Unser Sohn isst mit 26 Monaten noch immer kaum feste Nahrung

Hallo,
unser Sohn ist nun 26 Monate alt und hat noch immer ein Problem mit dem festen Essen. Er hatte im ersten Lebensjahr mehrere Mittelohrentzündungen und hat in dieser Zeit immer nur Milch getrunken. Ich hatte schon mit Gläschennahrung begonnen. Wir haben damit immer wieder von vorne angefangen. Ich weiss mir allmählich keinen Rat mehr. Früh isst er einen Obstgetreidebrei, zwischendurch mag er Reiswaffeln oder Knusperenten, zum Mittag bekommt ein 12. Monatsgläschen. Wenn ich es nicht püriere und mit Wasser verdünne, spuckt er es wieder aus. Er mag auch Schokolade und Kekse. Er hat einen großen Bruder und wenn der Bruder mal etwas Süßes bekommt, möchte er es auch. Er kann also kauen. Abends isst er meist zwei Gläser mit Möhre und Kartoffel-Pastinake oder eine Banane. Morgens und abends trinkt er seine Flasche Milch. Vom Familientisch isst er außer purierte Suppen oder Suppe mit kleinen Nudeln nichts mit. Wenn ich ihm Brot oder Toast mit verschiedenen Aufstrichen anbiete, lehnt er es ab.

Wie kann ich ihn dazu bringen Brot und Toast zu essen? Ich möchte so gerne, dass er am Familientisch mitisst.

Viele Grüße

Barbara

1

Wie siehts denn mit Obst und Gemüse unpüriert aus? Gerade, wenn er doch süßes mag, wären doch vielleicht auch Melone, Mango, Trauben, Heidelbeeren o.ä. was für ihn.
Pfannkuchen / Bratlinge?

Ich bin für anbieten, anbieten, anbieten. Ohne natürlich Druck aufzubauen, um ihm die Möglichkeit zu geben, irgendwann selbst neugierig zu sein und sich zu trauen, etwas zu probieren.

Bei meiner Tochter ist es genau gegensätzlich. Flüssiges / püriertes geht bei ihr (24 Monate) gar nicht. Sie hat gleich mit blw begonnen (Obst / Gurke / Bratlinge). Mittlerweile gehen noch Nudeln und Kartoffeln ganz gut.
Besteck war lange gar nicht möglich, irgendwann traute sie sich dann doch mal ne Gabel in den Mund zu nehmen. Löffel dauerte weitere Wochen (dürfte etwa mit 19 / 20 Monaten gewesen sein).
Letztens haben wir nen Smoothie gemacht. Sie wollte unbedingt auch was haben, aber es kostete sie so viel Überwindung, hammer. Man konnte ihr zusehen, wie sie mit sich ringt. Nach 10 min war es dann tatsächlich soweit, dass Löffel und Zungenspitze sich trafen.
Sie bekommt täglich unser Essen angeboten, aber es ist immer eine Alternative für sie da.

2

Sorry wenn ich es hart sage, aber wer Kekse, Schokolade, Knusperenten und Reiswaffeln isst, kann auch Brot essen. Mit zwei Jahren würde ich ihn ordentlich auf den Pott setzen. Das ist eindeutig ein nicht-wollen und kein nicht-können.

3

Und wie soll das "ordentlich auf den Pott setzen" aussehen? Ich kann mir unter dieser Redewendung immer wenig vorstellen.

4

Ich kannte die Redewendung bis eben gar nicht und hab schon überlegt, ob das Kind nun aufs Töpfchen gesetzt werden soll und weshalb #gruebel - danke für diesen Aha-Moment :)

Bearbeitet von Stromlinien
weitere Kommentare laden
7

Da müsst ihr einfach durchgreifen, im Moment ernährt IHR euren Sohn ziemlich problematisch. Klar, wenn er mit seinem Ausprobieren bei euch immer wieder durchkommt, wird er auch immer wieder auf sein von euch anerzogenes Recht bestehen.

1. Milchflasche weg, nur noch Wasser in der Flasche - deutlicher Gruß auch von allen Zahnärzten die ich kenne
2. alle Babyglässchen weg - es wird einfach nichts mehr gekauft;
3. Kein Naschzeug 1h vor und nach den Hauptmahlzeiten - wer sein essen nicht isst, braucht auch nicht naschen
4. Wenn der Bruder sich Süßes verdient hat, muss der Kleine nicht zwingend auch was kriegen - oder seid ihr auch so eingestellt dass bei einem Geburtstag auch die Nichtgeburtstagskinder ein gleichwertiges Geschenk kriegen?

Hilfsmittel:
- Als Ersatz für die ganzen Breis könnt ihr erst einmal mit weichgegartem Gemüse anfangen, mit etwas Butter, Brühe... Ihr ess das Gleiche, wenn denn auch schon knackiger gegart. Lasst aber stets eine extra Portion von eurem Gericht im Topf, dass er gleich Mitessen kann. Der Trick dabei: er bekommt weiterhin eine extra Wurst, wird trotzdem an normales Essen gewöhnt - ABER: weichgegartes dauert länger, er DARF sich entscheiden: weichgaren lassen und 2-5mins euch wirklich beim Essen zuschauen ODER sich seine Portion eurer normalen Speise geben lassen und fröhlich mitessen
- die ganze Familie hilft mit: Mindestens (!) 2 Wochen lang jedes Naschzeug, auch Knabberenten und Reiswaffeln (die schmecken sogar uns großen#schein), verbannen - wirklich weg, für ALLE. Stattdessen immer Salat, Gurken, Karotten, Kohlrabi, Paprika, Tomaten, Käseblock, ... und Frischkäse (evtl in versch. Geschmäckern) zu Hause haben und als Gemüsesticks anstelle des Naschzeugs anbieten. Die größeren dürfen sich auch an Nüsse wagen. Für wirklich besondere Tage, kann man ja Sandwichtorten und Karottenkuchen herrichten. Nach den 2 Wochen bleibt das "gesunde Naschi" ein Snack, der immer geht und auch später im Alltag noch vor dem Süßkram angeboten wird.
- gesunde Snacks werden so oft wie möglich genau wie die Hauptmahlzeiten gemeinsam am großen Tisch eingenommen; es bietet sich besonders an, das nachmittags und/oder Abends mit Spiele-/Witze/Bastel/...runde zu kombinieren. Eines zu beachten: außer vllt etwas Hintergrundmusik bleiben die Medien weg vom Esspaltz
- Weihnachtsferien wären durch die 2 Wochen Pause ideal: da fällt die Umstellung uns Großen leichter (dem Kleinen ist die Zeit egal)

Wichtig: ALLE machen mit. Keiner leidet wirklich. Ihr habt die Chance den Familienesstisch zum Erlebnis statt zum Streitort zu machen.
Ihr seid das Vorbild und die Richtlinie - bisher war die eher frei vom Kind verschiebbar...

9

Liebe Barbara,

toll, dass hier schon so viele hilfreiche und kompetente Tipps gegeben wurden - Danke an die Community! :-)

Wichtig ist, dass du dir ganz klar bist, was du erreichen möchtest und das dann auch durchziehst. Es kann ein-zwei anstrengende Wochen dauern und dein Sohn wird rebellieren. Da wirst du nicht drum rum kommen. Aber er wird mit deiner Hilfe lernen, sich altersentsprechend mit fester Kost satt zu essen. Da brauchst du viel Geduld und Konsequenz. Aber es lohnt sich!

Probiere es mal mit den tollen Tipps aus – ich bin mir sicher, dass dein Kleiner bald mit Freude am Familientisch essen wird!

Herzliche Grüße und euch allen eine wundervolle Weihnachtszeit #stern

Luise