Ich muss nur noch an den Tod denken..

    • (1) 18.05.17 - 03:50

      Hey ihr lieben .. ich bin zwar erst 23 jahre alt aber seit einigen monaten muss ich nur noch daran denken das meine Familie und ich irgendwann sterben werden .. ich habe große angst davor.. allein der Gedanke an den tod und an das leben danach macht mich verrückt aber abschalten kann ich das leider auch nicht.. jede Nacht aufs neue strömen diese gedanken in meinem Kopf .. ich habe mir lang überlegt zum Psychologen zu gehen .. ich bin mir noch immer nicht sicher ob ich diesen Schritt wagen soll .. ich bin wirklich total verwirrt und weiß wirklich nicht mehr weiter.. was würdet ihr mir empfehlen .. ich wäre euch dankbar wenn ihr mir tipps geben könntet

      • Hallo :) ich schließe mich dir an denn ich habe genau das selbe Problem. Ich bin auch erst 19 und liege jeden Abend im Bett und habe so eine Panik wie nie zuvor. Vor dem Sterben... ich wache sogar mehrmals nachts auf und bekomme keine Luft, vorfallen beim einschlafen. Alles seit dem diese Gedanken angefangen haben. Mich würde wirklich interessieren was ihr so dazu sagt. Natürlich wäre zum Psychologen gehen das einzige was helfen wird denke ich aber irgendwie ist es auch so eine Überwindung dahin zu gehen.

        Danke

        • Ersteinmal danke das du dein problem auch so öffentlich teilst genau das selbe erlebe ich jede nacht.. die überwindung zum psychologen zu gehen hab ich auch noch nicht.. ich möchte auch keine Tabletten einnehmen die das lindern oder mir die gedanken wegnehmen ..

      Hallo!

      Was genau ist denn die Angst? Dass du jemanden verlieren könntest? Dass deine Existenz irgendwann beendet wird? Dass du nicht wissen kannst, ob und was danach noch kommt?

      Ich denke, es ist normal, dass man in deinem Alter eine irrationale Angst vor dem Sterben und dem Tod hat. Man steht so mitten im Leben und kann und will sich nicht vorstellen, dass das mal ein Ende haben wird. Angst ist okay, reinsteigern nur so semi.

      Ich kann dir versprechen, dass man mit zunehmendem Alter das Denken darüber ändert. viele haben immer noch Angst, na klar, aber die beherrscht nicht mehr alles.

      Ein Problem oder eine Angst wird nicht kleiner, wenn man sich reinsteigert und/oder versucht, es zu ignorieren. Im Gegenteil. Reden hilft. Und Fragen. Frag deine Eltern, deine Oma, Freunde und Bekannte. Was denken die? Wovor fürchten die sich? Fürchten die sich überhaupt? Welche Erlebnisse hatten die denn so mit Tod und Sterben? Versuch mal, genau zu formulieren, was dir da so eine Angst macht.

      Ich bin wegen meines Berufs schnell damit in Verbindung gekommen. Zuerst war da Angst, später bin ich in die Sterbebegleitung "gerutscht" und mache das jetzt (mit Unterbrechung) seit 20 Jahren. Je mehr ich mich damit beschäftige, desto weniger bedrohlich wird der Tod.

      Niemand ist so ehrlich, wie jemand, der weiß, dass die Zeit nur noch sehr begrenzt ist. Wenn man so jemandem gut zuhört und einfach nur da ist, kann man viel Angst abbauen. Und hinterher geht man erleichtert nach Hause, weil die eigene Zeit noch nicht ganz so begrenzt erscheint und weil man zum Glück nur an einer einzigen Sache sterben kann und nicht an allem, was man so hört und liest und mitkriegt.

      Auch Hospize und ambulante Hospizdienste sind gute Ansprechpartner für deine Gedanken. Da kannst du unverbindlich anrufen und einfach mal fragen. Wenn du dann immer noch irrationale Furcht hast, kann vielleicht ein Psychologe helfen, aber ich denke fast, dass du kein behandlungswürdiges Problem hast. Du willst dich nur nicht mit dem Thema beschäftigen. Das hast du selbst in der Hand. Weglaufen geht bei dem Thema sowieso nicht so gut.

      Neulich pflegte ich einen Herrn, der 97 Jahre alt war. Der wurde morgens weinend wach und sagte verzweifelt: "Ich bin ja immer noch da!"
      Jetzt ist er nicht mehr da Für ihn hatte das Sterben nichts mehr mit Angst zu tun. Eher das Leben und das tägliche Aufwachen.

      Trau dich, dich damit zu beschäftigen. Du hast noch viele, viele Jahre vor dir. Dir passiert nichts, wenn du dich dem Thema stellst.

      LG

      • Ich danke dir vielmals für deine tolle antwort.. bei mir hat das seitdem ich weis das ich nicht so schnell oder eventuell auch gar nicht Mutter werden kann begonnen .. je mehr zeit vergeht desto gröser war und ist die Enttäuschung.. mein Ziel im Leben war es immer eine grose glückliche Familie zu haben .. mein mann steht zu mir aber ich fühle die große angst das es nicht klappt und ich dann mein restliches leben unglücklich bin .. meine oma liegt zurzeit im sterbe Bett ich rede täglich mit ihr wir unterhalten uns sehr oft darüber ob sie denn angst hat vor dem tod und wie sie damit klar kommt .. durch diese Gespräche wird es aber immer schlimmer .. am meisten macht mir das leben nach dem tod angst.. ich bin einfach total verzweifelt .. hatte bis vor 2 monaten Bulimie .. dank meinem mann hab ich es geschafft das zu kontrolieren und aufzuhören

        • Guten Morgen!

          Du hast ja nicht ausschließlich Angst vor dem Tod, du hast Angst vor dem Leben. Bis zu einem gewissen Grad ist beides normal, besonders wenn man noch so jung ist wie du.

          Du schreibst, du hattest Bulimie. Das ist nochmal eine andere Nummer, zu der ich wenig sagen kann und von der ich nicht weiß, in wie weit sie deine Ängste begründet oder verstärkt. Dann vielleicht doch eher professionelle Hilfe.

          Dennoch: du bist 23 Jahre alt. Ich bekam mein erstes Kind mit 36! Ich fand auch den Mann dazu erst mit 32. Für dich ist noch lange nichts zu spät. Obwohl ich zwei Kinder habe, die ganz wunderbar geworden sind, könnte ich mir auch ein Leben ohne Kinder vorstellen. Dann wäre es eben anders verlaufen, aber automatisch unglücklich wird man ohne sie nicht. Man wird auch nicht automatisch glücklich mit Kindern. Man wird vielleicht glücklich, wenn man mit sich im Reinen ist und auch das schafft man nicht an jedem Tag.

          Zum Leben nach dem Tod kann dir übrigens keiner was sagen, weil es keiner sicher weiß. Es gibt viele Glaubensrichtungen mit verschiedenen Ansichten. Ich bin mir noch gar nicht so sicher, was ich glauben will. Jetzt gerade sehe ich auch großen Trost in der Vergänglichkeit. Da bin ich im Moment bei den Buddhisten, glaube ich. Bei mir ändert sich das aber ständig, je nachdem, welche Geschichten ich gerade erlebe. Gerade erlebe ich eine, in der mir die anschließende große Stille sehr verlockend erscheint.

          Ich glaube, der Sinn meines Daseins ist, dass ich das Jetzt anständig auf die Reihe kriege. So lange ich niemandem schade, darf ich leben, wie ich möchte. Ich habe kein hohes, großes Ziel, ich will es nur anständig zu Ende bringen. Ab und zu ein bisschen Dankbarkeit und Demut wegen dem, was man hat, erdet ganz gut. Nicht immer nur gucken, was fehlt, sondern auch sehen, was da ist.

          Versuch mal, ganz oft bei der Oma zu sein. Du darfst ihr auch sagen, dass du Angst hast. Sie versteht das.

          LG

    Hallo Liebes,
    ich verstehe deine Gedanken zum Teil sehr gut. Ich hab wahnsinnig große Angst davor, dass jemand den ich liebe stirbt. Ich hab das zu oft durch. Meine Oma, meine Tante, meine beste Freundin. Ich habe sechs Sternenkinder. Dabei wollte ich nichts sehnlicher als Mama werden. Ich bin 21 und will nicht noch mehr geliebte Menschen verlieren.

    Allerdings hab ich keine Angst vor meinem eigenen Tod.. ich bin so oft fast gestorben. Bin schwer krank. Ich würde wirklich gern einfach sterben. Dann wär ich erlöst und wäre bei meinen Kindern. Aber ich kann den Menschen die ich liebe nicht antun, aufzugeben. Das kommt nicht in Frage. Mit Bullemie kenne ich mich nicht aus. Ich bin aber Borderlinerin. Das heißt, ich verletze mich selbst (ritzen). Ich bin in psychologischer Behandlung. Aber auch das nimmt mir nicht die Angst. Ich denke, dass es völlig normal ist. Grade jetzt wo deine Oma im Sterbebett liegt. Werde dir klar darüber, wovor genau du Angst hast. Und rede darüber. Das hilft.
    Ich wünsche dir alles Liebe

    Ela mit sechs Sternenkindern ganz fest im Herzen

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