Grausame Berichte - wie kommt ihr damit klar?

    • (1) 16.12.16 - 11:47

      Hallo zusammen, ich weiß gar nicht, warum ich hier schreibe, aber es gehen mir derzeit so viele Gedanken im Kopf rum und mich würden eure Erfahrungen/Tipps interessieren. Immer wieder liest man schreckliche Berichte, es passieren so viele grausame Dinge auf dieser Welt. Ich habe das Glück mit meiner Familie hier geboren worden zu sein. Wir müssen nicht hungern, müssen nicht um unser Leben fürchten, müssen nicht frieren oder ohne ein Dach über dem Kopf schlafen. Gestern habe ich wieder etwas über einen Kinderschänder-Ring gelesen und als Mutter einer kleinen Tochter sind diese Berichte für mich die unerträglichsten. Ich bin seitdem den Tränen so nahe und kann gar nicht vergessen, dass so viele Kinder so brutal gequält werden (u.a. ging es dort um rituellen Missbrauch). Es passieren so furchtbare Dinge, die kann man sich mit einem normalen Menschenverstand gar nicht ausmalen. U.a. auch hier in Deutschland und in Frankreich… Praktisch vor unser Haustür. Ich komme damit nicht klar, dass kleine unschuldige Kinder so leiden müssen und mein Hauptgedanke gerade ist, welche Geschenke ich noch für Weihnachten besorgen muss. Der Alltag nimmt uns oft in Beschlag und so vergisst man oft, dass genau zu dieser Zeit ganz furchtbare Dinge auf der Welt passieren. Ich fühle mich so hilflos und es raubt mir den Schlaf, weil ich weiß, dass du dieser Zeit evtl. irgendwo ein kleines Kind missbraucht wird, erfriert, verhungert etc. Vielleicht sind das auch speziell die „Mama-Hormone“, warum ich insbesondere bei Kindern so emotional werde…

      Ich bekomme diese Gedanken nicht mehr aus meinem Kopf und bin seit gestern extrem emotional. Dabei bin ich eigentlich nicht so der „gefühlsduselige“ Typ. Wie kommt ihr mit so etwas klar? Beschäftigt euch das? Oder blendet ihr das aus? Habt ihr irgendwo Antworten oder Trost gefunden? Oder eine „Strategie“ für euch entwickelt. Liebe Grüße, ellathebee

      • Hallo,

        mir geht es genauso - seit ich ein Kind habe nehmen mich diese Nachrichten total mit.

        ABER: man darf das trotzdem nicht so nah an sich heran lassen.

        Ich kann die Welt nicht retten - nur besser machen.

        D.h. für mich, dass ich mein Kind und meine Familie vor allem Bösen schütze, soweit mir das möglich ist und dass ich auch bei Fremden (Kindern) nicht wegschaue, wenn ich was sehe, was so nicht in Ordnung ist.

        Jedoch kann ich alles andere nicht ändern. Ich kann für die geschundenen Kinderseelen beten, aber das ist es auch schon. Deswegen schaue ich mir oft solch Nachrichten garnicht mehr an (weil ich weiß, es nimmt mich mit) ... dadurch dass die Medien solch Macht haben und man nun alles sieht, was man früher vielleicht nicht mitgekriegt hätte, wirkt es auch viel mehr ...

        Lass es nicht allzu sehr an Dich heran kommen

        LG! jojo

        Hallo,

        kann dich sehr gut verstehen.

        Das Schicksal der Menschen in Aleppo und anderswo geht mir oft im Kopf herum. Ebenso die Kinder, die von ihren Eltern zu Tode misshandelt werden.

        Habe mal ein Kind gesehen, ca. 4 Jahre alt, dass zu seinen Eltern zurück musste, die ihn aufs grausamste misshandelt haben. Er befreite sich aus dem Auto und rannte zu seinen Großeltern und schrie ständig um Hilfe. Die Augen voller Angst und Panik, Tränen rannten über sein Gesichtchen. Zum Glück wurde alles gefilmt und die Polizei gerufen. Ich hoffe so sehr, dass wenigstens dieses Kind nun in Sicherheit ist.

        Wenn es um Kinder geht, bin ich besonders sentimental. Das trage ich lange mit mir herum, besonders nachts, wenn mein Freund nicht hier ist und die Kinder schlafen. Aber ich habe gelernt, zu verstehen, dass man leider nicht allen helfen kann. Die Welt ist brutal und wird es bleiben. Früher habe ich tagelang geweint um die zu Tode misshandelten Kinder und den kleinen Kerl. Hat es ihnen geholfen? Nein. Meine Kinder lenken mich von dem Leid ab, ich spiele mit ihnen, wir erkunden die Natur usw. Sie brauchen keine traurige Mutter, sondern eine glückliche, die für sie da ist. Es klappt nicht immer, aber es wird sehr viel besser. Abends versuche ich dann, sowie die Gedanken aufkommen, an etwas anderes zu denken, sonst mache ich mich selbst fertig. Wir haben zwei Patenkinder. Wir bezahlen monatlich Beiträge, damit sie lernen, Lebensmittel anzupflanzen, es werden Trinkbrunnen gebaut, eine Schule errichtet und den Kindern und ihren Geschwistern schenken wir hin und wieder etwas. Alle Kinder kann niemand retten. So schlimm das auch ist.

        Versuche, da zu helfen, wo deine Hilfe ankommt. Sei wachsam, wenn es um Kinder geht. Mehr kannst du leider nicht machen. Vielleicht macht dich die Weihnachtszeit sentimentaler. Friede, Freude, strahlende Kinder und auf der anderen Seite das Leid der kleinen, unschuldigen Mäuschen, das passt nicht zusammen. Und wenn man weiß, dass täglich schlimme Dinge an diesen Kindern passieren, Kriege uns so vieles mehr, könnte man schreien vor Hilflosigkeit. Aber wie erwähnt, man kann nur helfen, wo es möglich ist.

        Besonders wenn die Werbung über Kindesmisshandlung kommt, holt mich alles wieder ein. Aktuell das knapp dreijährige Kind, dass von seiner Mutter mit dem Schlafsack erdrosselt wurde. Wollte mich da engagieren, aber man kann nur bezahlen. Aber für was? Es hilft den Kindern mehr, die Augen offen zu halten und einzugreifen, wenn man das Gefühl hat, es passiert etwas schlimmes (zum Glück ist mir das noch nicht passiert, bis auf einige Mütter, die ihre Kinder im Laden angeschrien haben. Aber einige können wirklich die letzten Nerven rauben).

        Alles Gute

        Warum doppelt: http://urbia.de/forum/64-politik-philosophie/4850958-grausame-berichte-wie-kommt-ihr-damit-klar

      Versuchen zu verstehen, reflektieren, verdrängen ....evtl. Helfen, handeln, wo es geht ..anders wählen.....nicht reinsteigern ..denn .wo fängt man da an? Bei den 50 Milliarden Tieren die jährlich von uns gefuttert werden? Die 100 Mio Haie die sterben? Finning usw... www.seashepherd.com ,,Beschneidungen in Afrika von Mädchen...
      Ich verdränge es. Sonst geht man doch zugrunde...

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