Todesfall, woran verstorben?

    • (1) 26.04.17 - 22:15

      Vielleicht hat ja Jemand Ahnung und kann uns helfen .?

      Meine Schwiegermutter ist im Dezember im Pflegeheim verstorben.
      Der Bestatter bekam einen roten Umschlag und auch das Gesundheitsamt.

      Nun ist es so, dass uns keiner sagen will, was in den Umschlägen steht, bzw. woran meine Schwiegermutter verstorben ist.
      Mir ist es egal---- sie war Herzkrank, alt, und ist nun mal tot.
      Aber meine Schwägerin--- ihre Tochter--- belastet das sehr. Sie würde sich wünschen, zu wissen, was in den besagten roten Umschlägen steht.

      Ich persönlich gehe davon aus, dass da vor dem sogenannten "Krankenhauskeim -Mrsa-- gewarnt wurde.
      Den hatte sie definitiv.

      Eva

      • Guten Morgen!

        Wieso fragt ihr nicht den behandelnden Arzt? Der würde es euch sicher erklären.

        Ich kann dir sagen: Der Inhalt des T-Scheins besticht nicht dadurch, dass er besonders geheimnisvoll wäre. Er ist eine Formalität, es gibt diverse Durchschläge, die in die verschiedene Richtungen verteilt und dort vermutlich einfach abgeheftet werden. Er wird ein bisschen geheimnisvoll gehandelt, weil viele persönliche Daten drin stehen, die nicht jeden was angehen. Das hat eher mit Schweigepflicht zu tun als damit, etwas verbergen zu wollen.

        Irgendwo steht da auch die Todesursache, aber wie genau die nun stimmen kann ohne Obduktion, ist die Frage.

        Warum ist es wichtig, die genaue Todesursache zu kennen? So genau kann man das nämlich selten sagen. Hörte zuerst das Herz auf zu schlagen? War sie erst hirntot? Oder gab die Niere den Geist zuerst auf? Sterben ist ein Prozess, weil wir eine komplizierte Maschine sind. Da kommen mehrere Dinge zusammen. Was zuletzt dafür sorgt, dass man echt tot ist, ist wohl eher eine philosophische Frage.

        Wenn aber jemand nach langer Pflegebedürftigkeit in einem Heim o.ä. im hohen Alter verstirbt, wird in der Regel "natürliche Todesart" angekreuzt und dann Herz-Kreislauf-Versagen. Oder was dem Arzt sonst noch an Alternativen einfällt.

        Der MRSA-Keim ist zu Lebzeiten interessanter und relevanter als nach dem Tod. Ich nehme an, dass deine Schwiegermutter Trägerin des Keimes war, es für sie selber aber wenig Konsequenzen hatte. Es wichtig zu wissen, wer ihn hat, damit man eine Verbreitung vermeiden kann. Ist sie gestorben, verringert sich der Kontakt zu anderen sofort massiv. der Bestatter wird davon wissen, sich dementsprechenden schützen mit Handschuhen und Mundschutz und fertig ist die Laube. Mehr ist kaum zu beachten. Das Gesundheitsamt lächelt in solchen Fällen wahrscheinlich nur noch müde.

        Deine Schwägerin trauert und stellt sich demnächst sicher noch mehr Fragen, die keiner wirklich beantworten kann. Ein T-Schein jedoch ist eine furzlangweilige Angelegenheit. Das kannst du ihr sagen.

        LG

        • Vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
          Meine Schwägerin hat natürlich nachgefragt. Man hat ihr aber gesagt, man dürfe ihr nicht sagen, was in den Umschlägen steht.

          Und das kommt ihr so komisch vor.
          Meine Schwiegermutter hatte einen gebrochenen Fuß, der wegen des Keimes nicht mehr verheilt ist.
          Wenn sie nicht verstorben wäre, hätte das Bein bis zum Knie amputiert werden müssen.

          Ich finde es ganz traurig, dass das Gesundheitsamt nur noch müde lächelt. So breitet sich doch der Keim immer weiter aus.
          In Holland z.B. haben sie das besser im Griff.

          • Hallo!

            "Meine Schwägerin hat natürlich nachgefragt. Man hat ihr aber gesagt, man dürfe ihr nicht sagen, was in den Umschlägen steht."

            Wen hat sie gefragt?

            Diese Antwort finde ich als ziemlich ungeschickt. Der T-Schein ist nicht superdupergeheim. Er wird eher behandelt wie auch die Krankenakte. Natürlich darf da nicht jeder reingucken und/oder den Inhalt erfahren. Ich schätze aber mal, dass deine Schwägerin Auskunft erhalten dürfte.
            Dennoch wird nichts darin stehen, was sie nicht schon weiß.

            Was erwartest du von dem Gesundheitsamt? Ich weiß nicht, ob MRSA meldepflichtig ist. Wenn ja, dann geht es dem Amt darum, dass Vorschriften eingehalten werden. sie interessieren sich dafür, wo der Keim auftritt und wird da aktiv, wo er vermehrt auftritt. Meldepflicht bei Todesfall ist nochmal eine andere Geschichte und hat eigentlich nur Sinn, wenn bei der Bestattung besondere Dinge zu beachten sind. Ansonsten ist es vielleicht interessant für die Statistik. Für deine Schwiegermutter macht das alles keinen Unterschied. Für euch auch nicht.

            Der breitet sich nicht aus, weil das Amt müde lächelt, sondern weil wir durch Personalmangel und Uneinsichtigkeit in den höheren Rängen, ein schlechtes Hygienemanagement haben.

            Selbst, wenn der Keim letztendlich möglicherweise verantwortlich dafür ist, dass es deiner Schwiegermutter immer schlechter ging und dann starb, er ist nicht die Todesursache. Sie starb dann an einer Sepsis, an Multiorganversagen, an einem Herz-Kreislaufstillstand, einer Embolie oder oder oder. So steht das auch auf dem T-Schein.Der Keim wird evtl. irgendwo durch ein Kreuzchen bekannt gemacht, die Todesursache ist eine andere.

            LG

      Wo gibt's denn sowas den nahen Angehörigen die Todesursache zu verschweigen??? Hat die Tochter nicht beim Bestatter nachgefragt? bzw. beim Arzt/Heimleitung??? versteh ich nicht.....

    • Wieso ist es so wichtig zu wissen, wie genau die Todesursache lautet, wenn man weiß, dass ein natürlicher Tod zu Grunde liegt?

      Als ich deine Antwort hier las, musste ich darüber nachdenken, was ich Angehörigen sagen würde, wenn sie mich fragen würden. Wenn ich wollte, könnte ich bei Ausstellen einen T-Schein einsehen bzw. kommt bei uns eine Kopie in die Akte, aber mich interessiert der Inhalt nie, weil es echt nur eine Formalität ist. Wichtig ist nur, ob der Tod natürlich oder unnatürlich eingetreten ist.

      Wenn mich also jemand fragen würde, könnte ich die exakte Todesursache in der Tat gar nicht benennen. Auch nicht, wenn ich bis zum Schluss das Händchen gehalten hätte. Irgendwann hört derjenige mit dem Atmen auf. Vielleicht stand vorher schon das Herz still. Woher soll ich das wissen? Grunderkrankung ist meist Krebs, aber die Todesursache ist doch die Folge von Krebs, nicht unbedingt der Krebs an sich. Am Ende der Reaktionen steht eben der Herz-Kreislaufstillstand. Der steht auch meist im T-Schein. Die anderen Diagnosen tauchen auch irgendwo auf, glaube ich, aber die Todesursache ist meist ziemlich simpel und unspektakulär.

      • Jeder hat da seinen Hintergrund...ich fand an Muttertag 1995 meine Mutter tot in ihrer Wohnung auf ,da will man wissen was los war....die TE war beim Tod auch nicht dabei,für mich also nachvollziehbar wenn sie das wissen will was passiert ist

        • (10) 28.04.17 - 06:57

          Und? Ist deine Mutter obduziert worden? Ansonsten kann auch ein Arzt über die Todesursache nur mutmaßen.

          War es ein Herzinfarkt? ein Schlaganfall? Eine Hirnblutung? Eine Embolie? Wenn Embolie: Gab es unerkannte Grunderkrankungen? Was ist denn dann die Todesursache? Die Embolie oder die Grunderkrankung?

          Ich will euch nur sagen, dass es in diesem Bereich keine 100% Sicherheit geben kann. Noch nicht mal, wenn beim Sterben anwesend ist. Und deshalb kann einem nur der Arzt sagen, was er in den T-Schien geschrieben hat und auch das ist nur eine Vermutung.

          • DIR mag das unwichtig sein,anderen Menschen schon! Ich hab damals die Polizei bzw. es kommt ja dann die Kripo UND noch die Rettung geholt. Und es gab eine Anzeige gegen etliche Mitbewohner in dem Haus wegen unterlassener Hilfeleistung.

            • Warum bist so aggressiv?

              Ich sage dir nur, wie es normalerweise läuft und dass das, was im T-Schien steht nicht die ultimative Wahrheit sein muss. Darin steht nicht die Lösung auf alle offenen Fragen des Lebens.

              Richtig, wenn jemand meiner Angehörigen einen normalen Tod im Bett stirbt und ich keinen Grund habe, irgend jemandem Vorwürfe zu machen, ist mir die genaue Todesursache egal.

              Mir ist klar, dass die Situation eine andere ist, wenn man jemanden tot auf dem Fußboden vorfindet. Da hat man ein paar mehr Fragen. Nur hilft es da dann wirklich, die genaue Ursache zu kennen? Oder bleibt bei dir nicht eher die Wut und die Hilflosigkeit, weil sich offenbar niemand für die Hilfeleistung verantwortlich fühlte? Die Hilflosigkeit darüber, dass man nicht für die Mutter da sein konnte? Der Schock, dass sie von jetzt auf gleich nicht mehr da ist?

              Ist dieses Stück Papier da wirklich von Interesse?

              Du bist ja jetzt noch wütend, was ich völlig legitim finde, nur kann hier niemand was dafür.

          Und wie wichtig es werden kann wenn jemand im KH verstirbt hatten wir leider ebenso....es kam nämlich in einer anderen Sache heraus,dass Oma nicht an ihrer Herzschwäche verstarb sondern an mangelhafter Versorgung. Sie ist quasi im heißen Hochsommer verdurstet ! Auch hier gab es ein Verfahren.

Hallo,
in dem Umschlag war vermutlich die Todesbescheinigung, diese wird benötigt um weitere Formalitäten (Totenschein, Beerdigung zu veranlassen.)
Es gab also einen Arzt der eine Leichenschau durchgeführt hat. Die Leichenschau beinhaltet die Feststellung eines natürlichen Todes und die Todesursache Zeitpunkt etc. und ist in dem Protokoll vermerkt.
Da der Arzt eine Rechnung schreiben wird über die Leichenschau (diese ist nicht mehr Inhalt der Krankenversicherung ) wird sich ja feststellen lassen wer die Leichenschau durchgeführt hat und was die offizielle Todesursache war.
Somit dürfte dann auch alles aufklärbar sein.
Hoffe geholfen zu haben

Gruß Cayenne

Top Diskussionen anzeigen