Ich habe meine Mutter verloren

    • (1) 27.02.16 - 05:38

      seit meinem 10. Lebensjahr also nun fast schon 50 Jahe hatte ich ständig furchtbare Angst von diesem Moment, nun ist am 24.2. 2016 meine über alles geliebte Mutter gestorben.
      Als Kind hatte ich den Tod zweier Spielkameraden hautnah mitbekommen und das hat mich in diese Angst vor dem Tod gebracht, hat es mir gezeigt das es manchmal kein zurück und ein nächstes mal gibt, ich dachte damals wer ist der nächste und meine Mutter wäre das allerschlimmste gewesen.
      Also lebe ich seit diesem Trauma 1965/66 in der Angst die jetzt leider eingetreten ist.
      Sicher weiss ich dass dies der lauf der Welt ist und ich dankbar sein sollte für die Zeit die wir hatten, dennoch sage ich warum nicht noch ein paar Jahre? 88 ist ein gutes Alter höre ich ständig und kanns nicht mehr hören, auch im Krankenhaus, anstatt sich was zu überlegen und diesen verdammten Schrittmachen abzuschalten , mit dem die Probleme anfigen, sagt man mir, " Sie ist ja 88" , was heisst denn das? andere sind 97 und Wohlauf.
      Ich bin so wütend auf die Ärzte die nichts weiter gemacht haben als Ihr Schmerzmittel zu geben, mir fehlt langsam die Kraft für die Wut weil meine Trauer, wenn ich allein bin mich wie zerreisst, wenn ich an Orte fahre wo ich zuletzt mit meiner Mutter war, halte ich mir beim laufen den Mund zu um nicht laut loszuschreien, es kommt dann nur so eine Art Wimmern wie bei kleinen Hunden denen man den Mund zuhält,
      Es tut so weh, es tut so weh das ich glaube den Verstand zu verlieren, kann vor Tränen kaum schreiben, meine Muttter hätte sich bestimmt gewünscht dass ich meine Leben glücklich weiterlebe, bitte verzeih mir liebe Mutter wenn ich das nicht schaffe,
      gestern fiel mir der Tod von Udo Jürgens ein, der ist einfach umgefallen und war weg,
      wenn mir das auch so ergeht hab ich keine Schwarzen Gedanken mehr und bin frei,
      lieber Gott verzeih mir diese Gedanken .
      Mittwoch 2.3.2016 ist das Begräbnis, das wird nochmal ein Trauma und ich hoffe ich steh es durch, will nicht in Ohnmacht fallen, lieber Gott steh mir bei und gib mir Kraft

      • Hallo,

        mein tiefstes Beileid.
        Das was du gerade durchmachst ist normal. Sei wütend, traurig, weine, schreie und klage. Lass alles raus! Setz dich hin, denke an die tollen Zeiten zusammen und führe dir vor Augen, dass auch wieder schöne Zeiten kommen-ganz bestimmt!Nimm dir Zeit, Abschied zu nehmen und rede viel mit Freunden und Familie. Dank dran, du bist nicht der Einzige, der diese tolle Frau vermissen wird.

        Dass du trauerst, bedeutet dass ein Mensch gegangen ist, der einen Eindruck im Leben anderer hinterlassen hat. Und ist das nicht etwas Schönes?!

        Liebe Grüße

        Hallo!

        Da kommt einiges zusammen bei dir. Ich fasse mal zusammen:
        Du bist um die 60, deine Mutter starb jetzt im Alter von 88. Sie hatte einen Herzschrittmacher und wahrscheinlich noch andere altersbedingte Erkrankungen. Du hattest seit deinem 10. Lebensjahr Angst davor, dass sie stirbt.

        Wir alle -oder zumindest die allermeisten von uns- fürchten den Tag, an dem unsere Eltern alt und krank werden oder eben sterben. Wir alle wissen, dass es sehr wahrscheinlich so kommen wird. Es sei denn, wir sterben vor den Eltern, was sich weder die Eltern noch wir wünschen. Jedem Kind wird diese Tatsache irgendwann bewusst. Auch meine Kinder, die jetzt 10 und 12 sind, denken ab und zu darüber nach und können den Gedanken manchmal nicht ertragen. Trotzdem wird es so sein und da kann ich ihnen keine schönen Ausreden oder Geschichten bieten. Ich erkläre ihnen aber, dass jedes Ding seine Zeit hat und dass Sterben auch was Sinnvolles ist. Wären wir alle unsterblich, würde die Welt irgendwann platzen. Die Konsequenz wäre, dass wir keine Kinder und nichts Neues mehr zulassen können. Es gäbe nur noch Alte mit ihren alten Ideen und Vorstellungen. Es wäre Stillstand.

        Ich für meinen Teil habe gar nicht die große Angst vor dem Sterben. Ich habe Angst, vorher evtl. die falschen Entscheidungen zu treffen oder den falschen Menschen in die Hände zu fallen. Wenn ich bedenke, wie lange ich tot war bevor ich geboren wurde ohne nennenswerten Schaden davon getragen zu haben, dann fürchte ich mich nicht so sehr davor wieder tot zu sein.

        Jedes Leben hat also ein Ende. Das ist traurig, wenn ein von uns geliebter Mensch stirbt. Dennoch hat es im Großen und Ganzen einen Sinn.

        Ich weiß nicht, wie dein soziales Leben sonst aussieht. Ich erlebe öfter enge Mutter-Sohn-Beziehungen, in denen keiner von beiden es geschafft hat, sich abzunabeln. Dann bedeutet der Tod der Mutter, dass die einzige echte Bezugsperson weg fällt. Oder schlimmer noch, wenn dann dieser Sohn zuerst stirbt.

        Eine Mutter kann aber nun mal nicht die einzige Bezugsperson bleiben, weil sie, wenn die „richtige Reihenfolge“ eingehalten wird, irgendwann gehen MUSS. Besser beide schaffen dieses erst mal partielle Weggehen vor dem Tod. Der Sohn sucht sich Frau oder Mann, baut eine eigene Familie oder deren Äquivalent. Mutter spielt weiter eine Rolle, aber nicht die erste Geige. Die Mutter sucht sich spätestens nach Auszug des Sohnes wieder ihr eigenes Leben mit Mann, sofern noch vorhanden, Freunden, Hobbys. Der Sohn bleibt wichtig, aber er ist nicht mehr die erste Geige.

        Ich vermute, dass dir dieser Abnabelungsprozess fehlt. Den musst du jetzt zwangsweise nachholen. Mit 20 oder 30 ist das sicher einfacher als mit 60. Dazu darfst du dir Hilfe holen, was dann gleichzeitig schon heißt, dass du auf dem Weg bist und dich auch auf Neues einlassen kannst. Außerdem brauchst du wahrscheinlich jemanden, dem du oft von deiner Mutter erzählen darfst, ohne dass der die Augen verdreht.

        Du suchst jetzt Schuldige für den Tod deiner Mutter. Niemand hat Schuld, wenn eine 88jährige verstirbt, und es war richtig und gnädig von den Ärzten, dass sie sie mit Schmerzmitteln abgedeckt und ansonsten in Ruhe gelassen haben. Jede Diagnostik, jede Therapie ist irre anstrengend für alte Menschen. Meist sterben sie trotzdem. Du vermisst deine Mutter, aber es ist ein stückweit ziemlich egoistisch zu wünschen, dass sie für dich (!) 100 geworden wäre.. Was wäre, wenn sie dann mit 100 verstirbt? Wärst du dann weniger traurig? Wann wäre der richtige Zeitpunkt? Wann darf ein Mensch sterben? In Ruhe und in Würde? Leichter wäre es für dich und deine Mutter gewesen, wenn du ihr vermittelt hättest, dass sie getan hat, was zu war, und nun gehen darf. Wobei ich gleichzeitig denke, dass du das nachholen kannst, wenn du möchtest.. Ggf. mit Hilfe, s.o.

        Wut, Ohnmacht, Traurigkeit, Hilflosigkeit....das sind alles legitime Gefühle nach einem Todesfall. Die solltest du auch ausleben, aber du solltest nicht darin stecken bleiben. Offenbar warst du andersherum ebenso der größte und wichtigste Teil in ihrem Leben. Wenn du dein Leben weg wirfst und nicht weiter leben möchtest, dann stirbt sie nochmal, weil nichts von ihr übrig bleibt.

        Ich bin Mutter von zwei Söhnen. Ich möchte nicht, dass sie irgendwann sooooo übermäßig um mich trauern. Mein Wunsch ist, dass sie mich gehen lassen, wenn es so weit ist, dass sie sich hoffentlich an viel Schönes erinnern können, es ggf. weiter erzählen. Ansonsten hoffe ich doch sehr, dass sie für jemand anderen wichtiger sein werden als sie es für mich jetzt sind. Ich wünsche mir, dass sie nicht Schuld zuweisen, wenn ich tot bin, dass sich daran erinnern, wie ich die Dinge sah: Jedes Ding hat seine Zeit! Der Tod gehört zum Leben und ist notwendig, damit auch andere eine Chance bekommen. Meine Angst ist eher, dass man mich nicht gehen lässt.

        Du hast mein herzlichstes Beileid und ich wünsche dir, dass du einen Weg findest, den Tod deiner Mutter sinnvoll in dein Leben einzubauen.

        • (5) 28.02.16 - 10:01

          @ Golm: Das hast du schön und sehr treffend geschrieben.

          danke für deinen Beitrag, ist sicher alles nicht falsch und ich will auch nicht undankbar sein
          ist nur halt so unerträglich und es reisst mir das Herz raus, versuche jetzt etwas Zeit ins Land gehen zu lassen und dann entscheiden ob und wie es weitergeht

          dir und Familie auch alles gute

        • Danke f.d. Worte die bestimmt alle richtig und gutgemeint sind, werde versuchen vieles davon aufzunehmen und hoffe ich bekomme es hin, bitte bedenke aber wir sind alle verschieden und nicht jeder Mensch kann so vernünftig sein, manchmal ist Verstand auch durch die Trauer wie vernebelt und der Schmerz nicht auszuhalten, dann sei nicht gekränkt wenn deine guten Worte vergebens waren, warte jetzt mal was passiert und entscheide dann, aber ich danke dir nochmal und wünsche dir und deinen Söhnen auch alles gute

          • Hallo!

            "Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.", sagte einer unserer Ärzte immer.

            Nein, meine Worte waren nicht gut gemeint. Ich habe nur da gelegt, wie ich das sehe und wollte dir damit eine andere Sichtweise auftun.

            Ich werde auch nicht gekränkt sein, wenn sie das nicht tun. Ich werde ja noch nicht mal erfahren, ob du sie nutzen kannst oder nicht.

            Du bist gerade sehr aufgeregt, deine Trauer ist noch sehr frisch, die Beerdigung kommt erst noch. In dieser Zeit kann kaum jemand geradeaus denken. In dieser Zeit ist ja auch alles erlaubt, von Versteinern über Hysterie, von Stillstand bis wilde Geschäftigkeit. Und irgendwann kommt wieder Alltag, die Trauer bleibt, wird aber ruhiger und geordneter.

            Ich glaube noch nicht mal, dass ich "vernünftiger" bin als du. Ich bin nur gerade nicht in Trauer, kann und darf dieses Phänomen aber oft von außen betrachten. Daher meine "Erkenntnisse", die gar nicht für jeden stimmen müssen. Sollte ich mal selber trauern müssen, werde ich viele Dinge wieder anders sehen. Vielleicht auch nicht. Wer weiß das schon? Trauer hat aber per se wenig mit Vernunft zu tun.

            Der Unterschied zwischen dir und mir ist aber der, dass ich mich oft und viel mit dem Gedanken ans Sterben und den Tod, auch und gerade an mein eigenes Sterben und meinen Tod beschäftige, weil ich es einfach muss. Sonst könnte ich viele drumherum gar nicht aushalten oder verstehen. Deshalb ist es mir als Mutter sehr, sehr wichtig, meine Kinder ein wenig darauf vorzubereiten. Ich kann nichts vorhersehen, ich kann nichts planen, aber vor unausweichlichen Tatsachen kann man eben auch nicht davon laufen. Man muss ihnen auch nicht entgegengehen, aber es ist gut, wenn man sie am Horizont schon erkennen kann.

            Ich wünsche mir z.B. nicht, dass mein Mann gefälligst ewig lebt. Ich wünsche mir, dass er lebenssatt gehen darf. Irgendwann. Ich werde ihm nicht sagen: "Ich kann nicht ohne dich leben!", weil ich ihm damit eine irre Verantwortung aufbürden würde. Ich kann ihm aber sagen, dass ich ungern ohne ihn leben möchte. Ich wünsche mir insgeheim, dass ich vor ihm sterben darf, aber ich fürchte, das denkt er andersherum auch so. Ich werde ihn aber gehen lassen, wenn es so weit sein soll.

            Ja, warte einfach mal die Zeit ab, lebe deine Trauer aus und dann versuche mal dich auf den Weg zu machen. Kaum jemand stirbt mal eben wie Udo Jürgens. So stellen wir uns das immer gern vor, so ist es aber nur sehr sehr selten.

            Alles Gute!

        <<<ch bin Mutter von zwei Söhnen. Ich möchte nicht, dass sie irgendwann sooooo übermäßig um mich trauern. Mein Wunsch ist, dass sie mich gehen lassen, wenn es so weit ist, dass sie sich hoffentlich an viel Schönes erinnern können, es ggf. weiter erzählen. Ansonsten hoffe ich doch sehr, dass sie für jemand anderen wichtiger sein werden als sie es für mich jetzt sind. Ich wünsche mir, dass sie nicht Schuld zuweisen, wenn ich tot bin, dass sich daran erinnern, wie ich die Dinge sah: Jedes Ding hat seine Zeit! Der Tod gehört zum Leben und ist notwendig, damit auch andere eine Chance bekommen. Meine Angst ist eher, dass man mich nicht gehen lässt.<<<

        Du sprichst mir aus der Seele.Wunderbar geschrieben.

    Für den Tod der eigenen Eltern ist es immer zu früh ....

    Als ich jung war, dachte ich immer, wenn man erwachsen ist, mit beiden Beinen im Leben steht und selber eine Familie hat, dann macht mir der Tod meiner Eltern nicht mehr so viel aus. Soweit zur Theorie.

    Heute bin ich 48 Jahre, stehe mit beiden Beinen im Leben und habe selbst eine Familie, die mich ständig fordert. Und dennoch vermisse ich meine Mama so unendlich. Heute vor einem Jahr kam sie ins Krankenhaus ... am 31.03. ist sie ein Jahr tot. Unfassbar - immer noch.

    Und dennoch. Sie durfte 80 Jahre werden und das ist ein gesegnetes Alter. Sie war nicht lange krank und wir hatten die große Gnade, sie bis zum Schluss begleiten zu dürfen.
    Dafür sind wir dankbar, das macht es aber nicht leichter.

    Insofern verstehe ich dich ganz gut.

    Aber du musst deiner Mama jetzt auch die Ruhe gönnen. Sie wäre bestimmt unglücklich, wenn sie sieht, wie sehr du traumatisiert bist.
    Natürlich kannst du klagen, dass sie gegangen ist. Oder du kannst dankbar sein, dass sie solange bei dir sein durfte. 8 Jahre länger als meine Mama.
    Natürlich gibt es über neunzigjährige, die wohlauf sind. Aber es gibt auch die andere Seite: Junge Menschen, die sterben. Mütter und Väter von kleinen Kindern, von Teenagerkindern und von jungen Erwachsenen, die ihre Eltern noch sehr gebraucht hätten.
    Natürlich darfst und muss du traurig sein. Aber du darfst deiner Trauer nicht die Macht über dein Leben geben. Dir zuliebe und deiner Mama zu liebe.

    Die Endgültigkeit macht traurig und sie tut so weh. Ich weiß das. Ganz sicher. Aber erinnere dich ihrer mit einem Lächeln im Gesicht.

    Viel Mut und Stärke für die Beisetung!

    • das ist alles wahr was du schreibst und hab dank dafür ich will auch dankbar sein und mich an Ihre Güte und Ihr Verständnis gern erinnern, will Ihr auch die Freude gönnen wenn Sie Ihre eigene Mutter und Freunde Geschwister jetzt wiedersieht, versuche stark zu sein und hoffe dass der Schmerz nicht die Oberhand gewinnt

Hallo,

Auch ich möchte dir erst einmal herzliches Beileid wünschen. Es ist immer schlimm, wenn nahestehende Menschen gehen müssen.

Ich denke, dass es bei dir aber etwas tiefer sitzt. Du hattest ja schon panische Angst als sie jung war.
Leider gottes ist das Leben endlich. Und man muss es tatsächlich auch etwas realistisch sehen. Sie hat ein stolzes Alter erreicht. Vielleicht überlegst du dir auch mal, was deine Mütter sich gewünscht hätte? Es klingt für mich so, dass sie durchaus gesundheitlich nicht mehr ganz fit war.

Ich war 16 als meine heissgeliebte Oma mit 84 starb. Ich vermisse sie bis heute. Jedoch weiß ich, dass sie alt geworden ist und ich bin unendlich dankbar dafür, dass sie nicht leiden musste. Sie könnte so gehen, wie sie es sich immer gewünscht hat.

Vielleicht gibt es auch Bücher , die dir helfen könnten. Bspw. "gute Trauer" oder "das tibetische Buch vom Leben und sterben"

Hallo,
......mir kommen die Tränen.....meine Mutter ist am 29.1.2016 verstorben. Sie war 66 Jahre alt und ist mitten in der Feldmark gefunden worden von einer Frau mit Hund.....sie kam in die Rechtsmedizin und ich binfast Amok gelaufen....9 Tage lang konnte ich nichts machen...dann die Info Herzinfarkt und dann vermutlich ist sie über Nacht dabei erfroren.................es war unsere "Hundestrecke" wo sie von mir ging.....ich bin tieftraurig und auch wütend und könnte vor Wut schreien. Ich war nicht da - einfach nicht da. Mein Sohn war zu der Zeit krank und sie muss den "Hundeweg" gewählt haben, um frische Luft zu tanken.....ich mache mir große Vorwürfe......ich bin fast abgedreht, weil ich keine Sterbeurkunde erhalten konnte weil sie "freigegeben" werden musste. Als das dann passierte, war der genaue Fundort nicht bekannt.....ich wollte unbedingt eine Kerze aufstellen - ich wußte nicht wo und bin abends am 29.1. mit meinem Mann einen dunklen Feldweg rauf und runtergerannt heulend und suchend und nicht findend. Erst, nachdem das Standesamt nicht aufgab, den genauen und nicht ungefähren Fundort mitgeteilt zu bekommen, haben wir die Stelle gewußt.....Ich ging hin - es lagen 3 weiße Tulpen an der Stelle und eine Kerze brannte (vermutlich von der Frau, die sie gefunden hatte). Ich weiß nicht, wer es war - die Polizei darf mir den Namen nicht nennen aber ich danke ihr so dafür, dass sie eine Kerze aufstelle und das Licht meine Mama begleitet hat.........ich schreibe wohl wirr - aber es ist mir egal - manchmal bin ich so traurig das ich hemmungslos weine umd mich schüttel und dann könnte ich nur noch so schreien und bin wütend - meine Mama hat mich alleine gelassen. Ich bin 46......und es war meine Mama. Es ist schwer jetzt so weiter zu machen. Man merkt, sie war nur ein kleines kleines Rädchen - wie wir alle auch wenn sie für mich das größte Rad war.......ich kann jetzt nicht mehr - Danke.

  • tut mir leid um deine Mutter, muss furchtbar sein für dich, bin in Gedanken bei dir und sehe dich den Weg absuchen, erinnert mich an letzten Freitag, bin in eine kleines Dorf in der Nähe gefahren wo meine Mutter und ich im letzten Jahr oft waren, hab Sie mit dem Rollstuhl umherhefahren und weil die alten Fachwerkhäuser allesamt mit Blumen geschmückt waren ist es immer die reine Freunde gewesen und meine Mutter konnte garnicht genug bekommen und hat voll Begeisterung so kam es mir vor jede einzelne Blume Kommentiert.
    Freitag abend was ich wieder dort, selber Parkplatz, die gleichen Wege, aber diesmal ohne Rollstuhl und allein. Ich hab mir beim laufen den Mund zugehalten weil ich durch mein Wimmern die Menschen nicht beunruhigen wollte. aber am liebsten hätte ich laut losgeschrien, hab jetzt auch nach 4 Tagen soviel Wut auf die Ärzte in mir, bin davon überzeugt ohne diesen Schrittmacher würde meine Mutter noch da sein,

    wünsche dir auch Kraft für deine Trauer

    • Hallo,

      ich kann dich sehr gut verstehen. Das Wimmern ist so haltlos und es kommt aus Stellen des Körpers die man bis jetzt nicht kannte. Es ist kein "normales" Weinen es ist mit Schmerzen - die man nicht erklären kann - verbunden, die man vorher nicht für möglich hielt. Ich weiß sehr gut, was Du meinst. Du suchst sie an Stellen und willst Erinnerungen wach halten und Gespräche rufen sich in Erinnerungen und haben sich eingebrannt. Man sieht noch einzelne Gestiken.....alles erinnert an diese Person....ich kann Deine Wut sehr gut nachvollziehen und ich kann auch nachvollziehen, dass es nicht darauf ankommt, wie alt oder krank ein Mensch war es war der Mensch, der einen wichtigen Bestandteil des eigenen Lebens ausmachte. Die Hand, die einen streichelte, wenn man krank war oder wenn man traurig war und immer diese Stärke der eigenen Mutter. Ich denke an Dich und wünsche Dir ganz viel Kraft. Meine Mutter hat mir auf den Weg gegeben in ihrem letzten Willen - keine Blumen, keine Musik und kein großes Begräbnis. Wir, die Geschwister und Familien standen am Sarg. Ihr ausdrücklicher Wunsch, die Asche in der Natur in Holland verstreut zu haben.....eigentlich ein schöner Wunsch der mich jedoch auch beängstigt. Man erhält die Urne und kann nach Genehmigung nicht nur auf dem Friedhof die Asche verstreuen.....man muss es allerdings selbst tun.....eine große Anst die sich mir da auftut. Ihr Gedanke ist schön wie sie es wollte aber das Umsetzen gestaltet sich für uns doch nicht so leicht. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft bei der Beisetzung und bin in Gedanken bei allen die Trauer mit sich tragen und es so gar nicht in der heutigen Zeit zeigen können oder dürfen, weil wie sagt man so schön, das Leben weiter geht und man sich ja nicht selbst bemitleiden soll. Was Trauer ist, lerne ich gerade. Viel Kraft und Mut!

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