Zweites Kind mit 40 und trotz Angst vor Geburt?

Hallo ihr Lieben,

mich treibt seit einiger Zeit der Gedanke um, ob ich eventuell bereit wäre für ein zweites Kind, ob ich das kräftemäßig (Zeitmanagement) packen würde und ob ich dann nicht schon zu alt wäre (40).
Vor 2 Jahren habe ich meine Tochter bekommen, unser erstes Kind, ein absoluter Sonnenschein. Wenn ich manche Beiträge und Sorgen hier still mitlese, wird mir immer wieder klar, wie einfach es uns unsere kleine Maus im ersten Jahr gemacht hat.
Nun ist es bei mir leider so, dass die Geburt dank völliger Überdosierung an Wehenförderern ein absoluter Alptraum war, PDA hat nicht gewirkt, 6 Stunden Wehensturmhölle, das will ich absolut nicht nochmal...

Meine Hebamme hat mir im Wochenbett schon gesagt, dass ich das schnell vergessen werde. Naja, das kann ich jetzt nach 2 Jahren noch nicht unterschreiben...ich bin wieder fit, habe mein Gewicht zurück, es geht mir wieder gut ABER ich habe ehrlich gesagt richtig Angst vor einer weiteren Geburt und ich bin eher von der nicht so zimperlichen Sorte.
Das steckt im meinem Kopf fest, ich kann mich noch sehr genau an die Schmerzen und meine Panik erinnern weil es plötzlich hieß, die Kleine bekommt keinen Sauerstoff mehr, für Kaiserschnitt ist es zu spät, sie muss jetzt raus und ich hatte keine Kraft mehr.

Dem steht gegenüber, dass ich das Gefühl habe feige zu sein weil ich meiner Tochter ein Geschwisterchen vorenthalten würde nur weil ICH Angst habe. Mein Mann und ich sind beide mit Geschwistern aufgewachsen und wünschen uns diese Erfahrung für unsere Tochter auch.

Wie war das bei euch? Mit welchen Gefühlen seid ihr in die nächste Schwangerschaft gegangen?

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Hallo, ich kann dir nur von mir berichten. Du kannst die erste Geburt nicht mit der zweiten vergleichen. Dein Körper weiß, was zu tun ist. Meine erste Geburt ging fast 26 Stunden inkl Saugflasche zum Schluss. Die zweite 4 Stunden ohne pda und völlig reibungslos und schnell. Hätte auch nie gedacht, dass es soviel anders werden kann. Ich würde mich da nicht so verrückt machen. Erstmal muss man schwanger werden, und wenn das dann geklappt hat, dann hat man ja auch noch 9 Monate Zeit mit dem Thema fein zu werden. Bespreche dich mit einer guten Hebamme, die kann dir die Angst nehmen und doch dahin gehend perfekt vorbereiten auf die Geburt. ❤️

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Mein erstes Kind ist fast 6 und ich kann mich noch zu gut daran erinnern.....

Die Geburt war eigentlich nicht schlimm im Vergleich zu anderen Horrorgeschichten die man hört und liest.
Trotzdem wird die 2. Geburt - also wenn ich nochmal schwanger werde - definitiv ein geplanter Kaiserschnitt.

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Hallo Skadi,

Erstmal vielen Dank dass du meinen langen Post gelesen hast!
Ja, über einen Kaiserschnitt als Ausweg denke ich auch nach..ein Spaziergang ist das nach der Geburt ja auch nicht gerade, aber für mich wäre es psychisch eventuell besser.

Du bist übrigens eine Namensvetterin meiner Tochter, das erste mal dass ich eine andere Frau mit diesem Name treffe :)

LG

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Also ich habe ein Kind und mich damals bewusst für einen Wunschkaiserschnitt entschieden. Ich hatte genau vor diesen Dingen, die du beschreibst Angst. Statistisch gesehen ist ein geplanter KS für das Baby die sicherste Geburtsvariante.
Von daher kann man da schon drüber nachdenken.
Dir muss bewusst sein, dass man danach halt noch eingeschränkt ist und Schmerzen hat. 2 Tage ganz schlimm, dann wurde es immer besser. Nach 2 bis 3 Wochen war alles wieder gut. Als wäre nie was gewesen.
Gibt also Optionen, die dir vielleicht mehr zusagen. Vielleicht wird dir die Entscheidung auch abgenommen und es wird aus medizinischen Gründen sowieso ein Kaiserschnitt

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Hy Silke,

ich kann den anderen nur zustimmen. Jedes Kind kommt anders und aus Erfahrung weiß ich auch, dass das zweite Kind meistens leichter zu gebären ist, als das erste, wo der Körper noch gar nicht weiß was er zu tun hat. Wenn du dir noch ein Kind wünscht, dann würde ich dem Wunsch nachgeben. Die Angst vor der Geburt sollte da kein Hinderungsgrund sein, zumal du es sicher bereuen würdest, nur deswegen auf ein zweites Kind zu verzichten, sollte es dann altersbedingt mal zu spät sein.
Und im Übrigen: Wenn die Geburt dir richtig Angst macht, kannst du das Kind auch mit einem geplanten Kaiserschnitt zu Welt bringen. Das wäre immer noch die Option, falls die Angst dich so fertig macht.

Ich wünsche dir alles gute in dieser Findungszeit - aber ich spreche aus Erfahrung wenn ich sage, das Leben gibt dir keine Aufgaben, die du nicht schaffen kannst. Und damit meine ich auch die Geburt eines Kindes.

Übrigens: Meine erste Geburt war auch der Horror für mich - ich wurde eingeleitet, das Mittel wurde überdosiert und ich hatte auch stundenlang Wehen, ohne Pause dazwischen. Aber als der kleine Racker dann da war, war ich so seelig und das ist auch das Gefühl das ich mit der Geburt verbinde. Den schönen Moment, wenn dein kleines Wunder das erste Mal in deinem Arm liegt. Das sind für mich die schönsten Augenblicke meines Lebens gewesen - und ich bin mittlerweile Mama von 5 kleinen Rackern, die mein Leben so unendlich bereichern.

Alles Liebe dir,

Isabella

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Ich sag' mal so...wenn ich mich von den negativen Erfahrungen meiner ersten Geburt hätte leiten bzw. beeinflussen lassen, dann wäre ich jetzt nicht mit dem vierten Kind in Umständen. 😅 Nach drei Geburten muss ich wirklich sagen, dass jede absolut anders gewesen ist und insbesondere die Zweite war kein Vergleich zur Ersten - im positiven Sinne! 😊 (Schnell, ohne Schmerzmittel & Verletzungen!)

Bearbeitet von Dream.of.four
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Mir geht es ähnlich wie dir, nur, dass ich erst 38 bin. Dennoch habe ich das Gefühl, mir läuft die Zeit davon und ich muss mich bald entscheiden bzw. wir sollten auch bald das zweite Kind ernsthaft angehen.

Ich habe auch vor zwei Jahren unsere Tochter bekommen und ich habe auch lange gebraucht, um die Geburtserfahrung aufzuarbeiten, habe sogar eine Therapie dafür gemacht. Auch die erste Zeit als Mama war gar nicht einfach für mich.

Jetzt ist es gerade so schön! Unsere Tochter wird bald zweieinhalb, sie ist schon größer und vernünftiger, kann schon vieles selbst und man kann mit ihr reden. Das Leben ist wieder viel einfacher geworden. Endlich schläft sie (meistens) durch und die Nächte sind wieder erholsam. Mein Körper ist endlich wieder einigermaßen der alte. Unsere Partnerschaft hat sich wieder stabilisiert. Es gibt wieder mehr Freiräume für uns selbst, für die Partnerschaft, für Berufliches, für Freizeit und Urlaube... und jetzt noch einmal von vorne diesen völlig unkalkulierbaren Prozess starten? Wieder versuchen, ein Kind zu bekommen, mit allen Konsequenzen? Wann wird es klappen? Wird es Fehlgeburten am Weg geben? Wird mit dem Kind alles in Ordnung sein? Wird es einigermaßen zum Termin kommen, oder einen Monat früher, wie unsere Tochter, oder noch früher? Wie werde ich mit zwei Kindern zurecht kommen?

Das alles macht mir ziemlich Kopfzerbrechen und am liebsten würde ich diese Entscheidung noch einige Jahre vertagen. Aber ich bin 38. Und weiß nicht, wie lange es noch klappen wird. Und mein Mann wünscht sich auch sehnlichst demnächst ein zweites Kind... aber der muss weder schwanger sein noch das Kind auf die Welt bringen noch stillen.

Manchmal "beneide" ich die Frauen, die in ihrer Mutterrolle soooo aufgehen und erzählen, dass sie sich nichts Schöneres vorstellen können, als schwanger zu sein und die sogar die Geburt als "wunderschön" beschreiben (wovon zum Teufel reden die? In welcher parallelen Realität haben die ihre Kinder auf die Welt gebracht?).

Am schönsten an meinem Kind finde ich, dass es jetzt schon so groß ist und ein richtiges Kind und kein Baby mehr. Und die Perspektive, dass es immer älter und vernünftiger wird, man mit ihr immer mehr reden und unternehmen und machen kann. Die Schwangerschaft, Geburt und Babyzeit könnte mir gestohlen bleiben.

Aber... wenn wir ein zweites Kind wollen, muss ich wohl oder übel da durch (nein, ein Pflegekind oder Adoptivkind ist keine Option!). Da kann ich nicht erst mit einem 2- oder 3-jährigen starten... ich müsste den ganzen Schwangerschafts- und Geburtsmarathon, von dem ich mich gerade erst erholt habe, noch einmal laufen. Das macht mir schon Sorgen! Ob ich die Kraft dazu habe? Und die Lust dazu hab ich auch nicht wirklich!

Aber perspektivisch, wenn ich mir vorstelle, zwei Volksschulkinder oder zwei Teenager oder später zwei erwachsene Kinder zu haben... das wäre schon schön! Und ich bin auch neugierig auf das potentielle zweite Kind und welche Persönlichkeit diesmal zu uns kommen würde.

Was unsere Tochter angeht, so bin ich davon überzeugt, dass beides Vor- und Nachteile hat. Geschwister haben oder nicht. Ich selbst war fast fünf Jahre lang Einzelkind, dann sind meine Schwestern gekommen. Ich liebe meine Schwestern über alles, und jetzt, wo ich sie kenne, würde ich sie nicht missen wollen. Besonders als Erwachsene finde ich es auch schön, Schwestern zu haben. Aber: wenn ich genau darüber nachdenke, ist mir auch bewusst, dass ich auch einiges verloren habe dadurch damals. Fast alle wirklich schönen Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse mit meiner Mutter sind aus diesen ersten fünf Jahren... danach hatte sie nicht mehr viel Zeit, war viel gestresster und das Familiensystem insgesamt belasteter. Das ist die Kehrseite davon und darüber denke ich auch nach. Wenn es "nur" bei unserer Tochter bleibt, könnten wir viel intensiver für sie da sein, in jeder Hinsicht.

Ich glaube also nicht, dass es ein Verlust ist, keine Geschwister zu haben. Einzelkinder kennen es nicht anders, es gibt viele sehr glückliche Einzelkinder und es hat auch viele Vorteile. So gesehen finde ich, wir sollten - wenn dann - für uns ein weiteres Kind kriegen, nicht für unsere Tochter.

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Hallo,
meine erste Geburtserfahrung war ähnlich wie bei dir Dank Einleitung und Wehensturm sowie Gewalt in der Geburtshilfe ein absoluter Höllenritt.
Ich habe danach eine EEH Therapie gemacht um diese Erfahrung besser zu integrieren. Du kannst das googeln, weiß nicht ob es sowas auch in deiner Nähe gibt.
Außerdem sagte meine Frauenärztin mir nach der Geburt, dass jede Frau ein Recht auf einen Wunschkaiserschnitt hat, sollte ich nochmal ein Kind bekommen.

Ich bin derzeit 38J und mit dem 2. Kind schwanger. Falls möglich, werde ich nochmal eine Spontangeburt versuchen. Ich glaube der Statistik, dass 2. Geburten oft einfacher verlaufen. Und die Therapie hat mir sehr geholfen zu verstehen was überhaupt passiert ist. Ich gehe selbstverständlich nicht in die gleiche Geburtsklinik. Außerdem werde ich nicht so lange warten, bis man mir eine Einleitung aufzwingt. Sollte ich wieder einen vorzeitigen Blasensprung und zu wenig Wehen haben, warte ich nicht tagelang bis ich völlig fertig bin. Dann würde ich um eine Einleitung mit zb Prostagladinen bitten, wenn mein Bauchgefühl mir sagt, dass es wieder länger dauert. Ich weiß, dass man auch hierbei einen Wehensturm haben kann. Aber dies selbstbestimmt zu erleben halte ich allemal für besser als wenn man dazu gezwungen wird.
Ich glaube, beim 2. Kind sieht man auch vieles realistischer und kann besser auf Unvorhersehbares reagieren. Tatsächlich nimmt mir das die Angst, weil ich hoffe, ich werde eine aktivere Rolle spielen.

Also wenn du in dich hörst und da ist dieser echte Wunsch nach einem 2. Kind, dann würde ich es machen. Jede Geburt ist anders. Du bist jetzt anders.

Alles Gute für euch!

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Huhu...
also wenn Du nur wegen der Angst vor der Geburt auf ein 2.Kind verzichten möchtest
würde Ich Dir eher zum geplanten KS raten!

Hatte damals solche Angst und psychische Probleme das Ich mich für geplanten KS entschieden habe!

Ich habe es nicht bereut und bin auch sehr schnell wieder rum gerannt.
Noch am KS Tag!
Ich fand nur die SPA unangenehm und nachm KS halt Lachen /Husten echt fies!

Unsere Kleine wird im Februar per geplanten KS geboren! ;o)
Alles Gute!
Sandra mit Maus 26.SSW