Ich bin am Ende meiner Kraft

    • (1) 10.02.17 - 10:10

      Hallo

      ich weiß einfach nicht, wie ich damit umgehen soll.

      Ich bin am Ende meiner Kräfte. Ich kann einfach nicht mehr.

      Ich bin eine vollzeitarbeitende Mutter und Ehefrau, habe 2011 körperliche Gewalt erlebt und die nachfolgende Gerichtsverhandlung mit Hilfe meines Mannes irgendwie überstanden. Da war mein Sohn 1,5 Jahre alt.

      2013 bekam mein Vater die Diagnose Pankreaskrebs. Monate der Hoffnung, Trauer, Pflege, Chemo folgten. März 2015 starb er.

      Ich bin Einzelkind und habe meine Mutter versucht aufzufangen, so gut es geht. Hausverkauf, Umzug meiner Mutter. Februar 2016: wir wollten mit meiner Mutter in Skiurlaub fahren. Routinetermin Mammografie..Meine Mutter bekam die Diagnose fortgeschrittener Brustkrebs. Skiurlaub abgesagt, März 2016: 1. Todestag meines Vaters, OP-Termin meiner Mutter. Wieder Monate der Hoffnung, Trauer, Angst, Chemo. August 2016: Meine Mutter ist dem Tode näher als dem Leben, Ihr Herz verträgt die Chemo plötzlich nicht mehr. Intensivstation, Wiederbelebung...Meine Mutter schafft es! Was ein Glück. Im November 2016 ist sie krebsfrei, alles in Ordnung, sie geht in Reha. Ihr geht es gut, Haare wachsen, sie lacht wieder, macht Pläne. Eine Reise wird geplant. Nur meine Mutter und ich...um die letzten Jahre zu verdauen.

      Januar 2017: Knochenszintigramm: unauffällig. US Organe: unauffällig. Wir sind so froh.

      Gestern dann ein Anruf:
      Leber nicht ok. Metastase.

      Ich falle in ein tiefes Loch. Noch ein Horrorjahr?

      Danke fürs Lesen. Es musste mal raus.

      LG
      Albu

      • (2) 10.02.17 - 13:44

        Hallo.

        Ich wünsche Euch alle Kraft die ihr braucht.

        Bitte macht vorher eine Patientenverfügung, falls sie noch keine hat.

        LG

        Liebe Albu, leider ist es immer so, immer wenn man meint, nun reichts wirklich, kommt noch was dazu. Und das weiss ich aus eigener Erfahrung, mein Mann starb vor knapp 2 Jahren, 6 Monate vorher meine beste langjährige Freundin, nach eineinhalbjährigem schlimmem Kampf gegen Leukämie....und das war nicht alles, was ich zu verdauen hatte, aber egal.
        Es hilft ja nichts, man muss da durch, ob man will oder nicht. Wenn es nur eine Metastase in der Leber ist, kann man sie vielleicht entfernen, ich bin kein Arzt, aber wenn sonst alles i.O. wäre, gibt es vielleicht doch Hoffnung. Du hast einen Mann und ein Kind, welches nicht nur eine traurige Mutter möchte. Hast Du keine Freundinnen, mit denen Du mal was unternehmen und Dich etwas ablenken kannst? Das wäre sehr wichtig für Dich, Du kannst Dich nicht nur auf die Krankheit Deiner Mutter konzentrieren. Hat Deine Mutter noch Verwandte oder Freundinnen? Können diese auch mal was mit ihr unternehmen? Auf alle Fälle musst Du zusammen mit Deinem Mann einen gangbaren Weg finden, der Dich nicht kaputtmacht. Dein Kind braucht Dich. Alles Gute.
        LG Moni

        • Liebe Moni,

          danke für deinen Beitrag.

          Ich habe ein paar Freundinnen, die ganz lieb zu mir sind, aber da wir alle jobs haben, die uns sehr fordern, sind Treffen selten geworden. Es läuft fast alles nur über Email oder Telefonate.

          Mein Mann versucht schon viel emotional zu unterstützen, aber er ist von Haus aus eher rational.

          Ich fühle mich für meine Mutter verantwortlich. Sie hat ja nur noch mich aus der Familie. Mit ihren Geschwistern gibt es kein gutes Verhältnis seit der Krankheit meines Vaters. Sie haben sich rar gemacht, als die Diagnose kam. Das nimmt meine Mutter übel und erzählt jetzt auch ihren Geschwistern nichts mehr. So ist der Kontakt eingefroren. Ich respektiere ihren Wunch auch und werde da nicht von mir aus aktiv.

          Eine gute Freundin meiner Mutter hilft wo sie kann. Wohnt aber auch nicht im Ort und geht noch arbeiten. Und als Tochter ist es dann nunmal so, dass ich gefordert werde. Und auch bei ihr sein möchte. Ich möchte nicht, dass sie da alleine durch muss.

          Für Herbst hatte ich eine Mütter-Kur beantragt, um die letzten Jahre zu verarbeiten...ich habe nun Sorge, dass ich diese Kur nicht antreten kann, weil meine Mutter mich braucht.

          Lg
          Albu

          • Ja, wenn man jemanden pflegt, werden die Freunde und "Familie" rar - das habe ich auch erlebt. Bitter, aber nicht zu ändern.
            Ich hoffe sehr, dass Du Deine Kur antreten kannst, sage sie auf alle Fälle nicht ab, denn Du brauchst Deine Kräfte auch. Nicht umsonst heißt es, wer sich nicht pflegt, wird selbst zum Pflegefall. Man stößt schneller an seine Grenzen, als man vorher glaubt.
            Vielleicht kannst Du mit Deiner Familie im Sommer wenigstens ein zwei Wochen Urlaub machen, das wäre auch anzuraten.
            LG Moni

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