Ich halte die Welt nicht mehr aus

Hallo zusammen,

ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin, aber ich versinke gerade die Trauer.

Ich halte die Welt mit ihren Grausamkeiten nicht mehr aus. Gerade höre ich, dass vier Kinder bei einem Wohnungsbrand in Saarbrücken ums Leben kamen und vergeblich um Hilfe schrien.

Kinder werde in Deutschland von ihren Eltern getötet, vernachlässigt, gequält.

Weltweit müssen kleine Kinder verhungern, im Müll leben, in Kriegsgebiten um ihr Leben bangen, sich prostituieren...ich sitze oft nachts am Bett meiner schlafenden Kinder und mir kommen die Tränen, wenn ich daran denke, dass irgendwo andere kleine Kinder Qualen leiden.

Wozu Menschen fähig sind, schockiert mich immer wieder. Ob andere Menschen aus Spaß totgequält werden oder Tiere gequält, ausgebeutet und dann "entsorgt" werden...wie kommt es, dass Menschen so roh und kalt sind.

Das ist kein geheucheltes Mitleid oder wie auch immer man das sehen mag, ich habe das Gefühl, dass mich das wirklich krank macht. Ich kann es nicht mehr aushalten, ich habe das Gefühl, es zerreißt mich wirklich.

Ich kann die Welt nicht ändern, aber ich kann sie so auch nicht mehr aushalten...

Viele Grüße

Sakirafer

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Ich kenne das Gefühl ganz genau. Und doch, du kannst die Welt verändern. In dem du DEINE Welt ein kleines Stückchen heller machst. In dem du nicht leidest, sonder mitfühlst. Indem du jeden Tag lachst. In dem du deine Kinder dazu erziehst, es eines Tages besser zu machen (nicht als du, sondern als die von dir beschriebenen Menschen). Indem du jeden Tag raus an die frische Luft gehst, dich mit der Natur verbindest, dich erdest. Jeden Tag lächelst.

Vielleicht (falls das was für dich ist, für mich war es nur konsequent!) indem du aufhörst, Tierleid zu unterstützen. (Ich lebe vegan, meine Familie vegetarisch). Indem du aufhörst korrupte Banken zu unterstützen, und dein Geld bei einer Ethikbank anlegst (hier zum Beispiel gls.de). Indem du Müll trennst. Indem du liebst. Indem du den Menschen die du liebst jeden Tag sagst, wie wertvoll sie für dich sind.
Ich verstehe dich sooo gut, ich habe es nur geschafft, in dem ich mich mit all meiner Kraft auf alles Positive, was ich im Leben bewirken kann, konzentriert habe und auch noch konzentriere.
Alles Liebe, AgD

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Danke, danke, danke!

deine Antwort hat mich sehr berührt, kann es nicht ander beschreiben.

Viele Liebe Grüße

Sara

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Ganz tolle Antwort!

LG

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Ja, es gibt sovieles, was grausam ist! Aber es war auch schon immer da! Was heißt denn, du hälst es nicht mehr aus? So furchtbar es klingt, man darf nicht alles sooo nah an sich ran lassen. Und natürlich kannst du die Welt nicht verändern, aber vielleicht kannst du dich dennoch für irgendetwas einsetzen? An das du glaubst oder was du verbessern oder unterstützen möchtest? Dann fühlst du dich vielleicht nicht mehr so ohnmächtig wie jetzt!

LG

2

Hallo,

nicht mehr aushalten bedeutet bei mir, dass es mich richtig schwermütig macht und ich mich meine Gedanke sich dann ganz lange darum drehen und es mir schwer fällt, meine Sichtweise wieder etwas aufzuhellen.

Dieses Abgrenzen fällt mir immer schwerer. Als Kind war das schon extrem bei mir. Als Teenager und junger Erwachsener konnte ich dann mehr ausblenden, aber je älter ich werde, um so schwerer wird es wieder. Vielleicht hängt das mit meinen Kindern zusammen.

Ja, durch Eigeneinsatz kann man kleine Dinge ändern. Derzeit muss ich mein Engagement auf das finanzielle beschränken. Ich unterstütze das regionale Tierheim, habe eine Patenschaft in Süamerika für ein Kind, beim Einkaufen achte ich bewusst, welche Lebensmittel ich kaufe.
Wenn die Kinder älter sind, werde ich auch mehr Zeit übrig haben, auch aktiver was zu tun.

Ich weiß, ich muss mich mehr abgrenzen...weiß nur nicht mehr wie

LG

6

Ich kann Dich verstehen, es geht mir manchmal ähnlich. Vor allem, wenn es sich um Grausamkeit von ansonsten "gesunden" Menschen geht, also Dinge, die im vollen Bewusstsein, mit voller Absicht geschehen. Sei es auch Gleichgültigkeit oder auch Grausamkeit oder Machtgeilheit.

Bei Taten aus psychischen Erkrankungen heraus, da bin ich zwar auch entsetzt, aber das nimmt mich nicht so sehr mit wie andere Dinge.

Was hilft? Was immer hilft: Im Kleinen für Frieden und Liebe sorgen. Ein Tier oder mehrere halten, ein Kind mit Liebe großziehen, anderen Sitzplätze anbieten, Türen aufhalten, Zuspruch geben, beistehen, zuhören, helfen mit Wort und Tat. Und wenn es nur ist, dass man sich virtuell lauthals gegen so manchen grausamen Schwätzer hier stellt, der meint, man müsse virtuell auf eine ALG II-Empfängerin oder aber auf seine eigenen Kinder in echt draufhauen (oder aber auch gegen einen mit Mitnahmementalität, der das Sozialsytem ausnutzt). Will sagen: Nur um Dich herum kannst Du ein bisschen was ändern. Der Rest war schon immer so und ich fürchte, es wird auch immer so bleiben, dieses Asoziale, Grausame, was einige Menschen in sich tragen...

LG
Ch.

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Hallo,

auch dir vielen Dank für deine Antwort und deine Ratschläge.

Ihr habt Recht, es hilft mehr, seine Kraft und Liebe darauf zu konzentrieren, was gutes bewirken kann, als durch die Welt krank zu werden.

Viele Grüße

Sara

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Ich kann dich gut verstehen. Mir geht es oft ähnlich. #liebdrueck

LG
Suse

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Ich kann dir welt nicht verändern.

Das ist ein Irrtum und solche Einstellung stinkt nach Selbstmitleid.

Du kannst die Welt verändern. Wenn du deine Kinder vernüntig erziehst, veränderst du die Welt.

Wenn die Welt so schlimm, kommst du in deinem Alltag aus dem Häushcen heraus. Was machst du für die Welt ?

Wenn es für einen krank(haft) ist, sollte man in Therapie.

Die Welt ist brutal, sie ist auch wunderschön. ICh, DU - wir mitbestimmen sie.#winke

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Hey,

das mit den Kindern und dem Wohnungsbrand habe ich auch gelesen und mich hat es auch tief getroffen. Echt traurig sowas, aber vergleichen würde ich das jetzt nicht mit solchen Sachen wie Gewalt und verhungern lassen, ect.

Da ging es um einen schlimmes Unglück, was jeder erleiden kann ohne zutun irgendwelcher Leute. Das darfst du nicht verwechseln. Allem anderen stimme ich natürlich zu. Menschen die absichtlich anderen Leid zufügen sind das allerletzte.

Aber wie andere schon schrieben, man darf das nicht zu nah an die heran lassen.

LG Silvie

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Ich find es einfach ungerecht. Wenn man einen Blick ins Forum wirft, wieviele Frauen keine Kinder bekommen können oder zumindestens nicht "einfach so".. und wieviele Frauen ihre Babies verlieren... und was machen andere? Lassen sie verhungern, quälen sie.. erschießen sie.. usw.

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Du bist nicht allein mit deinem Empfinden #liebdrueck und mit dem Wissen des Nichtalleinseins geh Deinen Lebensweg in Würde und mit der helfenden Hand des Wissens um die Tiefe des Seins, laß Dich nicht von den fiesen Oberflächenerscheinungen in die Irre leiten und biete Deine Hilfe denen an die sie zu achten wissen.

Hier steht ein Text der Dir eventuell eine Stütze sein kann:
http://auf-der-suche-nach-mr-right.blogspot.de/2011/08/elfenseelen.html

Ansonsten wurde hier schon viel Gutes geschrieben, tu was in Deinen Möglichkeiten steht diese Welt erträglich zu gestalten aber vergiß Dich nie selbst und übersieh niemals die wunderschönen Seiten dieser Welt und die wundervolle Vielfalt seiner Bewohner neben den Menschen.

Ich gehe gern in die Natur und erfreue mich an der Blütenvielfalt oder höre dem Rauschen der Bäume zu, dem Geplätschere der kleinen Wellen am See oder schaue dem Gewusel der Ameisenwelten zu und all das bringt mir Glück in mein Herz.

Alles Liebe und alles Gute auf Deinem Weg!

marada

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Du solltest aber schon trennen zwischen Unfällen und Mißhandlungen und Quälereien.

Selbst wenn alle Menschen keinen anderen mehr quälen und mißhandeln wird es Unfälle immer geben.