Uroma sterben gesehen . . .

    • (1) 06.05.17 - 10:28

      Hallo ihr alle da draußen,

      mir geht es schlecht . GANZ schlecht ! Heute Nacht um halb 1 ist meine Uroma in meinen Armen eingeschlafen & das für immer. Sie war bis vor 1 Woche noch fit & ist an den Komplikationen einer Untersuchung gestorben und langsam über die Tage hinweg eingeschlafen.

      Für mich ist es am heutigen Tag alles noch so unfassbar, was ich heute nacht erlebt habe. Als meine Uroma den letzten Atemzug gemacht hat, hab ich ihre Hand gehalten und sie ganz fest gedrückt, dieser Schmerz ist unfassbar . Ich denke trotzdem, das es für mich zusätzlich eine Erleichterung ist, das sie die Schmerzen nicht mehr ertragen muss & ich mit eigenen Augen gesehen habe, wie die Atemaussetzer immer länger wurden.

      Wer hat das schon einmal erlebt? Wer hat einen geliebten Menschen beim sterben begleitet? Wie war es für euch? Erträglich?

      Da ich die letzten Tage ganz viel geweint habe, fällt es mir heute tatsächlich schwer zu weinen. Ich weiß nicht wieso, aber ich fühle mich dadurch total kaltherzig. Alle anderen in meiner Familie weinen den ganzen Tag und ich versuche mich abzulenken. Fühle mich total schlecht ...

      Danke euch ! #kerze

      • Hallo Du,

        Erstmal mein aufrichtiges Beileid zu deinem schweren Verlust. Ich habe vor bald 5 Jahren meinen über alles geliebten Opa bei seinen letzten Atemzügen begleitet. Es hat heute noch etwas tröstendes für mich, denn es war (und ist in meinen Gedanken) eine sehr innige Verbindung. Er war fast 90 und hatte sich in seinen letzten Lebenstagen arg gequält. Meine Mutter sagt heute noch, das er auf mich gewartet hat um sterben zu können (wohnte 1,5 h entfernt). Die Tränen kamen so richtig nach einigen Tagen, auch wenn ich am Sterbebett und am Sarg geweint habe. Musste erstmal alles begreifen. Ich habe am nächsten Tag die Trauerrede vorbereitet und bei der Beerdigung die Urne getragen. Es war mein letzter großer Liebesbeweis für meinen geliebten Opa, den ich auch in der heutigen Zeit noch verehre, lieb habe und der in meinem Herzen tief verankert ist. Auch jetzt nach fast 5 Jahren kullern manchmal die Tränen, weil ich ihn und auch meine Oma (habe sie ebenfalls soooo lieb, aber ich konnte sie leider nicht in den Tod begleiten, beschäftigt mich heute noch) schrecklich vermisse. Aber im Bezug auf Opa bin ich nach wie vor froh, dass ich da war. Bei Dir ist alles noch so frisch, das braucht Zeit zum Realisieren und Begreifen. Bei vielen Menschen kommt dies auch erst oft nach der Beerdigung.

        Alles Liebe für Dich!

        Hallo,
        erstmal tut es mir leid, dass deine Uroma gestorben ist. Klar, für die war es jetzt bestimmt gut und erlösend, aber sie ist nun nicht mehr da und das schmerzt. Ich bin bei so etwas einfach eher egoistisch und mag den Menschen bei mir haben...
        Vor etwas mehr als 2 Jahren ist meine Oma gestorben,mit 94 Jahren. Auch sie war bis zuletzt geistig total fit und ist dann letztendlich innerhalb von 3 Tagen ganz schnell gestorben. Ich war mit meinen beiden Schwester dabei. Sonntag Abend sind wir zu ihr ins Krankenhaus, da hat sie uns noch Recht gut erkannt, war aber auch immer wieder Recht abwesend. Wir haben viele Lieder für sie gesungen und sie auch z.T. noch mit, das war eine wunderschöne Erfahrung. Gegen ihre Unruhe hat sie Spritzen bekommen, die sie zunehmend haben dahin dämmern lassen. Wir 3 Enkeltöchter dürften dann bei ihr im Zimmer schlafen und haben auf sie aufgepasst. Am nächsten Morgen kamen wieder unsere Eltern dazu. Gestorben ist sie dann um 14h, als nur meine Schwestern und ich bei ihr waren. Wir haben ihre Hand gehalten, sie gestreichelt, sie ermutigt, auch wenn wir nicht genau wussten, was noch bei ihr ankommt. Sie konnte aber dann zum Glück ganz in Ruhe von uns gehen. Ganz allein hätte ich bestimmt Angst gehabt, aber so war es trotz aller Trauer auch ein schönes Erlebnis und es tat gut zu wissen, dass sie in dieser Form gestorben ist. Irgendwie könnte man sagen, dass es ein schöner Tod war. Geweint haben wir 3 schon während ihres Todes, aber da ist jetzt sicher ganz verschieden. Das richtig schlimme Weinen und Schluchzen kam bei mir dann erst zu Hause. Was uns auch noch sehr schwer gefallen ist, war die Tatsache, dass wir sie dort zurücklassen mussten, sie tun letztes Mal berühren und sehen konnten und dann nie mehr. Gefühlt hätte ich noch viele Stunden länger sitzen können.
        Ich bin irgendwie dankbar, dass ich das so erleben konnte und da meine Oma und ich ein sehr inniges Verhältnis hatten, war sie genau die richtige für diese Erfahrung. Ich kann mir nicht vorstellen,dass dieser Moment schöner hätte sein können.
        Ich habe mir neben vielen anderen Dingen einige Tücher und ein Nähkörbchen von ihr aufgehoben und es erfüllt mich oft mit Wärme, wenn ich daran schnuppere.

        Ich wünsche dir für die nächste Zeit alles Gute, besonders auch für die Beerdigung (die fand ich besonders schlimm und haben nur durchgeweint)! Trauer und Leere lassen sich aber nicht nur an Tränen messen und irgendwann kommen die Tränen bestimmt auch bei dir. Das ist von Mensch zu Mensch eben verschieden.
        Ganz liebe Grüße
        Jujo

        Mein herzliches Beileid. Mein Mann starb vor zwei Jahren und er starb friedlich in seinem eigenen Bett, ich war bis zuletzt bei ihm. Er war sehr krank und wäre ein Pflegefall geblieben, das hätte er niemals so gewollt. Und Deine Uroma ganz sicher auch nicht. Sie war nicht alleine, sie hat sicher ein höheres Alter erreicht, hat offenbar keinen schlimmen schmerzhaften Tod gehabt - es ist alles gut. Behalte sie im Herzen und denke an eure schönen Zeiten, die ihr hattet, dann wird der Schmerz irgendwann stiller. Trauer braucht Zeit, egal, in welcher Form. Da gibt es kein richtig oder falsch. Ich wünsche Dir viel Kraft. LG Moni

      • Du hast etwas wunderschönes getan, deine Uroma durfte in deinen Armen sterben!
        Sei stolz auf dich und freu dich (auch wenn es eigentlich traurig ist), dass du diesen besonderen letzten Moment mit ihr hattest!
        Ich habe nur einmal eine fremde Frau sterben gesehen, im Dienst. Sie ist von einem Parkhaus gesprungen und als wir ankamen, lebte sie noch. Sie schaute mir in die Augen und plötzlich war es so, als ob einer das Licht ausgemacht hat. Ihr Blick war von einem auf den anderen Moment tot und leer. Ganz merkwürdig.

        Hallo Carlanton,

        mein herzliches Beileid zu deinem Verlust.

        Ich habe meine beste Freundin in den Tod begleitet. Wir standen um ihr Bett. Sie wurde an den Händen gehalten und wir haben ihr Mut zugesprochen.
        Das es okay ist wenn sie geht und das sie loslassen kann.

        Es war der schwerste Tag in meinem Leben und das ganze ist auch schon über 10 Jahre her.

        Vergessen habe ich die Gefühle nie und immer noch denke ich ganz viel an Sie.

        Ich dachte auch das die Sterbebegleitung alles realistischer für mich macht. Aber Pustekuchen.
        Monatelang wollte ich sie noch besuchen und hatte das Gefühl das sie gleich aus dem Urlaub wieder kommt.

        Der Abschied von ihr im Krankenhaus war trotzdem eines der wichtigsten und prägensten Ereignisse.

        Sie musste nicht alleine diesen Weg gehen. Wir haben Sie begleitet. Wir waren stark für sie.

        Und genau das bist du auch! Stark. Du hast sie nicht allein gelassen. Das hast du toll gemacht und die Trauer wird dich vermutlich noch einige Zeit begleiten. Aber lass sie zu.

        Verdrängen lässt sie sich eh nicht!

        Alles Gute und viele Grüße

        Anja

      • Ich habe meine Eltern auf ihrem Sterbeweg begleitet. Und so erlebte ich bei beiden Eltern dann auch die letzten Stunden bis hin zum letzten Atemzug.

        Der Sterbeweg meines Vaters begann ca. 6 Monate, bevor er starb. Und der Sterbeweg meiner Mutter begann kurz danach. Sie folgte meinem Vater nur 10 Monate später.

        Das alles ist nun inzwischen fünf bzw. vier Jahre her.

        Diese insgesamt 16 Monate Sterbe-Begleitung waren für mich einerseits sehr herausfordernd, andererseits aber auch etwas Besonderes, Unbeschreibliches. Es ist schwer, das zu beschreiben. Für mich kam der Tod meiner Eltern ja nicht überraschend. Diese Monate zuvor waren für uns eine Zeit des Vorbereitens und des Abschiednehmens.

        Und es klingt jetzt vielleicht auch etwa seltsam, wenn ich sage: Wir erlebten miteinander ganz viel Trost. Wir sind Christen, leben intensiv mit Gott / Jesus Christus. Für uns ist der Tod nicht das Ende, sondern der Übergang zum ewigen Leben.

        Und gerade, wenn ein Mensch kurz vor dem letzten Atemzug steht, wird erkennbar, wie ein Mensch gelebt hat und was ihn hält und trägt. Es hat mich sehr beeindruckt, wie meine Eltern starben. Da war so viel Frieden, so viel Gelassenheit und dadurch auch ganz viel Trost.

        => Übrigens, seit dieser intensiven Zeit mit meinen Eltern bin ich nun auch in der Lage, andere Menschen auf ihrem letzten Weg zu begleiten. Es ist emotional eine große Herausforderung, das darf man nicht unterschätzen. Zugleich ist es aber auch ein wertvoller Liebesdienst, den ich nun auch anderen Verwandten schenken kann und gern schenke.

        Mein aufrichtiges Beileid. Es ist nicht einfach, so intensiv "nah dran" zu sein, wenn ein geliebter Mensch geht. Aber Du hast das Beste für Deine Uromat getan, was Du tun konntest #kerze

        Ich habe bisehr zwei Personen beim Sterben begleitet.

        Einmal den Opa meines Mannes.

        Und einmal meinen Sohn.

Top Diskussionen anzeigen