Unglaubliche Angst vorm Sterben

    • (1) 30.12.16 - 00:04

      Hallo,

      Erstmal vorab : ich bin nicht sterbenskrank oder ähnliches.

      Ich habe schon immer angst vor dem Tod. Aber seit dem 1. Feiertag ist es ganz schlimm.

      Wir haben einen Film geguckt und einer sagte zum anderen " das ist nicht das ende, danach kommt noch viel mehr ".
      Plötzlich bekam ich eine panikattacke mit herzrasen, Schweißausbruch und schwerem atmen. Mein Mann fragte mich ob alles gut sei und ich hab ja gesagt. Nur stimmt das nicht. Mir wird richtig bewusst, dass es irgendwann soweit sein wird. Und ich habe einfach schreckliche angst davor. Oder ich bekomme Gedanken wie " meine Kinder werden auch mal sterben " und das macht mir genauso angst. Ich will das nicht - furchtbar albern, ich weiß. Ich kann es ja nicht ändern. Aber kann die Gedanken gar nicht davon abwenden. Ich hab schon Google gefragt, aber alles was einem die angst nehmen soll, macht mir noch mehr Angst.

      Ich will auch mit niemandem darüber sprechen. Ich halte mich ja schon selbst für total bescheuert.

      Wenigstens hier wollte ich das mal rauslassen.

      Danke falls es jemand gelesen hat.

      Anna

      • Also wenn ich mit meinen 62 Jahren solche Anwandlungen kriege, ist das vielleicht noch nachvollziehbar - aber bitte nicht in Deinem Alter.
        Wenn sowas nochmal kommt, dann sag ganz laut STOP und beschäftige Dich sofort!! mit etwas. Diesen Tip hat eine gute Bekannte von ihrem Therapeuten bekommen, wenn sie ihre Panikattacken kriegt.
        Das musst Du schon selber in den Griff kriegen - da kann Dir kaum jemand helfen.
        Aber bei Deiner Lebenserwartung von noch sicher 50 Jahren legt sich das sicher wieder. #liebdrueck
        Ich wünsche Dir einen guten Rutsch ins Neue Jahr #fest
        LG Moni

        • <<<....Also wenn ich mit meinen 62 Jahren solche Anwandlungen kriege, ist das vielleicht noch nachvollziehbar - aber bitte nicht in Deinem Alter....>>>
          Also ich muß sagen, da geht´s mir genau gegenteilig: Ich hatte vor zwanzig oder dreißig Jahren auch noch Angst vor dem Sterben, zwar nicht so panisch, wie es die TE hier beschreibt, aber ich stellte es mir einfach furchtbar vor.

          Heute mit fast 50 hoffe und geh ich zwar davon aus, daß ich schon noch einige Jährchen habe... aber ich bin auch i-wie reingewachsen in den Gedanken, daß es irgendwann vorbei sein wird.

          LG

          • So unterschiedlich sind die Menschen:-) Ich habe zwar schon als junge Frau ein Testament gemacht, wie meine Kinder versorgt werden sollen, weil ich ein paar Jahre alleinerziehend war und mein 2. Mann ja auch nht gleich die ersten Jahre sie hätte versorgen können, aber Angst vor dem Tod hatte ich nie. Das kam erst vor so ca. 4-5 Jahren mal durch. Aber es war eigentlich eher die Sorge, wer meinen zu dem Zeitpunkt schon kranken Mann versorgen würde, wenn ich nicht mehr da bin. Ich habe mehr Angst vor langer schwerer Krankheit und Dahinsiechen als Pflegefall als vor dem Tod an sich. Lieber schnell tot als ewig krank.
            LG Moni

            • <<<....Lieber schnell tot als ewig krank.....>>>
              Oh ja - da gehts mir genauso. Was ich mir (und auch allen die damit zu tun hätten) absolut nicht wünsche: In irgendeiner Krankheit gefangen zu sein, wo ich auf lange Pflege angewiesen wäre... das stelle ich mir schrecklich vor. Ich ertrage es jetzt schon kaum, die Kontrolle über mich abzugeben (z. B. bei einer Narkose). Ich glaube ja, daß die meisten pflegebedürftigen Menschen, auch wenn sie sich nicht mehr mitteilen können, dennoch selber merken, was da mit ihnen geschieht, sich also innerlich wohl manchmal extrem hilflos fühlen...

              LG

              • Mit dem letzten Satz hast Du zu 100% recht. Hab ich bei meinem Mann auch gespürt. Und es macht die Angehörigen unsagbar traurig, wenn dieser Mensch, der mal stark und lebensfroh war, so daliegt, mit einem Gesichtsausdruck.......#heul schlimm. Hab ich innerhalb weniger Monate zweimal erlebt. LG Moni

      Hallo!

      Aus deinem Post lese ich jetzt nicht ausschließlich die Angst vor dem Sterben heraus. Das hört sich eher nach Angststörung und Panikattacken an. Hast du das öfter?

      Respekt vor dem Sterben haben wir wohl alle. Meine Kinder haben davor natürlich auch schreckliche Angst und in ihrem Alter wäre es unnormal, die nicht zu haben. Für mich ist der Gedanke selber zu sterben sehr abstrakt, weil ich noch nie gestorben bin (jedenfalls kann ich mich nicht erinnern :-p), aber ich den Gedanken in mein Leben einbauen ohne panisch oder überängstlich zu werden. Das fällt mir übrigens leichter je älter ich werde. Das bedeutet nicht, dass ich es eilig habe mit dem Sterben oder dass ich jeden Tag ewig lange darüber nachdenke. Er gehört nur irgendwie dazu.

      Unsere Welt ist aufgebaut und funktioniert nur, weil auf Leben Sterben folgt und umgekehrt. Nur so ist Entwicklung, Anpassung und Fortschritt möglich.

      In einer Folge von Raumschiff Enterprise (o.ä.) landet das Schiff auf einem Planeten, auf dem die Bevölkerung (medizinisch) so gut versorgt ist, dass niemand mehr stirbt. Der Preis dafür: Es gibt keine Kinder auf diesem Planeten. Ich finde, das zeigt sehr deutlich, warum der Tod nicht sinnlos ist.

      Würde dir der Gedanke an Unsterblichkeit keine Angst machen?

      Neulich war ich auf einer Fortbildung. Da ging es ums Sterben und darum, was da eigentlich passiert beim Altern und Sterben. Die Dozentin, die "Altersforscherin" ist, sagte, dass das höchste Alter, was der Mensch nach heutigen Wissensstand erreichen kann, bei 130 Jahren liegt. Danach ist so oder so Ende im Gelände. Sie betreut u.a. eine Gruppe von Hundertjährigen und sagte dann lachend: "Mal ehrlich, noch länger würde es auch keiner aushalten. Wir würden vor lauter Langeweile sterben!" Und da ist was dran.

      Es ist also vollkommen normal, dass du dir mit 28 und mit kleinen Kindern in der Familie den Tod und das Sterben nicht vorstellen kannst und willst. Es ist auch nicht sehr wahrscheinlich, dass du dich in absehbarer Zeit mit deinem eigenen Ableben beschäftigen musst. (Wobei ich ja denke, dass es sinnvoll ist, sich damit zu beschäftigen, wenn die Situation noch nicht akut ist, wenn man Zeit hat sich daran zu tasten und in Ruhe Erfahrungen zu sammeln.) Der Gedanke wird mit den Jahren vertrauter und ist dann mit weniger Angst besetzt. Wenn man ihn zulässt....

      Wenn du deine Panik nicht allein den Griff bekommst, würde ich aber deiner Stelle bald professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

      LG

      Hallo Anna,

      ich habe gestern schon deinen Beitrag gelesen und wollte dir heute gerne antworten, denn ich kann dich sehr gut verstehen.

      Ich habe ebenfalls panische Gedanken wenn ich daran denke. Und da hilft es auch nicht wenn man erst um die 30 ist und wahrscheinlich noch viel Zeit hat.

      Für mich ist die Unausweichlichkeit des Sterbens ein Schrecken und die Vorstellung des Nicht-Seins? Wie kann man denn Nicht-Sein? Ich versteh das irgendwie nicht.

      Wenn ich eine solche Panikattacke bekomme, versuche ich mich auch immer ganz schnell abzulenken. Eine solche Attacke kommt auch plötzlich und unverhofft, z.B. beim Fernsehen wenn es dort nur ein Funken um Tod und Sterben geht. Und dann wird mir ganz schlecht.

      Meine Hoffnung ist, dass sich die "Angst" etwas legt wenn mal älter wird und vielleicht "lebensmüde?" So jedenfalls hat mir meine Mama damals die Angst genommen, als ich als kleines Kind mit ihr darüber sprach. So in etwa: Wenn die Menschen älter sind, dann wollen sie auch nicht mehr leben.

      Wir können es nicht ändern und müssen es akzeptieren. Du bist aber nicht alleine mit deinen Gedanken. Ich hab sie auch und weißt du was - ich hab da auch noch nie mit jemanden drüber gesprochen. Nicht mal mit meinem Mann. Nur mit meine Mama - damals mit vielleicht 6. :-D

      • Danke für deine Antwort.

        Es ist unglaublich begänstigend, aber wenigstens geht es mir nicht alleine so.

        Wir müssen wohl mit der Angst leben - hoffentlich sehr sehr lange, gesund und glücklich.

        Und vielleicht ist tod sein wirklich nur eine andere Form des Seins. Ich hoffe es zumindest.

        • Nein, mit solchen Ängsten muss man nicht leben, sowas kann man behandeln!

          Ja, Angst gehört zum Leben und ist in vielen Fällen ja auch äußerst sinnvoll. Wenn Angst jedoch anfängt, die Lebensqualität einzuschränken und zwar ganz massiv, dann sollte man sich seinem Arzt und dann ggf. einem Psychotherapeuten anvertrauen, sofern körperliche Ursachen ausgeschlossen wurden.

    (11) 11.01.17 - 20:39

    Liebe Anna,

    Vor etwa 6 Jahren hatte ich dieselbe Situation wie du. Angst vor dem Tod (auch ohne besonderem Grund) und Gefühl der totalen Hilfslosigkeit... Schwere Depression, suizidale Gedanken... Ich dachte damals: warum leben wir überhaupt, wir sterben sowieso, das Leben hat keinen Zweck.

    Ich will mit dir die Gedanken teilen, die mir damals sehr geholfen haben. Ich hoffe sehr, dass sie dir auch helfen werden.

    Vor 6 Jahren fragte ich meine gute Freundin, ob sie auch wie ich vor dem Tod Angst hat. Ihr Antwort war: "Nein. Warum soll ich davon Angst haben, was unvermeidlich ist?" Damals hat mich das schockiert. Aber jetzt verstehe ich, dass sie wirklich Recht hat! Mit Sorgen und Ängsten können wir diese Situation verändern. Eventuell sterben wir alle: so hat es die Natur "programmiert". Du, ich - und alle anderen Menschen - können damit wirklich nichts tun. Versuche nur daran nicht zu denken und ruhig weiterzugehen. Es ist schwer, aber gib dir Mühe...

    In diesem Zusammenhang: Was Sinnlosigkeit des Lebens angeht, habe ich irgendwo eine solche Meinung gelesen. "Wir können über den Sinn bzw. die Sinnlosigkeit eines Phänomens nur dann urteilen, wenn es schon zu Ende ist". Grob gesagt: man kann erst im Alter für sich selbst beurteilen, ob sein Leben sinnvoll oder nicht war. Das heißt: hier und jetzt müssen wir uns bemühen, die uns gegebene Zeit vernünftig auszunutzen, so dass wir auf uns selbst stolz sein können. Wie Gandalf aus "Herr der Ringe" gesagt hat, "All we have to decide is what to do with the time that is given us"... :-)

    Es wäre alles. Ich verstehe komplett, wie schwer du dich fühlst und hoffe sehr, dass du bald eine gute Lösung findest. Vermeide nicht, mit deinen Nächsten darüber zu sprechen. Sie können dir weitere Ratschläge und moralische Unterstützung geben. Dafür gibt es ja Freunde ;-)

    Kopf hoch! #herzlich

    Tawusa

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