Mit der Trauer umgehen

    • (1) 13.03.17 - 18:31

      Hallo ihr Lieben

      Mitte Januar ist ein Onkel von mir gestorben. Er war schon fast wie ein eigener Vater für mich und meine Geschwister.

      Er ist ganz plötzlich einsam und alleine zu Hause an einen Herzinfarkt gestorben.
      ich dachte, so langsam gewöhne ich mich an den Schmerz und den Gedanken, dass er nicht mehr da ist. Aber ich habe doch noch diese Tiefpunkte...dann muss ich so heftig weinen und hab dann auch noch schrecklich Heimweh.
      Das Schlimmste ist, ich stelle mir immer vor, wie seine letzten Minuten ausgesehen haben müssen. Als er merkte, dass da etwas nicht mit ihm stimmt, versuchte er meine Mutter aufs Handy zu erreichen, aber er konnte nur noch röcheln. Diese Bilder wollen einfach nicht aus meinem Kopf.

      Hier sind doch einige, die auch leider einen geliebten Menschen verloren haben. Wie seid ihr damit umgegangen? Was habt ihr gemacht, damit diese Trauer erträglicher wurde?

      Lieben Gruß

      • Erstmal mein herzliches Beileid. Was verlangst Du von Dir? Dass Du nach so kurzer Zeit die Trauer schon "abarbeiten" kannst? Das klappt nicht. Mein Mann ist knapp 2 Jahre tot, 1/2 Jahr vorher starb meine beste Freundin und erst jetzt komme ich schön langsam damit zurecht. Manchmal besser, manchmal schlechter, Rückfälle gibts immer und die sind auch vollkommen normal. Lass die Trauer zu, sie braucht ihre Zeit und niemand kann Dir sagen, wie lange sie dauert. Du kannst vielleicht auch Hilfe in einer Trauergruppe/Trauercafe suchen, mir half das aber nicht. Ich wollte ja wieder nach vorne schauen und dort waren nur Leute, die in der Vergangenheit lebten und da auch garnicht raus wollten. Schlimm, aber das muss man einfach für sich versuchen. Und nein, deswegen muss man nicht gleich zur Therapie flitzen, es ist einfach normal.#liebdrueck Alles Gute. LG Moni

      Hallo,

      das hört sich jetzt abgedroschen an, aber in meinem Fall ist es die Zeit, die mich lernen lässt, mit dem Verlust zu leben.

      Mein Vater starb vor fast 5 Monaten vollkommen unerwartet im Alter von 56 Jahren. Er wurde förmlich aus dem Leben gerissen. War nie krank, sportlich, hatte viele Pläne, wollte sich sogar beruflich noch einmal neu orientieren.... Und dann Zack Bum, aus und vorbei (übrigens ebenfalls Herzinfarkt). Wie soll man da denn mitkommen? Von 100 auf 0. Das ging eine ganze Weile nicht in meinen Kopf.
      Anfangs funktioniert man. Ich musste mich um so vieles kümmern und ich habe es gern für ihn getan. Und dann kommt der Abschnitt, in dem es weniger zu tun gibt und der Schmerz einen komplett erfüllt. Ich habe diesen Schmerz so gut es geht zugelassen. Es ist ERST 5 Monate her, manchmal überkommt er mich noch immer unerbittlich. Aber ich versuche mich dann auch gedanklich auszuklinken, wenn sich die Spirale dreht und dreht und mich die immer gleichen Gedanken belasten.

      Mit meiner Tochter zusammen habe ich das Ritual eingeführt, dass wir Samstags Blumen aussuchen und sie Sonntag zu seinem Grab bringen. Nicht jede Woche, aber jede zweite im Schnitt.

      Stück für Stück lerne ich mit seinem Tod umzugehen und ihn in mein Leben zu integrieren.

      Er fehlt mir sehr. Aber, und das hätte er sicher so gewollt, ich habe auch einen neuen Blickwinkel auf mein Leben gefunden.

      Ich bin mir sicher, dass ich seinen Verlust irgendwann als Teil meines Lebens akzeptieren und annehmen kann. Noch ist das um ehrlich zu sein nicht der Fall, aber der Tag wird kommen.

      Gib dir Zeit, viel Zeit.

      LG und alles Gute

    • Hallo und herzliches Beileid auch von mir #blume
      Wie hier schon geschrieben wurde ist es wichtig, dass du dir die Zeit nimmst um zu trauern. Vor fast 16 Jahren starb meine Mutter ganz plötzlich und ich habe heute noch Tage, an denen mich die Trauer einfach überwältigt weil ich sie so schrecklich vermisse. Die ersten Tage nach dem Tod meiner Mutter habe ich kaum gegessen und habe alles wie im Nebel erlebt. Ich bin lange Spazieren gegangen und habe den Tränen freien Lauf gelassen. Nach einer Woche habe ich dann wieder gearbeitet um mich abzulenken damit ich nicht in ein tiefes Loch falle. Von da an habe ich versucht, immer an die schönen Zeiten zu denken, denn ich weiß dass meine Mutter nicht wollte, dass ich ewig trauer. Sie hat immer viel gelacht und dieses Bild habe ich für mich im Herzen behalten. Manchmal rede ich auch heute noch mit ihr und erzähle ihr von ihrem Enkelkind, dass sie leider nie kennen lernen durfte. Und wenn ich mir meine kleine Maus so anschaue, hat sie eine gewisse Ähnlichkeit mit ihrer Oma und ich habe das Gefühl, dass meine Mama in ihr weiterlebt.
      Ich wünsche dir ganz viel Kraft und die nötige Zeit und Ruhe, um zu trauern #liebdrueck

      Mein Opa ist vor 18 Jahren an einem Herzinfarkt verstorben--einfach tot umgefallen beim Mülltonne rausstellen. Es hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen und ich kann mir immer noch kein Foto länger von ihm angucken, ohne zu heulen.

      Meine Oma ist vor 4 Jahren gestorben--ich hatte am 2. Weihnachtsfeiertag mit ihr telefoniert, einen Tag später kam sie ins Krankenhaus und ein Monat später war sie tot. Es ging einfach zu schnell, mir war das nicht klar. Da habe ich mich damit getröstet, dass es wirklich schnell ging und sie es gehasst hätte, als Pflegefall im Heim zu liegen. Ich vermisse sie unendlich, sie war wie eine Mutter....
      Die Zeit heilt so manche Wunde, aber traurig bin ich immer noch wegen den beiden. Ich muss zwar nicht mehr oft weinen, aber ich vermisse sie wahnsinnig, zumal ich zu meinen eigenen Eltern keinen Kontakt mehr habe.

    • Hallo!

      Mein Mann hatte Mitte Dezember mit 36 Jahren einen Herzinfarkt auf dem Weg nach hause - ich kenne deine Gedanken, aber ich schiebe sie weg. Denn keiner wird sie beantworten können, sie ziehen mich einfach nur runter.... Ich hatte nachgefragt, ob mein Mann beim Eintreffen des Notarztes noch ansprechbar war, aber war er nicht. ... Die Intensivschwester sagte, dass sie eine Stunde gekämpft haben ihn zurück zu bekommen. Aber es wahrscheinlich so besser sei, weil er wäre nichz mit der Alte gewesen...

      Ich versuche es so hinzunehmen und ich bin nicht übermäßig gläubig, aber irgendwas wird der liebe Gott sich dabei gedacht haben....

      LG Jenny

    Erstmal Beileid.

    Mein Vater ist am 1.10.16 (mit52 Jahren)unerwartete verstorben . Damit umgehen ja das ist ne gute frage ich weine immer noch jeden Tag und frage mich auch viele Dinge wie z.b hatte er schmerzen usw .

    Dann mach ich mir noch Vorwürfe das ich nix gemerkt hatte das es ihm nicht gut ging oder ich träume noch fast jeden Tag von den Anruf von meiner Oma ( sie hat ihn gefunden , wohnten im selben Haus)

    Umgehen oder verstehen tut man es glaub ich nie man lernt nur damit zu leben.

    Aber ich mache viel was mich z. B an ihn erinnert was er mit mir gemacht hat damit ich mich nah fühle ( also viel mit meiner Tochter ) oder was mir hilft hab mir ein Stern am Himmel raus gesucht und rede mit dem ( hört sich blöd an , oder?)

    Und mit meiner Schwester (12 Jahre ) rede ich viel über ihn ( sie stellt viele Fragen ) aber mir hilft es zu reden und wenn ich weinen muss weine ich , egal wo.

    Das ist wichtig die Gefühle raus zu lassen.

    Wünsche dir viel Kraft und alles gute #winke

    • Ich hab ein schlechtes Gewissen,wenn es uns ( meinem Sohn und mir) "gut" geht.... Ich weiss, dass mein Mann gewollt hätte, dass wir nach vorne sehen... Trotzdem habe ich dann immer Schulegefühlt und schlafe sehr schlecht und sehe wenig....

      Ich glaube jeder trauert anders und es gibt kein RICHTIG oder Falsch.... Wichtig ist nur, dass man sein Leben nicht zu sehr beeinflussen lässt und in der Gegenwart lebt. Nicht in der Vergangenheit....

      LG

Danke euch allen für eure Nachrichten.

Wie hier schon einige schrieben...reden hilft wirklich. Wir besuchen ihn oft auf dem Friedhof und sorgen dafür, dass er ein schönes Grab hat.

Fühlt euch einfach nur mal unbekannterwiese lieb gedrückt!

Von mir auch erstmal mein herzlichstes Beileid. Ich kann zu gut nachempfinden wie es dir geht, da ich selbst erst vor wenigen Monaten in einer ähnlichen Situation war. Ich kann dir vorab gleich einmal sagen, dass der Schmerz nie ganz weggeht, aber er wird mit gewisser Hilfe ertragbarer und man lernt damit zu leben.

Ich selbst hatte guten Erfolg in einer Selbsthilfegruppe. Generell hat mir es sehr geholfen darüber zu reden und mich mit anderen auszutauschen. Kann das in solchen Situationen nur weiterempfehlen.

Zusätzlich habe ich Sedariston genommen. DAs ist ein pflanzliches Mittel, dass dir in Belastungssituationen wieder Kraft gibt und dich wieder zurück in die Bahn bringt.

Die Kombination aus der Selbsthilfegruppe und Sedariston hat mich wieder aus meinem Loch herausgeholt und mittlerweile geht es mir auch wieder deutlich besser.

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