Beikoststart

Wir versuchen seit ca 1 Monat unserer Tochter (7M) Brei schmackhaft zu machen da sie uns quasi das Essen vom Löffel guckt 😅

Wir haben schon diverse Gemüsesorten und verschiedene Konsistenzen (koche selber) durch aber so richtig auf den Geschmack ist sie noch nicht gekommen. Sie isst ein paar halbe Löffelchen und hat dann kein Interesse mehr (macht den Mund nicht mehr auf, schiebt den Löffel weg).

Nun meinte mein Kia schon zum 2ten Mal das wir langsam Fleischbrei füttern müssen wegen der Eisenaufnahme. Er empfielt vor JEDEM stillen Brei zu füttern.

Nun meine Fragen:

- füttere ich dann Mittags Gemüse und abends Milch-Getreide? Oder erst mal nur Gemüse?
- kann ich auch direkt Fleischbrei probieren oder erst wenn sie mehr von dem Gemüse isst?

Will mir damit eigentlich nicht so den Stress machen aber irgendwie macht mich der Kia damit doch nervös :/

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Liebe „Murmel.Maus“,

lass dich nicht stressen – die Beikosteinführung wird nur klappen, wenn du deinem Baby die Zeit gibst die es nun einmal benötigt, um sich mit den Breien anzufreunden.

Ich verstehe die Empfehlung deines Kinderarztes, denn ab dem 6. Monat ist das Eisendepot, das Babys im Mutterleib angelegt haben, aufgebraucht und Eisen muss mit der Nahrung aufgenommen werden, weil es der Körper nicht selbst produzieren kann.

Aber: du kannst und willst auch nichts erzwingen.

Erfahrungsgemäß funktioniert es mit der Beikosteinführung am besten, wenn man ganz in Ruhe einen Schritt nach dem anderen geht.

Konzentriere dich jetzt erst einmal auf die Mittagsmahlzeit. Biete ein Gemüse an, welches deine Kleine am besten nimmt. Püriere es so fein wie möglich, dass keine störenden Stückchen enthalten sind, an denen sich dein Kind verschlucken könnte.

Möchte deine Kleine nicht essen, biete nicht sofort die Brust an. Macht kurz Pause, singt ein Lied, schaut aus dem Fenster, spielt ein wenig. Nach ein paar Minuten versuchst du es erneut mit dem Füttern. Diesen Vorgang kannst du 1-2 mal wiederholen. Erst dann bietest du die Brust zum Satttrinken an.

Erst wenn die Mittagsmahlzeit besser funktioniert, und sich deine Kleine an das Löffeln gewöhnt hat, nimmst du die nächste Mahlzeit (z.B. abends) in Angriff.

Viele Kinder kann man tatsächlich ans Essen locken, wenn man sie immer wieder bei ihrem Forscherdrang packt. Gib deinem Schatz zum Beispiel ein weiches Löffelchen selbst in die Hand. Bestreiche den Löffel oder ihr Fingerchen mit ganz wenig Brei und lasse deine Kleine das Essen so selbst erforschen.

Auch wenn es zunächst noch eher chaotisch zugeht und die Essensmengen eher gering ausfallen, du wirst sehen, mit der Zeit wird dein Mädchen sich immer mehr auf das Essen einlassen, und auch die Mengen werden mehr.

Es kann auch helfen Teller und Löffel (andere Farbe) zu wechseln, und so eine unbelastete Situation zu schaffen. Biete eine "neue Atmosphäre": Anderer Essplatz, ruhige Esssituation, keine Ablenkungen, kein Stress. Eine ganz andere (Körper)Haltung beim Füttern, kann oft für Entspannung sorgen.

Am besten ist es, du nimmst wirklich jeglichen Druck von dir und damit auch von deiner kleinen Tochter. Bemühe dich nicht etwas unbedingt erreichen zu müssen, oder dass etwas klappen muss. Nimm es so wie es kommt, du kannst sowieso nichts erzwingen. Der kleine Hintergedanke mit der Empfehlung des Kinderarztes kann unbewusst für Druck sorgen. Deine Kleine spürt deinen Wunsch, es möge doch endlich mit dem Essen klappen. Versuche daher dich soweit es geht entspannt ans Füttern zu machen. Auch kann in ein paar Wochen im Leben eines Babys soooo viel passieren.

Ihr beide schafft das #mampf

Viele Grüße und alles Gute!
Barbara