Meine geliebte Katze haben wir erschlagen

    • (1) 26.06.17 - 22:10
      Inaktiv

      Hallo,

      es ist ein Unglück passiert. Für meine Tochter wollten wir einen Sandkasten in Form eines Treckerreifens haben. Ich ging morgens zum Frühstück und mein Mann hat das Loch ausgegraben und Vlies (was ich wollte) über das Loch gespannt. Das war Vlt 40 cm tief. Um 15 Uhr haben wir den Reifen hin gerollt und mein Mann wollte ihn rein werfen. Hab noch gefragt: wollen wir die Folie nicht ausschneiden? Aber er meinte nee und ich dachte nur: muss ja auch nicht. Wir haben ihn rein geworfen das Mega schwere Ding. Mimi war da drunter. Er ist schräg rein weil das Loch zu klein war. Sie ist mit dickem Schanz weg gelaufen ohne humpeln etc. pp. Da hatten wir gehofft sie hat den nicht abbekommen. Hab sie gerufen aber wir dachten sie hat halt einen Schreck. 2,5 Stunden später klingelte mein Nachbar. Sie lag tot in seiner Hecke. Sie sah aus wie immer, leider waren die Augen halb offen. Man sah keine Verletzung. Wir sind aus allen Wolken gefallen.

      Wir haben sie erschlagen!!! Wir hätten doch gucken müssen. Wie sollen wir jemals damit leben? Sie war meine 1. Katze und immer da wo wir waren. Sie war "erst" 9 Jahre alt. Haben immer in Kauf genommen: lieber Freigänger und ein kürzeres Leben als Unglücklich. Aber so????

      Frag mich auch woran sie Gestorben ist. Wir haben sie einfach erschlagen und nicht geguckt. Das war perfekt zum Verstecken da unten. Eine von 100 Entscheidungen an diesem Tag hätte das verhindert. Ich weiß nicht wie ich damit leben soll. Vermisse sie so, das wird sie mir nie verzeihen.

      Meine 1. Katze die mir über so schwere Ereignisse hinweg geholfen hat. Ich bin so verzweifelt und am weinen....sie war absoluter Kinderersatz. In meiner Kinderwunschphase, Fehlgeburten und anderen Schicksalsschlägen war sie immer bei mir. Wie soll ich mir das verzeihen? Ich vermisse sie so....

      Und man sieht absolut nicht was die Ursache war. Nirgens Blut, kein dicker Bauch, sie lief so gut weg. EinmL haben wir vergessen zu gucken und wurden so bestraft. Mein 1. Baby ist jetzt ein Sternenkind und die Schuld nimmt mir die Luft zum atmen

      • Hallo,

        ich kann dich sehr gut verstehen und drücke dich mal .
        Mir ist es leider Ende April ähnlich ergangen.
        Wir haben letzten Sommer eine kleine Katze vor unserem Haus gefunden, geschätzt 4 Wochen, schwer krank und unterernährt und wahrscheinlich von der Mutter "aussortiert".
        Meine Familie hat es trotzdem geschafft dieses süße Wesen mit Muttermilchersatz (sogar mein Hund hat sie gesäugt) aus der kritischen Phase zu bringen. Mein Mann ist Allergiker und daher haben wir uns ebenso für eine Freigängerkatze entschieden.
        Die Katze war sehr auf mich bezogen, ist mir auf Schritt und Tritt gefolgt. Sie war nur ca 4 Wochen Freigänger und hatte wirklich nur unser Grundstück als Revier, weiter ist sie nie gegangen. Ausser den einen Tag. Ich habe meine Kinder in die Schule geschafft. Aus irgendeinen Grund hat sie sich dazu entschieden mir wild mauzend zu folgen. Sie wollte einfach nicht zurückgehen. Ich merkte das sie mir nur folgte weil sie halt Angst hatte, oder sich einfach noch unnsicher fühlte. Der Weg zur Schule geht über eine große Hauptstrasse.
        Den Hinweg hat sie noch geschafft. Bei der Schule habe ich sie eingefangen und über die Hauptstrasse getragen. Sie wollte dann aber runter. Ein Stück weiter habe ich dann entschieden (muss dazu sagen, das ich mehrere Angststörungen habe, und meine Therapeuten immer zu mir sagen, das ich versuche immer Gott zu spielen und alles verhindern will. Ich soll mich darin üben auch mal loszulassen), sie runterzulassen und darauf zu vertrauen das sie sich zurückfindet, sehr weit war es nicht mehr. Es war auch relativ schnell eine zweite Katze da und unser Krümel war beschäftigt. Da bin ich weitergegangen.
        Am Mittag wo ich meine Kinder abholen wollte, lag sie leider überfahren an genau der Stelle.
        Ich habe sie unter ihrem Lieblingsstrauch begraben, aber frage nicht wie die 4 Wochen darauf waren. Sie war so ein liebenswerter und verdammt zutraulicher Charakter, den man selten bei Katzen findet, und war doch erst 9 Monate. Auch ich habe mir Gedanken macht, was wäre wenn ich gewartet hätte, oder ich sie den kompletten Weg getragen hätte. Mir hat es genauso die Luft abgeschnürt. Von Bekannten hört man auch immer nur, es war doch nur ein Tier. Aber so ist es halt nicht. Wir dachten durch die Allergie von meinem Mann nie an eine Katze und dann kommt so ein bezauberndes Wesen daher, das selbst mein Mann geweint hat als er sie tot gesehen hat.
        So traurig wie es ist, aber das ist nunmal das Wesen eines Unfalls. Man kann es nicht vorhersehen und eben auch nicht immer "Gott" spielen.
        Es hilft euerer Miez auch nicht mehr wenn du die Vorwürfe machst. Sie hatte wenigstens ein glückliches Freigängerleben :)
        Zuerst dachten wir es kommt keine Katze mehr her, da keine weitere Katze die erste ersetzen kann. Mittlerweile haben wir sogar grad 2 Katzenbabys, die aber versuchsweise drinnen bleiben.

        Glaub mir es wird besser. Ich bin jeden Tag am Platz von unserer Miez und auch immernoch traurig das sie in dem Loch liegt. Aber es ist nicht mehr den ganzen Tag.

        Versuch dir zu sagen, das ihr es ja nicht absichtlich gemacht habt, und vorher hatte sie ein gutes glückliches Leben.

        Du bist nicht allein mit deiner Geschichte.
        Hoffe konnte dir ein bissl helfen.

        Wir haben auch ein schönes Foto von ihr neben das Bild meiner verstorbenen Mutti gestellt. Das hilft, finde ich, auch.

        LG moosmutzelx

        • (3) 27.06.17 - 10:12

          Eine schlimme Geschichte von dir. Stell dir mal vor sie wäre 9 Jahre statt 9 Monate bei dir gewesen. Und hättest aktiv etwas auf sie drauf geworfen. Oh das ist so furchtbar....

          • ja diese Vorstellung ist furchtbar, obwohl die Zeit für mich keine große Rolle spielt.

            Ihr habt sie nicht gesehen und konntet auch nicht vermuten das sie dort ist.

            Das ist ein schrecklicher, schrecklicher Unfall gewesen.

            Oft sagt man lapidar : "Unfälle passieren nunmal".

            Ich weiss das das jetzt nicht tröstet, aber die Wahrheit ist es dennoch.
            Ich wünsch dir Mut und hoffentlich bald auch wieder positive Gedanken für die Zukunft......

      Hallo. Das tut mir sehr leid für euch!

      Ich mache mir wegen des Todes unseres Katers auch noch Vorwürfe. Er war uns in unserer vor 4 Jahren neu bezogenen Wohnung zugelaufen, hatte bei unserem ersten grillabend plötzlich unterm Tisch gesessen und ist ab da immer wieder gekommen. Keiner wusste wie alt er wirklich war, (auch die ärztin konnte ihn nicht schätzen). wir nahmen ihn bei uns auf, brachten ihn zum Tierarzt, ließen ihn impfen und entwurmen. Er hatte nur noch einen Zahn und war super super verschmust. Er blieb freigänger, kam immer abends an unser Schlafzimmer Fenster, schlief mit in unserem Bett. Wenn er raus wollte, kratze er auf dem Teppich und stellte sich vors Fenster, das alles haben wir ihm nie beigebracht. Er hat nie gekratzt, war immer super entspannt, hat nie irgendwelche Sachen in der Wohnung umgeworfen. Ich hätte mich so gefreut, wenn er unser Baby kennengelernt hätte und hätte die zwei so gern mal zusammen gesehen. Aber leider kam es anders.

      Im Februar letzten Jahres atmete er plötzlich sehr schwer. Die Ärztin meinte dass es am Alter liegen könnte und er einfach schwacher wird oder es eine Lungenentzündung ist. Er bekam Medikamente und wir sollten es beobachten und 2 Tage später wieder kommen für eine weitere Spritze. Es ging ihm an dem Tag dann besser. Er war auch wie immer tagsüber draußen aber es war nasskaltes Wetter und ich überlegte noch, ihn an diesem Tag drin zu lassen damit er nachmittags dann gleich greifbar war um zum Tierarzt zu gehen. Aber er wollte raus und mein Freund und ich mussten auf Arbeit. Da er noch nie allein tagsüber drin war, hatten wir Angst dass er durchdreht und wir stellten draußen einen Karton mit Decke hin. Als wir heim kamen war er natürlich nicht da. Wir riefen und suchten ihn aber er kam nicht. Er kam 2 Tage nicht. Wir ahnten das schlimmste. Dann kam ein Nachbar und zeigte uns ein Foto einer toten Katze auf seiner Terasse- es war unsere geliebte Mutschekuh (lustiger Name , ich weiß, so wurde er schon von den hausbewohnern genannt weil er immer mal wieder dort gesehen wurde, er war schwarz weiß gefleckt, wie eine Kuh eben).

      Ja und ich denke, hätte ich ihn drin gelassen, hätte er noch eine Spritze bekommen, vielleicht wäre er wieder gesund geworden. Meinetwegen hätte er die ganze Bude vollkacken können, ich hätte alles weg gemacht, Hauptsache wir hätten ihn dadurch retten können.

      Ein paar Tage vor seinem Tod erfuhr ich dass ich schwanger bin, ich hätte mich so gefreut wenn die beiden zusammen hätten schmusen können :(

      Wir haben ihn neben unserer Terasse unter einem Baum beerdigt mit ner Dose Katzenfutter und Leckerli und einem Spielzeug. Wir ziehen dieses Jahr noch hier weg und es fällt mir schwer ihn hier allein zu lassen. Aber dann stell ich mir vor wie er mit seiner Freundin Klecksl ( war die Katze der Nachbarin und lag eines Tages einfach tot vor der Tür, man munkelt da war fremdeinwirkung im Spiel) im Katzenhimmel Mäuse jagt und habe ein Lächeln im Gesicht.

      • (6) 28.06.17 - 13:28

        Wir haben unsere mimi einäschern lassen weil wir auch nochmal umziehen wollen. Dieser Gedanke sie hier zu lassen habe ich nicht ertragen. Jetzt Trag ich die Urne durch das Haus.

        Meine Tochter (10 Monate) ist bei mimi immer total ausgeflippt vor Freude. Gestern hab ich gefragt wo mimi ist und sie hat zum 1. mal auf etwas gezeigt, auf sie. Sie wird sich nie mehr dran erinnern.

        Ich hatte sie als Baby schon. Und deine Geschichte ist sehr traurig. Aber Die Katze war krank und ich denke nicht dass sie es geschafft hätte mit der Spritze. Sie ziehen sich zum Sterben zurück, daher kam sie sicher nicht mehr....

        Unsere mimi war top fit, erst 9....Vlt hätte sie noch 9 Jahre. Und wir haben sie so aktiv getötet. Sie war mein 1. Baby sozusagen. Ist uns zu Haus überall hin gefolgt, wie ein Hund.

        Diese schuld....dieser sinnlose tot. Man muss doch in ein Loch gucken bevor man einen 50 kg reifen wo rein wirft....das ist sooo furchtbar. Kann kaum atmen vor Schmerz und Schuldgefühlen.

        • Mein herzliches Beileid! Das ist wirklich ein ganz schlimmes Unglück! Es ist so schon schlimm, wenn ein geliebtes Tier stirbt, wenn man aber selbst verantwortlich für den Tod ist, dann ist es wohl kaum zu ertragen. Dennoch, versuche dich zu sortieren und dich nicht mit Selbstvorwürfen zu zerfleischen. Es ändert nichts am Verlust. Trauern ist wichtig und gut, aber sich ständig die Schuld vor Augen zu halten, macht eure Katze nicht mehr lebendig. Es ist leider passiert, so wie täglich tausende von Unglücken passieren. Menschen verursachen Unfälle, bei denen andere Menschen ums Leben kommen, Tiere werden überfahren. Das alles passiert nie absichtlich und die Erde dreht sich unermüdlich weiter. Schreibe deiner Mimi vielleicht einen Brief, in dem du ihr mitteilst, wie leid dir alles tut und lege ihn zu der Urne. Aber trage diese nicht wie eine Ikone umher, sondern stelle sie an einen Ort ab, den ihr sie nicht ständig vor Augen habt. Und versuche, deine Schuldgefühle mit dem Brief zu verabschieden. Du bist nicht schuld, es war ein Unfall! Ich habe bereits 3 Katerchen verloren, 2 wurden überfahren, einer starb in der Tierklinik, als ich auf einer Fortbildung war. Sie hatten alle drei ein wundervolles Leben und nur das zählt! Egal, ob 9 Jahre, 9 Monate oder 18 Jahre, wenn die Zeit gekommen ist, dann wird ein Tier gehen. Die 3jährige Katze meiner Freundin ist vor kurzem einfach tot umgefallen, niemand weiß warum. Wahrscheinlich Herzversagen. Letztendlich werden wir alle irgendwann sterben, wie und wann weiß zum Glück niemand. Umso wichtiger ist es, dass man jede einzelne Sekunde bewusst und dankbar lebt und sich diese kostbare Zeit nicht mit Selbstvorwürfen zermartert! Du hast ein Baby, genieße lieber den Moment mit ihm und vielleicht bist du irgendwann bereit, einem anderen kleinen Kätzchen für eine Zeit lang ein Zuhause zu geben! Alles Gute dir!

    (8) 06.07.17 - 20:09

    Oh wie furchtbar. Ich kann es dir nachfühlen- Unfälle passieren, ihr habt es ja nicht mit Absicht getan, aber trotzdem verfolgt es einen.

    Ich habe mal ein Kaninchen einschläfern lassen müssen. Es war im Sommer draußen im Freilauf gewesen, und ich habe nicht bemerkt das eine Fliege Eier an ihm abgelegt hatte. Am nächsten Morgen bemerkte ich die Larven, und flog förmlich in die Tierklinik. Zu spät. Es blieb nur die Erlösung. So mies habe ich mich in meinem Leben noch nie gefühlt. Meine Schuld, und das obwohl ich seit Jahrzehnten Kaninchen hatte! Sie war noch ganz jung, und ihr Mann trauerte sehr. Ich habe immer noch ein sehr schlechtes Gewissen deswegen. :-(

    Das tut mir extrem Leid für dich!
    Kann sehr gut nachvollziehen wie es dir geht. Erst letzten Sommer ist mein Hund gestorben und das war für mich auch, als würde ein Familienmitglied sterben. Die Trauer sitzt immer noch tief, aber mittlerweile kann ich damit umgehen und habe mir letzten Monat auch einen neuen Hund zugelegt. Dies war am Anfang undenkbar, da ich meinen Sammy nicht einfach so ersetzen wollte, aber mittlerweile habe ich es geschafft anders darüber zu denken. Bei meiner Trauer habe ich auch auf Medikamente zurückgegriffen, die mich ruhiger gemacht haben und so besser schlafen ließen. Das ganze rein pflanzlich, so dass ich keine Nebenwirkungen befürchten musste. Ich muss aber sagen, dass mich die Medikamente echt weitergebracht haben in meinem Trauerprozess. Ich habe Sedariston zu mir genommen.

    Mache dir selbst nicht zu viele Vorwürfe deswegen, man kann nicht immer 100% aufmerksam sein und Menschen machen Fehler, die sie danach bereuen. Gehe deswegen selbst nicht zu hart mit dir um, sondern versuche dir selbst zu verzeihen und nach vorne zu blicken!

    • (10) 15.07.17 - 20:05

      Danke für deine liebe Antwort. Ich habe meiner Tierärztin alles geschildert und sie geht davon aus dass sie innere Verletzungen hatte. Im 1. Schock weggerannt ist und dann zusammen gesackt ist und direkt bewusstlos war. Sie hätte keine Schmerzen gehabt und wir hätten auch nichts mehr machen können. Sie war ja 3 Stunden später auch schon total Steif obwohl es so warm war. Es ging also rasant schnell. Immerhin etwas....

      Jetzt ist es 3 Wochen her und meine andere Katze die mit ihr eingezogen ist tröstet mich sehr. Das was wäre wenn spiele ich nicht mehr und natürlich tut es mir noch sehr leid, aber es fühlt sich jetzt mehr wie ein Unfall an. Das war es ja auch auf jeden Fall. Und ja, man versucht immer alles richtig zu machen und leider macht man Fehler. Es war ein sehr sehr tragischer Fehler. Sie fehlt uns sehr....aber ich versuche auf die so so schöne Zeit zurück zu blicken.

(11) 12.08.17 - 20:04

Sie kann an so vielen möglichen Unfallverletzungen gestorben sein: Lungenriss, innere Blutungen oder Genickbruch (davon muss man nicht sofort sterben). Den Unfall kann man micht rückgängig machen und man muss einfach daraus lernen.

Ich hatte damals mit 10 mal einen Wellensittich. Hatte seine Käfigtür geöffnet, obwohl keine Gardine an der Balkontür war. Die hätte vor dem Freiflug dran gemusst. Was macht der Vogel? Fliegt seine Bahnen und dann direkt auf das Fenster zu. Natürlich so unglücklich, dass er mit dem Kopf gegen die Scheibe kam. Er fiel nach unten, nieste noch etwa eine halbe Minute, weil eine grüne Flüssigkeit aus seiner Nase trat und versuchte sich wieder aufzurappeln. Dann plötzlich war er tot. War wohl Genickbruch. Ich kann es mir bis heute nicht verzeihen, nicht an die Gardine gedacht zu haben (machte ich sonst immer!)... aber ich habe daraus gelernt und bin seitdem noch umsichtiger.

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