Erwartete Normalität nach Trauerfall (im Advent)

    • (1) 20.11.17 - 22:38

      Hallo ihr Lieben!

      Vor wenigen Wochen ist mein Vater gestorben :-(. Er war schwer krank und dennoch kam sein Tod sehr plötzlich. Viele von euch werden wissen wie schrecklich es ist ein Elternteil zu verlieren ... selbst wenn man länsgt erwachsen ist und eine eigene Familie hat, reisst es einem den Boden unter den Füssen weg #heul.

      Leider kämpfe ich nicht nur mit der Trauer (die alleine eigentlich schon genug ist), sondern auch mit dem Druck von Kollegen, Bekannten etc. wieder "normal" funktionieren zu müssen. Wie ist es euch ergangen und wie geht man damit um? #schmoll

      Der Gedanke an die anstehende Adventszeit ist für mich der blanke Horror, mir steht nicht im geringsten der Sinn nach Weihnachten. Ich persönlich kann damit gut leben und dies so akzeptieren. Ich traue mir auch zu, einen guten Mittelweg bzw. Kompromiss zu finden mit dem meine Tochter (12) gut leben kann. So dass es für uns Beide passt :-).

      ABER, ich merke wie mein Umfeld reagiert. Kaum ist die Beerdigung rum, hat man wieder normal zu funktionieren. Erwähne ich, dass mir nicht der Sinn nach Weihnachten steht, werde ich komisch angeguckt #augen. Was antworte ich auf all die Fragen die in den nächsten Wochen kommen werden, ob ich schon dekoriert, gebacken, eingekauft habe usw.? Ich weiss dass ich all´ diese Dinge tun werde, aber ohne grossen Spaß. Ich werde oft einfach ganz traurig sein und viel weinen bei allem was ich tue ...

      Ich werde dieses Jahr (wahrscheinlich) keinerlei Weihnachtskarten basteln, schreiben, per whatsapp verschicken, einfach weil mir nicht danach ist. Mich stimmt alles traurig was mit Weihnachten zu tun hat und mir ist nicht danach "fröhliche Weihnachtsgrüsse" zu versenden. Findet ihr das übertrieben? #kratz

      Ich habe gleichzeitig irgendwie auch "Angst" davor "normale" Weihnachtskarten zu bekommen. Eben von Leuten die davon ausgehen ich würde "normal" feiern wie Alle. Oder würdet ihr mir wenige Wochen nach einem Todefall gar keine Wehnachtsgrüsse schicken?

      Vielleicht mache ich mir auch viel zu viele Gedanken oder verlange zuviel, aber ich merke halt jetzt schon, wie das Unverständnis für meine Situation wächst. Wie jetzt schon ungläubig geguckt wird wenn ich sage, dass es mir nicht gut geht ....

      Wie sind eure Freunde / Kollgen / Bekannte mit euch umgegangen? Was hat geholfen und was war "fehl am Platz"?

      Warscheinlich werden viele sagen, ich soll mich nicht unter Druck setzen lassen. Die Anderen reden lassen, es sagen wie es ist ... aber wie formuliert man dies ohne wehleidig oder zickig zu klingen?

      Ich habe das Gefühl, ich stehe total neben mir .... weiss nicht was richtig und falsch ist :-(

      abendrot #blume

      • Mein herzliches Beileid zum Todes Deines Vaters.
        Du "musst" garnichts - sondern nur das tun, wonach DIR gerade ist - fertig aus. Die Menschen, die Dich kennen und lieben, werden es verstehen und die anderen können Dir sowas von egal sein. Ich kenne das auch - als ich meinen Mann vor bald drei Jahren verloren habe. Er starb Ende März und keine 6 Wochen später bekam ich eine fröhliche Geburtstagskarte, in der mir die Mutter meiner Schwiegertochter schrieb, ich solle nun das Leben genießen.... was ich da dachte, schreibe ich lieber nicht. 35 Jahre Ehe abhaken.....hach und nun lebe ich. Keine Ahnung, was sich Leute dabei denken. Als mein Vater damals mit nur 58 Jahren starb, war ich monatelang nicht zu gebrauchen. Ich liebte ihn sehr, war ein Papakind. Ich funktionierte, musste ja arbeiten gehen und hatte zwei Kinder - aber ich hab den Leuten klipp und klar gesagt, sie sollen mich in Ruhe lassen. Ich mach meine Arbeit und fertig - keine Fragen, keine blöden Aufmunterungsversuche. Es hat geklappt.
        Ich würde Dir ganz sicher Weihnachtsgrüße auch nach einem Todesfall schicken, würde mir aber jedes Wort dreimal überlegen und ganz sicher feinfühlige Worte finden. Ich bekam auch solche Post zum Geburtstag - und darüber kann man sich auch freuen, weil man merkt, die Menschen haben sich Gedanken gemacht.
        Aber die Dummschwätzer sterben nicht aus. Reg Dich nicht auf und mach einfach, wonach Dir ist. Das erste Weihnachten, Dein erster Geburtstag - diese "Ersttermine" werden ohnehin nicht leicht werden. Umgib Dich mit Menschen, die Dich lieben und bleib nicht alleine. Alles Gute! Liebe Grüße von Moni

        PS: Wenn Du Deinen Mann verlierst, wird nach einer gewissen (kurzen) Zeit sogar erwartet, dass Du schon auf der Suche nach dem nächsten bist#klatsch#klatsch Das ist dann richtig dämlich.

        Hallo.

        Auch mir tut es sehr leid.

        Mein Papa ist vor 5 Jahren plötzlich mit 54 verstorben.

        Ich weiß genau wie du dich fühlst. Für alle geht es weiter aber für einen selbst steht alles still. Ich wollte damals, dass jeder einfach verstehen könnte, dass es für mich keine "Normalität" mehr gibt.

        Es wird besser, mit der Zeit... aber Weihnachten z.B. ist nie wieder das selbe geworden.

        Alles Gute.

        LG

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