Die letzte Zeit meiner Mutter

    • (1) 23.07.17 - 20:04

      Erstmal hallo, ich hoffe wir Angehörigen Sterbender oder Gegangener können uns gegenseitig

      etwas helfen, ich habe leider festgestellt, dass dies bei meinen Freunden (bis auf meinen allerbesten Freund, auf den ich aber nicht alles abladen möchte) ein Tabuthema ist.

      Meine Mutter ist 88. Ja es ist ein Wunder fast überhaupt so alt werden zu dürfen. Aber was in den letzten Wochen passiert ist, hat mich ziemlich schockiert. Vor über 3 Wochen ist sie im Altersheim gestürzt. Am nächsten Tag liess sie sich, weil sie die Schmerzen nicht aushielt, ins Krankenhaus einweisen. Mir sagte man, sie bekäme dort eine stationäre Schmerztherapie. Bei den Untersuchungen kam eine Steissbeinprellung als Ergebnis heraus. Vorher war sie geisitg fit, machte Kreuzworträtsel, las Bücher und wusste mehr übers Tagesgeschehen als ich.

      Im Krankenhaus, das bestätigte mir die Dame, die mit ihr im Zimmer lag, baute sie in 2 Tagen völlig ab. Schlief nur noch und ass nichts. Ich dachte zuerst das kommt von den Schmerzmitteln. Dann behandelte man sie wegen einem Magengeschwür, Magensonde

      alles abpumpen, Darmspiegelung,, Darmspülung, Infusionen. Ist das Schmerztherapie?

      Jetzt ist sie wieder im Altenheim, verwirrt, schwach und Inkontinent. Gestern konnte ich den
      Scheissegeruch kaum ertragen (sorry wenn ich direkt bin, aber das muss raus) gegessen hat sie laut ihrer Aussage nur mittags eine Banane und ein Jughurt. Haben sie dann dort
      meine Mutter 5 Stunden so liegenlassen? Kann man das nicht medikamentös behandeln?

      Es war wirklich für mich ............... ohne Worte. Ich musste ihren Ehering mitnehmen, sie meint, er wird ihr dort geklaut.

      Wenn ich bissel Luft habe, lese ich euere Themen und antworte.

      Seit erstmal alle gedanklich gedrückt .....

      • lies dir das hier mal durch
        http://www.augsburger-allgemeine.de/wissenschaft/Wenn-aeltere-Menschen-im-Krankenhaus-ploetzlich-verwirrt-sind-id40280912.html

        alles Gute für euch

        Liebe trauig,
        das Sterben in Altenheim und Klinik ist sehr bedrückend, weil es meist sehr medizinisch und pflegeorganisatorisch ausgerichtet ist und nicht so individuell sein kann, wie zuhause. Ein Kind allein kann eine solche Begeitung kräftemäßig aber auch kaum leisten. Gibt es bei Euch Unterstütung durch einen ambulanten Hospizdienst? Oft gibt es erfahrene Ehrenamtliche, die man anfordern kann und die stundenweise den Sterbenden besuchen, um die Angehörigen zu entlasten. (Wer schon in einer Pflegeeinrichtung wohnt darf leider nicht ins Hspiz gehen, weil seine Pflege auch so gesichert ist.)

        Wenn deine Mutter keine Patientenverfügung gemacht hat, macht das die Situation gegenüber Ärzten und der Heimleitung schwieriger. Aber du kannst trotzdem dafür kämpfen, dass sie medizinisch nicht überversorgt wird und eine eine gute palliative Versorgung bekommt.

        Ich wünsche dir ganz viel Kraft und deiner Mutter einen schmerzarmes und sanftes Gehendürfen.
        doremi

        Was Du an Behandlung aufzählst, hat mit Schmerztherapie nichts zu tun sondern mit Vesuchskaninchen spielen für Ärzte, die eigentlich keine Ahnung haben, was der Patient eigentlich hat.
        Das Verwirrtsein ist fast sicher auf den Ortswechsel und die Sedierungen bei der Darmspiegelung usw. zurückzuführen.
        Es KANN sich in ihrer vertrauten Umgebung im Altersheim wieder bessern.
        Ich kenne das Symptom von meinem Mann, der vor seinem Tod reichlich KrHs-Aufenthalte hinter sich brachte und aufgrund div. Narkosen usw. auch dieses "Delir" hatte - ältere Schwestern nannten es Durchgangssyndrom, eine Ärztin Demenz. War Blödsinn, denn als er wieder zuhause war, besserte es sich innerhalb von Stunden und war am nächsten Tag vollkommen weg - er wusste nicht mal mehr, dass er so verwirrt gewesen war.

        Dass Deine Mutter in der vollen Windel liegen muss, ist eine Schweinerei. Da hätte ich SOFORT eine Pflegekraft aufgefordert, sie frisch zu machen. Inkontinenz kann man nicht so einfach medikamentös behandeln, aber es gibt eine Art Training, dass man die Leute immer wieder auf die Toi bringt (oder auf den Toi-Stuhl setzt) Wenn sie vorher wirklich nicht inkontinent war, KÖNNTE das helfen - aber sicher ist es nicht. Aber - das erfordert natürlich auch viel Zeit, was die Pflegekräfte meist nicht haben.
        Aber ich würde auf alle Fälle ein Gespräch mit der Pflegedienstleitung führen, ob Essen/Trinken überwacht wird und eindringlich darum bitten, dass die Mutter öfter frisch gemacht wird. Sie wird ja wund - muss ja sicher auch umgelagert werden usw.
        Alles Gute. LG Moni

      • (5) 29.07.17 - 23:46

        Meine Oma starb mit fast 90 Anfang diesen Jahres- mit ihr habe ich ähnliches erlebt.

        Im KKH werden so alte Menschen leider nicht optimal versorgt. Und das ist noch vorsichtig formuliert. Unbekannte Umgebung. Massenabfertigung. Keine Zeit für nichts.

        Eine Sedierung bzw Narkose führt meist zu Verwirrtheit. Wie Moni schon sagte- man nennt das Durchgangssyndrom oder Delir. Kann sich geben, muss aber nicht. Eine latent vorhandene Demenz kommt da gern zum Vorschein. Trinkt sie genug? Das ist ja bei Menschen in diesem Alter oft ein Problem.....

        Zum Thema Inkontinenz. Ich habe in solchen Fällen SOFORT eine Schwester gesucht und gebeten meine Oma auf der Stelle frisch zu machen. Und bin solange dort geblieben bis das passiert war. Ja, die können 5 Stunden und länger nicht gewickelt werden. In den Heimen, trotz sehr stolzen monatlichen Preisen, sind die Schwestern grundsätzlich unterbesetzt und überarbeitet. Da musst du laut schreien damit was passiert. Traurig, aber Realität. :-(

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