damit leben könnten doch irgendwie waren wir beide nicht mehr richtig glücklich.
wir haben uns nicht im bösen getrennt, wünschen uns nur das beste, aber es scheint so, als kommen wir nicht richtig voneinander los, obwohl so viele km zwischen uns liegen.

ich denke, das grundlegenste problem war, dass keiner so recht sagen konnte oder wollte, ich gehe zu dir. ich denke schon, dass wir uns wohler fühlen würden, wenn wir zusammenleben würden. aber diesen schritt zu gehen, das trauten wir uns beide nicht so recht.
ein grund für die trennung war auch, dass ich manchmal mehr erwartet hätte von ihm, dass ich mehr das gefühl haben wollte, dass wir zusammengehören. ich weiß nicht, vielleicht war das auch manchmal zu überzogen.

im grunde weiß ich, dass es so besser ist, wenn ich auf meinen verstand höre. aber mein herz sagt was anderes.
och mensch, es ist so verzwickt :-(

kennt jemand das auch? wenn ja, was habt ihr gemacht?

lg, ***

1

Ich kann Dir grundsätzlich raten, auf Dein Herz zu hören.
Wenn die Trennung noch sehr frisch ist, kann es natürlich sein, daß die "Gefühle" für den anderen mit der Zeit verblassen. Vielleicht würde ich das einfach mal abwarten...
Wenn Ihr in einem Jahr immer noch das Gefühl habt, nicht voneinander loszukommen, könnte man vielleicht einen Neuanfang starten.
Vielleicht hilft es Euch dann, Eure Beziehung ein wenig anders zu sehen, um dann nicht mehr da zu landen, wo Ihr jetzt seid.
Es muß ja nicht immer zusammen ziehen sein, der Vorteil einer Fernbeziehung ist der, daß man sich ganz doll aufeinander freut und die gemeinsame Zeit intensiv miteinander verbringt.
Das hört sich doch viel besser an als ein Alltagsleben a la "er vor dem PC, sie vor dem Fernseher", oder?
Ich wünsche Euch alles Gute
cassiopeia

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Hallo ***;
ja, ich habe eine ähnliche Geschichte hinter mir, allerdings waren da auf seiner Seite noch mehrere Kinder aus seiner ersten Ehe im Spiel. Wir haben erst 1 3/4 Jahre eine WE-Beziehung geführt und uns dann, nachdem ich mich wegen des Stresses einer WE-Beziehung von ihm getrennt hatte entschlossen, uns in der Mitte zu treffen. So hatte zwar jeder von uns einen irren Anfahrtsweg zur Arbeit, aber wir waren zusammen... Aber ich denke, dass man seiner Meinung treu bleiben sollte und eine einmal getroffene Entscheidung nicht wieder umschmeissen sollte. Wir haben jedenfalls fast 2 Jahre zusammen gewohnt, und in der letzten Zeit eigentlich nur noch aneinander vorbei gelebt. Ich habe das Haus vor ihm verlassen, bin nach ihm nach Hause gekommen und alles, was ich dann vorfand, war mein Partner, der längelang auf dem Sofa lag und noch nichts gemacht hatte. Das er das mit der Ordnung nicht soooo genau nimmt, war mir während der WE-Kiste schon aufgefallen, aber wahrscheinlich wollte ich es nicht sehen. Eigentlich war ich nur die Kammerzofe für ihn und seine Kinder, die alle 14 Tage von Freitagmittag bis Sonntagabend da waren.
Es ist erstaunlich, ich selbst hätte wohl nicht den Mut oder die Kraft gehabt, die Sache zu beenden, das hat er dann am letzten 4ten Advent gemacht! Was mich am meisten wundert, ist, wieviel man doch bereit ist zu investieren, auch wenn es einem dabei schon lange nicht mehr gut geht und man sich immer wieder einredet: "Es wird schon gehen!"
Eigentlich bin ich ihm für die Trennung sehr sehr dankbar, denn ich habe, nachdem ich wieder an meinen Wohnort zurückgezogen bin, meinen Traummann kennen gelernt. Wir werden demnächst zusammenziehen und planen, im nächsten Jahr zu heiraten. :-)

Ich weiß nicht, wie lange Ihr getrennt seid, aber vielleicht versuchst Du, ein wenig Abstand zu bekommen... Einfach ein paar Wochen, in denen Du einfach Dein Ding machst und Ihr nix voneinander hört. Wenn Ihr danach noch immer der Meinung seid, dass Íhr nicht ohne einander könnt, dann versucht es nochmal.

Ich wünsche Euch von ganzem Herzen, dass Ihr bald herausfindet, was Ihr wollt....

#liebdrueck, Lupi

3

Wir führen auch eine Fernbeziehung und ich muss sagen, es wird auf die Dauer eher schwieriger als einfacher.

Beide haben Probleme unterschiedlichster Art. Das ist nun mal so im Leben. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich ihn immer auffange ... und ich selbst ... auf der Strecke bleibe.
Das liegt aber auch an mir, ich bin schon lange auf mich selbst gestellt und muss einfach alles irgendwie regeln. Dann ein: ich würde dir gerne helfen .. erwidere ich mit: du bist aber nicht hier. Ist nicht wirklich sensibel von mir, weiß ich.
Andererseits hab ich hier ein starkes soziales Netz, Freunde. Das hat er nicht. Ich kann verteilenderweise abladen, er hat nur mich ... doch das ist auch ein Problem: nur wenn man ein eigenes Leben hat, kann man es auch mit jemanden teilen.

Es ist schon so, dass Kleinigkeiten mehr nerven als die Grundeinstellung, die stimmt man ja am Anfang ab .. aber was dann mit den Fußnägeln und den Bierdosen ist, erfährt man erst wenn man Zeit gemeinsam verbringt.

Versuch mal herauszufinden, was euch trennt und was euch verbindet. Ich mach das auch.

4


Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Erich Fried

5

danke für eure beiträge.
ich denke auch, dass die zeit zeigen wird, wie es mit uns weitergeht.
ich werde abwarten, was passiert.

und das gedicht... das kenn ich auch. es passt wirklich gut zu meiner situation...


lg, ***