Kleinkind schluckt nicht.

Hallo,

ich benötige wirklich dringend Hilfe. Mein Sohn 2 Jahre alt, schluckt das Essen nicht, er bunkert alles in der linken Wangenseite und schluckt nicht. Irhendwann ist der Mund so voll, dass er ständig würgt, manchmal sogar erbricht.

Flüssiges, Breiiges ist kein Problem.

Eine Breischluck haben wir bereits durchgeführt, kein Befund!

Ansonsten wissen unsere Kinderärzte auch nicht weiter und meinen ich soll die Kindergartenzeit abwarten.

Da mein Sohn mit ca. 8 Monaten ekel vor Stückiges hatte, haben wir bereits bei 2 verschiedenen Logopäden Therapie gemacht. Mittlerweile hat er kein Ekel mehr, aber schluckt das Essen einfach nicht runter. Ich fühle mich so hilfslos und das geht natürlich auch an meine Nerven, da wir über 1,5 Std. zusammen am Essenstisch sitzen.

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Liebe „speranz“,

ich kann gut verstehen, dass du dich so hilflos fühlst.

Schau dir aber mal die positiven Dinge an und was ihr beiden schon erreicht habt. Der „Breischluck“ hat keine Auffälligkeiten gezeigt, er isst Breiiges, der Ekel vor Stückigem ist weniger, die Ärzte sehen akut keinen Behandlungsbedarf, … Das ist schon einiges!

Aber dennoch ist eine Mahlzeit von 1,5 Stunden für beide Seiten nervenzehrend und definitiv zu lang.

Das Wichtigste – und vermutlich auch das Schwierigste - ist, dass du ganz entspannt bleibst. Dein Kleiner hat ganz feine Antenne und merkt sofort, wenn die Mama besorgt ist und wird dadurch verunsichert.

Als Außenstehende ist das natürlich leicht gesagt. Aber vielleicht kannst du versuchen zumindest für einige Zeit vollkommen den Druck und die Spannung herauszunehmen.

In Gesellschaft schmeckt es besser und Kinder übernehmen irgendwann die Ernährungsweise, die ihnen vorgelebt wird. Daher am bestem mit dem Kleinen gemeinsam essen. Vermutlich meinen die Kinderärzte das auch mit „Kindergartenzeit abwarten“. Denn von anderen Kindern schauen sich die Kleinen sooo viel ab.

Auch beim Einkaufen und Kochen kann dein Kleiner „helfen“. Es ist schön für ihn mit der Mama Zeit zu verbringen und das „Selbstgekochte“ weckt den Stolz der Kleinen und schmeckt dann gleich viel besser.

Auch sollte das Essen nicht zu sehr in den Mittelpunkt gestellt werden. Je weniger dem Verhalten des Kindes Bedeutung beigemessen und je weniger erzwungen wird, umso mehr wird sich dein Kleiner am Essen interessieren.

Schau mal nicht auf den Teller deines Kleinen, nicht maßregeln, motivieren oder das Essverhalten kommentieren... Die Großen sollten selbst mit Genuss am Tisch essen und sich über angenehme Dinge unterhalten.

Oft platzt der Knoten, wenn der Druck weg ist!

Wenn sich die Situation zu sehr gefestigt hat und verfahren ist, dann kann es sinnvoll sein, von außen eine Hilfestellung zu bekommen. Es gibt Personen, die speziell für Fütter- und Essstörungen ausgebildet sind - sicher kann dir dein Kinderarzt Adressen nennen.

Auch hier gibt es weitere Infos: ( https://www.kindergesundheit-info.de/themen/ernaehrung/essprobleme/fuetterstoerungen/ )

Ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass das Essen bald entspannter wird und ihr die gemeinsamen Mahlzeiten genießen könnt.

Alles Liebe und herzliche Grüße
Anke