Umgang mit schwangeren Freundinnen

Liebe Community,

ich bin 37 und habe nach 2 Jahren üben 2 Fehlgeburten hinter mir. Heute kam eine Freundin die ich länger nicht gesehen hatte zu Besuch und schob eine kleine Kugel vor sich her. Ich freue mich natürlich für sie aber innerlich könnte ich heulen. Sie ist bereits 40, hat einfach 3 Monate "geübt" und ist jetzt im 5. Monat. Alles verläuft bestens.
Dieser Neid und der Frust über die Ungerechtigkeit, warum es bei einem selbst nicht klappen will, frisst mich auf.
Wie geht ihr mit dieser Diskrepanz um, den schwangeren Freundinnen ein gutes Gefühl zu geben, obwohl es einen innerlich zerreißt?
Mir ist wirklich zum Heulen.

Fühlt euch gedrückt

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Fühl dich gedrückt ❤️

Es tut natürlich weh, aber ob andere schwanger werden oder nicht, hat absolut nichts mit uns zu tun, es geht davon kein bisschen besser oder schlechter.

Schaue auf dich, und was dir gut tut.

Den Umgang mit anderen Schwangeren und Babys sollte man auch nicht meiden, das geht auf Dauer sowieso nicht. Ich hatte kurz nach meiner ersten FG 3 schwangere Kolleginnen, das hat mich ziemlich abgehärtet 😅

Alles Liebe 🍀😘

LG Luthien mit ⭐⭐

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Hallo meine Liebe,

Bin in einer ähnlichen Situation. 3 Fehlgeburten, zwei davon 2020. Bin 36 und meine jüngeren Schwestern sind beide das erste Mal schwanger. Ich merke diesen Druck und Frust total, auch die Angst kinderlos zu bleiben. Ich würde gerne wissen wie Frauen die ungewollt kinderlos geblieben sind das überwunden haben. Ehrlich darüber reden hilft aber wenn man alleine ist holen einen die Gedanken trotzdem ein...

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Ich kenne dieses Gefühl und bin damit immer total ehrlich umgegangen. So war es für mich einfacher, beides nebeneinander stehen zu lassen: nämlich auf der einen Seite die Freude für die andere Person und dann meine eigene Enttäuschung.

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Kenne ich.
Wir sind mittlerweile das einzigste Pärchen im Freundeskreis / Bekanntenkreis was noch kein Kind hat. Ich muss dazu sagen, das wir bis ca 2020 auch Garkeins wollten und wir jetzt erst im 5. ÜZ sind 🤷🏼‍♀️Wir sind viel verreist , viel unterwegs auf Konzerten Festivals etc. Durch Corona wurde es langweilig 😅
Und jetzt nerven einfach diese Fragen „wann ist es denn endlich bei euch soweit“, „wie sieht es denn bei euch aus mit Kindern „🙄
Ich antworte einfach das wir immer keine Kinder wollen🤷🏼‍♀️😅
Selbst wenn man nach einem Essen sich den Bauch reibt weil man voll gegessen ist, wird direkt auf meinen Bauch gestarrt so nach dem Motto „aha, ist da was im Busch ?“😂🙈
Es NERVT einfach nur noch.
Ist es bei euch auch so schlimm mit der Fragerei ?
Lg

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Danke dir Stephiline,
da ich im Freundekreis und in der engsten Familie ganz offen mit den Fehlgeburten und dem Kinderwunsch umgehe, sind sie gottseidank sehr taktvoll. Einzig meine Mutter (die aber aus einer ganz anderen Generation kommt) sagt: Verkrampf dich nicht so. Heiratet erst mal ,fahrt entspannt auf Hochzeitsreise und dann kommt das ganz von alleine.

Als wir über social media nach einer neuen Wohnung gesucht haben, kamen aber ganz viele Fragen: Aha, seid ihr bald zu dritt? Gibt´s news?
Ich habe die betreffenden Personen dann höflich aufmerksam gemacht, dass das eine sehr heikle Frage ist mit der sie achtsamer umgehen sollten.

Aber am schlimmsten sind ungebetene Ratschläge:
- Hast du schon mal goldene Milch getrunken?
- Ich hab da ganz tolle Globulis.
- Fahrt doch mal in Urlaub.
- Es kommt dann, wenn man es am wenigsten erwartet.
- Ach eine Fehlgeburt in der 7. Woche? Da war ja noch nix... Sei froh, war wahrscheinlich eh nicht überlebensfähig.

Das tut einfach nur weh und hilft so überhaupt nicht. Obwohl es niemand böse meint, ich könnte das aus der Haut fahren ...

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Oh jeeeee das glaub ich dir 😥🥴
Ja, den Spruch „Fehlgeburt in der und der Woche ? Dann wollte die Natur es nicht so“😬hab ich auch schon des öfteren gehört.
Da hab ich für mich nur gedacht ..... Dass das nur jemand sagen kann der noch nie eine Fehlgeburt hatte 😣
Ich drücke dir weiterhin die Daumen und wünsch dir / euch ganz ganz viel Kraft. 🤗

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Ich kann dein Gefühl verstehen, das ist hart.
Allerdings macht es dich ja selbst nicht schneller oder weniger schnell schwanger. Daher würde ich versuchen mich möglichst davon abzugrenzen (gefühlsmäßig von den Schwangerschaften anderer, nicht von der Freundin).
Mit 35 auf das erste Kind anzufangen zu üben ist eher spät, das muss dir bewusst sein. Natürlich gibt es Zufälle wie bei dieser Freundin wo es dann doch schnell geht. Aber mitte/Ende 30 ist nunmal bei einigen Frauen schon eher am Ende vom Zeitraum und da braucht es viel Geduld.

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Absolut, es macht natürlich keinen Unterschied, die Kunst liegt jetzt darin dieses Gefühl abzustellen. Ich wollte gerne früher kinder haben. Leider habe ich aber meinen Mann erst mit 34 kennengelernt ;) die vorige Beziehung hat sich als ich 28 war zerschlagen. So kann man das leider nicht immer so gut planen, wann man in den Kinderwunsch startet.
Deshalb ärgert es mich umso mehr, wenn Frauen in meinem Umfeld mit 40 das erste mal schwanger werden und alles gut geht. Ich aber erst mal mit 2 Fehlgeburten nach 2 Jahren üben starten muss...

Es ist schwer da ruhig zu bleiben. Aber ich nehme es mir fest vor 🙏

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Ich hatte mal den Fall, dass eine Freundin von mir und ich gleichzeitig schwanger wurden. Bei mir hat es leider nicht gehalten, es kam in der fünften Woche zu einem natürlichen Abgang. Sie wusste das. Aber trotzdem hat sie keine Rücksicht auf mich genommen. Es ging immer nur um sie. Geradezu triumphierend wurde mir im vier-Wochen-Takt ein neues Ultraschallbild präsentiert, außerdem zwischendurch immer wieder Updates a la mir ist soooo schlecht! Aber da muss ich jetzt durch- irgendwann konnte ich nicht mehr.
Ich bin dann unter dem Vorwand, ich hätte beruflich momentan viel zu tun, auf Abstand gegangen. Das Thema direkt ansprechen konnte ich nicht, da dann sofort der Vorwurf, neidisch und missgünstig zu sein, im Raum gestanden hätte. Ich habe mich also rar gemacht und das hat mir in dieser Situation einfach gut getan.

Als ich ein paar Monate später schließlich doch schwanger wurde und die Schwangerschaft diesmal hielt, war eine andere Freundin von mir in derselben Situation wie ich gewesen war. Bei ihr wollte es seit mehreren Jahren nicht klappen. Sie war zudem jünger als ich.
Ich schwor mir, sensibel mit dem Thema umzugehen. Ich passte z.B. einen gefühlt "richtigen" Moment ab, um es ihr zu sagen. Ich machte nicht viel Aufhebens darum und überließ es ihr, das Thema anzusprechen. Ansonsten sprachen wir über andere Dinge.
Mittlerweile ist sie selbst schwanger!
Ich hatte sie vor kurzem mal gefragt, ob es ok für sie war, und da meinte sie, ja, denn ich hätte es ihr nicht ungefragt unter die Nase gerieben.
Dieses Thema ist einfach tierisch ungerecht. Ich habe zum ersten Mal seit der Kindheit wieder richtig Neid gespürt. Ob es klappt oder nicht, haben wir leider nicht wirklich in der Hand.

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Ich verstehe dich sehr gut.
Gerade Kinderwunsch ist ja ein sensibles Thema.
Ich versuche mir dann zu sagen, dass jeder "sein Päckchen zu tragen hat" und man vieles gar nicht weiß, wo die anderen vielleicht auch schon Schicksalsschläge erlitten haben. Wo nur nicht so darüber geredet wird.
Also in gewisser Weise lebe ich mit dem Gedanken, dass vieles Schicksal ist, dass man es oft erst später sieht, dass es vielleicht doch auch positive Seiten gibt. Und sich die momentane Ungerechtigkeit später ausgleicht.
Das gibt mir insgesamt eine gewisse innere Rührung.
Schwierig zu beschreiben, ich hoffe, dass du einigermaßen verstehst, wie ich es meine.
Und trotz allem hab ich oft auch die gleichen von dir geschilderten Gefühle. Ich denke, die sind normal und dürfen auch ab und zu mal sein. Nur sollten sie nicht überhand nehmen.

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Hallo. Momentan habe ich diese Situation mit meiner besten Freundin, wir lagen uns schon gegenseitig im Arm und haben über die " Ungerechtigkeit" geweint. Ich weiss immer, wann sie einen Frauenarzt Termin hat und kann dann selber entscheiden, wann ich wissen möchte, wie es ihr und dem Baby geht. Meistens frage ich schon nach, da ist sie noch gar nicht aus der Praxis raus, aber es kommt auch vor, dass ich ein paar Tage brauch zum fragen.
Ich bin für sie immer da, genau wie es andersrum auch ist.

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Geht mir ganz genauso. Ich war schwanger und hatte leider eine FG. Eigentlich würde ich heute noch mit ihr schwanger sein und bald entbinden. Letztes Wochenende waren mein Bruder und seine Frau bei uns zu Besuch und sie hat uns vor Freude strahlend und hüpfend gesagt, sie ist schwanger. Ich hätte die beiden am liebsten auf der Stelle aus der Wohnung geschmissen. Aktuell mischt sich bei mir Trauer mit Wut und Neid. Und je mehr sie darüber spricht, desto mehr kriege ich mit wie wenig sie überhaupt über das ganze Thema informiert ist. Was mich nur noch wütender macht. Ich versuche im Moment, wenn es dann wieder so akut hochkommt entweder mit meinem Mann zu sprechen und einfach Dinge laut zu sagen, auch wenn sie vielleicht hart und fies klingen (z. B. Dass ich es den beiden ehrlich gesagt überhaupt nicht gönne dieses Glück zu haben, während wir seither wieder daran arbeiten und es nicht klappt).
Und ich versuche mich auf uns zu konzentrieren. Bei mir wird es schwierig werden den beiden aus dem Weg zu gehen, spätestens an Geburtstagen und ähnlichem. Aber vielleicht wäre das für dich eine Möglichkeit, dass du versucht zumindest dem Pärchen eine Weile auszuweichen, bis du eine Möglichkeit gefunden hast für dich selber damit ein bisschen klarzukommen.