Bei Trauerrede wurde mein Vater vergessen

    • (1) 13.02.17 - 10:31

      Hallo. Ich habe mal eine Frage an euch. Diese Sache beschäftigt mich sehr.
      Mein Vater verstarb letztes Jahr im August. Vor 2 Wochen dann leider auch mein Opa, sein Vater.
      Der Redner hat in seiner Rede nichts von meinem Vater gesagt.
      Er sagte es so....
      Die wichtigsten Menschen im Leben des verstorbenen waren seine Frau, Tochter, Enkelkinder und Urenkel....

      Ich bin fast vom Stuhl gefallen. Sein Sohn, mein Vater wurde nicht erwähnt. Als hätte es ihn nie gegeben.

      Man hätte doch sagen können....
      sein Sohn, der leider auch kürzlich verstarb, seine Tochter.......

      Meine Tante hat mit dem Redner die Rede geplant. Er meinte wohl zu ihr, dass man Verstorbene Verwandte nicht mit einbringt. Und sie machte es dann so.
      Ich kann es irgendwie nicht glauben....
      Mir hätten x Leute sagen können, dass man das nicht macht und ich hätte es trotzdem gemacht.
      Er war ihm ja schließlich wichtig.
      Ich bin sehr enttäuscht und traurig darüber.

      Kennt sich jemand etwas aus?
      Wie ist es richtig?

      LG und Danke

      • Hallo

        Es gibt kein richtig und kein falsch....Jeder Redner hat seinen "Stil" und wenn deine Tante dies so hingenommen hat dann hat sie dies so akzeptiert.....

        Es gibt leider auch sehr dominante Menschen, denen man schlecht abreden kann und gerade auch in dieser Situation ist man wie ausgeliefert.

        Deine Tante hätte sich auch einen anderen Redner nehmen können, einen, der besser auf eure Familie eingeht....

        Wichtig ist doch das ihr wisst wie es um euch und eure Zuneigung aussah.....auch wenn dies die Rede jetzt nicht mehr rettet.

        Ganz viel Kraft für dich und deine Familie....

        LG

        Sandra

        • Also meinst du, es gibt echt so Redner, die davon so abraten...?
          Das blöde ist, ich bin einfach extrem enttäuscht von meiner Tante. Ich hätte mir auf jeden Fall einen Anderen gesucht.
          Wir hatten seit dem Tod meines Vaters so viel Ärger. Dann läuft alles wieder gut und jetzt sowas.
          Ich möchte den Kontakt, aber irgendwie hat das jetzt echt einen Knacks hinterlassen.

          LG

          • Ich weiß genau wie Du dich gefühlt hast. 2013 ist meine Mama verstorben und vor 3 Wochen auch die Oma (Mama von meiner Mama). Bei der Trauerrede wurden 4 Kinder von der Oma, die noch leben, erwähnt, und die 3 verstorbenen Kinder (auch meine Mutter) nicht. Das hat mir auch sehr weh getan, ich hatte das Gefühl, man hat meine Mama einfach vergesen. Doch der Pfarrer meinte dann zu mir, dass die Trauer bei uns allen, wegen der Oma schon so groß ist, da wollte er

            uns nicht noch mehr weh tun.

            Ich hoffe Du verstehst was ich meine.

          • Ich persönlich kenne viele Redner, dabei sind (leider) 90 % die nicht gut reden, aber immer wieder genommen werden weil der Bestatter sie empfiehlt (Provision!) oder sie schon in der Familie/Freundeskreis bekannt sind.....

            Ich halte unsere Trauerreden im Institut selbst und kann nur sagen das ich in einer Rede nur das verarbeiten kann was mir gesagt wird. Meist ist es eben nur die eine Seite der Familie die anwesend ist.....und dann hört man eben auch nur diese eine Seite....

            Aber ich würde mir nie anmaßen jemanden wegzulassen.....solange es nicht ausdrücklich erwünscht ist......kann man denn noch trauriger sein als auf einer Beerdigung? Vlt. ist es ja auch ein Trost zu wissen das man geliebt wurde und das die Verstorbenen jetzt vlt. beieinander sind?

            So könnte man dies zB formulieren.....

      Unser Pfarrer hat meinen Papa erwähnt, der 6 Monate vor seinem Schwiegervater verstorben ist... mit dem Erfolg, dass ich dann nur noch an meinen Papa dachte...
      Die Trauerrede ist gelaufen, mach irgendwie einen Haken dran, da sind alle im emotionalen Ausnahmezustand und die "Dienstleister" rund ums Sterben sind oft genug auch nur findige Geschäftsleute, leider.

    • Hallo,

      ich finde es auch nicht richtig, dass Dein Vater nicht erwähnt wurde.

      Ich finde es überhaupt grottig, dass man erwähnt, wer für den Verstorbenen wichtig gewesen sein soll. Das hinterlässt im besten Fall einen fahlen Beigeschmack oder verletzt eben diejenigen, die nicht erwähnt wurden.

      Ich wurde z.B. bei meinen beiden Großmüttern nicht erwähnt, im Gegensatz zu meinen Nichten. Aber was soll's. Ändern kann das niemand mehr.

      Kopf hoch!

      LG

      Karin

      Ja sowas ist schrecklich.

      Wir hatten das bei der Uroma unserer Jungs. Sie war die Stief Uroma
      Der Ehemann wurde als Liebe des Lebens hoch gejubelt aber weder dessen Söhne mit Familien noch deren Kinder mit Frau und den heiß geliebten "Schlenkelen" der Uroma. Das war sowas von berechnend von der leiblichen Nichte der Uroma.

      Ich musste in der Kirche mich zusammen reißen um nicht nach vorne zu gehen und zu rufen es gibt da aber noch die Stiefkinder, Stiefenkel und Urenkel die alle Kontakt hatten und wir sie alle sehr geliebt haben. Daran knabbern wir alle noch .. Und mir kommen da heute noch die Tränen

      • Ja, so geht's uns auch.
        Meine Mutter hat jetzt die Telefonnummer des Pastors heraus gefunden und mich gebeten dort mal anzurufen und zu fragen, warum er das ablehnte oder ob er es überhaupt abgelehnt hat.
        So wissen wir wenigstens, ob es von der Familie meines Vaters Absicht war oder nicht.
        Ändert zwar nichts, aber irgendwie will man ja den Grund wissen.

        Habe aber irgendwie Hemmungen.

        LG

        • Hallo,
          ich habe auch eine ähnliche Erfahrung gemacht. Sie fiel mir durch deinen Beitrag wieder ein.
          Mein Vater starb, als ich knapp 18 Jahre war. Meine Eltern haben sich früh scheiden lassen und ich hatte nur wenig Kontakt zu ihm. ABER er war mein Vater!
          Er war wieder verheiratet, nur habe ich seine neue Frau nie kennengelernt. (ich war wohl "nur" seine Vergangenheit)
          Ich bin dann nochmal ins Krankenhaus und habe ihn kurz vor seinem Tod besucht.
          Dass er verstorben ist habe ich nur durch Zufall erfahren. Genauso das Datum seiner Beisetzung. Ich bin dann hingegangen-allein.
          Und soll ich dir mal was sagen? Ich -seine einzige leibliche Tochter- wurde mit keiner Silbe erwähnt!!!!:-[ Als hätte es mich nie gegeben. Auch am Grab hat mich niemand eines Blickes gewürdigt. #aerger Ich bin dann einfach weggelaufen. War auch nie wieder auf dem Friedhof.
          Ich erinnere mich, ich habe auch lange daran zu knabbern gehabt. Das alles ist über 30 Jahre her.
          Durch dich fiel es mir wieder ein und habe nochmal darüber nachgedacht.
          Das ist nicht schön und ich kann dich verstehen. Versuch es so zu akzeptieren, es ist nun leider nicht mehr zu ändern.
          Alle Gute für dich

          • Das ist wirklich schlimm, was du erlebt hast. Es tut mir sehr Leid für dich.

            Aber du hast Recht, man muss damit leben und am Besten ich beschäftige mich damit einfach nicht mehr.

            Versuche es zumindest.

            Alles Gute

    Hallo oscar-lara,

    es gibt da kein "richtig" oder "falsch".

    Keine Frage, das das sehr enttäuschend sein kann. Die Trauerrede ist nur Beiwerk, sie kann gut oder weniger gut gelingen - das ändert nichts an deiner Beziehung zu denen, die gegangen sind. Bestimmt lachen die Beiden dort hinter dem Regenbogen über so eine komische Rede und wissen sehr gut, was wichtig ist.

    Fühl dich mal gedrückt und getröstet!

    Ich hätte es wohl so gemacht, dass ich als wichtigste Menschen im Leben auch nur die Lebenden erwähnt hätte und dann etwas wie, dass er seinen geliebten sohn im Himmel jetzt wieder trifft.

    du verstehst sicher wie ich meine.

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