Was sagt man einem Menschen der im Hospiz liegt

    • (1) 13.10.17 - 08:53

      Ich habe gestern erfahren das meine Freundin im Hospiz liegt ich will jetzt heute zu ihr um mich von ihr zu verabschieden, jetzt habe ich grosse Angst dahin zu gehen ich wissen das sie durch das Kortison sehr aufgedunsen ist. Ich bin seit gestern nur am weinen. Was sagt man einem Menschen der im Sterben liegt ich habe Angst das ich anfange zu weinen. Sie denkt sie hat noch viel Zeit aber dem ist nicht so da ihr Hirndruck täglich steigt sie kann nicht mehr laufen ist sehr schwach und ist kaum was. Es tut so verdammt weh sie ist erst 46 Jahre

      • Hallo !
        Ich kann Deine Angst gut verstehen......aber ,sie ist Deine Freundin !
        Nimm Deinen Mut und viele Taschentücher mit ,vielleicht ein schönes Bild von Euch beiden aus glücklichen Tagen.
        Ich kann mir nicht vorstellen ,dass sie nicht fühlt wie es um sie steht. Du brauchst gar nichts sagen ,nimm ihre Hand ,eine Umarmung, wenn Du ihre Situation eine zeitlang mit ihr aushalten kannst ist das sehr viel. Es könnte die letzte Gelegenheit sein ihr zu zeigen ,was sie Dir bedeuted. Dann weinst Du eben ,und sie mit ,ist ja auch zum Heulen !Wie s chlimm wäre das wenn niemand um sie weint...
        Wir alle müssen diesen Weg einmal gehen und alle wünschen sich doch den in Würde und Liebe gehen zu können !
        Ich wünsche Dir viel Kraft !
        Liebe Grüße Iris
        Ich arbeite seit kurzem auf einer Palliativstation und ich erleben oft ,wie wertvoll diese letzten Stunden sein können ,auch für dich als bleibende Erinnerung..

        Kann ich verstehen, dass du davor Angst hast. Man weiss nicht, was einen genau erwartet und was man sagen soll erst recht nicht. Aber sie wird sich mit Sicherheit freuen, dich zu sehen und dann geht es auch. Ich würde versuchen, mir gar keine Szenarien vorher auszudenken oder Themen zurecht zu legen. Versuch einfach zu ihr zu gehen, wie du es auch gemacht hättest, wenn sie wegen einer kleinen Sache im Krankenhaus liegen würde und erzählt so, wie ihr es immer getan habt. Man muss nicht unbedingt und immer über die Krankheit und den Tod reden, damit muss sie sich ja eh beschäftigen, wahrscheinlich ist sie froh, mit dir ein ganz normales Gespräch führen zu können. Und wenn sie darüber reden will, dann wirst du auch das schaffen! Und wenn dir Tränen kommen, dann kommen sie eben...auch das ist nicht schlimm!
        Die Hauptsache ist, du besuchst sie und nimmst dir für sie Zeit!!!
        Ich gehe im Moment täglich, manchmal mehrmals täglich zu meinem Papa, der auch leider nicht mehr lange Zeit hat, klar ist er alt, aber Abschied nehmen tut immer weh. Er steht unter starken Medikamenten, schläft fast immer, reagiert wenig und kann fast gar nicht mehr sprechen. Es hat sich abrupt verschlechtert und ich habe gar keine Zeit gehabt, drüber nachzudenken, wie ich mit der Situation umgehe, vielleicht war das ganz gut. Wenn ich allein da bin, streichel ich seine Hand und erzähle ihm etwas, sind wir zu zweit oder sein Mitbewohner ist da unterhalten wir uns und ich hoffe und glaube, er hört die Stimmen und auch das tut ihm gut. Gestern sagte eine Schwester, na sehen Sie Herr... sie werden nicht vergessen, immer kommt Besuch! und ich glaube, das trifft es genau. Einfach da sein! Der Rest kommt von allein!!!
        Alles Liebe!

        Hallo!

        "ich habe Angst das ich anfange zu weinen"

        Das darf ja passieren. ich denke aber, du solltest dir da vorher nicht so viele Gedanken machen. Auch im Hospiz denkt man nicht 24 Stunden an 7 Tagen in der Woche übers Sterben nach. Du besuchst deine Freundin. Was hast du ihr früher gesagt und erzählt?

        Ich erzähle mir mit unseren Patienten auch schon mal Witze und dabei habe nicht ich die schwärzesten auf Lager, das kann ich dir sagen! Genauso kann ich auch ganz leise sein und einfach nur da sitzen. Was eben gerade so dran ist, aber das zeigen sie einem schon.

        Wenn sie von sich aus das Thema Tod und Sterben nicht anspricht, solltest du schon gar nicht tun. Redet über das Wetter, die Kinder oder was auch immer. Wenn sie aber davon anfängt, versuche nicht ihr auszuweichen.
        Schwierig ist sicher, zwischen ihrem (vermeintlichen) Leid und deiner ureigenen Angst zu unterscheiden.

        Sie ist im Hospiz, weil sie weiß, dass ihre Zeit sehr begrenzt ist. Darüber wird sie schon viel nachgedacht haben. Wenn sie jetzt in der Form verdrängt, dass sie noch viel Zeit haben wird, so ist das ihre Art damit leben zu können. Vielleicht hat sie aber auch Recht. Wer weiß das schon?

        Wenn du dir sehr unsicher wirst und gar nicht weißt, was du tun oder sagen sollst, sprich einen Mitarbeiter im Hospiz an. Die werden dir da weiterhelfen.

        Ich denke, du schaffst das, weil das eigentlich alle schaffen, die nicht gleich bei der ersten Schwierigkeit weglaufen.

      (6) 13.10.17 - 22:47

      Was ich verstehen kann, das man ein komisches Gefühl hat, wenn man das erste Mal ein Hospiz betritt. Weil man einfach nicht weiß, was einen dort erwartet. Ich kann dazu nur sagen, das es ein wunderbarer Ort ist, ein Ort wo zwar der Tod am Ende des Aufenthaltes steht, aber bis es soweit ist zählt das Leben, mit all seinen Facetten. Eine wunderbare Alternative, wenn ein Mensch nicht in seinen eigenen vier Wänden sterben kann. Ich habe schon mehrere Hospize kennengelernt, in einem konnte man sogar übernachten, ich habe mich mit meiner Freundin in ihr Bett gekuschelt, wir haben geschwiegen, erzählt, gelacht, geweint. Wir haben Wein getrunken, Filme geschaut, den Pizzadienst kommen lassen. Auch wenn es für sie nur zwei Bissen davon waren. Es waren ihre letzten "guten" Tage. Ich habe auch danach noch viel Zeit in ihrer Nähe verbracht, immer darauf bedacht zu schauen was sie gerade braucht. Es gab Tage da war ich nur ein paar Minuten da und Tage da habe ich stundenlang an ihrem Bett gesessen, ihre Hand gehalten.
      Vielleicht habe ich schon zu viele liebe Menschen und geliebte Verwandten sterben sehen, ich habe mir nie Gedanken darum gemacht was ich sagen soll, wie die Person aussieht. Ich habe von Anfang an immer nur den Menschen gesehen, der mich durch mein Leben begleitet hat. Man hat doch ein Gespür dafür, was der Person gerade gut tut. Ja, es tut weh...aber der Tod gehört nun mal zum Leben dazu. Ich habe da keine Berührungsängste, deswegen kann ich Ängste, welche den Umgang mit der Person direkt betreffen nicht so ganz nachvollziehen. Wenn dieser Mensch mich in seiner Nähe haben möchte, dann ist mir alles andere herzlich egal.

    • Ich denke auch du solltest einfach “wie immer“ sein!
      Eine gute Freundin von mir hatte/hat Brustkrebs, einen von der ganz schlimmen Sorte. Wenn wir uns trafen, dann ging es um alles aber nicht um die Krankheit. Sie hat mir später immer wieder wie gut ihr das tat. Wie einige schon geschrieben haben macht man sich selber genug Gedanken und viele sind vor Mitleid zerfressen...das hilft demjenigen auch nicht, aber Ablenkung und Spaß tun immer gut und sind erfrischend!

      Alles Gute!

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