Kleidung zur Trauer

Im Moment ist noch niemand gestorben. Aber ich mache mir Gedanken, weil mein Vater Krebs(zu viel Alkohol) hat und es auch nicht heilbar ist, also sicher dieses Jahr sterben wird.

Nun heißt es ja auf Beerdigungen und auch glaube 6 Wochen danach schwarz tragen. Seht ihr das auch so? Geht auch ein dunkelblau oder ähnliches?
Sollte ich da nun schon shoppen gehen?

Mein Kleiderschrank besteht nur auf farbenfrohen Sachen. Rot, gelb, orange
Ich mag keine dunklen Farben und so sind 2 dunkelblau Rollis das einzige.

Ist es heut zu Tage noch so eng oder wie seht ihr das?

Meinen Vater kann man zu dem Thema nicht fragen, er ist durch seine gesamte Situation ganz griesgrämig und verbittert geworden.

Danke schon mal fürs lesen.

Ist das jetzt wirklich dein Ernst? Nimm es mir nicht übel, dein Vater wird sterben und du machst dir über deine Klamotten gedanken? Sorry, das ist mir zu hoch.

Und nein, es ist heute nicht mehr üblich wochenlang in Schwarz rum zu laufen, außer du möchtest es gerne. Das interessiert heutzutage niemanden mehr und es jedem selber überlassen. Auch auf Beerdigungen trägt man heute nicht mehr ausschließlich Schwarz und wenn kannst du ja die Klamotten danach entsorgen, damit sie deine farbenfrohe Kleidung im Schrank nicht verunstalten.

Ich denke auch dein Vater hat zur Zeit andere Sorgen als mit dir über angemessene Kleidung zu quatschen. Wenn man weiß, das man beim Sensemann ganz oben auf der Liste steht, dann darf man schon mal etwas verbittert und griesgrämig werden. Und ihm wird es dann eh scheißegal sein, an welchen Dresscode sich die Leute halten werden.

Und selbst wenn es ein Gesetz wäre, das man Trauer trägt, dann würdest auch du das ein paar Wochen hinbekommen.

Ich hoffe ja wirklich das deine Gedankengänge eine Art Übersprungshandlung sind, ansonsten sitze ich hier echt fassungslos vor deinem Post.

Hallo,

Ich denke jeder muss und soll so trauern, wie er mag.

Wenn du zum trauern eine bestimmte Kleidung brauchst, dann mach das! Ich persönlich kenne es so nicht! Und mir wäre das auch egal was andere sagen und denken!

Lg

Hallo,

ich wurde von meinen Nachbarn darauf angesprochen warum ich keine Trauerkleidung tragen würde nachdem mein Mann verstorben ist! Habe dann nur gesagt: es wäre meine Angelegenheit und ich würde im Herzen trauern und nicht durch die Kleidung (mein Mann mochte eh keine Trauerkleidung, egal, wer verstorben war und hat jedesmal gemeckert ohne Ende wenn er diese zur Trauerfeier anziehen musste) Genau SO habe ich es auch gehalten und Trauerkleidung NUR zur Trauerfeier angezogen und zu Hause umgehend wieder normale Kleidung.
Was ich bei dir merkwürdig finde: dein Papa lebt noch und du machst dir jetzt schon Gedanken darum???? Findest du es nicht ausreichend, wenn du dir Kleidung besorgst wenn der Anlass dazu auch gegeben ist?

LG

Ich finde deine Gedankengänge schon krass.

Du willst ernsthaft "shoppen" gehen, für den eventuellen Tod deines Vaters ?

Ich finde es nicht so ungewöhnlich, dass Du Dir da jetzt schon mal Gedanken machst. Warum auch nicht?

Ich finde, dass man bei einer Beerdigung in erster Linie das berücksichtigen sollte, was der sich der Verstorbene gewünscht hätte. Das können ganz viele Dinge sein: Trauerkleidung, Grabschmuck, Beileidsbekundungen ja oder nein, Sarg, Musik, Trauerredner, kirchlich oder weltlich, Urne oder Erdbestattung, usw.

Viele ältere Menschen legen noch Wert auf alte Traditionen. Da trug man halt schwarz. Ich würde sagen, dass auf bestimmt 80 % der Beerdigungen heute schwarz getragen wird. Weil man mit dieser Farbe auch nichts falsch machen kann. Sie ist dem Anlass entsprechend.

Du kennst Deinen Vater am Besten. Du wirst wissen, was er an Schönsten findet - da kannst Du Dich nach richten. Wenn das nicht der Fall sein sollte, da entscheide Dich für das was DU am Besten findest.

Sicherlich verlangt heut keiner mehr, das obligatorische Trauerjahr oder die 6 Wochen Trauerbeflaggung einzuhalten. Wenn es Dir ganz persönlich aber hilft mit der Situation umzugehen, dann kannst Du das natürlich halten, wie Du möchtest.

Mein Fazit: Heute ist alles möglich. Meine Hunde-Mittagsrunde drehe ich oft auf unserem großen Friedhof und sehe viele Trauergesellschaften. Da ist alles dabei. Von ganz in Weiß, über Pink (war wohl ein junges Mädchen), bis hin zur normalen Alltagskleidung. Alles ist erlaubt.

Was stimmt denn mit dir bzw. mit dem Verhältnis zu deinem Vater nicht???

.........Meinen Vater kann man zu dem Thema nicht fragen, er ist durch seine gesamte Situation ganz griesgrämig und verbittert geworden.............

Erstaunlich dass er nicht mehr gelassen und fröhlich der Zukunft entgegen sieht und mit dir die brennenden Stylingfragen durchgeht. Wie kann er nur. #klatsch

Wenn du wirklich nix mit ihm am Hut hast (und das hoffe ich, denn sonst schreibt niemand so einen Quark wie du hier. Dann ist es auch völlig wurscht, was du anzieht).

Ich finde so was grundsätzlich albern. Das tut man für die Mitmenschen. Jeder sieht, dass man in Trauer ist (obwohl heute ja unabhängig davon viel schwarz getragen wird). Man selbst weiß ja, dass man trauert und das nahe Umfeld ebenso. Mir hat sich noch nie erschlossen, was es unbeteiligte Dritte angeht und warum diese einem das ansehen müssen. Aber jeder so, wie es ihm gefällt. Vielleicht lassen sich manche Menschen auch gern bemitleidet und hoffen auf Ansprache oder sie tragen es zur Abschreckung, damit sie bloß niemand darauf anspricht.

Hallo

schon etwas befremdlich dein Thread.
Ich denke du bist noch sehr jung und warst noch nicht auf einer Beerdigung.
Wenn man älter ist, hat man auch für den Trauerfall geeignete Kleidung.
In den letzten Jahren war ich doch auf einigen Beerdigungen.
Mal abgesehen davon , dass zunehmend in Traueranzeigen darum gebeten wird , auf Wunsch des Verstorbenen keine Trauerkleidung zu tragen, sind die Anwesenden doch überwiegend dunkel gekleidet.Schwarz und dunkelblau überwiegen.Bei Beerdigungen im Friedwald kommen viele Leute auch sehr casual und rustikal gekleidet.
Ich habe mit meinem Vater, der heute vor 7 Jahren starb, auch Gespräche über seine Beerdigung geführt. Dabei ging es u.a. um die Auswahl der Kirchenlieder. Klingt vielleicht auch schräg für Außenstehende, für uns war es im Rahmen der "Abschiedsgepräche" normal.Mein Vater konnte ganz unbefangen über seinen baldigen, unvermeidlichen Tod sprechen.Er hat es uns sehr leicht gemacht und war bis zum Ende klar und selbstbestimmt.
Sicher hast du eine dunkle Jeans o.ä. und eine dunkle Jacke.
Es geht dabei nicht um die Leute.Man erweist dem Toten die letzte Ehre.

L.G.

Also ich habe kein 'Beerdigungs-Ensemble' im Schrank....

Es gibt Menschen, fuer die die Wahl von Kleidung eine riesen Sache ist, oft groesser als der eigentliche Event. Meine Mutter war auch so.

Ich wuerde etwas anziehen, in dem ich mich wohlfuehle....

Ich habe eine sehr große katholische Verwandtschaft.Nicht nur dort ist es üblich angemessen gekleidet in der Kirche und auf dem Friedhof zu erscheinen.
Ich kann mich gesellschaftlich so ziemlich auf jedem Parkett bewegen, ohne mir einen abzubrechen.
Stell dir vor, ich habe für so ziemlich jeden Anlass die passende Kleidung.
"Wohlfühlkleidung" trage ich beim Yoga und auf dem Sofa.

Ganz allgemein scheint mir der Trend eher zur "bunten Beerdigung" zu gehen. Ich war letztes Jahr auf der Beerdigung einer Mitschülerin meines Sohnes und da wurde ausdrücklich farbenfrohe Kleidung gewünscht.
Bei meiner Oma und meinem Opa habe ich irgendwas angezogen, ich kann mich nicht mal daran erinnern--ich war einfach nur fertig und tieftraurig, da hat mich das nicht interessiert. Dunkel war es, das weiß ich noch...
Deinen Vater würde ich da auch nicht fragen, vielleicht wird er noch seine Beerdigung planen, aber da sollte die Initiative von ihm ausgehen.
Viel Kraft euch allen #klee

Ich habe wieder auf der Beerdigung meiner Mutter schwarz getragen noch danach. Wenn es so gewesen ist, dann war es eher Zufall.

Ich halte davon nichts. Ich trauere nicht mit der Kleidung sondern mit dem Herzen.

Meine Mutter war ein fröhlicher Mensch, warum also Schwarz?

Für mich kommt es also nicht in Frage...

Hallo!

Ein schwarzes Tanktop zu einer schwarzen Vintage-Jeans und ein schwarzes Beanie ist jetzt obwohl schwarz auch nicht wirklich der Burner ....

Bei der Auswahl der Kleidung für eine Beerdigung solltest Du trotz papageibunten Kleider-Vorlieben nicht vergessen , dass es zu diesem Anlass nicht um die eigene Selbstdarstellung geht, sondern darum, durch angemessene Kleidung und angepasstes Verhalten Deinem Vater Respekt zu zollen.

Man nennt so etwas gemeinhin dezent. Dunkle Töne von Anzügen/Kleider und weiße Blusen / Hemden sind schon OK. Kurze Ärmel, kurze Hosen, Mini-Röcke sind da eher nciht so richtig!

"Nun heißt es ja auf Beerdigungen und auch glaube 6 Wochen danach schwarz tragen." - NEEE mein Mädchen, man spricht da von einem TrauerJAHR!!!! - macht man aber heutzutage nicht mehr so (außer es ist einem ein Bedürfnis!), trotzdem ist der nächste Tag nach der Beerdigung in gackerlbunt auch nicht ganz so passend.

VG, I.

Hallo,

Also mein Großonkel vor ein paar Jahren starb und die Beerdigung an einem sonnig und warmen tag standfand war mir die Kleiderfarbe fast egal. Mein Mann und ich entschlossen uns spontan das anzuziehen wo wir dachten es gefällt dem Onkel. Der mochte kein schwarz und so gingen wir mit weißer Bluse/ Hemd und dunkelblauer bzw dunkelgrüner Hose.

Wir wurden da zwar angeschaut allerdings auch deshalb weil wir nicht den typischen grabschmunk hatten sondern eine schale bepflanzt mit den lieblingsblumen meines Onkels.

Ich würde jetzt an deiner stelle nicht die knalligsten Farben anziehen aber der Rest wäre mir egal.

Vg geli

Ich würde noch nicht shoppen gehen, sondern warten bis man den ungefähren Termin hat. nachher nimmst Du zu oder ab, wirst schwanger etc. Du könntest natürlich für Dich das Datum manifestieren und dem Knaben einen vor die Rübe hauen. Dann hast Du einen fixen Termin.

Nachher kommst Du vorher noch unter`n Bus oder er hat die Frechheit und stirbt nicht dieses sondern nächstes Jahr - heutzutage kann man sich ja noch nichtmal mehr auf Krankheiten verlassen.

Mach es wie du denkst und fühlst.

Ich habe mein Kind beerdigt und habe nie schwarz aus Trauer getragen. Das brauchte ich nicht. Hätte ich depressiv werden wollen vielleicht. Ich bin ein farbenfroher mensch. Knallbunt gehört bei mir dazu. Egal ob todtraurig oder glücklich.

Meine Mutter ist vor 31 Jahren, als mein Vater gestorben ist, noch 6 Monate in Trauerschwarz herumgelaufen.

Als meine Mutter im vergangenen Jahr gestorben ist, habe ich mich normal weiter gekleidet, außer zur Trauerfeier. Ich kenne NIEMANDEN mehr, der unter 80 Jahre als ist und Trauerkleidung trägt.

LG H. #klee

Hallo,

ich kann viele Reaktionen hier nicht so ganz verstehen. Manchmal ist das Banalste der einfachste Trost...

Ich habe so blöd es sich anhört 5 Jahre darauf "gewartet" meinen Vater zu beerdigen.

Wir wussten, er hat nur noch ein halbes Jahr- dann war er plötzlich Therapiefähig und wurde am Ende auch noch erfolgreich operiert. Er hat sich in seinem letzten Jahr nach jedem seiner 3 Schlaganfälle erholt.

Den 4. Schlaganfall, der ihn letztendlich besiegte hatte er als ich im urlaub mit Freunden war. Weiter funktionieren im Auslandsurlaub mit Kind war wichtig- und auch wenn es pietätlos erscheint, waren wir Tags drauf im Freizeitpark und ich hatte richtig Spaß. Achterbahn- und Motorradfahren waren die großen Leidenschaften die ich mit meinem Vater teilte und an dem Tag war er bei mir...

Zur Beerdigung trug ich Schwarz. Meine damals 2-jährige Tochter trug ein buntes Sommerkleid, das ein wenig kurz war- sie bekam es 2 Jahre vorher von meinem Papa geschenkt.

Selbst die "altehrwürdigsten" Tanten beschrieben es als den Kreis des Lebens und freuten sich an dem Mädchen. Meinem Papa hätte das sicherlich auch gefallen.

Ich weiß nicht, wie euer Verhältnis ist. Du hast den Alkohol erwähnt- bei meinem Vater war es das Rauchen. Ich hab den alten Mann sehr geliebt. Wir hatten kaum Gemeinsamkeiten, aber den gleichen fiesen Galgenhumor.

... meinen Sohn hab ich 2015 nach ihm benannt. Und ich war eben 4 Jahre später erst mächtig wütend auf ihn, dass er uns verlassen hat. Das er seinen Enkel nicht kennenlernen konnte weil er selbst so dumm war, den Glimmstängeln den Vorrang zu geben.

Auch die Wut vergeht. Trauer ist ein Prozess und andere haben sich nicht einzumischen, wann dich welche Gefühle umtreiben.

Ich war nie an seinem Grab- seit der Beerdigung nicht mehr. Für ihn wäre das okay- meine Mutter findet mich deswegen unmöglich und undankbar(deswegen hab ich mir auch vorgenommen, ihr Grab zu besuchen und zu pflegen- weil es ihr wichtig ist und ich sie so liebe wie meinen Vater- aber noch wird sie hoffentlich 100 :-))

Nach der Beerdigung saß ich 4 Jahre lang täglich an seinem Schreibtisch. Ich saß auf dem Platz an dem ich ihn 15 Jahre lang gesehen habe....

Ich bin jetzt weit weg vom Thema geraten- spar dir das shoppen(außer es tröstet dich irgendwie) jede Tante/Mama/ Oma hat einen Fummel den du dir zur Not für diesen einen Tag leihen kannst.

Wenn dein Vater deine Lebensfreude geliebt hat und wenig traditionell war, kannst du dir auch das Schwarz sparen.

Die Beerdigung ist der letzte Tag an dem man ein Geliebtes Leben würdigt, die Verabschiedung so gesehen... mir wäre es das Wichtigste, das ich dem Verstorbenen Gefalle ungeachtet meines Geschmacks oder der Tradition.

Es kommen noch viele Tage danach. Nach 6 Jahren fehlt er mir in bestimmten Situationen noch immer- manchmal ist ein Tag dabei, an dem ich großartig war(wir haben das gleiche Handwerk) und dann schau ich nach oben und sag schmunzelnd: "alter Mann- das ist DEINE Tochter". Nicht weil ich ein überspitztes Ego habe- nur weil ich ohne ihn niemals der Mensch geworden wäre auf den man ab und auch auch mal stolz sein kann...

Ich drück dich. Und wünsche dir alles Gute,
Lola

Hallo,

das kommt ganz drauf an wie der jenige drauf war/ist. Und wie alt!

Bei meiner Uroma wäre außer Schwarz/weiß alles "böse" gewesen. Bei Meiner Oma war alles eher gedeckte Farben also kein knalliges Gelb oder Pink.
Und mein Opa wollt es so bunt wie möglich bzw passte das bunte einfach zu ihm.

Generell muss ich sagen ist es eine Bauch entscheidung. Ich tendiere aber immer zu gedeckten Farben nichts zu knallig und zu unruhig.

Ein guter Freund meines Mannes ist verstorben da war ausdrücklich um bunt gebeten worden.